Post date: Feb 26, 2011
Ich hatte ja schon mal über meine Erfahrungen mit maxdome.de geschrieben. Kurz: gute Sache, Technik funktioniert, Filmauswahl in englisch war noch nicht so gut, aber in der Zwischenzeit werden alle neue Filme auch in OV (Original-Version) angeboten. Nur der Preis mit 3€ - 5€ pro Film (für 48h) ist eigentlich ein bisschen hoch.
Zusätzlich habe ich dann mal versucht, einfach ein paar DVDs über eBay zu kaufen. Das funktioniert im Prinzip auch ganz gut, ich beschränke mich auf einen Angebotspreis bis zu 2€ und zahle dann noch mal maximal 2€ Porto. Und siehe da: ich habe einen Film in deutsch und englisch dauerhaft für einen Preis, der gleich oder billiger als maxdome ist.
Gut -- das schafft man auch nur mit ein bis zwei Jahre alten Filmen.
Dann habe ich über dieses Vorgehen mal ein bisschen nachgedacht... Wie sieht denn der Geldfluss eigentlich aus:
1. maxdome.de
für jeden Film zahle ich den Preis an maxdome
das setzt ein Übertragungsmedium voraus (Internet), das ich ohnehin habe, aber auch dort zahle ich an einen Anbieter für den Transport (nicht nur von Filmen)
2. eBay
zuerst bezahlt jemand für die DVD; das Geld geht an die Produktionsfirma
die DVD wird dann zum Käufer geschickt, daran verdient nochmal die Post (entweder direkt oder auch indirekt, wenn z.B. amazon.de die Lieferkosten übernimmt.
Dann wird die DVD bei eBay verkauft
Geld wird vom Käufer and den Verkäufer gezahlt
die Post verdient wieder am Transport der DVD
3. DVD Verleih/Versand (z.B. LOVEFILM)
man zahlt monatlich einen Betrag an den Verleih und kann sich eine bestimmte Anzahl von DVDs monatlich zuschicken lassen.
Welche Filme das genau sind, hat man nicht immer unter Kontrolle, das funktioniert mit einer Wunschliste
der Nutzer zahlt an den Verleih
die Post verdient am Transport
Was wäre nun wenn man den eBay-Ansatz über eine online-Plattform abbildet. D.h. man "verkauft" die jeweiligen DVDs, aber statt sie zu verschicken, kann man sich die Filme online ansehen.
Dazu braucht man einen Anbieter, der den Kauf/Verkauf und das Streaming organisiert.
der Nutzer zahlt einem Provider dafür, dass er ihm einen gekauften Inhalt über das Internet on-demand ansieht. Man kann aber nur Filme streamen, die man auch gekauft hat.
nachdem man einen Film gesehen hat, kann man ihn zum Verkauf markieren. Jemand anderes kauft den Film, man bekommt das Geld gutgeschrieben und dann kann der Verkäufer den Film nicht mehr streamen, aber der Käufer kann es dann tun.
Wie fließt da nun das Geld:
1. Filme einstellen:
man besorgt sich eine DVD und schickt diese zum Anbieter. Dieser muss sie einmalig (pro Film, nicht pro eingeschickter DVD) online verfügbar machen.
Dabei gehe ich davon aus, dass der Anbieter im Netz eine Film-Kopie genau so oft zum Streamen rausgeben kann, wie er physikalische Kopien hat.
die Post verdient einmal, dann nicht mehr
2. Filme kaufen/verkaufen:
der Verkäufer bekommt vom Käufer mindestens einen Teil des Anschaffungspreises zurück
der Anbieter bekommt das Streaming bezahlt
Die ganze Idee ist dabei, dasss das Streaming Angebot billiger sein muss, als eBay oder maxdome. Dann halte ich das für einen vernünftigen Ansatz.
Aber ist das legal? Ich würde mal sagen: ja. Aber ich bin kein Jurist, und manchmal ist das Gesetz nicht alleine mit gesundem Menschenverstand zu erschließen. ;-)
Und wer könnte sowas anbieten:
Zum Abschluss will ich auch nicht verschweigen, dass dabei vielleicht die Film-Produktionsfirmen zu kurz kommen und es irgendwann keine Filme mehr geben wird.
Die obige Beschreibung umgeht ja etwaige höhere Kosten (wenn eine DVD für den Verleih lizenziert wird) durch die Vereinfachung des Kaufens/Verkaufens, was rechtlich nicht eingeschränkt ist. Trotzdem fließt dann weniger Geld an die Film-Produktion.
Das ist dann wohl wieder ein Beispiel, wie technologische Möglichkeiten die Welt verändern können, bei dem es schwer ist, die Folgen abzuschätzen.