Mitteilungen

Programmänderung am 08.04.2017!!!

veröffentlicht um 08.03.2017, 09:22 von SGV Abteilung Welver

Die ursprünglich geplante 3. Etappe auf dem "Westfalenpilgerweg" wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, stattdessen erfolgt eine Wanderung in Paderborn:

Unmittelbar vor den Toren Paderborns bietet der „Alte Pilgerweg“ die Gelegenheit, eine Pause vom Alltag einzulegen und eine wunderschöne Tageswanderung durch idyllische Täler und eindrucksvolle Buchenwälder der landschaftlich abwechslungsreichen Paderborner Hochfläche zu unternehmen.

Anfahrt mit dem eigenen PKW ab Parkplatz Kirchwelver am 08.04.2017. Es werden Fahrgemeinschaften gebildet.  Mitfahrer zahlen pro gefahrenen km 0,05 €. Der Betrag wird auf die Fahrer aufgeteilt.

Streckenlänge ca. 20 km

Start: 8.45 Uhr Parkplatz Kirchwelver

Wdf.: Monika Friesdorf

Tel.: 02921/3460182

Von "Venedig" über den Kurbadweg nach "Walibo"

veröffentlicht um 23.02.2017, 02:25 von SGV Abteilung Welver


Am Sonntag, den 12.02.2017, waren wir zu Gast in Lippstadt, der größten Stadt im Kreis Soest. Aufgrund der Lippe und der Verästelung dieses Gewässers im Innenstadtbereich sowie der damit einhergehenden Vielzahl von Brücken auch gerne das „Venedig-Westfalens“ genannt.

Unsere Wanderführer Theresia und Hans Rottmann hatten an diesem Tag den „Kurbadweg“ für uns vorgesehen. Ein noch recht junger Wanderweg, der im Herzen der Lippe-Metropole direkt am historischen Rathaus beginnt.

Der erste Abschnitt ist erwartungsgemäß städtisch geprägt; es geht vorbei am Bürgerbrunnen und dem ältesten Restaurant Lippstadts - gleichzeitig eines der ältesten Gebäude der Stadt überhaupt - dem „Goldenen Hahn“ (erbaut im Jahre 1566). 

                          Foto: der "Goldene Hahn" in Lippstadt

Aber schon bald erreichen wir den der Stadt namensgebenden Fluss, die Lippe, und folgen ihr westwärts. Insgesamt geht es aber nordwärts, denn das Zwischenziel des Rundweges ist Bad Waldliesborn. Man spricht von der „schönsten Tochter“ Lippstadts (seit 1975 Stadtteil). Der Kurort - in der Region auch „Walibo“ genannt - liegt eingebettet in der Münsterländer Parklandschaft. Nachdem wir die Siedlungsbereiche von Lippstadt verlassen haben, erleben wir die Merkmale dieser Parklandschaft, indem wir die von Feldern, Wiesen, Weiden und kleinen Wäldchen geformte Gegend durchstreifen, dabei folgen wir schön artig immer der Wegekennzeichnung „L3“. 


Der Kurbadweg L3 führt uns schließlich in die Ortsmitte von Walibo. Nach rund 10 km Wegstrecke gönnt uns das „Orga-Team“ eine „Kaffee- und Kuchen-Pause“.

Nach der Stärkung führt der Wanderweg direkt durch den naheliegenden Kurpark, der sich zu dieser Jahreszeit naturgemäß farblich sehr reduziert präsentiert aber zumindest mit den Bronzeskulpturen des Künstlers Bernhard Kleinhans glänzen kann. Hier entstand auch das heutige Gruppenfoto (siehe am Anfang des Berichts!).

Foto: Im Kurpark "Walibo" mit Bronzeskulpturen

Dass Bad Waldliesborn früher sogar über einen Bahnanschluss verfügte, zeigt sich am nordwestlichen Rand des Kurparks. Hier treffen wir auf „Walibos gute Stube“, dem ehemaligen Bahnhof, der heute als kleine gastronomische Versorgungstation dient, gleichzeitig kann man hier auch Wissenswertes über die Geschichte des Ortes erfahren. Der Verlauf der ehemaligen Schienenstrecke, auf der 1979 der letzte Personenzug fuhr, ist als schnurgerader Weg hier noch gut zu erkennen. Damals lag Walibo direkt an der Bahnstrecke Lippstadt – Rheda-Wiedenbrück. Heute kann man an dieser Stelle einen Teil dieser alten Verbindung erwandern. Gleichzeitig befinden wir uns hier am nördlichsten Punkt unserer Tagestour, wir folgen dem alten Schienenweg nun südwärts wieder zurück Richtung Lippstadt.

