Gestern ich war ein weißes Blatt, bemalen ich mich konnte neu. Kreative Kunst fand auf mir statt, meiner Seele mich empfand ich treu. Satte Farben an mir blieben hängen, Pinselstrich liebkoste meine Haut. Befreit von allen Zwängen, probieren ich mich hab‘ getraut. Auf Schwarz heut‘ ich nur starre, Buntes ich fühl‘ entschwinden. Gelähmt in Entsetzen ich verharre,
meine Seele kann ich nicht finden.
Verzweifelt suche meine bunten Stifte,
auf meiner Palette ich finde keine Farben.
Alles, das ich berühre, ich vergifte,
auf meiner Haut ich spür‘ nur Narben.
Das Leben satt dir ist in Grün und Blau,
meine Welt nie kannst du verstehen.
Du in Farbe, mich umhüllt das Dunkelgrau.
Mein schwarzes Bild nie wirst du sehen.
Ich fühle mich so unverstanden,
verstehe mich ja selber nicht.
Farben ausgelöscht, die uns verbanden,
die Welt um mich zerbricht.
Gestern ich war ein weißes Blatt,
Erinnerung daran entschwunden.
Ich habe meine Depression so satt,
möchte doch so gern gesunden.
Verletze du nicht mich noch mehr.
„Reiß dich zusammen, denk doch positiv.“
Mein Blatt bleibt schwarz, nicht leer.
Immer wieder kommt erneut ein Tief.
Würde Depression ich wohl wählen,
könnte bunte Farben ich immer malen?
Bitte lass‘ auf dich mich zählen,
für mich sei da in wiederkehrend Qualen.
Foto: Eigenes Werk mit Filter bearbeitet, Aufnahmeort: Floridsdorfer Wasserpark, Wien