http://www.handelszeitung.ch/politik/bund-und-wirtschaft-wollen-jugendliche-jobs-bringen-745411
…. wollen Bund und Wirtschaft Jugendliche gemeinsam stärker in den Arbeitsprozess einbinden. Eine erste Studie bescheinigt dem Ansinnen eine hohe Erfolgsquote.Oder soll hier bereits eingeübt werden, was die Daseinsberechtigung ausmacht, ausmachen soll? Was von allen Bürgern verlangt und erwartet wird.
Der Dachverein «Check Your Chance» soll Jobs schaffen.Aha, darum geht es. Aber ist das wirklich die Aufgabe der Wirtschaft. Oder gar die Aufgabe der Politik?
Der starke Franken droht sich auch negativ auf die Jugendarbeitslosigkeit auszuwirken.….. mit gezielten Programmen Gegensteuer geben.Hier wird alle Logik über Bord geworfen. - Für eine funktionierende Gesellschaft bedarf es a) einer Arbeitsleistung, die alle benötigten Güter und Dienstleistungen bereitstellt und b) ein ausreichendes Zugriffsrecht für alle Bürger auf genau dieses Arbeitsergebnis.
Wo jetzt passt da die Idee hin, es müsse „Jobs geschaffen“ werden?
Beitrag zur Verbesserung der Berufschancen junger Menschen.Dagegen ist nichts einzuwenden, dass die Berufschancen vorhanden sind. - Aber geht es wirklich darum. Oder wollen die Akteure nicht vielmehr unterbinden, dass die Haltung entsteht, „Ich brauche auf alle Fälle ein Einkommen. - Arbeit, Arbeit die ich suche, gibt es momentan jedenfalls nicht.“
Jugendliche integrierenIn den Arbeitsprozess einzubinden, sei das zentrale Anliegen des Vereins ...Erschließung ungenutzter inländischer Arbeitskräfte-Potenziale.Hier quillt wieder der Paternalismus aus allen Ritzen. „Jugendliche integrieren“. - Die Finger von den Leuten lassen, das ist die Aufgabe der Regierenden. - Heute werden ganz normale Bewohner so behandelt, als seien sie gerade aus dem Knast entlassen und müssten „integriert“ werden. Durch solches Getue werden jene Bürger kriminalisiert, die nicht umgehend einen Arbeitsplatz nachweisen können. - Wer „krank und straffällig“ oder ... arbeitslos ist, muss integriert werden.
Knapp 70 Prozent der Teilnehmenden schafften den Eintritt in die Berufswelt oder in eine Aus- oder Weiterbildung.Gesellschaftliche Kosten verringernDank den Wirtschaftskontakten könnten Jugendliche schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden, sagte Kim Schweri vom SAH. Und die öffentliche Hand könne dank den effizienten Angeboten die gesellschaftlichen Kosten verringern. Das sei ein Gewinn für alle Beteiligten.„Kosten verringern“. - Das hört sich so an, als ob die Wirtschaft und die Gesellschaft völlig unterschiedliche Welten wären, und die Gesellschaft sich etwas ersparen könnte, was dann „die anderen“, die Wirtschaft zu bezahlen hätte. - Dabei ist alles eins. - Wenn wir von Gesellschaft sprechen, meinen wir alle Bereiche. Kultur, Bildung, Erziehung, Wissenschaft, Verwaltung, Staatsführung, Politik, Wirtschaft, Produktion, Handel, Konsum, Freizeit; all das macht „die Gesellschaft“ aus.
Wer kommt auf die Idee zu meinen, die Gesellschaft könne sich etwas „ersparen“, wenn die Wirtschaft eine Aufgabe übernimmt?
Allerdings wäre es mehr als ulkig, wenn der Staat, sagen wir die Regierung, einmal auf die Idee käme, öffentlich zu verkünden, die Wirtschaft solle nicht mehr Güter produzieren und Dienstleistungen erbringen, diese Aufgabe würde jetzt von der staatlichen Verwaltung und der Beamtenschaft übernommen. - Wie bitte? Niemand würde das glauben, so ein Unfug wäre das.
Was aber sollen die Bürger davon halten, wenn der Staat sagt, er sei nicht für die Einkommen der Menschen zuständig, dass solle die Wirtschaft übernehmen. - Ist das nicht ein genauso grober Unfug?
Es ist nicht die Aufgabe der Wirtschaft, für Einkommen zu sorgen. Das ist die Aufgabe der Politik! - „Einkommen“ ist nichts anderes als die Verteilung der Wertschöpfung. Diese muss geregelt werden. Und hier ist es Aufgabe des Staates, für „Gerechtigkeit“ zu sorgen, mittels der Gesetzgebung. Es müssen Gesetze erlassen werden, die zu einer gerechten Verteilung der Waren und Dienstleistungen führen.
So darf es nicht sein, dass Teile der Bevölkerung benachteiligt werden. An diesem Unrecht durch unzureichende Gesetze ist dann der Staat (die Parteien und Politiker) schuld.