Tag 5 - Montag 16.8. "Hurra wir leben noch"

nach einem durchschnittlichen frühstück zu vormittäglicher stunde gings um 11.15 wieder raus aus venedig.
leider ohne touraufzeichnung *snief*, da ja der garmin seinen geist aufgegeben hatte. 
im voraus denkend, hab ich natürlich noch einen zweiten radcomputer mitgenommen. leider nur ein ganz "normaler" ohne gps. aber dieser reicht, um zumindest die grunddaten (km, nettozeit, höhenmeter, ...) weiterführen zu können. 

wieder über 2 brücken bis zum busbahnhof das rad heben/schieben und von dort dann auf der "tangente" zurück nach mestre. haaalt, da war doch noch was? aja, bitte herzkranke und leicht schreckhafte personen (inkl. unserer mütter) die folgenden absätze überspringen!

also nochmals zum busbahnhof zurück. es ist montag und der berufsverkehr ist schrecklich!!
wir suchen den fuss- und radweg rüber nach mestre. absolut nix angeschrieben. bevor wir dann auf der 4-spurigen "tangente" landen, eine entscheidung, die noch folgen haben sollte. wir nehmen den radweg auf der LINKEN seite, den wir hereingefahren sind. alles super alles paletti.
drüben auf der anderen seite angekommen ein schreck. ojjee, es gibt keinen weg drüber über die tangente. zwei spuren, permanenter verkehr. jetzt die zweite falsche entscheidung; wir gehen neben der leitplanke weiter. es gibt da schon einen trampelpfad. also sind wir nicht die ersten, die diesen weg wählen.
guten mutes geht es voran. "ratsch", ich bleib mit meiner rechten satteltasche bei einem der leitplankenpfeiler hängen (der weg ist sehr schmal) und eine der beiden aufhängungen reisst ab. heul. jetzt geht das chaos schon in der früh los, nein, büüttääää nicht. ok, cool bleiben, ich hab ja ersatz-spanngurte mit und fixiere so mal fürs erste die rechte satteltasche. wir gehen weiter. es wird enger und plötzlich steht wasser (meerwasser) neben unserem trampelpfad durchs dickicht. es geht einfach nimma weiter, keine chance!!!
wir müssen aber weiter. es folgt eine verdammt riskante, aber richtige entscheidung. mit den rädern gegen die fahrtrichtung über die leitplanke. es gibt keinen sicherheitsstreifen!!!
natürlich zuerst die hälfte der satteltaschen runter vom rad, denn sonst ist es zu schwer es rüberzuheben.uschi weigert sich strikt die fahrbahn zu betreten (ist ihr nicht zu verdenken, aber es muss sein). meinerseits ein "liebvolles" aber energisches "jetzt steig schon endlich drüber". es geht doch :-)
endlich drüben mit den rädern, alle zeigen uns den vogel und hupen wie verrückt. verständlich aber, wie schon erwähnt, es geht nicht anders!!

stellt euch vor mit den fahrrädern verkehrt zur fahrtrichtung auf der tangente in wien stehend, umdrehen und rüber müssend auf die andere seite über 2 sehr stark befahrene spuren.
 
nach langer wartezeit und einer klitzekleinen lücke, die räder gedreht und aufsitzen. nach einer weiteren weile endlich fahrend und dann in der kurve handzeichen gebend auf die überholspur (da wir ja rüber müssen).
dort endlich angekommen, an der leitplanke "pickend" wieder satteltaschen abmontieren, räder rüberheben und dann endlich am mittelstreifen angelangt. gottseidank ist der so breit, dass wir mal verschnaufen können, 5-faches uff.

jetzt gehts an reparieren. werkzeug ist ja vorhanden, auf dem "grindigen" boden sitzend, die aufhängung der tasche wieder soweit hinkriegen, dass sie von selber hängt; es klappt. der spanngurt bleibt als unterstützung.

was solls, wir müssen weiter. es ist schon eins und wir haben erst 7 km geschafft.
also rüber zur ersten spur der tangente stadtauswärts (diesmal etwas leichter, da keine leitplanke vorhanden).
endlich in mestre angelangt, finden wir zum glück auch noch einen viel kürzeren weg durch diese industriestadt hindurch. dieser geht zwar nicht mitten durch das zentrum, aber dafür schnürlgrad am zentrum vorbei und stößt am ende auf die route, auf der wir nach mestre hineingefahren sind.
auf dieser durchfahrtsstrasse findet sich noch ein offener “greissler” (über mittags sind die geschäfte in italien normalerweise geschlossen) , bei dem uschi uns wieder mit 2 wurstsemmaln (1x normal und 1x mit vollkorn (ganz was neues in italien :-))) und 4 flaschen gatorade (davon 2 gleich auf der stelle geleert) eindeckt.
wie der zufall es will, ist die verkäuferin aus montebelluna (ziel unserer heutigen etappe) und uschi kriegt gleich eine genaue beschreibung der besten pizzeria dieses ortes mit auf den weg.

dank meiner ausdrucke ist auch die ausfahrt kein problem. diesmal geht es aber richtung treviso und so muss ich mich dann wieder auf die karteneigenen beschreibungen verlassen. naja, ihr wisst ja schon, dass die nicht grad die besten sind (diesmal ist der radweg rechts des flusses sile eingezeichnet, verläuft aber am linken flussufer).
so muss wieder mal mein richtungsgefühl herhalten und uns bis treviso bringen.

