Kreuzzug gegen das Licht

Crusade against light

Der christliche Ur-Glaube, der nicht nur von den Khatari gelebt wurde, und durchaus mit der Bezeichnung „Rein“ versehen werden darf, ist durch die römische Kirche auf abscheulichste Art ausgemerzt worden. Viel Widersinniges wurde ihnen angedichtet und bis in die heutige Zeit aufrecht erhalten. Die Bogomilen, Kathari, Albigenser, Waldenser und wie sie alle genannt wurden, waren doch mehr das gelebte Wort des Herren, als es der mordende Katholizismus je war.

Daß es sich bei den „Reinen“ um, auf Almosen angewiesene Wanderprediger handelte, ist bereits eine Dichtung des Klerus. Niemals wäre es möglich gewesen, daß versprengte Kuttenträger ganze Landstriche hätten vereinnahmen können. Besonders der südfranzösische Raum war mit dem Gebaren und der Verfälschung des christlichen Glaubens der römischen Kirche mehr als unzufrieden. Daher darf es nicht verwundern, daß sich viele wohlhabende und einflußreiche Menschen zum Katharismus bekannten und das Consolamentum ablegten. Der Vatikan sah sich bald bedroht, seine Gläubigen zu verlieren und begann eine Aktion nach der anderen zu starten, welche jeden abweichenden Glauben als Ketzertum verunglimpfte. Die Dominikaner wurden daher von Papst Innozenz III beauftragt, alle Abweichler zur Strecke zu bringen, zu bekehren oder dem weltlichen Arm zu übergeben. Was eigentlich immer den Tod zur Folge hatte. Die Anwendung von grausamster Folter zur Wahrheitsfindung war Mittel zum Zweck. Die Inquisitoren, durch den Papst jeden Zweifels enthoben, konnten sich ungestraft an allem und jeden vergehen.

Der rege Zulauf zum Katharertum kam natürlich nicht von Ungefähr. Waren sie doch redliche und gerechte Menschen. Friedfertig und versuchten im Einklang mit der Natur zu leben. Nicht so, wie der Klerus der römischen Kirche, der auf Kosten der einfachen Bevölkerung sehr gut lebte. Eines dieser Geschäftsmodelle war der Ablaßhandel. Dazu gesellte sich das Einbehalten der Habe eines jeden „Ketzers“. Unter ihnen diverse Adelige, Ritter und Beamte. So kam der Vatikan zu Burgen, Schlösser und großen Landflächen, die nach eigenem Ermessen als Lehen vergeben wurden. Aber trotz aller Verfolgung, Folter und Tod, konnte der verderbte Vatikan und seine Abgesandten, die Lehre der Reinen nicht unterdrücken. Und so wurde ein Kreuzzug gepredigt, der einem friedlich Volk und dem wahren Glauben den Todesstoß versetzen sollte. Im Namen des Herrn und der gepredigten Nächstenliebe, wurden ganze Städte entvölkert. „Tötet sie alle! Der Herr erkennt die seinen!“ Unter diesem Schlachtruf wurden Alte und Junge, Frauen und Kinder zu Tode befördert. Denn es ist scheinbar gottgefällig, wenn man Menschen tötet, die sich erdreisten, etwas anderes zu denken und zu glauben(...)

Die Inquisition, mit Folterbank und lohenden Scheiterhaufen, ist vorbei. Nicht so aber die Institution an sich. Im neuen Gewand erscheint sie, und mit neuem Namen. Sektenbeauftragte(...)

Bis heute versucht der Vatikan seine früheren Gräuel zu verharmlosen oder totzuschweigen, so wie die neueren unter den Tisch zu kehren. Übergriffe gegen Kinder, Prunksucht wie in Limburg, Geldwäsche und sicher noch mehr. Selbst der Sklavenhandel fällt unter die Taten des Vatikans. Papst Nikolaus V legitimierte 1452 den Sklavenhandel mit der Bulle „Aus göttlicher Liebe zur Gemeinschaft“ Erst 1838, und einer der letzten Staaten, beendete er den Sklavenhandel in seinen Grenzen.

