Hallo Leute,
ich bin ein Philosoph,
aber ich bin auch
vom Wesen her ein bisschen doof.
Ich verwechsle Namenstage,
und weiß nicht wohin,
all die vielen Scharen
mit ihren Autos ziehen.
Ich weiß nicht, warum die Leute
sich soviel aus Geld machen heute.
Meines gebe ich stets gleich aus,
dann ist das Dreckszeug aus dem Haus.
Einsam bin ich,
solange ich mich kenne,
und immer wieder merke ich es,
wenn ich morgens verpenne.
Die Leute sind um diese Zeit
fast alle unterwegs.
Ich mach mich auf dem Sofa breit,
weil es nicht gut um mich steht.
Ich komm nicht mit in dieser Welt,
mir macht sie keinen Spaß.
Ich weiß, was mir an ihr nicht gefällt,
und sonst noch irgendwas.
Das Frühstück macht zur Mittagszeit
eigentlich keinen Sinn,
doch merke ich halt doch dabei,
dass ich ich selber bin.
Ich leiste nicht, was andre leisten,
das macht mir manchmal Angst.
Ich hoffe, daß ich einmal wieder
im Lot lebe und zufrieden mit mir sein kann.
Doch kann ich nicht,
was andre können,
und will auch nicht,
auch wenn ich soll.
Das Funktionieren ist nicht mein Leben,
ich kann mich nicht dem Trott hingeben,
will einfach nur mein eigenes Leben
nicht verschenken, nicht vergeben.
Meine Mutter möchte, dass ich endlich brav,
Mein Leben besser gestalte,
auf dass alles wieder rechtens wird,
doch ich kann es nicht tun um ihr zu gefallen.
Zu schwer fällt mir das Einordnen,
denn ich will selber denken,
habe Probleme mit Vorgesetzten,
wenn sie mir kein Vertrauen mehr schenken.
Ich kann zur Arbeit nicht pünktlich sein,
weil die Uhr mir den Kopf verdreht,
und ich erfülle nicht das Protokoll,
das hierzulande in den Köpfen wie festgeschrieben steht.
Darum gelte ich als feige,
und auch noch als faul,
zudem ist es so, daß ich leider dazu neige,
dem Gaul zu tief ins Maul zu schauen.
Darum bin ich Philosoph,
und ich bin unverstanden geblieben,
fühle mich auch merklich doof,
wenn die Leute mich immer wieder grundlos aussieben.
Sie meinen, dass ich schlechter sei,
und meine Gedanken würden stören.
Mitlaufen kann ich jedoch nicht,
will es auch keiner hören.
Ich kann nicht gut mit andren Menschen,
wenn sie von mir erwarten, wie sie zu sein;
zu anders waren meine Wege,
darum bleibe ich allein.
Die Feste, die im Leben fallen,
feire ich in Trauer.
Mein Leben lebe ich nicht um zu gefallen,
es ist von zu kurzer Dauer.
Ich will in diesem einen Leben
etwas gerade richten.
Für mich tue ich's, und nicht für jeden,
ich möchte mich nicht den Moden dieser Welt hingeben.
Ich tue das, was ich auch tue,
aus eigenem Tatendrang,
versuche daran nichts zu ändern,
das Leben währt nicht lang.
Kostbar ist jede Sekunde,
in der man was erlebt.
Ich gebe davon nicht viel zur Kunde,
von dem was mich bewegt.
Ich halte innerlich den Kern,
in steter Resonanz;
ich lebe mein Leben wirklich gerne,
und es ist für mich ganz.
Mag sein, daß andere anders leben,
sie können auch nicht wie ich.
Ein jeder bestimmt sein eigenes Leben,
so ist das halt für mich.
Und mag manch einer unzufrieden
mit meinem Leben sein,
so soll er sich am eignen Leben
halt doppelt dran erfreuen.
Ich bin nicht schuld am Wirken andrer,
ein jeder ist auf sich gestellt.
Und mag man mich auch ignorieren,
so ist sie halt diese eine Welt.