Legitimation von „Grundbesitz“ (dem wichtigsten Besitz auf Erden, stellt er doch die Voraussetzung für Nahrung, Wasser, Obdach) können vielfältig sein und haben immer denselben Effekt: andere auszuschließen.Genau. - Deswegen wäre es doch das Klügste, alle einzuschließen! Und den Erdenboden zu vergesellschaften. Den Boden dann verpachten und den Zins, den der Pächter zahlt, der Allgemeinheit zugutekommen lassen.
Bei dem ganzen Beitrag des Autors zum Grundeinkommen, ist nicht immer klar, auf welcher Seite er eigentlich steht. - Ist er Grundeinkommens-Gegner oder Befürworter? - Es scheint so, als ob ihn die »Umstände« nötigen würden, sich für das Grundeinkommen äußern zu müssen.
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Wem gehört eigentlich dieses Tauschmittel?Nun: dem Staat. In erster Linie. Also: der Gemeinschaft der Bürger, die für den Wert dieses Geldes persönlich bürgt. Später dem, der es „rechtmäßig“ erhalten hat. Der Staat – hier Bundesbank – stellt es her, die Regierung stellt Regeln zur Verteilung auf, anhand derer Sie dann Ihren Schein Ihr Eigentum nennen können.Das stimmt so nicht. - »Der Staat« stellt nur einen kleinen Teil des Geldes her. Es sollte mittlerweile allgemein bekannt sein, dass den größten Teil des umlaufenden Geldes von den Privatbanken als »Giralgeld« aus dem Nichts in die Welt gebracht wird.
In einer arbeitsteiligen Welt bestünde dieses Grundrecht in regelmäßiger Zuteilung von GELD, für dessen Wert ja die gesamte Solidargemeinschaft mit all ihrem Besitz und ihrer Schaffenskraft bürgt.Behauptet der Autor jetzt, das Grundeinkommen sei »Geld«?
Dazu ein Auszug aus Götz Werners Buch »Einkommen für alle«, Seite 53, zum »Realeinkommen und Nominaleinkommen«:
Nichts gegen Geld. Es ist ein höchst effektives Schmiermittel für die Erzeugung und den Austausch von Produkten und Dienstleistungen. Nicht bloß, weil man es im Unterschied zu fast allen Dingen sehr leicht »lagern« und transferieren, sondern auch, weil man es investieren, verleihen, verzinsen - und weil man seine gesamtwirtschaftlich benötigte Menge recht gut steuern kann. Nur eins sollten wir niemals vergessen: Geld an sich ist zunächst nur eine nominelle Größe. Vom ärmsten Schlucker bis zum Multimilliardär hat jeder Mensch nur etwas von seinem Nominaleinkommen, wenn er es früher oder später in Realeinkommen verwandelt, es also konsumiert.
Das Nominaleinkommen ist das Geld, dass wir auf unserem Konto haben, und zum Beispiel für »Arbeit« erhalten. - Davon unterschieden ist das »Realeinkommen«. - Es sind die Güter, die wir für unser Leben brauchen und die wir uns besorgen. - Nominaleinkommen verwandelt sich immer, früher oder später, in Realeinkommen. - Geld verwandelt sich in Güter.
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Eifelphilosoph:
Die Steuern würden ins Astronomische steigen, sagt sie. Wir können sagen: ja und? Gleichzeitig steigt doch auch das verfügbare Haushaltseinkommen, weil Millionen Menschen mehr konsumieren können, was mehr Arbeitsplätze bedeutet, mehr Geschäfte, mehr Umsatz, mehr Steuern: allein die Mehrwertsteuer auf 1,5 Billionen Grundeinkommen beträgt 285 Milliarden – und traue ich dem Wirtschaftsnobelpreisträger Stieglitz, würde diese Investitionsschub ein Rückfluss an Geld (durch die Wertschöpfungskette) 2,4 Billionen Euro bedeuten.Es wird nicht insgesamt »mehr« konsumiert. - Das wäre nur der Fall, wenn das Grundeinkommen nicht verrechnet wird. Denn nur dann hätten wir »mehr« Einkommen bei allen. - Ausschließlich die heutigen »Armen«, diejenigenigen, die heute zuwenig haben, würden in einer Grundeinkommens-Gesellschaft bis zur vereinbarten Höhe, ein Mehr an Einkommen haben. Wer als »armer Mensch« heute 750 Euro »Hartz4« hat, hätte in einer Grundeinkommens-Gesellschaft zum Beispiel 1000 Euro. Den Differenzbetrag, die 250 Euro sind zusätzlich zu finanzieren. - In André Presses Rechnung wären das 30 Milliarden Euro. [1] - Es wäre auch möglich, diese Güter, die die Menschen heute zuwenig haben, »direkt« zu geben. Zum Beispiel wenn sie zuwenig Energie haben, direkt ihnen die angemessene Menge Strom geben.
