Gedanke
An die Natur denke ich kaum. Selten, dass ich mir vorstelle, unter einem Baum zu sitzen oder durch Wiesen zu streifen.
Selten, dass ich schmecke, woher der Wind weht. Zu viel Staub in der Luft, zu fade der Geschmack dabei.
Ein Land voller Wiesen, brachliegender Natur, Schmetterlingen, Hasen und meinen liebsten Tieren, den Vögeln.
Eine Amsel erheitert mich, eine Taube macht mich traurig, eine Ente manchmal glücklich. All das vergesse ich leider etwas zu oft.
Der Anblick ist für mich wie ein Begreifen. Leider ist es zumeist schon dunkel, wenn ich Zeit und Lust dazu bekomme hinauszugehen, so wie jetzt gerade.
Finstere Nacht ist es. Es weht ein kalter Wind. Ich lebe in einer Stadt, die jetzt gerade zu schlafen begonnen hat. Hier, wo ich seit einem halben Jahr wieder lebe, habe ich noch nicht erfahren, was kommen soll. Hier, wo ich einst aufgebrochen bin, weiß ich kaum, was mich noch erwartet.
Alte Gefühle kehren wieder in mich ein, als ob sie hier auf mich gewartet hätten. Diese Gefühle sind vorhanden. Ich habe sie gekannt.
Haben mir einst solche Empfindungen auch Kraft geschenkt und haben sie mich etwas verstehen lassen: Heute streifen meine Gedanken anders umher und helfen mir dabei, meine eigene Wahrheit zu verstehen.
Das ist ein kleiner Einblick in mein Denken. Dabei kommt bei mir manches Bild zum Vorschein. Ich erkenne an mir den Ausdruck meines Blickes, spüre mich dabei gut. Es ist nur so ein Gefühl, was mich derweil etwas irritiert hat. Ein Gefühl, das mir alles bedeuten kann.
Ich sitze da am Schreibtisch, mit Musik im Hintergrund. Bringe zu Papier, was mich gerade bewegt hat. Mehr ist es nicht gewesen.