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Manitou Minute 29 Absolute


Kauf & Lieferung.
Ich hatte die Gabel bei JensonUSA gekauft. Sie war stark reduziert, ohne Zoll und Versand hat sie mich weniger als 300 US$ gekostet. Die Gabel kam hier gut verpackt im Karton an.

Optik und Verarbeitung:
Die Gabel hat weiss lackierte Tauchrohre, und eine glaenzend polierte Krone aus geschmiedetem Aluminium. Die Standrohre haben einen Durchmesser von 32 mm und sind ebenfalls aus Aluminium. Die Gabel ist sehr leicht, ca. 1.7 kg, und hervorragend verarbeitet. 



Funktion:
Die Gabel verfuegt ueber das Absolute Damping System von Manitou, mit dem sich das Ansprechverhalten in 6 Stufen bis hin zum Lockout verstellen laesst. 
Ich habe die Gabel jetzt einige Zeit probegefahren. Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit. Sogar mit dem Schnellspanner ist sie ausreichend - nicht ueberragend - steif, recht leicht, und schluckt so ziemlich alles weg, was sich ihr in den Weg stellt. 
Das Plattform-System funktioniert gut, und ich benutze tatsaechlich (fast) alle moeglichen Positionen fuer ein je nach Strecke optimales Federungsverhalten. Allerdings ist das Klacken recht laut, und tritt in allen Hebelpositionen zwischen Lockout und komplett offen auf, nur in den Extrempositionen ist es nicht zu hoeren. 
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass beim tiefen Einfedern das reverse arch System an meinem Steckschutzblech anschlaegt, was bereits zum Abplatzen von Farbe an der Bruecke gefuehrt hat. Nicht ganz so schoen, aber durch etwas mehr Druck in der Gabel vermeidbar. 

Im Dauereinsatz:
Ich hatte lange das Gefuehl, dass die Gabel zu weich waere, und bin deswegen mit dem Druck hoeher gegangen, teilweise ueber 12 bar. Damit hatte ich dann meine 20% SAG, und bin eine Zeitlang damit herumgefahren. Interessanterweise war die Gabel dann zwar straffer, aber vom Komfort her wesentlich schlechter als meine Marzocchi MX comp 29er. Und irgendwo hatte ich dann mal gelesen, dass die Manitou so ausgelegt waere, dass man sinnvollerweise den gesamten Federweg nutzen sollte, also auch gelegentliche Durchschlaege in Kauf nehmen sollte. Und das habe ich dann seitdem getan und bin mit dem Druck wieder etwas heruntergegangen. Dadurch hat der Komfort sich deutlich verbessert, auch wenn er immer noch nicht mit dem meiner Marzocchi mithalten kann.
Die Steifigkeit meiner Gabel ist nicht so gut, wie ich das gerne haette. Bei meinem Gewicht von etwa 110 kg fahrfertig und Avid Code Bremsen kann ich beim Bremsen zusehen, wie sich die Gabel nach hinten durchbiegt. Ausserdem knackt und knarzt es lautstark. Ich denke, dass die 120 mm Federweg fuer eine Gabel mit Schnellspanner in dieser Gewichtsklasse schon das obere Limit darstellen. Ich wuerde mir denke ich beim naechsten Mal lieber die Version mit der Steckachse holen, insbesondere, da diese nur wenig teurer war.



Langzeiterfahrungen:
Ich habe die Gabel inzwischen seit etwas ueber einem Jahr. In dieser Zeit bin ich damit etwas ueber 5000 km gefahren, Sommers wie Winters, und habe die Gabel durchaus staerker belastet. Das Knacken und Knarzen ist immer noch da, allerdings ist die Gabel noch nicht gebrochen. Leider hat sich die Funktion deutlich verschlechtert, das Ansprechverhalten kann in keinster Weise mit dem der Marzocchi MX Comp mithalten. 
Schoen ist auf jeden Fall die grosse Federwegsreserve von 120 mm, die auch wirklich voll genutzt werden koennen. Ich habe das Oel der Gabel einmal gewechselt, und seitdem hat sich das Ansprechverhalten wieder etwas gebessert. 


Preis:
Die 2010er Gabel mit QR gibt es momentan fuer ca. 300 Euro bei Bike-components.

Zusammenfassung:
Alles in allem ein guter Kauf, obwohl mein Gewicht und meine Fahrweise die Gabel schon an ihr Limit bringen.

Andere Meinungen:


Update vom 02.10.2010

Ich habe die Gabel vor einigen Tagen zerlegt, um das Oel in den Tauchrohren zu wechseln, die Dichtungen und Oelabstreifringe gruendlich zu reinigen und dadurch das Ansprechverhalten zu verbessern. Dabei ist mir folgendes aufgefallen:
  • Die Standrohre waren beidseits auf Hoehe der Oelabstreifringe korrodiert, die Hartanodisierung war beschaedigt und an einer Stelle auf einer Flaeche von etwa 2x1 cm komplett verschwunden. Stattdessen hatte sich eine rauhe Flaeche aus korrodiertem Aluminium gebildet.
  • Die Oelabstreifringe waren mit einer Oel-Wasser Emulsion vollgesogen
  • Die Standrohrdichtungen (Evil Genius Seals) waren in sehr gutem Zustand, und konnten direkt wiederverwendet werden
  • Die Oelfuellung im rechten Tauchrohr hatte sich in eine weissbraune Emulsion verwandelt. 
  • Die Buchsen in beiden Tauchrohren hatten noch kein spuerbares Spiel
Die Korrosion an den Standrohren liess sich mit etwas feinem Schleifpapier beseitigen. Es sieht natuerlich nicht mehr so schoen oder glatt aus wie vorher. Ich habe dann nur das rechte Federbein neu mit 20 ml Synthetikoel 0W-40 befuellt, im linken Federbein war noch ausreichend rotes Fett vorhanden. Nach dem Zusammenbau der Gabel ist das Ansprechverhalten jetzt deutlich besser, die Gabel funktioniert jetzt wieder (fast) wie neu. 



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