Tag 9 - Freitag 20.8. "Hallo Dienstmann"

ding-dong-ding-dong, der wecker bimmelt und es ist 6 uhr, seufz.
urlaub und um diese zeit aufstehen, naja, aber wir wollen ja rechtzeitig den zug erreichen und wieder heimkommen.
schon am vortag wurde alles "vorgepackt" und somit ist zeit in ruhe aufzustehen. wir hassen hektik.
sodala, munter werden und den rest packen und gegen 7 uhr das zimmer verlassen.

es ist super ruhig draussen, kein gewusel in den strassen. wir packen unsere räder und quer durch die innenstadt geht es richtung bahnhof. vorbei an unserem geliebten, aber zur zeit leider noch geschlossenem *seufz*, eis-stamm-beisel erreichen wir in null komma nix den bahnhof porte nuova. zuerst auf den richtigen bahnsteig und mal alles auf einer bank untergebracht. 
ich besorg uns 2 leckere prociutto-weckerl, 2 marmelade-croissants und o-saft in form von fanta fürs frühstückal.
sit and wait, bis endlich unser zug auf der anzeigentafel erscheint.

ich bin wieder mal nervös, weil die räder müssen im wagen 258 verstaut werden und wir sitzen im wagen 255. und aus erfahrung hab ich gelernt, dass 15 minuten nicht grad viel sind, um das alles zu bewältigen. zuerst wollen alle raus, dann alle rein, die keine reservierung haben und ich muss dann noch mit den rädern rein und diese in einem kleinen und engen bereich des waggons senkrecht aufhängen.
uschis rad ist recht rasch verstaut und somit schick ich mal meine bessere hälfte mit dem gepäck in den zug. jetzt fehlt nur mehr mein rad. also ans andere ende des waggons und die steilen stufen rauf mit dem rad und rein ins großraumabteil. na super, da  hängt schon ein rad. ich frage, den herrn direkt am sitz daneben, ob das ihm gehört. er bejaht und ich bitte ihn, es zu entfernen, da dies mein platz sei, den ich vorreserviert hatte. er weigert sich. ich frage ihn, ob er reserviert hat, und er weicht immer wieder aus. ich sage zum x-ten mal, dass das mein platz sei und fasse nur kurz sein rad an, um es weghängen zu wollen. 
er wird hysterisch und brüllt mich an, ich soll das lassen. ich wieder "haben sie reserviert!!??", er weicht wieder aus und will meine reservierung sehen. ich sage ihm diese ist im rucksack beim gepäck. er weigert sich strickt weiter sein rad wegzunehmen.
ich koche schon innerlich vor wut (kein wunder, oder?). uschi nachlaufen, die reservierung aus dem rucksack schnappen und zurück zu meinem rad und den zettel dem "a..." unter die nase haltend. erst jetzt ist er bereit, sein rad zu entfernen. ich plage mich das meine in die senkrechte zu bringen. kein entschuldigen, oder so von dem "heini", eh klor. ich schnauze ihm über die schulter noch zu "wenn sie sich an meinem rad vergreifen, dann schnalz ich ihnen eine, da könnens sicher sein!!!".
ich hasse solche situationen, grrrrrrrrr.

ok, wieder runter kommen und ab in den wagen 255. dort hat uschi schon alles verstaut und ich geh mich mal abkühlen auf die toilette. wir sitzen wie immer am fenster uns gegenüber. daneben sitzt ein älteres ehepaar aus südafrika. wir unterhalten uns, so gut es  geht, ein wenig auf englisch. sie waren auf eine schiffsreise und sind jetzt unterwegs nach münchen, wo sie dann zum flughafen weiter müssen. ich schnapp mir das netbook und google gleich mal (mit inet like-home von 3 ja kein problem *gg*), welche linien, in welchen abständen von bahnhof zum flughafen verkehren. über diese info sind die beiden uuurerfreut und so kommen wir weiter ins gespräch. wir plaudern über dies und das und kaum drängt sich eine frage auf, mr. google weiss die antwort *hihi* so vergeht die zeit gleich wie im fluge und schon sind wir am brenner und kurze zeit später is auch innsbruck nimma weit.

neue taktig beim austeigen: wir beide gehen mit gepäck bis zu einem der räder und warten dort bis der zug hält. wir steigen mit  dem gepäck aus, ich gleich wieder rein (so gut das geht, weil ja alle raus wollen) und versuche das erste rad aus dem waggon zu bekommen. das ist gottseidank bald geschafft und dann rüber auf die andere seite des wagens und beim zweiten rad das schloss entfernen (ich hänge beide räder extra nochmals mit einem eigenen schloss an die aufhängevorrichtung, sicher ist sicher) und es  2 steilen stufen runter zum bahnsteig heben. nochmals alles kontrolliert, ob der "a..." eh nix verstellt hat. aber ist eh alles ok.

