Bildungsspiel BGE-Party

Ihr wollt wie die Schweriner BGE-Freunde eine BGE-Party oder ein Simulationsspiel veranstalten? Hier meine Anregungen dazu.

Fragen an das konkrete Vorhaben


vorab:soll es eher ein Spiel (Einladung mit Seminar (Bildung/Freizeitcharakter), eine Party (zusammen tanzen, Musik, Kultur genießen, essen, trinken, geselliges Beisammensein) unter BGE-Motto oder ein "Basar" sein oder auch Subotnik mit Freigetränken, für die man Geld als Pfand einzahlt, was man bei getaner Arbeit zurückverdient (wie bei "Ein Tritt oder Eintritt" - Fahrradkino)?

Würde ich diese Party bei mir machen, sähe das so aus:

0. Aus freiwilligen Vorspenden: Kostengünstigen Ort finden, an dem ggf. ein Film ansehbar ist, wo Leute quatschen und chillen können und wo sie sich im freien Gespräch auch über Tauschgeschäfte, ihre gedanken zum BGE oder anderes austauschen können. Nach Laune der Leute wird Musik aufgelegt - oder ein Musiker wird hinbestellt, der auch kostenlos auftritt oder vorfinanziert wird vom Veranstalter.

1. z.B. (wie vom Schweriner Torsten vorgeschlagen) 5 EUR Eintritt einsammeln von jedem, der kommt
2. "echter" Eintritt ist z.B. 2 EUR - die werden zur Grundfinanzierung einbehalten (alles was so anfällt, sei es etwa das vorzuschießende Essen und die Raummiete, die ggf. spendenbasiert und nicht fix ist bei einer ungewissen Anzahl von Gästen).
3. 3 EUR können maximal pro Nase "zurückerwirtschaftet" werden, dabei 2,40 "bedingungslos" einfach durch Anwesenheit alle 20 Minuten á 20 cent.
(Jeder Teilnehmer/Besucher kriegt 3 mal in der Stunde 20 cent, wenn er die vollen 4 Stunden bleibt, kriegt er insgesamt 12 mal Geld, also wie 12 Monate BGE) die 60 cent, die dann noch möglich wären als Auszahlung durch den durch Eintrittsgeld finanzierten BGE-Staat, darf sich jeder Teilnehmer verdienen durch Mitwirken an einem Gemeinschaftsprojekt (Flyer knicken, Plakat malen für eine BGE-Aktion oder etwas anderes, woran der Veranstalter aktuell arbeitet).

4. Werden Getränke - also der "Grundbedarf" auf einer Party - kostengünstig besorgt und nahezu kostenneutral weitergegeben, reicht das BGE aus, um zu "überleben". Mit Zuverdienst kann man sich edlere Getränke leisten.
(ein Wasser 30 bis 40 cent, Cola, Brause 50 cent, Kaffee 80 cent, Alkoholisches oder Saft 1 EUR... macht ruhig andere Kostenvorschläge).

5. Getränke oder sonstige Lebensmittel müssen natürlich etwas teurer sein, als eine 50cent-Brause vom Netto geteilt durch 8 Gläser usw., damit die Veranstalter nicht ggf. auf Kosten "sitzen bleiben" und auch sonstige aufwendungen (einkaufsgang, transport, Raumorga, Telefonieren etc.) hatten, die nicht aus dem Vorkasse-Spendentopf übernommen werden konnten.
Wird wirklich viel konsumiert, so dass sich ein deutliches Plus im Staatshaushalt zeigt, kann über die Ausschüttung einer BGE-Erhöhung abgestimmt werden.


Interessante Beobachtungen und Varianten:

*Wird wenig oder viel konsumiert? Gibt es Unterschiede zum sonstigen Partyverhalten?

*Um ständig einfließendes Fremdgeld aus dem Spiel rauszuhalten (weil dann die gut Betuchten über die Preise lachen und "a priori" bessergestellt als andere in das Spiel eintreten)), wird eine Partywährung (Kinderspielgeld, Papierzettel) eingeführt. Beim Eintritt zahlt man 5 EUR und bekommt dann nach und nach 20 "Spiel-cent" im Voraus für die nächsten 20 Minuten gezahlt. Nach dem Spiel oder beim Nachhause gehen bekommt man seine Restspielmünzen in Bargeld umgetauscht.

*Teilnehmern sei erlaubt, anderen die Arbeitskraft "abzukaufen". Also einer  macht für andere die Arbeit, um dafür das Geld von dem "Arbeitsverzichter" mitverdienen zu dürfen.
Wird es gar solidarisch sein, auf Arbeit zu verzichten, damit ein im realen Leben Armer sich im Spiel mehr verdienen kann? Oder ist diese Haltung aus Prinzip schon asozial? Werden sich Klassen bilden und solidarisieren untereinander oder auch verfeinden?

*Teilnehmer dürfen untereinander handeln und Geschäfte machen, sich bereits erworbene Getränke verkaufen oder zusätzliche Snacks mitbringen (selbsterzeuger gehen auf den freien Markt).
Wie wird das Verkaufs- oder Schenkverhalten sein?
Wird es bei einer folgeparty eine Gebühr für den Verkauf von selbsterzeugten Sachen geben, um den BGE-Topf steuerlich zu füllen trotz reinem "privatkonsum"?
Wird auch an solche was gegeben, die nichts mitgebracht haben, einfach weil sie bedürftig sind? Oder drehen die ihr BGE dreimal um?

*Für Transaktionen geht aber ein kleiner Anteil zurück an die "Staatskasse" (freiwillig durch Einkommensmeldung bei irgendwelchen Geschäftchen oder automatisch, wenn etwa ein Arbeitswütiger den anderen die Arbeit abnimmt und dann mehrmals zusatzgehalt kassiert, was dann "höher besteuert" wird.
Wer wird dann besonders fleißig arbeiten?
Wird es Streit um die Arbeitsgelegenheiten geben? Warum?
Wird keiner Bock auf die Arbeit haben, wenn ja, warum?
Wer wird sie dann machen (vielleicht erkennt man ihren Un-Nutz oder es wird erst gemacht, wenn es sich geldlich für wenige lohnt).
Ist überhaupt genug Arbeit da (oder ist die Welt in diesem kleinen Staat "schon fertig")?

*Sollten einige der Veranstalter bewusst in spezielle Rollen schlüpfen um zu testen, wie damit umgegangen wird? (der verschenker, der faule, der nur ans geschäfte machen und den eigenen Vorteil denkende... Steuerzahlkontrolleure... Verhaltensforscher (jemand, der die Impressionen dokumentiert)?


Also ich hab jetzt Lust auf so ein Spiel... oder spielen wir gleich in echt?


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