Nachdem der Ort hinter uns liegt erreichen wir bald die Grünflächen rund um das kleine Gewässer mit dem Namen „Metzelfelder Kanal“. Diese Grünoase dient hier dem örtlichen Golfclub als „Spielwiese“. 

Foto: Golfplatz "Gut Metzelsfelde"

Die 27-Loch Anlage umfasst ein landschaftlich reizvolles Gelände von ca. 110 ha, inklusive 30 ha ökologischer Ruhezonen mit einer vielfältigen Flora und Fauna und gehört zu den 50 schönsten Anlagen Deutschlands. Unser Weg führt zunächst am Rande und dann direkt durch die ungewöhnlich wasserreiche Golfsportanlage. Dabei überqueren wir den „Metzelfelder Kanal“ und dann den „Boker Kanal“.

Foto: entlang am "Boker-Kanal"

Schon bald nähern wir uns wieder den Siedlungsbereichen und gelangen so zum Ausgangsort unweit der historischen Altstadt von Lippstadt zurück. Hinter uns liegen rund 17 km Tageswerk auf abwechslungsreicher Strecke bei trockenem Winterwetter und leicht frischem Wind. Ein abschließender Dank geht an die Organisatoren, bevor wir „Venedig-Westfalens“ Richtung „Mittelpunkt Westfalens“ wieder verlassen.


Wanderführer: Theresia und Hans Rottmann

Text und Fotos: Dirk Große

Nachlese zur Jahreshauptversammlung vom 03.02.2017

veröffentlicht um 12.12.2016, 09:37 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 11.02.2017, 04:37 ]


„Der Verein pflegt und fördert das WANDERN sowie den naturnahen und naturverträglichen Sport. Er setzt sich für eine sinnvolle Freizeitgestaltung durch entsprechende Angebote und Einrichtungen ein.“

So steht es im § 1 unserer Vereinssatzung. Dass wir diesen selbstlosen, gemeinnützigen Zweck auch wieder im letzten Jahr erfüllt haben, beweist unsere Tätigkeitsstatistik 2016.

Immerhin 26 Mitglieder kamen im China-Restaurant Li im Zentralort Welver zusammen, als unserer Vorsitzender Reinhold Großelohmann während der Jahreshauptversammlung am 03.02.2017 die Aktivitäten des vergangenen Wanderjahres Revue passieren ließ.

So wurden 2016 insgesamt 33 Veranstaltungen durchgeführt. Der Schwerpunkt lag mit 27 Touren klar im Bereich „Wanderung“. Auf dem Programm standen aber auch drei Radwanderungen, ein Bildervortrag zum französischen Jakobsweg, ein „Erste-Hilfe-Kurs“ und der Besuch einer Lesung im Rahmen des Krimifestivals „Mord am Hellweg“.

Aber auch bei den Wanderungen kam die Kultur nicht zu kurz, so wurden u.a. die Salzwelten in Bad Sassendorf besucht, im Rahmen einer Tagesfahrt nach Köln ging es in das Funkhaus des WDR, im Maxipark Hamm konnte das Herbstleuchten bewundert werden. Weitere Stationen hießen Externsteine, Möhneseeturm, Kloster Dahlheim, Rombergpark Dortmund und vieles mehr. Insbesondere der Besuch des Barfußpfades in Hamm-Herringen verschaffte den Teilnehmern mal ein ganz anderes Wander-Gefühl. Ich bitte um Verständnis, dass an dieser Stelle nicht alle Veranstaltungen erwähnt werden können.

Ein solch abwechslungsreiches Programm hatten wir wieder den Ideen und dem Einsatz der Wanderführer zu verdanken. Reinhold bedankte sich im Zuge seiner Ausführungen noch einmal besonders für diesen ehrenamtlichen Einsatz. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Theresia und Hans Rottmann sich zum wiederholten Mal im besonderen Maß für die Belange des SGV Welver verdient gemacht hatten und dementsprechend mit der Urkunde für die „aktivsten Wanderführer 2016“ ausgezeichnet wurden.