am weg dorthin durchfahren wir ein städtchen namens marocco. na so weit simma wohl nicht vom weg abgekommen, oder doch? :-))

ein jogger (oder doch eher ein läufer) quert unseren weg, als wir gerade wieder die karte studieren, wo es wohl lang gehen mag. ein kurzer stop seinerseits, ein paar freundliche worte und wir finden gemeinsam den richtigen weg. ein kurzes “arrivederci” beiderseits und weg ist er wieder.
nach einer kurzen trinkpause sitzen auch wir wieder am rad und wie der zufall es will, kreuzen wir des läufers “bahn” ein zweites mal. winke-winke und wir übeholen ihn (eh klor, wenn dem nicht so wäre, hätten wir eine grundsatzdiskussion über unseren konditionellen zustand führen müssen).
nach einiger zeit fahrt in der heissen frühnachmittagssonne entschliessen wir uns bei einem schattigen bankerl unsere 2 mittagspane zu verspeisen und die 2 restlichen isotonischen wässerchen unserem körper zu gönnen.
und wer glaubt´s kommt des weges gelaufen? “unser” jogger :-) wieder ein winke-winke und ein “buon appetito” seinerseits und weg war er wieder.

auch wenn der schattige platz noch so erholsam ist, wir müssen weiter.
endlich gegen 16 uhr erreichen wir dann treviso.
auf grund unseres zeitmangels gibt es diesmal nur sightseeing ohne abzusteigen. selbst die japaner würden uns für diesen speed beifall klatschen!

die ausfahrt aus dieser bezirksstadt ist gar nicht so einfach, aber auch diesmal lässt mich mein richtungsgefühl nicht im stich und wir meistern auch diese hürde.
jetzt geht es durch obst- und weingärten und über etliche kleine kanäle bis zu einem punkt, wo die karte sagt “fohr grod” -> “oba grod, nixda strada”. wieder mal ein dead-end.
ok, wir wenden uns der einzigen möglichkeit zu und folgen der strasse in linker richtung, wissend, dass dies die falsche richtung ist, aber die einzig mögliche (außer wieder zurück zu fahren).
na gut, wir werden schon irgendwo rauskommen, wo es dann wieder hinweisschilder gibt. dieser richtungswechel führt uns nach einigen kilometern zu einer hauptstrasse. sollen wir zurück, nööö, angesicht´s der späten stunde entscheiden wir uns für die leider stark befahrene strasse richtung montebelluna. noch kurzer zeit ein schild, noch 10km. ok, gute entscheidung.

dann glaub ich fast eine erscheinung zu haben *glänzende augen meinerseits*
der stammsitz der firma geox (wurde im vorfeld recherchiert, aber nie daran gedacht auch dort vorbeizukommen)  inkl. eines shops mit fabriksabverkauf. da muss ich rein, unbedingt!! (zur ergänzung ich liebe geox-schuhe, nur sind diese bei uns recht teuer). das lass ich mir nicht entgehen; zwar verschwitzt und im radgewand betrete ich den riesigen shop, aber es ist mir egal, dass der wachmann an der türe mich mit kritischem blicke mustert.
jetzt ist mir der zufall hold und ich finde genau das letzte paar 45-iger der schuhe, die ich in österreich verzweifelt gesucht hatte. egal, ob wenig, bis kein platz in meinen taschen ist, dieses paar wird gekauft :-)
freudestrahlend verlasse ich das geschäft (siehe foto). *griiiiiiiiiiiiiiiiiiins*
irgendwie krieg ich die beiden schuhe unter (schachtel bleibt im geschäft, eh klar).

spät is worden, fast 19 uhr schon.
ok wir müssen weiter, also rauf aufs rad und weiter auf der hauptstrasse richtung zentrum. das ist ja auf grund des wegweisers “centro” nicht so schwer zu finden :-)
jetzt gibt´s kein sightseeing mehr, in anbetracht der späten stunde. von dort in weiterführender richtung raus aus montebelluna, da unser quartier außerhalb in richtung vicenza liegt. 

an dieser stelle jetzt ein großes dankeschön an uschi, sie hat besser aufgepasst und das schild “col delle rane” (unser quartier) erspäht. leider geht’s wieder rauf einige meter, was mich freut und wie ihr schon wisst, uschi weniger *frechgrins*.

gegen 19:35 erreichen wir unseren heutigen schlafplatz.
ein wunderschönes anwesen und auch die zimmer sind hervorragend.
duschen und anziehen, denn wir haben noch ein nachtmahl ergattert (was frauen mit augenklimpern so alles erreichen können *griiins*).

extra für uns wird der rundum verglaste frühstücksraum geöffnet: es gibt leckeren prosciutto und käse, ganz viel brot und butter und eine rieeeesssen schüssel mit tomatensalat (ich bin normalerweise kein freund davon, aber der hat sogar mir unheimlich gut geschmeckt!!). dazu noch 4 kernweiche eier und einen selbstgemachten apfelsaft (zur ergänzung, auch die andere produkte stammen aus eigener produktion), mhhhh einfach lecker!!!
wir dinieren wie die kaiser und sind glücklich und zufrieden (und wir ersparen uns die 2 km fussweg in die stadt, wenn auch die pizzerria uns sicher gern als ihre gäste begrüßt hätte).

wie heisst es so schön im märchen?
ende gut, alles gut :-)   (beim chinesen würde dieser einzeiler  lauten: ente gut, alles gut :-))

gise + uschi

Bilder des Tages.   Strecke/Statisik des Tages leider nicht vorhanden :-(
Tages-Statistik:
  • Abfahrt 10:50 von Venezia
  • 4:40 h netto 
  • 75 km
  • 16 km/h Ø
  • 102 Höhenmeter ↑
  • Ankunft 19:35 in Montebelluna
Gesamt-Statistik:
  • 19:50 h netto
  • 351,5 km
  • 1.081 Höhenmeter ↑