002.Einleitung

An das Bundesverfassungsgericht
Rintheimer Querallee 11
76131 Karlsruhe

29.06.2012

Verfassungsbeschwerden gegen die Zustimmungsgesetze zum Fiskalpakt, zur „kleinen Vertragsänderung“ (Art. 136 Abs. 3 AEUV), zum Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) sowie das ESMFinG, das Gesetz zur Änderung des Bundesschuldenwesengesetzes und  gegen das StabMechG

Sarah Luzia Hassel-Reusing
Thorner Str. 7
42283 Wuppertal
0202 / 2502621
Antragstellerin

gegen den Deutschen Bundestag, vertreten durch den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Herrn Dr. Norbert Lammert, Platz der Republik 1, 11011 Berlin,
gegen den Bundesrat, vertreten durch seinen Vorsitzenden , Herrn Horst Seehofer, Leipziger Straße 3-4 , 10117 Berlin,
und die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesregierung, diese vertreten durch die Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, Bundeskanzleramt, Willy-Brandt Str. 1, 10557 Berlin, Antragsgegner

I. Anträge und Schweigepflichtentbindung

I.1 Anträge zum Zustimmungsgesetz (Drucksache 17/9046) zum Fiskalpakt,  zum Zustimmungsgesetz (Drucksache 17/9045) zum ESM und zum Zustimmungsgesetz zu Art. 136 Abs. 3 AEUV (Drucksache 17/9047)  sowie zum StabMechG (Drucksache 17/9145), zum ESM-Finanzierungsgesetz (Drucksache 17/9048) und zum Gesetz zur Änderung des Bundesschuldenwesengesetzes (Drucksache 17/9049)

1.Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass das Zustimmungsgesetz („Gesetz zu dem Vertrag vom 2. März 2012 über Stabilität, Koordinierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Währungsunion“ (Drucksache 17/9046) zum Fiskalpakt (in der neuesten der Beschwerdeführerin bekannten Fassung auch „VSKS-Vertrag“ genannt), und zu dessen (Zusatz-) Protokoll,  vom 20.03.2012 der Bundesrepublik Deutschland, welches der Deutsche Bundestag (Drucksache 17/9046) am 29.06.2012 verabschiedet hat, und dem der Bundesrat am 29.06.2012 zugestimmt hat (Drucksache 130/12), gegen das Grundgesetz verstößt, insbesondere gegen Art. 20 Abs. 1, 2 und 3 GG, Art. 2 GG, Art. 38 GG und Art. 79 Abs. 3 GG und die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG und Art. 38 GG sowie (i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG, Art. 25 GG und Art. 38 GG) in den in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt) verletzt.

2.Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass das Zustimmungsgesetz („Gesetz zu dem Vertrag vom 2. Februar 2012 zur Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus“) (Drucksache 17/9045) zum ESM vom 20.03.2012 der Bundesrepublik Deutschland, welches der Deutsche Bundestag (Drucksache 17/9045) am 29.06.2012 verabschiedet hat, und dem der Bundesrat am 29.06.2012 zugestimmt hat (Drucksache 165/12), gegen das Grundgesetz verstößt, insbesondere gegen Art. 20 Abs. 1, 2 und 3 GG, Art. 2 GG, Art. 38 GG und Art. 79 Abs. 3 GG und die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG und Art. 38 GG sowie (i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG, Art. 25 GG und Art. 38 GG) in den in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen  (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt) verletzt.

3.Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass das Zustimmungsgesetz (Drucksache 17/9047) zu Art. 136 Abs. 3 AEUV („Gesetz zu dem Beschluss des Europäischen Rats vom 25. März 2011 zur Änderung des Artikels 136 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union hinsichtlich eines Stabilitätsmechanismus für die Mitgliedsstaaten, deren Währung der Euro ist“) vom  20.03.2012 der Bundesrepublik Deutschland, welches der Deutsche Bundestag (Drucksache 17/9047) am 29.06.2012 verabschiedet hat, und dem der Bundesrat am 29.06.2012 zugestimmt hat (Drucksache 164/12), gegen das Grundgesetz verstößt, insbesondere gegen Art. 20 Abs. 1, 2 und 3 GG, Art. 2 GG, Art. 38 GG und Art. 79 Abs. 3 GG und die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG und Art. 38 GG sowie (i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG, Art. 25 GG und Art. 38 GG) in den in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt) verletzt.

4.  a)Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass das Gesetz zur Änderung des StabMechG vom 27.03.2012 der Bundesrepublik Deutschland, welches der Deutsche Bundestag (Drucksache 17/9145) am 27.04.2012 verabschiedet hat, welches am 23.05.2012 im Bundesgesetzblatt verkündet worden ist (BGBl I 2012, 1166) und am 24.05.2012 in Kraft getreten ist, gegen das Grundgesetz verstößt, insbesondere gegen Art. 20 Abs. 1, 2 und 3 GG, Art. 2 GG, Art. 38 GG und Art. 79 Abs. 3 GG und die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG und Art. 38 GG sowie (i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG, Art. 25 GG und Art. 38 GG) in den in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen  (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt) verletzt.                                                                                      b)Außerdem beantrage ich, dass Deutschland darum ab dem 01.07.2013 keine Bürgschaften mehr im Rahmen der EFSF geben darf, und dass die Gesamtsumme von Deutschlands Bürg-schaften im Rahmen der EFSF vom Bundesverfassungsgericht gedeckelt wird auf den nach dem StabMechG in seiner am 22.05.2010 verkündeten ursprünglichen Fassung zulässigen und vom Bundesverfassungsgericht mit Urteil vom 07.09.2011 als noch verfassungsgemäß befundenen Höhe.