Nachfolgend ein paar Zahlen zur Statistik 2016:

Die 27 Wanderungen hatten zusammen eine Länge von 389 km. Es haben 315 Personen an diesen Touren teilgenommen, was einem Durchschnitt von rd. 12 Teilnehmern pro Wanderung entspricht. Die 315 Teilenehmer haben zusammen eine Strecke von 4.296 km erwandert.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden die fleißigsten Wanderer ausgezeichnet. Dies war bei den Frauen Andrea Große mit 171 km und bei den Männern Wolfgang Junker mit 293 km.

Bei den drei Radwanderungen wurde eine Strecke von insgesamt 157 km „erradelt“ (26 Teilnehmer).

Vorstandswahlen standen nicht an. Zur neuen Kassenprüferin auf zwei Jahre wurde Andrea Junker für die ausscheidende Britta Koop gewählt.


Wir hoffen, dass das Programm des bereits laufenden Jahres auch wieder einen ähnlich guten Zuspruch erfährt und wir im nächsten Jahr auf der Jahreshauptversammlung wieder von schönen Veranstaltungen und vielen fleißigen Wanderern berichten können.

 

PS: Wer Interesse hat, mal als Gast bei uns mitzulaufen, kann gerne bei uns „reinschnuppern“ und bei Gefallen unsere Wandergemeinschaft verstärken.

 

Das Gruppenfoto entstand während der Jahreshauptversammlung diesmal durch den Mitarbeiter des Soester Anzeigers Josef Holthoff. 

Für Notfälle gut gerüstet!

veröffentlicht um 25.11.2016, 09:14 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 26.11.2016, 03:33 ]

Samstag, 19. November 2016

Stabile Seitenlage, Reanimation, Druckverband anlegen! Alles schon einmal gehört, aber wenn man ehrlich ist, liegt bei vielen die letzte Erste-Hilfe-Grundausbildung schon einige Zeit zurück. Im Alltag ist es durchaus wichtig auf gewisse Notfälle vorbereitet zu sein, dies gilt insbesondere auf unseren Wanderungen, wo wir oft in größeren Gruppen unterwegs sind und immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann.

Foto: Lernwillige Wanderer mit Erste-Hilfe-Trainer Ralf Wischnewski (2.v.l.)

Um nun die Kenntnisse in diesem Zusammenhang wieder aufzufrischen, trafen sich 14 Mitglieder und vor allem Wanderführer im Gasthof Witteborg in Dinker zu einem Tagesseminar. Durch Ralf Wischnewski von den Johannitern wurden die Teilnehmer sehr anschaulich und kurzweilig durch die verschiedenen Themen geführt. Z.B.:

Was immer richtig und wichtig ist: Vorgehen am Notfallort

Was tun Sie, wenn jemand bewusstlos ist? (z.B. stabile Seitenlage, Helmabnahme)

Was tun Sie, wenn jemand keine Atmung hat? (z.B. Herz-Lungen-Wiederbelebung)

Was tun Sie, wenn jemand „Probleme in der Brust“ hat? (z.B. bei einem Herzinfarkt)

Was tun Sie, wenn sich jemand verletzt hat? (z.B. Stillen bedrohlicher Blutungen)

 

Foto: während der praktischen Übung "Reanimation"

Der geschulte Erste-Hilfe-Trainer verstand es dabei auch eher trockene Sachverhalte humorig vorzutragen und die Teilnehmer stets mit einzubinden, so dass die Konzentration nicht nachlies. Bei aller Theorie lockerten auch praktische Übungen wie z.B. das Trainieren der eingangs erwähnten stabilen Seitenlage den Kurs auf.

So entstanden z.B. bei der Übung zum Anlegen eines Druckverbandes auch durchaus komische „Bilder“, die eher an ein Treffen der „anonymen Osterhasen“ erinnerten.



Mit den neu erworbenen oder wieder aufgefrischten Kenntnissen und Fertigkeiten der Ersten Hilfe sind wir nun im Alltag und auf unseren Touren bei entsprechenden Notfällen gut gerüstet.

Abschließend noch einmal ein "Dankeschön" an Ralf Wischnewski für einen lehrreichen und kurzweiligen Erste-Hilfe-Kurs. Dank an das Team vom Gasthof Witteborg für die Bewirtung und an die Organisatorin der Veranstaltung Andrea Große.

 

Unterwegs zwischen Kurpark, Bürghügel und Geithe

veröffentlicht um 08.11.2016, 10:17 von SGV Abteilung Welver

Hamm ist nicht gerade bekannt als Wandermetropole, dennoch haben wir in diesem Jahr schon mehrfach die wegemäßige Infrastruktur unseres Nachbarn gerne in Anspruch genommen. Auch die Strecke, die Franz Stenzel für uns am Sonntag, 06.11.2016, ins Programm genommen hat, haben wir in ähnlicher Abfolge schon einmal vor gut zwei Jahren erwandert.