Das Grundeinkommen soll eben nicht zu einem insgesamten »Mehr an Konsum« führen, im Sinne eines »Konsumrausches«. Das Grundeinkommen meint die existenzsichernden Güter und alles darüber hinaus würde »freiwillig« produziert, also möglichweise gar nicht mehr, wenn sich keine Arbeitnehmer in einer Grundeinkommens-Gesellschaft finden, um »unbenötigte Güter« zu produzieren. - In der Marktwirtschaft, nach dem Krieg, wurde ja jeder Unfug produziert, hergestellt, gedienstleistet, Hauptsache die neu hinzukommende Arbeit generierte »Einkommen«. - Wirtschaftswachstum war nach dem Krieg auch noch kein Problem. - Das wäre heute, und in einer Grundeinkommens-Gesellschaft, keine sinnvolle Aktion mehr.
Ich fordere von den Empfängern jenes Einkommens einer politischen Gemeinschaft, dass sie auch die komplette Verwaltung selbst übernehmen: Bürgermeister, Bundeskanzler, Abgeordnete, Verwaltungsangestellte – all das muss von den Grundeinkommensempfängern selbst organisiert werden: ohne Zusatzkosten.Das wird sicherlich auch noch kommen, dass wir gar keine »Politiker« mehr brauchen. - Jetzt geht es aber erstmal darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen: eine neue Verfassung für Deutschland, mit einer Verankerung der Direkten Demokratie in ihr. - Auf Bundesebene sollten wir »ein Thema nach dem anderen«, unsere gemeinschaftlichen Belange abstimmen, wie es ganz selbstverständlich in der Schweiz auch passiert. - Das muss jetzt geschehen.
Wissen Sie übrigens, wie hoch die Staatsquote in Deutschland ist – also das Geld, das der Staat in die Wirtschaft pumpt? Sie macht 44 Prozent vom Bruttosozialprodukt aus, welches 2015 über drei Billionen Euro lag. Das sind schon 1,3 Billionen Euro, die sowieso schon jetzt durch Staat und Steuern umverteilt werden – nur halt anders. Die 200 Milliarden, die dann noch fehlen, sparen wir durch die Übernahme der Verwaltung durch die Bürger selbstAlso: Geld (bzw. Masse), ist da. Recht auch. Vernünftig ist es eh, weil es die Wirtschaft zum Nutzen von Verbrauchern und Konsumenten mal wieder so richtig ankurbeln würde – nur das leistungsfreie Leben durch Zinseinkünfte wäre sehr schwierig zu gestalten.Es sind »30 Milliarden« Euro, die organisiert werden müssen, zum Beispiel durch Umschichtungen im Haushalt. Siehe Rechnung von Herrn »Presse«. - Und es würde in einer Grundeinkommens-Gesellschaft auch mehr gearbeitet, weil mit einer »Ausgabensteuer« [2] nicht die Arbeit, sondern der Verzehr, die Nutzung des Arbeitsergebnis besteuert würde. - Arbeit würde sich wieder lohnen, weil der Bruttolohn = Nettolohn wäre.
Ob deshalb auch mehr »verbraucht« wird, ist die Frage. Vielleicht haben sich in den letzten Jahrzehnten die Interessen der Menschen verändert. Statt »mehr Geld« wollen sie vielleicht »mehr Zeit für mich«. - Jedenfalls würde nicht mehr das Zwangsarbeits-System der Politik (Hartz4 + Sanktionen) die Menschen in die Jobs nötigen, sondern jeder Einzelne würde »frei« entscheiden, was sie/er in ihrem Leben machen will.
Übrigens ist genau diese Staatsquote der Prozentsatz, der an »Konsumsteuer« auf die Produkte käme. In dem genannten Fall also 44%. Weitere Steuern, Einkommenssteuer, gäbe es dann nicht.
... eines geldbasierten bedingungslosen Grundeinkommens alternativlos ist.Es ist kein »geldbasiertes« Grundeinkommen. - Es sind die existenzsichernden Güter, die wir brauchen.
http://www.ksp.kit.edu/9783866444850
Siehe »Download«; frei PDF-Version
Götz Werner in dem Buch »1000€ für jeden« auf Seite 222:
André Presse vom Institut für Entrepreneurship der Universität Karlsruhe (TH) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat deswegen in seiner Dissertation über das Thema »Grundeinkommen - Ideen und Vorschläge zu seiner Realisierung« nicht nur theoretische Kosten ermittelt, sondern genau ausgerechnet, welchen Mehraufwand ein bedingungsloses Grundeinkommen bedeuten würde. Denn genau wie bei einem Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn ist nicht relevant, was die Tickets insgesamt kosten, sondern was für die Fahrten im Öffentlichen Personennahverkehr im Verhältnis zu den bisherigen Autofahrten aufzuwenden ist. Und in diesen Relationen ist das Grundeinkommen ausgesprochen günstig zu haben. Nach André Presse gibt es - bei einem Grundeinkommen in Höhe von tausend Euro - nur einen Differenzbetrag, also einen Mehraufwand, von etwa dreißig Milliarden Euro. - Dieses »Mehr« macht weniger als drei Prozent unserer Staatsausgaben in 2009 aus.
Ausgabensteuer = Mehrwertsteuer = Konsumsteuer
im Gegensatz zur
Einnahmensteuer = Einkommenssteuer