sodala, jetzt mal bahnsteigwechsel. dort sind alle bankal leider besetzt, somit muss ein geländer als abstell- und sitzplatz reichen. uschi verschwindet im untergrund :-) und besorgt uns mittagessen in form von 2 megaleckeren belegten schinken-weckerln und 2, sabber , schoko-vanille-kipferln.

die zeit schreitet dahin und unser zug nach wien fährt ein. wieder die gleiche taktik wie beim letzten mal und ab mit gepäck und den rädern in den zug (diesmal sind die räder zum glück im nebenwaggon). auch hier waren die plätz wieder mit gepäck  erstellt, aber das bin ich ja mittlerweile gewöhnt. ein kurzes fragen, keine antwort, also alles in den mittelgang gestellt, mir egal, ob das wem passt und die räder an den haken, wie der fisch an der angel.
ab ins abteil, zu unseren fensterplätzen (unsere reservierte plätze) und durchschnaufen.
uschi erzählt mir, dass mitten im abteil ein kinderwagen gestanden ist. sie war aber gottseidank so energisch (wohl was abgeguckt von mir *hihi*), sodass schon vor eintreffen meinerseits dieser "babytransporter" am gang seinen platz finden musste.
die 4 stunden bis wien sind auch diesmal rasch vergangen, da wir genug futter (noch 2 von uschi noch in innsbruck besorgte leckerer salami-weckerln) und getränke zur verfügung hatten. auch die landschaft war superschön anzusehen und ich kramte wieder das netbook aus dem rucksack und begann weiter tagebuch zu führen. 
10 minuten vor hütteldorf schnappte ich meine radhose, suchte mir eine freie toilette und zog mich für die letzte etappe unserer tour in aller ruhe um. da uschi mit unterhose fährt, braucht sie das abteil fürs umziehen nicht verlassen.

anderer bahnhof, gleiche ausstiegstaktik. hat super geklappt und auch eine frei bank gefunden.
alles montiert und wieder eingestellt (musste meinen lenker ein wenig verstellen, weil sonst hätte mein rad nicht auf dem "zwutschki" abstellplatz hingepasst). 
ferry, der mann von uschis mama, brachte uns 1 flasche wasser, 4 blink-armbänder und radlichter für unsere nächtliche heimfahrt.
nachdem diese auf den rädern montiert waren, gings den schildern entlang bis zum südbahnhof.
dort dann die schlachthausgasse runter und ab auf den radweg neben dem donaukanal.
als wir dann endlich ein wenig aus wien draussen waren, ein erster stopp. finster war es schon geworden und so banden wir uns je 2 blinkarmbänder um unsere oberarme und drehten unsere lichter auf.
pooaaaa, mein funkelnagelneues akku-scheinwerfer-radlicht, ein gedicht. da glaubst wirklich da fährt ein auto neben dir, so stark ist das.
also ganz raus aus wien, durch durch mannswörth und auf der neuner bis fischamend. dort eine kleine rast und zusammen 1l gatorade geschlempert. ist anstrengend, das nachtfahren, macht aber uuuuurspass (zumindest mir *gg*).
über die alte strasse raus aus fischamend (da haben wir ein kompliment eines kleinen mädels gekriegt: "papa, ich hab noch nie radfahrer gesehen, die soooo beleuchtet waren" - stellt euch 2 rot blinkende christbäume auf fahrrädern vor, dann habt ihr das bild auch vor augen *hihi*) und weiter auf der strasse über arbesthal und göttlesbrunn bis nach bruck.

22:35 und wir sind wieder zu hause, juhuuuuuuuuuuu. 
duschen, auspacken, nudeln kochen, futtern und wahrlich hundemüüüüde ab ins bett.

ein laaaaaaaaanger letzter tag unserer wirklich wunderschööönen radreise!
*schnaaaaaaarch*

gise + uschi

Bilder des Tages.   Strecke/Statisik des Tages. 
Tages-Statistik:
  • Abfahrt 19:05 von Wien
  • 2:53 h netto 
  • 47 km
  • 16 km/h Ø
  • 97 Höhenmeter ↑
  • Ankunft 22:35 in Bruck an der Leitha
Gesamt-Statistik:
  • 30:49 h netto
  • 521,5 km
  • 1.543 Höhenmeter ↑