Noch ein Schritt, und ich bin zuhause.
Einen noch durchhalten, einen weiteren.
Ich halte diese Schmerzen kaum aus.
Da ist bei mir kein Innehalten, kein mich Erholen,
kein Vorwärts, aber auch kein Zurück.
Weil der Weg für mich zu weit ist,
bleibe ich hier liegen.
Liege ich da,
dann bin ich ohne Schutz,
werde zertrampelt.
Ich werde gefühlt gesteinigt,
innere Schmerzen verzehren mich.
An mir brennt ein Feuer, welches mich auslöscht.
Ich verliere mich,
binnen weniger Minuten, Stunden,
mein Leben geht dem Ende zu.
Hinzu zu einem Ende,
einem von vielen.
Der Schmerz bohrt sich mir nun auch in den Kopf.
Meine Hände sind kalt, aber ich schwitze.
Ich würde so gerne jetzt schreien,
wenn mir nur nicht der eigene Atem so abgeschnürt wäre.
Ich fühle mich als ein Gehängter,
taumle zu Fuß von Baum zu Baum.
Dabei suche ich eine Stütze.
Mein Kreuz kann mich nicht mehr länger halten.
Knicke immer wieder ein.
Die Leute schauen,
suchen wohl nach einem Hintersinn davon.
Sie denken, philosophieren etwas, aber gehen weiter.
Ich habe so große Angst vor denen.
Sie sollen mich mit ihrem Schabernack in Ruhe lassen.
Kann mich nicht auch noch um diese kümmern dabei.
Hilfe habe ich von Keinem zu erwarten.
Wie Blöde stehen sie da.
Ich hangle mich an einem Geländer entlang.
Dabei durchdringe ich Seelenzustände.
Gehe Schritte,
bei denen mich meine Seele fast schon verlässt.
Ich falle hin.
Falle auf die Hände, diese halten mich gerade noch.
Ich erbreche mich,
so stark ist der Schmerz.
Weißer Eiter liegt nun vor mir.
Ich bin innerlich so leer,
habe Angst vor den Blicken der Menschen auf mich selbst.
Das letzte Stück,
die paar Meter
schaffe ich gerade so in einer halben Stunde.
Ein paar hundert Meter bin ich noch
abseits vom Glück zuhause zu sein.
Ich habe nie etwas Eigenes zum Eigentum gehabt,
aber hier habe ich dennoch etwas Größeres verloren.
Habe aber auch etwas nicht Unwertes dabei gefunden:
Habe gemerkt, dass diese Welt doch eine arge Illusion ist.
Die Wahrnehmung der Menschen ist oftmals nur eine chemische Reaktion.
Kein Herz ist da mehr, wo eines sein sollte.
Das Glück des Daseins wird so zu einer Blendung.
Sie macht unsichtbar.
Sie, die das Unglück zudeckt,
ist eine schaurige Größe.
Viel mehr an Leid gibt es.
Unvorstellbar großes Leid ist wirksam.
An jedem anderen Ort der Welt
wäre das Ende der Menschheit gegenwärtiger,
als das hier bei uns der Fall ist.
Lügen sind das, was uns unsere Kultur lehrt.
Die wirkliche Bedrohung ist viel mächtiger als die reale.
Der Schmerz der Menschen ist viel größer,
als unser eigener Verstand das jemals sein wird.
Wir sind nur mehr Treibende,
in den Meeren der Welt.
Wir treiben dahin,
ohne noch zu merken,
ja merken zu wollen,
was wir in Wahrheit sind.