Tatzeit: ein Sonntag im Mai
Tatort: Burgenländerei
Tatwaffe: ein Rad zum Geburtstag neu geschenkt
Opfer: im Schlamm geschlittert, zuerst gelenkt.
An besagtem Sonntag im Mai,
das Opfer fuhr auf Radwegen,
der Asphalt kam gelegen bevor sie darauf gelegen.
Zuerst hinunter, dann abhebend, dann vorbei.
Komplizen waren Rad, Schlamm und Asphalt.
Rad sich zur Seite rettend,
Opfer auf die Straße bettend
mit vorsetzlich grober Gewalt.
Rad gimpflich davon gekommen,
nur der Lenker etwas verschwenkt,
Opfer hingegen Schulter ausgerenkt,
vom Sturz bestürzend benommen.
Der Helm schützte obere Schichten,
das Jochbein jedoch war gebrochen,
Quasimodo ließ grüßen für einige Wochen,
behelmt das Hirn, das Joch geschützt mitnichten.
Handy war zum Glück zur Hand.
Rettung wurde ausgeschickt.
Opfer bangend nach ihr ausgeblickt,
bis eine viertel Stunde später man sie fand.
Ein Hoch der Rettung, die für sie ist ausgerückt,
ein Dank an das Krankenhaus in Eisenstadt,
wo man Schulter, Jochbein und Co gerichtet hat.
Zuerst verrenkt , dann entrückt, schlussendlich entzückt.
Die einen sprachen: „Glück im Unglück. Was für ein Segen.“
Die and’ren meinten: „Was für ein Unglück, ist ja kaum zu glauben.“
Egal, ob es festigt den Glauben oder ihn tut rauben:
Der Asphalt kam gelegen, bevor sie darauf gelegen.
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