Welche Rahmengroesse?

Welche Rahmengroesse brauche ich beim Twentyniner? Es empfiehlt sich, zunaechst die Seite zur Rahmengeometrie durchzulesen, um sich einen ersten Ueberblick ueber die Unterschiede zum 26er zu verschaffen. 
Fuer den Fall, dass keine Erfahrungen mit einem normalen Mountain Bike vorliegen, oder falls das bestehende MTB nicht passt, ist eine Probefahrt sehr empfehlenswert. 

Wer vom einem gut passenden 26er umsteigt, koennte z.B. folgendermassen vorgehen:
  1. Messen der Lenkerhoehe ab Boden (Beispiel: 1000 mm)
  2. Messen der Steuerrohrlaenge (Beispiel: 140 mm)
  3. Messen der Distanz von der Gabelbruecke bis zum Ende des Gabelschaftes (Gesamtaufbauhoehe) (Beispiel: 220 mm)
  4. Messen der Distanz Lenker-Mitte Sattel horizontal (Beispiel: 650 mm)
  5. Messen der Ueberstandshoehe am Steuerrohr (a), in der Mitte des Oberrohres (b) und am Sitzrohr (c) (Beispiel: 800/750/700 mm)
Mit diesen fuenf Werten ausgeruestet kann man sich auf die Suche nach einem brauchbar passenden Rahmen machen. 
Der Wert (1) ist sozusagen der Zielwert, den es mit dem 29er zu erreichen gilt. Dieser Zielwert wird durch die Kombination Federgabel, Laufrad, Steuerrohr, Spacer, Vorbauhoehe und ggf. Neigung sowie Lenkerkroepfung erreicht.

Um nun die optimale Rahmengeometrie zu finden, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
Beim 29er ist das Laufrad um etwa 622-559 mm, also 63 mm hoeher. Um diesen Betrag wandert beim 29er bei sonst gleichen Bedingungen die Unterkante des Steuerrohres nach oben. Um das wieder auszugleichen, gibt es einige Moeglichkeiten. Im guenstigsten Fall koennen einige Spacer entfernt werden, sonst bleibt alles beim Alten. Ein gekroepfter Lenker kann gegen einen geraden Lenker getauscht werden, ein steiler Vorbau gegen einen flachen getauscht werden, oder der Vorbau kann umgedreht werden, um eine vergleichbare Sitzposition zu erreichen. Eventuell muss aber einfach ein Rahmen mit kuerzerem Steuerohr verbaut werden. Um das abschaetzen zu koennen, kann man sich folgendermassen behelfen:
Zunaechst zieht man von Mass (3) 63 mm ab, und erhaelt damit die Gesamtaufbauhoehe ab Gabelbruecke, die fuer eine vergleichbare Sitzposition beim 29er sorgt. Diese Gesamtaufbauhoehe verteilt sich auf Steuerrohr, Headset, Lenker, Spacer und Vorbau. 

Im Beispiel: 
Wenn die Steuerrohrlaenge (2) wie im Beispiel bei 140 mm liegt, und (3) bei 220 mm liegt, sollte er beim 29er die Gesamtaufbauhoehe bei 220-63 mm = 157 mm liegen. 
Bei einer Vorbauhoehe von angenommenen 4 cm und z.B. einem geraden Lenker, Zero Stack Headset mit 0 mm Aufbauhoehe verbleiben fuer das Steuerrohr noch 157 mm (Gesamtaufbauhoehe) - 40 mm (Vorbauhoehe)- 0 mm (Aufbau Headset) = 117 mm, d.h. die Steuerrohrlaenge beim 29er sollte bei 117 mm oder kleiner liegen, wenn die bestehende Fahrposition beibehalten werden sollte. 

Ein zu kurzes Steuerrohr kann bis zu einer gewissen Grenze problemlos durch Spacer ausgeglichen werden, ein zu langes Steuerrohr fuehrt zu einer aufrechteren Sitzposition. Auch ueber eine Reduzierung des Federwegs laesst sich einiges ausgleichen. Leider veraendern sich dadurch dann auch die Fahreigenschaften des Bikes. Wenn jemand z.B. am 26er eine Federgabel mit 140 mm Federweg faehrt, kann er am 29er durch eine Federgabel mit 80 mm Federweg eine fast identische Sitzposition erreichen, ohne ansonsten Veraenderungen vornehmen zu muessen. Viele Fahrer moechten aber nicht auf Federweg verzichten, dann muss an anderer Stelle gespart werden. So kann z.B. ueber ein besonders kurzes Steuerrohr, einen Zero-Stack Headset, einen negativ montierten Vorbau, einen geraden anstelle eines gekroepften Lenker auch wieder einiges an Hoehe reduziert werden. Eventuell ergibt sich aber auch die Konsequenz, dass ein 29er Bike fuer die eigenen Beduerfnisse einfach nicht optimal geeignet ist.
Fuer gross gewachsene Fahrer stellt sich dieses Problem gar nicht. Endlich kann man ein optisch stimmiges Bike fahren, ohne endlose Spacertuerme unter dem Vorbau.

Wenn man die Werte (4) und (5) verfuegbar hat, kann man sich daran machen, Twentyniner mit vergleichbaren Geometrien zu finden.
Den Wert (4) am 29er kann man den Angaben der jeweiligen Fahrrad- bzw. Rahmenhersteller entnehmen. Er ist in gewissen Grenzen durch unterschiedlich lange Vorbauten, Sattelstuetzen und Sattelpositionen veraenderbar.
Den Wert (5) (a) am 29er kann man aus den Werten fuer den Raddurchmesser (622 mm) , die Reifenhoehe (100 mm fuer 2x 50 mm Reifenhoehe), der Hoehe der Gabelbruecke (ca. 50 mm), dem Federweg und der Hoehe des Steuerrohres abschaetzen. Die addierten Werte ergeben ungefaehrt die Ueberstandshoehe am Steuerrohr.
Den Wert (5) (c) kann man aus den Angaben des Herstellers zu Rahmenhoehe errechnen, wenn der BB drop und Sitzrohrlaenge (Mitte-Mitte) angegeben sind. Dazu wird der Laufradradius zur Sitzrohrlaenge (Mitte-Mitte) addiert, und davon der BB drop abgezogen. Dazu werden dann noch etwa 40 mm addiert, um die Abweichung der Rohrmitten zu kompensieren. Dies ist kein exakter Wert, da weder die Rohrdurchmesser genau beruecksichtigt werden, noch die Neigung des Sitzrohres in die Berechnung eingeht. Trotzdem kann es als Anhaltspunkt gute Dienste leisten.
Der Wert (5) (b) ist der Mittelwert von (5) (a) und (5) (c). 


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