5.Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass das ESM-Finanzierungsgesetz („Gesetz zur finanziellen Beteiligung am Europäischen Stabilitätsmechanismus“ (Drucksache 17/9048)  vom 20.03. 2012 der Bundesrepublik Deutschland, welches der Deutsche Bundestag (Drucksache 17/9048) am 29.06.2012 verabschiedet hat, und dem der Bundesrat am 29.06.2012 zugestimmt hat (Drucksache 166/12), gegen das Grundgesetz verstößt, insbesondere gegen Art. 20 Abs. 1, 2 und 3 GG, Art. 2 GG, Art. 38 GG und Art. 79 Abs. 3 GG und die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG und Art. 38 GG sowie (i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG, Art. 25 GG und Art. 38 GG) in den in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen  (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt) verletzt.

6.Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass das Gesetz zur Änderung des Bundesschuldenwesengesetzes  (Drucksache 17/9049) vom 20.03.2012 der Bundesrepublik Deutschland, welches der Deutsche Bundestag (Drucksache 17/9049) am 29.06.2012 verabschiedet hat, und dem der Bundesrat am 29.06.2012 zugestimmt hat (Drucksache 167/12), gegen das Grundgesetz verstößt, insbesondere gegen Art. 20 Abs. 1, 2 und 3 GG, Art. 2 GG, Art. 38 GG und Art. 79 Abs. 3 GG und die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG und Art. 38 GG sowie (i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG, Art. 25 GG und Art. 38 GG) in den in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen  (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt) verletzt.

7.Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass Deutschland verpflichtet ist auf Grund des grundrechtsgleichen Wahlrechts (Art. 38 GG), i. V. m. dem Staatsauftrag europäische Integration (Art. 23 GG), den Strukturprinzipien des Grundgesetzes (Art. 1 Abs. 2+3 GG, Art. 20 Abs. 1-3 GG), der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (Art. 18 GG) sowie mit den Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG, und schließlich (jeweils zusätzlich i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG,  Art. 25 GG und Art. 38 GG) mit den  in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen  (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt) , innerhalb einer vom Bundesverfassungsgericht im Urteil zu setzenden Frist eine Volksabstimmung über den Euro-Austritt durchzuführen. Hilfsweise beantrage ich, festzustellen, dass Deutschland zum Austritt aus dem Euro verpflichtet ist.

8.Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass alle Änderungen des EU-Primärrechts,  alle von den Staaten der Europäischen Union oder der Eurozone getroffenen intergouvernementalen Vereinbarungen einschließlich solcher im Raum der erweiterten Zusammenarbeit, alle EU-Richtlinien, alle EU-Verordnungen (incl. insbesondere aller EU-Verordnungen zur Errichtung der EU-Wirtschaftsregierung) und alle sanktionsbewehrten EU-Empfehlungen und sanktionsbewehrten EU-Meinungen zusätzlich jeweils einer Volksabstimmung unterworfen werden müssen, zum Schutz des grundrechtsgleichen Wahlrechts (Art. 38 GG), i. V. m. dem Staatsauftrag euro-päische Integration (Art. 23 GG), den Strukturprinzipien des Grundgesetzes (Art. 1 Abs. 2+3 GG, Art. 20 Abs. 1-3 GG), der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (Art. 18 GG) sowie mit den Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG, und schließlich (jeweils zusätzlich i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG,  Art. 25 GG und Art. 38 GG) mit den  in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen  (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt).

9.Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass zu allen der EU und der Eurozone in ihrem Primärrecht eingeräumten Kompetenzen durch Volksbegehren die Nachreichung völkerrechtlicher Vorbehalte, die Aussetzung und die Nichtigerklärung möglich sind, und den Gesetzgeber zur Schaffung eines entsprechenden Gesetzes zu verpflichten, zum Schutz des grundrechtsgleichen Wahlrechts (Art. 38 GG), i. V. m. dem Staatsauftrag europäische Integration (Art. 23 GG), den Strukturprinzipien des Grundgesetzes (Art. 1 Abs. 2+3 GG, Art. 20 Abs. 1-3 GG), der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (Art. 18 GG) sowie mit den Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG, und schließlich (jeweils zusätzlich i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG,  Art. 25 GG und Art. 38 GG) mit den  in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt).

10.Hiermit beantrage ich, festzustellen, dass alle Grundgesetzänderungen  zusätzlich jeweils einer Volksabstimmung unterworfen werden müssen, zum Schutz des grundrechtsgleichen Wahlrechts (Art. 38 GG), i. V. m. dem Staatsauftrag europäische Integration (Art. 23 GG), den Strukturprinzipien des Grundgesetzes (Art. 1 Abs. 2+3 GG, Art. 20 Abs. 1-3 GG), der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (Art. 18 GG) sowie mit den Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten aus Art. 1 GG, Art. 2 GG, Art. 3 GG, Art. 5 GG, Art. 8 GG, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 33 GG, und schließlich (jeweils zusätzlich i. V. m. Art. 1 Abs. 1+2 GG,  Art. 25 GG und Art. 38 GG) mit den  in diesen Verfassungsbeschwerden ausdrücklich zitierten Menschenrechten der Vereinten Nationen  (Art. 9, Art. 11 und Art. 12 UNO-Sozialpakt).

Fortsetzung: https://sites.google.com/site/euradevormwald/02-esm/003-muendlich


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