Hinterer Seelenkogel (3.472m) - Sonnenaufgangstour
23/24. August 2024
23/24. August 2024
Startpunkt/Zielpunkt: Pfelders (1.628m)
Anfahrt: Ötztal, Sölden, Timmelsjoch, Moos im Passeier, Pfelders
Route: Pfelders - Zwickauer Hütte - Hinterer Seelenkogel (3.472m) - Zwickauer Hütte - Pfelders
Höhendifferenz: Tag1: ca. 1.350m
Tag2: ca. 500m
reine Gehzeit: Tag 1: ca. 3:30 Stunden
Tag 2: ca. 2:45 Stunden + 2:45 Stunden Abstieg ins Tal.
Schwierigkeitsgrad: schwierig, T6, II
Distanz: ca. 14 km
Vorgefundene Verhältnisse:
Gesamter Weg bis zur Zwickauer Hütte praktisch schneefrei (ein unproblematisches, kurzes Schneefeld, fast flach). Übergang zur Stettiner Hütte auf dem Höhenweg mit noch 3 Schneefeldern, davon mindestens eines problematisch. Ohne Grödel/Steigeisen kritisch. Umgehung + 400 Hm, + 90 Minuten.
Gesamteindruck der Tour:
Außergewöhnlicher Berg mit großartigem Rundumblick. Zum Sonnenaufgang ganz speziell!
Entfernungen:
Pfelders - Zwickauer Hütte 3:30
Zwickauer Hütte - Hinterer Seelenkogel 1:30
Hinterer Seelenkogel - Zwickauer Hütte 1:15
Zwickauer Hütte - Pfelders 2:45
Einkehrmöglichkeit(en): Zwickauer Hütte
Gipfelstürmer: Mark, Anna und Stefan
Wichtiges:
Die Tour war als 3-Tagestour geplant mit einer zweiten Übernachtung auf der Stettiner Hütte und Besteigung der hohen Wilde ebenfalls zum Sonnenaufgang am Sonntag. Das Wetter hat allerdings am Sonntag nicht mitgespielt, weshalb wir die Tour am zweiten Tag abgebrochen haben.
Der Übergang am Höhenweg von der Zwickauer Hütte zur Stettiner Hütte führt über ein paar sehr steile Passagen. Hier hat es laut Hüttenwirt der Zwickauer Hütte noch mindestens ein problematisches Schneefeld. Grödel/Steigeisen werden empfohlen. Auch "ohne" machbar, aber riskant!
Ein besonderer Dank geht an das super freundliche und tolle Hüttenpersonal der Zwickauer Hütte! Großartiger Service, tolles Essen und danke für euer Entgegenkommen! Sehr empfehlenswert!
Aufstieg:
Von Pfelders führt ein sehr gut angelegter Wanderweg zur Zwickauer Hütte hinauf. Es geht anfangs über den Bach und dann zuerst noch in mäßiger Steigung nördlich weiter. Nach einer weiteren Bachüberquerung steilt es bald merklich auf. Nach der Abzweigung zur Schneidalm führt schließlich ein steiler Bergweg in unzähligen Serpentinen hinauf bis unter den Felsaufbau, auf dem die Hütte steht. Hier liegt noch ein kleines, aber fast flaches Schneefeld. Am Ende geht es steil im Fels hinauf (großzügige Seilversicherung) und schon steht man auf der Terrasse der wunderschön gelegenen Zwickauer Hütte. Bei gutem Wetter hat man hier auch schon einen imposanten Blick auf den hinteren Seelenkogel. Das blieb uns wegen starken Nebels leider versagt, weshalb wir den Gipfelaufstieg auch auf den Morgen des folgenden Tages verlegt haben.
Um kurz vor 05:00 Uhr starteten wir mit Stirnlampen den Gipfelanstieg. Anfangs geht es noch mit wenig Steigung hin zum Felsaufbau. Hier helfen Steinmännchen bei der Orientierung, obwohl die Richtung auch so klar vorgegeben ist auf dem schmaler werdenden Rücken.
Ab dem Felsaufbau helfen dann oft rote Markierungen bei der Wegfindung. Im Dunkeln muss man hier am Anfang schon etwas aufpassen, um nicht zu weit rechts in die steile Wand zu geraten. So geht es dann steil (teils helfen die Hände) in Serpentinen teils mit Seilversicherungen hinauf bis auf den Grat. Ab hier dann einige Meter einfacher bis der Grat zusehends schmaler wird. Kurz weicht man dann einem Felsblock nach links in die steile Wand aus, kehrt aber dann gleich zurück auf den Grat. Hier geht es dann teilweise ziemlich ausgesetzt weiter. An einer Stelle geht es ein wenig abwärts auf angelegten Steinplatten (Vorsicht bei Nässe), wo es beidseitig steil nach unten geht. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind an diesem Berg unabdingbar!!
Anschließend folgt noch Genusskletterei bis maximal zum zweiten Grad. Die letzten Meter zum Gipfel hinauf sind dann fast senkrecht, aber gut gestuft mit guten Tritten und Griffen. Für Anfänger absolut ungeeignet, für Könner ein wahres Vergnügen!
Abstieg:
Dem Aufstiegsweg folgend zurück zur Hütte und hier haben wir dann erst einmal ein Frühstück bekommen, das uns dankenswerter Weise vom Hüttenpersonal auch zu späterer Stunde um 08:00 Uhr zur Verfügung gestellt wurde. Sehr nett!!
Danach sollte eigentlich der Übergang zur Stettiner Hütte folgen. Aufgrund des noch vorhandenen, gefährlichen Schneefelds auf dem Höhenweg haben wir uns anfangs für die Umgehung entschieden (Abstieg wieder hinunter bis zur Schneidalm und dann Querung nach Westen). Aufgrund des schlechter werdenden Wetters und der schlechten Vorhersage für Sonntag haben wir uns dann kurzfristig dazu entschieden die Tour an der Schneidalm abzubrechen. Die Stettiner Hütte wird ein anderes Mal besucht! Auf dem Aufstiegsweg somit spontan zurück zum Ausgangspunkt!