Ich ging über den Platz vor St. Heinrich und Kunigund. Dort spielen bei schönem Wetter immer die Kinder.
2 ungefähr 5-jährige Mädchen sprachen mich an: “Hast du eine Schere?“ Ich verneinte und fragte nach dem Grund, weil ich vielleicht anders hätte helfen können.
Doch sie wollten nichts verraten.
“Wollt ihr die Haare abschneiden?“, fragte ich lachend. (Die eine Kleine hatte hübsche Zöpfchen.)
Nee, das wollten sie natürlich auch nicht, hatten jedoch ihren Spaß daran.
Dann aber kam die entscheidende Frage:
“Bist du arm?“
Während ich noch genauer über eine Antwort nachdachte, kam schon die Prüfung:
“Hast du ein Haus?“
“Ich habe kein Haus, aber ich wohne in einem Haus.“
“Hast du Geld?“
“Ein bisschen Geld habe ich, nicht viel, aber ein bisschen.“
“Dann geben wir dir etwas Geld ab!“
“Das finde ich aber lieb von euch!“ bedankte ich mich angenehm überrascht bei ihnen.
Während die Kinder zur Mutter liefen, um ihr von ihrer Begegnung mit der armen Frau zu erzählen,
ging ich schmunzelnd weiter meines Weges.
Und weil mir die Geschichte so gut gefiel, erzählte ich sie beim Abendessen gleich meinen Mitschwestern, die ebenfalls ihre Freude daran hatten…