 

Der Vorzug für Hamm erklärt sich zunächst natürlich aus der für uns räumlichen Nähe, sprich kurzen Anreise. Insbesondere die Wege der heutigen Rundtour zwischen Kurpark, Geithe und Datteln-Hamm-Kanal sind auch bei schlechtem Wetter gut begehbar und insofern das ganze Jahr als Wanderstrecke geeignet. Es hat zudem seinen eigenen Reiz, im eigentlich städtischen Bereich geeignete Wanderwege zu finden bzw. so zu kombinieren, dass unter Einbeziehung von Naturräumen, Parks und Grünanlagen eine abwechslungsreiche Tour draus wird.


Diese Vorgaben erfüllt auch unser heutiger Rundkurs, der direkt am Kurpark von Bad Hamm beginnt. Auf den ersten Metern durch die herbstliche Grünanlage treffen wir schnell auf das imposante 41 m lange und 9,5 m hohe Gradierwerk, das hier seit dem Jahre 2009 den Park bereichert. Von hier setzen wir unseren Weg entlang der Ahse in südliche Richtung bis zum Burghügel Mark fort. An diesem für die Stadt Hamm bedeutenden Ort - wurde doch hier im Jahre 1226 von Graf Adolf von der Mark die Stadt Hamm gegründet - ist das heutige Gruppenfoto entstanden.

Foto: an der Gedenktafel Burghügel Mark

Zur 750-Jahr-Feier wurde auf dem Burghügel eine Gedenktafel errichtet. Von der Burg selbst ist nichts mehr vorhanden, lediglich die Grundmauern verdeutlichen den ursprünglichen Standort.

In der Nähe des Burghügels mündet das kleine Fließgewässer „Geithe“ in die Ahse. Der Geithe folgen wir nun entgegen ihrer Fließrichtung auf dem Uferrandweg ostwärts, bis wir auf ein Naherholungsgebiet treffen, das nach der Geithe benannt wurde. Die Wege des schönen Wäldchens nutzen vor allem laufbegeisterte Jogger für ihr Training. Wir nutzen einen dortigen Rastplatz für die erste große Pause nach etwa der Hälfte der geplanten Tagesstrecke.

 

Foto: entlang des Datteln-Hamm-Kanals

Der größte Teil des zweiten Etappenabschnittes  wird auf dem Uferrandweg des Datteln-Hamm-Kanals zurückgelegt. Hierbei geht es entlang dieser Bundeswasserstraße stadteinwärts, bis wir die Adenauer-Allee und anschließend wieder den Kurpark erreichen.

Die Abwesenheit von schweißtreibenden Anstiegen einhergehend mit eher trübem Herbstwetter hatte zur Folge, dass die 13 Teilnehmer starke Gruppe auf der rund 16 km langen Tagesstrecke in recht flottem Tempo unterwegs war und bereits nach etwa 3,5 Stunden wieder am Ausgangsort eintraf.

Abschließend ein Dank an Franz, der in den einstweiligen „Wanderführer-Ruhestand“ geht, denn er wird im nächsten Jahr nicht mehr als Wanderführer im Einsatz sein. Da nichts gegenteiliges bekannt ist, ist aber dennoch stark davon auszugehen, dass wir ihn auch im nächsten Jahr als aktiven Wanderer bei unseren Touren sehen.

 

Wdf.: Franz Stenzel

Text und Fotos: Dirk Große

Auf dem Hüstener Freiheitsweg

veröffentlicht um 05.11.2016, 09:53 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 06.11.2016, 23:18 ]

Da, wo die kleine Röhr und die große Ruhr aufeinandertreffen, da liegt Hüsten. Heute Teil der Stadt Arnsberg, von 1941 bis 1974 zusammen mit Neheim eigenständige Stadt.  Schon 1360 erhielt Hüsten von den Arnsberger Grafen die Rechte einer Freiheit, was bedeutete: die Bürger waren frei, durften einen eigenen Bürgermeister wählen und ihren Ort selbst verwalten, und das ganz ohne Stadtrechte.

650 Jahre später dachten sich der Sauerländische Gebirgsverein und der örtliche Heimatkreis, dass es Zeit wäre, zur Erinnerung an die mittelalterliche Freiheit einen schönen Rundweg um Hüsten nach dieser Begebenheit zu entwickeln. Am 3. Oktober 2010 schließlich wurde der „Hüstener Freiheitsweg“ feierlich eröffnet.

