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In der Historie unserer Wandertouren taucht die heutige Wanderung (15.09.2024) ab Schloss Oberwerries in Hamm im Jahre 2022 schon einmal auf. Damals im September war die Teilnehmerzahl nach Abzug der Wanderführer mit zwei Personen recht übersichtlich. Die Strecke an sich spielt zwar jetzt nicht unbedingt in der „Bundesliga der Wanderwege“, ist aber dennoch aufgrund seiner wechselnden Abschnitte durchaus attraktiv und aufgrund der Nähe zu Welver interessant genug, um ihn noch einmal im Programm aufzunehmen. Natürlich verbunden mit der Hoffnung, dass die Teilnehmenden diesmal etwas zahlreicher mit auf den Weg gehen.
Die nachfolgende Beschreibung des Weges bedient sich der Ausführungen vom September 2022 und wurde um den aktuellen Verlauf ergänzt:
Nach der Anreise aus Welver setzten sich diesmal insgesamt 13 SGV’ler ab dem Schloss Oberwerries in Bewegung. Zunächst im leichten Bogen um das Wasserschloss herum, wo nach wenigen hundert Meter das Lippe-Ufer zum Halt zwingt. Hier wartet die Fähre „Lupia“ auf uns.
Schon zu Zeiten der alten Römer wurde der 220 km lange Nebenfluss des Rheins zum Transport von Gütern mit kleinen Schiffen befahren. Die Römer gaben dem Fluss den lateinischen Namen „Lupia“ und daran angelehnt wurde im Jahre 2013 die kleine Personenfähre am Schloss Oberwerries „Lupia“ genannt.
Diesmal ist die Gruppenstärke so groß, dass wir ordnungsgemäß mehrere Überfahrten benötigen, um alle Personen vom Nordufer ans Südufer zu transportieren. Die Besonderheit der 6,5 m langen Fähre ist, dass die menschliche Muskelkraft erforderlich ist, um das Gefährt in Bewegung zu setzen.
Zum obligatorischen Gruppenfoto springen alle noch einmal zusammen auf die Fähre, bevor dann südlich der Lippe durch das angrenzende Naturschutzgebiet „Lippeauen“ die Wanderung fortgesetzt wird.
Mit der Überquerung der Landesstraße L 736 verlassen wir diesen Abschnitt und tauchen unmittelbar in einen Waldbereich ein, der hier den Namen Ostholz trägt. Ein mit schönen Wegen und Pfaden durchzogener Forst zwischen dem Datteln-Hamm-Kanal und den bereits erwähnten Lippeauen.
Der Datteln-Hamm-Kanal ist dann auch der nächste erwähnenswerte Punkt entlang der Strecke. Kurz führt uns der Weg an dieser Bundeswasserstraße entlang bis zum ehemaligen Kohlehafen. Die noch verbliebenen Spundwände und ein hier sichtbar breiterer Kanal deuten auf die frühere Funktion als Hafen hin. Hier wurde ab 1935 Kohle von der Zeche in Ahlen auf Schiffe verladen. Mit der Schließung der Zeche im Jahre 2000 hatte die Zechenbahn und der Hafen ausgedient.
Wir nutzen den Bereich für eine erste kleine Unterbrechung, denn die Sonne hat Kraft bekommen und der eine oder andere entledigt sich seiner Jacke. Auch hier nutzen wir den Ort für ein Gruppenfoto.
Auf der heute zu einem Fuß- und Radweg umgebauten ehemaligen Bahntrasse führt uns anschließend der Weg dann nordwärts Richtung Ahlen. Es geht vorbei am nächsten Naturschutzgebiet „Haarener Baggerseen“, in dem sich auch die Saunalandschaft „Gut Sternholz“ befindet.
Auf der Trasse der ehemaligen Zechenbahn
Auf Höhe des Ahlener Stadtteils Dolberg verlassen wir die alte Trasse der Zechenbahn und gelangen zum östlich des Ortes liegenden Friedhof. Nach kurzer Trinkpause durchqueren wir die urbanen Siedlungen, um schließlich nördlich der Wohnhäuser wieder in die freie Landschaft zu gelangen.
Leichter Anstieg nördlich von Dolberg
Rastplatz mit südlichem Fernblick
Das Gelände ist hier leicht wellig und verdeutlicht, dass wir uns am südlichen Ausläufer der Beckumer Berge befinden. Eine schöne Erhöhung mit zwei Ruhebänken präsentiert sich als geeigneter Platz für eine längere Pause. Hier reicht der Blick Richtung Süden bis zum Haarstrang, im Osten bleiben die Augen am Kraftwerk von Hamm-Schmehausen hängen, im Süden sind in der Ferne auch die Wassertürme von Hamm-Berge zu erkennen.
Weitblick bis zum Haarstrang
Nach der Pause treffen wir auf den Weitwanderweg X1 des Westfälischen Heimatbundes im nächsten Forstabschnitt mit der örtlichen Bezeichnung „Halberg“. Wieder ein schöner Abschnitt mit schmalen Pfaden und teilweise weichem Waldboden.
Nach Verlassen des Waldes liegt linke Hand der Strecke das Naturschutzgebiet „Teufelsschlucht“. Der Name lässt mehr erwarten, als man tatsächlich erleben kann. Dennoch trägt auch dieser Abschnitt zur Abwechslung bei. Die „Teufelsschlucht“ umfasst ein bewaldetes, etwa 350 m langes und bis zu 15 m eingetieftes Kerbtal. Die teilweise sehr steilen Talhänge sind überwiegend mit Eschen, Stileichen, Pappeln und Nadelhölzern bewachsen. Im Talgrund fließt ein kleiner Bach.
Die Landesstraße, die Dolberg mit Ahlen verbindet, wird überquert.
Ein letztes Mal geht es während der folgenden Passage auf einen schönen aber auch stellenweise schon recht zugewachsenen Waldweg.
Die lange Zufahrt zum Schloss Oberwerries ergibt sich für uns als Zielgerade der Tour, wo sich schließlich nach 15 km Strecke der Rundweg schließt.
Im Innenhof erwartet uns der Außenbereich des Schlosscafés. Wir nutzen einen für unsere Gruppe optimalen Tisch und lassen den Wandertag in geselliger Runde hier ausklingen.
Wdf., Text und Fotos: Andrea und Dirk Große