Vers 2der Versammlung Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christo Jesu, den berufenen Heiligen, samt allen, die an jedem Orte den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, sowohl ihres als unseres Herrn.
WdbL
Vers 2Die Leser werden nun als »Versammlung Gottes« bestimmt. Es ist nötig, das griechische Wort ekklêsia, das hier mit »Versammlung« übersetzt wird, näher zu erklären. Es hat einen hebräischen Hintergrund. In der LXX, der griechischen Version des AT, ist ekklêsia die Übersetzung des hebräischen Wortes qahal, was den Sinn von »Herbeigerufensein« hat. Es ist in 5Mo 18,16; Ri 20,2 und 1Kö 8,14 mit »Versammlung« übersetzt und in 3Mo 10,17 und 4Mo 1,16 mit »Gemeinde«. Es stellt das Volk Gottes dar, wie es zusammengerufen wird, um auf Gott zu hören oder für Gott zu handeln. Der Begriff hat ebenso einen griechischen Hintergrund. In Apg 19,32.39-40 wird ekklêsia mit Versammlung übersetzt. In Vers 32 und 41 bezieht sich der Begriff auf eine aufrührerische Versammlung, aber der Stadtschreiber weist in V. 39 darauf hin, dass solche Dinge in einer gesetzlichen oder regulären Versammlung erledigt würden. Diese gesetzliche Versammlung war das Zusammenkommen bestimmter Bürger, die herbeigerufen wurden, um die Angelegenheiten von Ephesus zu verwalten. So wird das Wort eindeutig gebraucht, um das »zur Versammlung herbeigerufene« Volk Gottes erkennen zu lassen, dass es Gott anbeten, Gott dienen, Gott bezeugen, auf Gott hören und für Gott handeln soll. Eine Gruppe von Menschen, die Gott gehören, ist verantwortlich, Gottes Gesetze zu berücksichtigen und das wahre Wissen von Gott der Allgemeinheit zu bringen.Wir müssen jetzt beachten, dass es sich um die Gemeinde Gottes in Korinth handelt. Der Begriff ist mit einem Ort verbunden, niemals mit einem Land. Paulus würde nie von der Schottischen Kirche oder der Kirche von England, Irland oder irgend einem anderen Land gesprochen haben. Die Gemeinde in Korinth war dazu bestimmt, als Leuchter das Licht und die Kenntnis von dem wahren Gott in die Stadt zu bringen. Es muss uns auch klar sein, dass sich die örtliche Gemeinde nur aus denen zusammensetzt, die sich zum Namen Jesu Christi hin versammeln. Alle Gläubigen (Wiedergeborene) sind Teil der Versammlung Gottes, welche Sein Leib ist (1Kor 12,13), aber nicht alle Wiedergeborenen eines Ortes treffen sich als Ortsgemeinde auf der entsprechenden biblischen Grundlage. Im Idealfall sollte jeder Wiedergeborene in ihr sein, und selbstverständlich trägt sie die Verantwortung zur Gemeindezucht nur über diejenigen Gläubigen, die in dieser örtlichen Gemeinschaft stehen (siehe Anmerkung zu V. 2). Diese allein erfreuen sich auch der Vorrechte und tragen die entsprechende Verantwortung. Der letzte Ausdruck in dieser Aufzählung »Versammlung Gottes« bezieht sich auf die Gläubigen, welche die Gemeinde bilden. Im NT beschreibt der Begriff niemals ein Gebäude. Solch ein Wortgebrauch ist ganz missverständlich. In diesen frühen Tagen gab es keine Gebäude; die Gemeinde versammelte sich im Haus eines Gläubigen, das einen Raum hatte, der groß genug war, sie unterzubringen (siehe Röm 16,5; 1Kor 16,19; Kol 4,15; Phim 1,2).Paulus beschreibt jetzt den Status des Volkes Gottes. »Geheiligt in Christus Jesus« meint, sie sind auf Grund ihrer Glaubensverbindung mit Christus für Gott »abgesondert«. Das ist ein göttliches Handeln, eine Tat Gottes. Es ist ihr Stehen vor Ihm. Uns wird dann gesagt, dass sie »durch einen göttlichen Ruf Heilige geworden sind« (Randbemerkung von J.N. Darby). Sie haben es nicht errungen, Heilige zu werden; es ist der Name, den Gott ihnen gewährt hat. In diesem Sinn ist jeder Gläubige vom Augenblick seiner Bekehrung an ein Heiliger. Jetzt wird angezeigt, dass der Brief allen gilt, »die an jedem Ort« »den Namen« anrufen. Das weitet seine Lehre bis zum heutigen Tag aus. Solche Lehre ist normativ für alle, die sich denselben Situationen stellen müssen. Wenn wir gegen dieselben geistlichen Prinzipien verstoßen, brauchen wir dieselbe Lehre. Die Lehre des Paulus war in allen Gemeinden die gleiche und ist zur Anleitung für alle Gemeinden bestimmt (siehe 1Kor 4,17; 7,17; 11,16). »Den Namen anrufen« heißt, das Vertrauen auf den zu setzen, der den Namen »der Herr Jesus Christus« trägt.1_________________________________1 »... den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen«, kann auch bedeuten, dass unser Herr Jesus im Gebet angeredet wird. Solche Gebete finden wir z.B. in Apg 7,59 und Offb 22,20. In der Regel wird aber Gott, der Vater, im Gebet angeredet, so wie es aus den Worten unseres Herrn Jesus hervorgeht: »Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen ...« (Joh 16,23). Es sei noch erwähnt, dass es in der gesamten Bibel kein einziges Beispiel für eine direkte Anrede des Heiligen Geistes gibt.