 

Theresia und Hans Rottmann hatten diesen 18 km langen Rundkurs für uns am 30.10.2016 als Tagesprogramm ausgesucht. Wobei Theresia wohl nicht ganz zufällig auf die Strecke aufmerksam wurde, denn, so wie sie berichtete, hat sie ein Teil ihrer Schulzeit in Hüsten verbracht, so dass eine Verbindung zu dieser Region seit je her besteht.

Der Hüstener Freiheitsweg beginnt recht urban im Zentrum des Ortes an der Pfarrkirche St. Petri. Die Glocken des im 12. Jahrhundert als Nachfolger einer Holzkirche erbauten Gotteshauses läuten für uns beim Aufbruch wie ein Startschuss. Der direkt angrenzende Bereich diente bis 1908 als Friedhof. Heute präsentiert sich die alte Begräbnisstätte als schöner Park. Während wir die Grünanlage durchqueren ergibt sich ein Blick auf Haus Hüsten, einem ehemaligen Adelssitz, deren Geschichte bis in das 13. Jahrhundert zurückreicht. Das Bruchsteinhaus aus grünem Sandstein wird heute als Museum und Standesamt genutzt.

 

Foto: Haus Hüsten

Ziemlich schnell erreichen wir die Ruhr, so dass es die Wegeführung ermöglicht, ausgehend von der St. Pertri Kirche, zügig das städtische Umfeld hinter sich zu lassen und sich so der erste Naturgenuss einstellt. Wir folgen dem Fließgewässer flussaufwärts auf schmalem Pfad.

 

Bevor die Gruppe in Sichtweite des Waldgebietes Herbremen südwärts abbiegt, macht ein 5,50 m hohes Betonkreuz mit lebensgroßem Corpus auf sich aufmerksam. Fritz Cöppicus hat das mittlerweile nach ihm benannte Kreuz 1948 in der schweren Nachkriegszeit errichten lassen. Er löste damit ein Gelöbnis ein, das er zu Beginn des 2. Weltkrieges dem damaligen Pfarrer gegeben hatte. Cöppicus hatte damals gelobt, wenn seine Familie den Krieg heil übersteht, lass ich auf meinem Grundstück ein Wegkreuz errichten.

 Foto: Cöppicus-Kreuz


Die anschließend hier offene, hügelige Landschaft am Fuße des Spreibergs (277 m) ermöglicht schöne Aussichten auf Hüsten und auf die gegenüberliegenden Höhen des Arnsberger Waldes. 

Foto: offene Landschaft am Fuße des Spreibergs

Nach einer kurzen Waldpassage und entlang einer Kleingartenanlage sowie durch Siedlungsbereiche von Alt-Hüsten erreichen wir dann das Tal der Röhr. Das Gewässer entspringt bei Sundern und mündet nach 29 km in Hüsten in die Ruhr. Nach gut einem Drittel unserer Tagesstrecke machen wir hier die erste Trinkpause.

Der Freiheitsweg insgesamt ist von einem stetigen Wechsel der Kulisse geprägt. Diese Abwechslung lässt - im positiven Sinn - optisch keine Ruhe aufkommen. Es bleibt immer irgendwie spannend, was der nächste Abschnitt an „Erlebnispunkten“ bietet. Dies kann ein schmaler Pfad sein, dann eine aussichtsreiche Freifläche, ein Bauwerk, eine Naturlandschaft entlang eines Gewässers, ein schöner Herbstwald, selbst eine Kleingartenanlage oder die Durchquerung eines Siedlungsbereiches tragen zur Abwechslung bei.


Foto: am Hexentanzplatz

So passieren wir nach Verlassen des Röhrtals, den Hexentanzplatz, einen Golfplatz, den Hüstener Ortsteil Mühlenberg, das Rumbecker Holz mit dem Waldfriedhof bevor wir dann die Ruhr über die Pickenhainbrücke überqueren. Von der Brücke hat man einen schönen Blick auf die hier renaturierte Ruhr.

 Foto: renaturierte Ruhr

Nur kurze Zeit später kommt es zu einer angenehmen „Wanderunterbrechung“, denn Theresia und Hans haben nach rund 11 km Strecke an dieser Stelle am Ufer der Ruhr eine Einkehr ins „R-Café“ vorgesehen. Im sonnendurchfluteten Gastraum des Café-Bistros genießen wir den goldenen Oktober bei Waffeln und Getränken.

