Pro  memoria Abraxas


Geist, Philosophie, Magie und Zweck

"Abraxas" wirkt auf manche kluge und gebildete Menschen wie ein Zauberwort, als welches es einst als „Agrakadabra" von den Arabern auch angesehen wurde. Ein Zauberwort ist es freilich nicht, wenn auch ein gewisser Zauber von alledem ausgehen kann. Abraxas ist ein Begriff, der in verschiedenen Kontexten auftaucht, vor allem in der Gnosis und in der Esoterik. In der gnostischen Tradition wird Abraxas oft als eine göttliche Wesenheit oder als Symbol für das Universum und die Vereinigung von Gegensätzen gesehen. Der Name Abraxas wurde auch in magischen und mystischen Texten verwendet und steht manchmal für eine umfassende Kraft des Zeitlichen.

Die Darstellung wir oft mit einem menschlichen Körper, einem Adlerkopf und einer Schlange dargestellt, was die Verbindung zu verschiedenen Elementen und Kräften symbolisiert.

Ein Schwergewicht hat auf dem Abraxas-Bereich bei uns aber bisher nicht gelegen, und das hatte Gründe, auf die wir schon hingewiesen haben, nämlich insbesondere die Komplexität all dessen, in welche einzudringen mühsam ist und viel Zeit erfordert, zumal diesbezügliche Zeitschranken uns manchmal sogar in eine Art Konfabulation, also etwaige Erinnerungslücken versetzen können. Doch auch eine Anamnesislehre, die Lehre der Wiedererinnerung kann sich einstellen. also eine pränatal

Es ist eine Komplexität, die auf die Auswirkungen von zeitlichen Begrenzungen auf unser Gedächtnis und unsere Erinnerungen abzielen kann.

Was können wir überhaupt daraus ersehen oder verstehen? Gibt's da noch was? Haben wir auch pränatales, also ein vorgeburtliches Wissen mitgebracht? Wir finden solches selbst bei Sokrates.

Bestimmte einmalige, historische Ereignisse, die an einem spezifischen Ort und zu einer bestimmten Zeit stattgefunden haben, können nicht exakt so an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit ident wiederholt werden, sondern haben hauptsächlich einen traditionellen Charakter.

Der Kern der Aussage liegt darin, daß ein Zweck, der an einen bestimmten Zeitpunkt oder eine bestimmte Zeitspanne gebunden ist und dessen Erfüllung das Eintreten eines bestimmten Ereignisses oder Zustands innerhalb dieser Zeit vorsieht, nach Ablauf dieser Zeit oder nach Erreichen des Ziels nicht wiederholt werden kann.

Ist es schlicht ein Teil einer menschlichen Hybris, eine Art, invasiver Maßnahmen, die uns das erleben läßt?

Die Aussage, daß eine Selbstüberschätzung uns dies erleben läßt, enthält eine starke und bedenkenswerte Wahrheit. Die menschliche Neigung zur Überheblichkeit und Maßlosigkeit spielt zweifellos eine bedeutende Rolle bei vielen der Probleme, mit denen wir konfrontiert sind. Es ist eine Mahnung zur Bescheidenheit, zur Achtsamkeit gegenüber den Grenzen der Natur und unserer eigenen Fähigkeiten sowie zur ethischen Reflexion unseres Handelns. Ob es schlicht die Hybris ist, mag diskutabel sein, aber ihre Bedeutung als einflussreicher Faktor ist hier kaum zu leugnen.
Zu dem kommen noch die Regeln eines Sexagesimalsystems in der Assyriologie. Immerhin ist es die älteste bekannte Schriftsprache mit ihrem isolierten Keilschriftzeichen, die ca. um 1800 v. Chr. auch wieder verschwand.

Der Schlüssel für die Pforte zu allen Zeitlichkeiten ist genannt: ABRAXAS; und der Schlüssel zur den Pforten aller Räume heißt: MaKaARa. Beides ist den Wegen und Werken zum wahrhaftigen Zweck nützlich. Dies sind die hohen Arcane, die auch für die Vollendung des Werks der großen Figura nötig sind. An erster Stelle soll nun alles Wichtige zum Geheimnis der Zeit und der Zeiten gesagt sein, und damit also über das Arcanum Abraxum. Zuerst ist hier nun zu beachten und in vollem Sinn zu verstehen, daß nicht eine Zeit allein besteht und dahinläuft, welche immer und überall allein Gültigkeit hätte, denn so verhält es sich damit nicht. Vielmehr gibt es vier ganz voneinander verschiedene Zeiten; und es ist von hoher Bedeutsamkeit, diese alle zu kennen und zu unterscheiden. Das Wort, welches das Wirken mit den verschiedenen Zeitenheiten bezeichnet, dieses heißt: ABRAXAS. Die Sarazenen sprechen es auch: Abrakadabra, doch diese verstehen nicht, was es bedeutet. Es kommt von den alten Persern her, von deren Zauberleuten, die Mogani genannt worden sind, wovon auch das Wort Magie abstammt. So sind es wohl die Perser gewesen, und vor diesen anfänglich, wie die Perser selbst erzählen, ihre Urahnen aus dem weit entfernten Land Arya-Varta, was übersetzt heißt: Der Edlen Warte, welches seit späterer Zeit auch Indien geheißen wird und von wann all dies wohl hergekommen sein mag, jedoch vor sehr langer Zeit, und die Weisen von da sind alle schon längst samt und sonders in das Jenseits hinübergegangen.

Abraxas gilt also als die Magie der Zeit (Maka’ara dagegen als Magie des Raums), und Abraxas wird auch mit der magischen Idee der „Figura" in Verbindung gebracht.

Viele Kenner/innen der Thematik gehen ohnehin davon aus, daß Abraxas für die Templer ein Baphometisches Zeichen gewesen ist. Damit würde Abraxas auch mit dem Sternbild Crater/Becher in Verbindung zu sehen sein, nach altem Glauben dem Sitz der Gottkraft im diesseitigen Kosmos, resp. jene Stelle im Kosmos, an welcher das göttliche Licht (Ilu) vom Jenseits ins Diesseits dringt, jene Quelle, die auch die jenseitige unsichtbare (schwarze) Sonne genannt wird. Auf diese einzuwirken, sollte ja die hauptsächliche Funktion der Magna Figura mit dem Faktor Zeit sein.