Oberaarhorn (3.631m) für AV Feldkirch
10/11. Juli 2021
10/11. Juli 2021
Tag 1 - Oberaarjochhütte (3.256m)
Ausgangspunkt: Oberaarsee (2.303m)
Anfahrt: Am Grimselpass führt eine schmale, asphaltierte Straße zum Berggasthaus Oberaar und hinunter zum Oberaarsee. Achtung: Die Straße ist jeweils für eine halbe Stunde immer nur in eine Richtung befahrbar. Am Pass muss mittlerweile auch ein Mautticket für ein paar Franken gekauft werden (gilt auch als Parkticket). In Richtung Oberaarsee kann man jeweils zur vollen Stunde für 10 Minuten losfahren. Zurück zum Grimselpass dann jeweils zur halben Stunde ebenfalls für 10 Minuten Abfahrtszeit. Länge der Straße: 6,5 km. Großartiges Panorama!
Zielpunkt: Oberaarhornhütte (3.256m)
Route: Oberaarsee - Oberaargletscher - Oberaarjoch - Oberaarjochhütte
Höhendifferenz: ca. 1.050 Hm
reine Gehzeit: ca. 5:30 Stunden
Schwierigkeitsgrad Hochtour: F
Distanz: ca. 10 km
Einkehrmöglichkeit(en): Oberaarhornhütte
Entfernungen:
Oberaarsee - Oberaargletscher 1:15
Oberaargletscher - Oberaarjoch 4:00
Oberaarjoch - Oberaarhornhütte 0:15
Aufstieg Tag 1:
Vom Parkplatz am Oberaarsee geht es anfangs flach auf der rechten Seite des Sees auf den Gletscher zu. Man macht dann einige Höhenmeter, verliert aber zum Gletscher hin wieder rund 50 Meter. An einer beeindruckenden Gletscherhöhle wird dann angeseilt, auch wenn hier einige andere wohl noch einige Meter auf dem blanken Gletscher ohne Seil weitergehen (aus unserer Sicht nicht zu empfehlen - viele "Hohlräume" in diesem Bereich. Der Gletscher steigt dann anfangs nur leicht an. So im Bereich ab 2.700 Metern steilt es dann merklich auf. Bei gutem Wetter hat man das Joch fast von Anfang an im Blick, aber es zieht sich dann immens bis man es erreicht. Im Bereich um die 3.000 Meter gibt es dann einige Spalten die zu beachten sind. Hier Mitte Juli war es ziemlich gut, die Spalten noch sehr klein bzw. leicht zu überbrücken. Die letzen Meter zum Joch hinauf sind dann recht steil, aber gut zu gehen. Zur Hütte hinauf geht es dann über ein Schuttfeld wo man schlussendlich dann über eine Leiter (gesichert) hinauf steigt und dann unter einer Abdeckung (Schutz vor Steinschlag) hindurch direkt zur Hütte gelangt.
Die Hütte liegt wirklich einmalig schön direkt in den Fels eingebettet. Absolut traumhaft!
Tag 2 - Oberaarhorn (3.631m)
Ausgangspunkt: Oberaajochhütte (3.256m)
Zielpunkt: Oberaarsee
Route: Oberaarjochhütte - Oberaarhorn (3.631m) - Oberaarjochhütte - Oberaarsee
Höhendifferenz: ca. 450 Hm
reine Gehzeit: ca. 5:45 Stunden
Aufstieg: ca. 1:05 Stunden
Abstieg: ca. 4:40 Stunden
Schwierigkeitsgrad: F+ (leicht)
Distanz: ca. 11 km
Einkehrmöglichkeit(en): Oberaarjochhütte
Entfernungen:
Oberaarjochhütte - Oberaarhorn 1:05 (sehr gute Verhältnisse - bei viel Schnee oder Blankeis am Firnfeld dementsprechend länger.
Oberaarhorn - Oberaarjochhütte 0:45
Oberaarjochhütte - Oberaarsee 4:00
Aufstieg Tag 2:
Wir wollten eigentlich am Sonnenaufgang auf dem Gipfel stehen, aber das Wetter machte uns hier einen Strich durch die Rechnung. Der Schlechtwettereinbruch vom Abend hielt die ganze Nacht über an, weshalb wir uns für einen Aufstieg nach dem Frühstück entschieden, da für diese Zeit schon wieder besseres Wetter vorausgesagt war.
Direkt hinter der Hütte beginnt der markierte Aufstieg zum Gipfel. Mit einer guten Stirnlampe sind die Markierungen auch im Dunkeln gut zu finden, was für uns heute aber nicht nötig war. Es geht anfangs gleich sehr steil weg mit einigen einfachen Kletterpassagen. Anschließend wird es im Schutt und Geröll eher zum Gehgelände. Da wir aber über Nacht einiges an Neuschnee hatten, wurde mit Steigeisen geklettert, da es teilweise doch angefroren und rutschig war.
Ca. 100 bis 150 Meter unterhalb des Gipfels beginnt dann das zum Ende hin doch recht steile Firnfeld (ca. 35 Grad). Bei guten Verhältnissen (wie in unserem Fall) kann man entweder direkt aufsteigen oder mit einigen Serpentinen die Steilheit etwas entschärfen. Bei Blankeis sind Eisschrauben meiner Meinung nach sinnvoll, da ein abrutschen zurück in das Blockgelände verhängnisvoll wäre.
Über teilweise recht tiefen Neuschnee erreichten wir trotzdem problemlos den Gipfel. Der Gipfel selbst bietet kaum Platz für mehr als 3 Personen, aber im Blockgelände um das Gipfelkreuz kann man sich den Platz dann doch recht gut einteilen.
Abstieg:
Auf dem Aufstiegsweg zurück zur Oberaarjochhütte. Nach ausgiebiger Rast und nochmaliger Einkehr auf der Sonnenterrasse der Hütte haben wir uns dann langsam an den Abstieg zum See gemacht. Über den Gletscher geht es dann in einem "langen Hatsch" wieder hinaus an den Rand des Sees und westlich davon wieder zurück zum Parkplatz!
Tourengeher: AV Feldkirch Gruppentour
Gesamteindruck der Tour: Bei guten Verhältnissen einfache Hochtour mit der Chance auf einen atemberaubenden Sonnenaufgang mit traumhaftem Ausblick am Gipfel. Hütte sehenswert! Sehr nettes Hüttenpersonal. Bei Schneeauflage oder Blankeis gleich eine Stufe schwieriger.
Vorgefundene Verhältnisse: Gletscher ohne erkennbare Spalten. Aktuell problemlos zu gehen. Blockgelände oberhalb der Hütte mit recht viel Neuschnee. Ebenfalls tiefer Schnee am Weg zum Gipfel. Dadurch aber seilfrei gut begehbar.
Wichtiges:
Fahrzeiten an der Panoramastraße beachten (siehe ganz oben "Anfahrt")!!