Um die gerade zugeführten Kalorien auch sogleich wieder zu verbrennen, hat die Wanderleitung nach Verlassen des Ruhrtales noch einen pulstreibenden Anstieg vorgesehen. Es geht auf den 267 m hohen Ruschenberg. Die „Gipfelbesteigung“ wird mit einem schönen Weitblick belohnt. Auch die sich anschließende, waldreiche Passage gestaltet sich recht wellig, wobei hierbei der „Kleine Hirschberg“ mit seinen 272 m  erklommen wird. Am Waldrand eröffnet sich dann wieder ein weiter Blick auf eine große Wiese zur Linken und auf Hüsten mit seiner Petri-Kirche zur Rechten. Unterhalb des als „Breloh“ bezeichneten Naturraums war in den Nachkriegsjahren eine kleine Märchenlandschaft aufgebaut. Die durch Wasserkraft sich bewegenden Märchenfiguren und eine Spielwiese mit großer Rutsche waren damals ein beliebter Treffpunkt. Von all dem ist heute allerdings nichts mehr zu sehen.

 

Foto: Bereich "Breloh"

Durch das kleine Erlenbachtal verläuft der Freiheitsweg dann wieder zurück zur Ruhr, wobei wir zuvor noch Sportanlagen mit dem Freizeitbad „Nass“ passieren. Nach der erneuten Überquerung der Ruhr schließt sich der Kreis und wir gelangen über den eingangs erwähnten alten Friedhof zurück zur Petri-Kirche.

Einschließlich der Zuwegung liegen respektable 19 km Wegstrecke und rund 350 Höhenmeter hinter uns. Der Leser möge die heute etwas längere Tourbeschreibung verzeihen. Dies ist dem abwechslungsreichen Weg geschuldet, wobei von den insgesamt 36 Erlebnispunkten entlang der Strecke an dieser Stelle nur ein kleiner Teil näher beschrieben wurde.

 Neben einer schönen Strecke hatte unsere Wanderleitung auch noch das passende Herbstwetter mitgeliefert, so dass am Ende des Tages 10 zufriedene Wanderer Hüsten den Rücken kehren.

 

Wdf.: Theresia und Hans Rottmann

Text und Fotos: Dirk Große

 Quelle: www.ich-geh-wandern.de

Farbspektakel beim "Herbstleuchten" im Maxipark Hamm

veröffentlicht um 21.10.2016, 09:18 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 21.10.2016, 09:44 ]

Ich glaube, man muss niemandem in Welver etwas zum Maxipark in Hamm erklären. Jeder wird schon einmal Besucher des Freizeitparks gewesen sein, der seit der Landesgartenschau 1984 auf dem Gelände der stillgelegten Zeche Maximilian errichtet wurde. Der Glaselefant prägt als unübersehbares Wahrzeichen die Silhouette dieser Region der Stadt Hamm.

Normalerweise verlässt der Tagesgast den Park, wenn sich die Dunkelheit über die gärtnerischen Anlagen legt. Aber speziell im Oktober strömen die Besucher gerade dann herbei, wenn die Sonne untergegangen ist, denn seit 2009 findet alljährlich in dieser Zeit das Herbstleuchten statt. Für zwei Wochen verwandelt sich der Maxipark in ein fantasievolles Farbenmeer. Zauberhafte Lichtspielereien rund um den Glaselefanten, Lichtilluminationen aus Lichternetzen, Scheinwerfern und Projektionen lassen Bäume und Sträucher, Wiesen und Gebäude in wunderschönem Glanz erstrahlen und erschließen sich dem Betrachter manchmal erst nach genauem Hinsehen.

Wer das Farben-Spektakel nicht unbedingt alleine erleben wollte, hatte dieses Jahr die Möglichkeit, in der Gemeinschaft des SGV die „Route der Illumination“ zu erwandern. Andrea Große als Organisatorin hatte Dienstag, den 18.10.2016, als "Besuchstermin" auserkoren. 

Die „Schattenwand“ gleich hinter dem Haupteingang präsentiert sich als beliebtes Foto-Objekt, und so entsteht hier mal ein ganz anderes Gruppenfoto.


Neben den bunt leuchtenden Wegen mit den vielen Lichtkunstobjekten rechts und links lohnt sich zudem ein Besuch des Glaselefanten, 



wo man in diesem Jahr die außergewöhnlichen Figuren des Künstlerateliers Borowski bewundern kann, die besonders am Abend ihre farbenfrohe Ausdruckskraft entfalten.