Jesus Christus wollte keine Kirchen, keine Heiligenverehrung und auch keinen „Vertreter Gottes“ auf Erden. Denn davon steht nichts geschrieben. Und er wollte auch keine Blut-, Brandopfer und keinen Totenkult. Und dies steht geschrieben! Und natürlich wäre er gegen die Sklaverei gewesen. Auch wenn das Mittelalter andere Ansichten pflegte, so hätte es doch gerade für die katholische Kirche ein Unding gewesen sein müssen, sich Leibeigene zu halten.

Trotz mancher Beteuerung von Seiten des Vatikan, hat sich bis in unsere Zeit nichts zum Besseren gewandelt. Viele Schriften, die sich an die wahre Lehre Christi anlehnen, wurden gestrichen, verbannt und verbrannt oder fielen der Zensur zum Opfer.

Der Vatikan ist einer der größten Grundbesitzer überhaupt. Nach Recherchen soll ihm in Deutschland 800.000 Hektar Landfläche gehören. In den USA sind es 1,2 Millionen Hektar und in Rom gehört ihm jedes fünfte Haus. Darunter etwa 2000 Paläste. Auch in Österreich gehören 57 Prozent des Landgrundes dem klösterlichen Klerus. Und dieser machte auch vor Urkundenfälschung nicht halt und ergaunerte sich so Grundbesitz. Der Mönch Geron erleichterte auf dem Sterbelager sein Gewissen und gab zu, daß er ganz Frankreich durchzogen habe, um gefälschte Urkunden zu erstellen, die dem Klerus scheinbare Schenkungen von Ländereien bescheinigte. Was hätte der Bauer, der meist nicht lesen oder schreiben konnte, dagegen aufzubringen? Die wohl größte Obszönität leistete sich aber Papst Stephan II, der gar behauptete, Konstantin habe ihm das ganze Abendland geschenkt. Die Jenigen, welche diese Schenkung als eine Fälschung ansahen, wurden kurzerhand zum Tode verurteilt. So etwa der Waldenserführer Friedrich Reiser.

Die katholische Kirche hat nichts von dem, was sie predigt. Sie ist weder gütig, noch ehrlich, noch hält sie etwas von Nächstenliebe oder Demut. Der Vatikan ist unermeßlich reich. Gold, Devisen, Aktien und Ländereien nennt er sein Eigen. Eine dieser Geldquellen war der Verkauf von Ämtern, auch Simonie genannt. Wer das nötige Kleingeld aufbrachte, konnte sich zum Beispiel den Titel eines Erzbischofs erkaufen. Für den stolzen Preis von 79.000 Golddukaten. Sogar der Heilige Stuhl wurde dem Höchstbietenden zugesprochen. Durch Geldspenden, Überlassung von Land und Schlössern, konnte man sich die Stimmen beim Konklave erkaufen. Im Falle von Papst Alexander VI /Rodrigo Borgia), wurde auch eine Nacht mit seiner 12 jährigen Tochter, für eine Stimme zur Papstwahl vereinbart. Ein schändliches Sittenbild also, das wohl nie hätte an die Öffentlichkeit dringen sollen. Das heutige Vermögen des Kirchenstaats ist kaum zu benennen und trotzdem erdreistet er sich, das einfache Volk zu Spenden für Afrika aufzurufen, wo er doch selber die Mittel hätte, die gepredigte Nächstenliebe zu vollziehen.

Religion ist lediglich ein weltliches Machtwerkzeug und hat nichts mit christlichem Glauben zu tun. Trotz aller Verfolgung ist es dem Vatikan nicht gelungen, den Geist der Katharer, der Reinen, der Parfait’s zu ersticken, und so keimt er erneut in moderner Zeit.