Ach, welch ein ödes und leeres Leben. Mit jeder neu aufgekommenen Stunde weniger noch als zuvor zu erleben und dabei kein Ende in Sicht wähnen zu können. Ich ertrage das nicht gut.
All diese langen, langen Momente ohne eine Wendung, ohne ein Weiterkommen. Vom andauernd Gleichen bin ich schon ganz benommen. Den Augenblick sehe ich verschwommen, als wäre er ein Traum. Dabei ist es dennoch so, dieser Traum mit seinen Irrungen interessiert mich eigentlich kaum.
Kein lustiges Ding lässt diesen langen Moment mir auch nur einmal kurz werden. Keine Stunde kommt herbei, die nicht doch noch stärker unerträglich macht, was mir gestern vielleicht noch schön vorgekommen ist. Das ist so bei mir, auch wenn die Sonne dabei vom Himmel oben herunter zu lachen weiß.
Ein Elend ist das, ein Ziehen der Sehnsucht an mir. Tief drinnen in meinem Körper ist da eine innerliche Regung, die mich irgendwo hin zu bringen versucht, wo ich niemals hingehen wollte, wo ich eigentlich nicht sein kann. Und doch ist sie da.
Nun, da ich mich immer so fühlen muss, als wäre ich am falschen Platz, ist es dennoch so, dass ich fortwährend weiter mich verstricke. Darum lasse ich alles weitere mich Mühen irgendwann dann sein. Ich tue nichts mehr, doch das ist etwas, was ich auch nicht gut kann.
Was könnte ich jetzt nur Richtiges tun und wann geschähe das zurecht? Wo könnte ich das Meinige in Ordnung bringen, ja wie wäre es wieder gerade zu richten?
An der Ödheit dieser Leere an mir ändert auch dieses mich fragen nichts. Gleich was ich tue, alles bleibt gleich. Alles fügt sich und erfüllt sich? - Das sind schöne und eigentlich auch wahre Worte aus früheren Tagen. Ich setze dem etwas entgegen: Nichts bleibt ungetan und doch wird dadurch auch nichts erreicht.
Aller eigene Schlendrian kann zu nichts führen. Das weiß ich gut. Ich lebe mit der Ignoranz der Menschen für meine eigene Situation. Würde ich noch mehr kämpfen, würde ich mich noch mehr verstricken. Weniger als das, was ich jetzt noch habe, würde ich dann nur mehr für mich zu bewahren wissen. Mir würde es noch schlechter gehen und es bliebe derweil dennoch alles schlecht Gewordene für mich gleich.
So, jetzt nehme ich trotzdem noch einmal meinen ganzen Mut zusammen und versuche es die Sache in Ordnung zu bringen. Ich muss einen Weg finden, um weiter ausharren zu können. Als junger, unerfahrener Mensch ist das keine leichte Sache für mich. Ich versuche nun etwas auf mich selbst Acht zu geben und will abwarten, was sich dabei an mir regen wird. Vielleicht kann ich doch noch etwas Gutes für mich daran finden, um es für später zu bewahren.
Ich harre aller schweren Dinge, warte bis sich vielleicht eines dabei einfindet, das wirklich etwas mit mir selbst zu tun hat und mir darum gut tun wird können. Dann kommt für mich, ganz kurz zwar nur, eine lange ersehnte Wendung herbei. Das Bedenken ist fürs Erste jetzt wieder abgeschlossen. Ich selbst sitze jetzt einfach nur da und bin dabei doch etwas arg verdrossen.
Das ist es, was ich kommen gefühlt habe, ja. Ich habe es bemerkt, dass das bald so bei mir sein wird. Ich habe mich nicht dagegen zu wehren gewusst. Dumm ist es schon, dass ich selbst nichts daran ändern habe können. Dumm, dass ich alles so belassen habe, wie es für mich auch wirklich gewesen ist. Ja, so mag man es mir in Zukunft einmal vorwerfen: Dass ich so dumm sei, nichts an diesem Dasein für mich zum Guten gewendet zu haben. Oh ja, das Verändern der Dinge liegt mir nicht wirklich gut. Ich erkenne daran stets nur den verkehrten, den falschen Sinn. Das Richtige ist für mich nur machbar, nicht aber im Voraus zu erkennen. Ich kann es tun, aber ich weiß es zuvor nicht zu planen.