Die Lichtspielereien lassen auch unser obligatorisches Gruppenfoto an anderer Stelle zu einem kleinen bunten Kunstwerk werden.


Der große Maxisee mit seinem Südufer zeigt sich unter dem Titel „Kunterbunt“.


Durchaus beeindruckt verlassen wir nach etwas mehr als zwei Stunden die Farbinszenierungen nicht ohne natürlich auch das gastronomische Angebot in Anspruch genommen zu haben.

Am 23. Oktober 2016 ist das "Leuchten" dann für dieses Jahr wieder vorbei und macht ein Jahr Pause.


Organisation: Andrea Große

Fotos: Dirk Große

Quelle:

www.maximilianpark.de

www.hamm.de

"Power-Wanderung 2016" - Marathon in Welver

veröffentlicht um 19.10.2016, 11:20 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 19.10.2016, 11:25 ]

Einige Veranstaltungen des SGV haben seit unserer Vereinsgründung eine alljährliche Wiederkehr erfahren, so dass man aufgrund der Regelmäßigkeit irgendwann berechtigt von einem Brauch oder einer Tradition sprechen kann. Auch die Powerwanderung findet sich nun schon zum 3. Mal im Jahresprogramm wieder. Diese von Reinhold Großelohmann organisierten Power-Touren zeichnen sich dadurch aus, dass sie die sonst übliche Streckenlänge überschreiten und die Wandergeschwindigkeit etwas erhöht ist. Also eine durchaus sportliche Aktivität, die eine größere Grundkondition erfordert und erfahrungsgemäß mit einer geringeren Teilnehmerstärke an den Start geht.

 

In den letzten beiden Jahren standen Wanderungen von Welver über Soest bis zur Möhne bzw. mit umgekehrtem Streckenverlauf auf dem Programm, wobei immer so um die 30 km Laufleistung zurückgelegt wurden. Dieses Jahr sollte die Kilometerleistung noch eine Steigerung erfahren. Reinhold hatte die Marathonroute Welver ins Visier genommen. Bekanntermaßen besteht diese längste olympische Laufdisziplin aus einer Länge von 42,195 km. Eine über diese Distanz permanent ausgeschilderte Strecke befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Welver. Dabei erfolgte die Streckenfestlegung so, dass alle Ortsteile der Gemeinde berücksichtigt wurden und man deshalb auch von der „20-Dörfer-Tour“ spricht.

Foto: Routen-Schilder entlang der Strecke

Das Komfortable ist, dass in regelmäßigen Abständen Routen-Schilder in der Örtlichkeit über die bereits zurückgelegte Entfernung informieren. Kleiner Wermutstropfen für Wanderer, es handelt sich überwiegend um asphaltierten Untergrund. Aber ansonsten ist die Marathonroute eine landschaftlich reizvolle und abwechslungsreiche Strecke mit teilweise schönen Ausblicken über die Kulturlandschaft bis zum Haarstrang.

Foto: am Start

Am Samstag, den 15.10.2016, trafen sich immerhin neun Wanderer am Start, um sich am frühen Morgen auf den (Marathon-) Weg zu machen. Das Wetter präsentierte sich mit wolkenverhangenem Himmel und angenehmen Wander-Temperaturen. Später waren zwar auch Schauer angesagt, aber größtenteils sollte es trocken bleiben…. also von oben, ansonsten sorgte ein zügiges Anfangstempo durchaus für eine ausgiebige Schweißbildung (zumindest beim Verfasser dieser Zeilen!). Gut, wer sich über 42 km als Tageswerk vorgenommen hat, sollte nicht trödeln, denn Mitte Oktober sind die Tage schon etwas kürzer und eine Nachtwanderung war nicht geplant.

 

Es würde sicher den Leser ermüden, den Verlauf der 42 km im Detail zu beschreiben. Insofern beschränken sich die weiteren Ausführen mehr auf die wesentlichen Fakten. So wurde, nachdem die Dörfer Illingen, Scheidingen und Flerke bewältigt waren, im Ortsteil Klotingen nach etwa 10 km die erste größere Pause eingelegt. „Verluste“ waren noch nicht zu verzeichnen, so dass es mit unveränderter Gruppenstärke auf den nächsten Abschnitt ging.

