Das Leben im Himmelreich
Sämtliche zweieinige Wesen gelangten, noch bevor sie das Leben von Gott erhielten, durch die Anziehungskräfte der himmlischen Welten dorthin – und zwar alle zugleich. Du mußt dir das wie einen großen Regen vorstellen, wobei ein jedes Samenkorn einem Regentropfen vergleichbar ist.
Unmittelbar nach ihrer Ankunft in Seinem Reich schenkte Gott ihnen das Leben. Nun waren sie ebenfalls dreieinig und bestanden wie Er aus WESEN, GEIST und LEBEN.
Das Leben dauert ewig und kann keinem der Wesen jemals wieder genommen werden. Auch nach dem Verlassen der Erde ist es nur scheinbar zu Ende; wir leben auch danach weiter! Die dreieinigen Wesen, – also die Wesen mit einem erkenntnisfähigen Geist, wie du eines bist – die Tiere und die Pflanzen, wurden von den wunderbaren Kräften des Reiches Gottes durchdrungen. Dadurch wuchsen die winzigen Samenkörner und entwickelten sich zu der Gestalt und Größe, die – wie ihre Eigenschaften und Anlagen – in ihnen seit Ewigkeit vorhanden waren. Neben dem Körper, der, weil sie nun alle im Reiche Gottes lebten, ein himmlischer war, entwickelte sich auch das Bewußtsein, natürlich je nach der geistigen Beschaffenheit eines jeden Wesens.
Auch war es – wie jetzt auf der Erde – notwendig, feste und flüssige Nahrung einzunehmen, um den Körper zu verdichten und zu stärken, und auch das Atmen war notwendig. Das gilt natürlich auch heute und in alle Ewigkeit für das Leben in den Welten des Reiches Gottes. Im Unterschied zur irdischen ist die
himmlische Nahrung aber so schlackenlos und rein, daß kein Stoffwechsel nötig ist und sie keine schädlichen Auswirkungen auf den himmlischen Körper hat. Gott hatte in Seiner großen Weisheit und Güte
Nahrung für alle ankommenden Wesen vorbereitet: die Wesen des himmlischen Pflanzenreiches nahmen und nehmen sie aus dem Boden, wie sie es auch hier auf der Erde tun; die Wesen des himmlischen Tierreiches fanden und finden ihnen entsprechende Vorratsstellen; die Wesen erkenntnisfähigen Geistes – wie du – ernährten und ernähren sich im Himmelreich von den Bäumen des Lebens und von den Wassern des Lebens.
Die Bäume des Lebens sind eine ganz besondere Pflanzenart, also auch Lebewesen, die durch die Kraft Gottes köstliche Nahrung ganz verschiedener Art hervorbringen. Sie ist so vielfältig und wohlschmeckend, daß wir uns in aller Ewigkeit daran nicht satt essen können. Die Wasser des Lebens sind keine Lebewesen. Es sind Ströme einer von Gott geschaffenen und nie versiegenden flüssigen Nahrung. Fast scheint es so, als hätte die irdische Wunschvorstellung vom „Schlaraffenland“ – du kennst ganz bestimmt dieses Märchen – irgendwie entfernt mit unserem seinerzeitigen Leben im Himmelreich zu tun, wo auch in wunderbarer Weise für alles gesorgt ist.
Ein anderer Traum der Menschheit, die ewige Jugend, ist in den Welten des Reiches Gottes ebenfalls Wirklichkeit. Durch die reine himmlische Nahrung kennt der Körper keine Krankheiten und Schmerzen und bleibt ewig jung. Auch unser Traum vom Fliegen scheint eine unbewußte Rückerinnerung an unser seliges Leben im Himmelreich zu sein. Dort kann man natürlich gehen, wie es hier auf der Erde der Fall ist, man kann sich aber auch durch die bloße Kraft des Willens fortbewegen, wie wir es hier nur in Gedanken und Träumen tun können.
Um nicht immer von den Wesen mit erkenntnisfähigem Geist sprechen zu müssen (den die Tiere und Pflanzen im Gegensatz zu ihnen nicht haben, ihr Geist ist nicht erkenntnisfähig), wollen wir diese Wesen mit ihrem eigentlichen Namen bezeichnen: es sind die Engel. Denen unter ihnen, die wegen ihrer großen Fähigkeiten Gott am ähnlichsten sind, gibt man auch den Namen Großengel. Du warst also, sobald du im Reiche Gottes angekommen warst und Sein Lebensgeschenk erhalten hattest, ein Engel wie alle anderen Wesen mit erkenntnisfähigem Geist!
Aus allem Gesagten ersiehst du bereits, wie sorgen- und beschwerdefrei das Leben im Himmel war und ist! Dort kann sich auch ein jeder nach seinen Vorlieben und Begabungen beschäftigen und geistig oder manuell (also mit seinen Händen) die wunderschönsten und kunstvollsten Dinge schaffen zur gegen-seitigen Freude und natürlich und vor allem zur Freude Gottes.
Daß es nur ein Schaffen im Positiven, im Guten gibt, versteht sich ja von selbst; aber auch das Feiern stellt alles das, was man auf der Erde darunter versteht, völlig in den Schatten. Im Himmel ist eben alles vollkommen und makellos!
Natürlich können die Engel die Gedanken voneinander lesen, ihr wichtigstes Verständigungsmittel ist aber – wie auf der Erde – die Sprache, allerdings die Himmelssprache.
Nach unserem Eintreffen im Reiche Gottes war Gott es, Der zuerst sprach und damit in uns Engeln das Verständnis für die Sprache erst weckte. Die Veranlagung dazu war in uns aber seit Ewigkeit vorhanden, und mit Gott als unserem Lehrmeister dauerte es nicht lange, bis wir die Himmelssprache erlernten. Unser erstes gesprochenes Wort war „Gott“, was in der Himmelssprache „AMEN“ lautet. Im übrigen gehen alle irdischen Sprachen auf die Himmelssprache zurück.