Foto: auf der Strecke kurz vor Schwefe

Ungefähr nach der Hälfte der Strecke reduzierte sich die Teilnehmerzahl dann auf sieben, nachdem im Ortsteil Borgeln zwei Wanderer (planmäßig) am dortigen Bahnhof den Schienenersatzverkehr (Züge fuhren an diesem Wochenende wegen Gleisbauarbeiten nicht) zurück nach Welver in Anspruch nahmen. Das Team reduzierte sich dann nach 28 km im Ortsteil Nateln auf sechs und nach 33 km in Eilmsen schließlich auf fünf.

Neun Stunden nach dem Start erreichten diese Fünf dann letztendlich nach respektablen 42 km das Ziel Welver. Der jeweilige Erschöpfungszustand ist dem Verfasser dieser Zeilen nicht bekannt, auf dem Finisher-Foto zumindest sehen alle noch recht frisch aus.

Lob und Anerkennung!

Finisher-Foto: v.l. Reinhold Großelohmann, Karl Heinz Hoppe, Andrea Niggemann, Georg Lutter und Franz Stenzel

Es bleibt nun ein Jahr Zeit sich auf die nächste Powerwanderung vorzubereiten, denn so viel kann schon verraten werden, die Tradition soll auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden, zumindest hat Reinhold durchsickern lassen, dass diesbezüglich Planungen laufen.

 

Wdf.: Reinhold Großelohmann

Text und Fotos: Dirk Große

Lesung im Rahmen des Krimifestivals "Mord am Hellweg"

veröffentlicht um 16.10.2016, 04:00 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 17.10.2016, 22:23 ]

Neben den Kernaktivitäten im Bereich „Wandern“ sind wir hin und wieder auch in Sachen „Kultur“ unterwegs. So nutzte Andrea Große die Gelegenheit, für uns die Teilnahme an einer Lesung im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Krimifestivals „Mord am Hellweg“ zu organisieren. Der Alte Schlachthof Soest liegt ja regional gesehen praktisch vor unserer Haustür, so dass  wir uns zum "veranstaltungsmäßigen Tatort" auf den Weg machten, als es hieß: >>Jörg Maurer gibt einige Passagen aus seinem Krimi „Schwindelfrei ist nur der Tod“ zum Besten.<<


Wer in der literarischen Krimiszene zu Hause ist, dem ist Jörg Maurer kein Unbekannter. Seine Alpenkrimis um den bayrischen Kommissar Jennerwein sind längst Kult. Aus dem mittlerweile achten Fall präsentierte Jörg Maurer am Donnerstag, 13.10.2016, vor ausverkauftem Haus eine Mischung aus Spannung und intelligentem Wortwitz. Aber ein Abend mit Jörg Maurer besteht nicht nur aus einer reinen Lesung, sondern – wie auch die Ankündigung „Krimikabarett deluxe!“ vermuten ließ – auch aus einer einmaligen Ein-Mann-Bühnenshow. 


Bei der Anmoderation zu Beginn des Abends wurde ein zweistündiges Programm avisiert, das der Medienpartner „WDR 5“ gleichzeitig für sein Programm aufzeichnete und im Januar 2017 an zwei Abenden den Radiohörern präsentieren wird.

Es wurde uns nicht zu viel versprochen. Jörg Maurer lieferte Unterhaltungsliteratur deluxe, die vor allem auch von seiner Dialekt-Fähigkeit lebte und die Zuhörer immer wieder zum Schmunzeln und Lachen brachte. „Ein kriminalistischer, humorvoller und sehr unterhaltsamer kurzweiliger Abend“, so das positive Urteil des SGV-Publikums aus Welver.

Es liegt die Vermutung nahe, dass wir in zwei Jahren bei „Europas größtem internationalem Krimifestival – Mord am Hellweg“ wieder mit dabei sind.

 

Abschließend noch ein paar Infos zum Autor Jörg Maurer 

(Quelle: www.mordamhellweg.de)


Jörg Maurer, 1953 geboren, stammt aus Garmisch-Partenkirchen. Er studierte Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaften und Philosophie. Maurer ist nicht nur Krimiautor, sondern auch Musikkabarettist. 

Jahrelang leitete er ein Theater in München und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kabarettpreis der Stadt München (2005). Darüber hinaus ist er zweifacher Preisträger des Agatha-Christie-Krimi-Preises (2005 und 2006) und erhielt, als seine jüngste Auszeichnung, 2013 den Radio-Bremen-Krimipreis. Ab April 2016 ermittelt Maurers Kult-Kommissar Jennerwein in seinem mittlerweile achten Alpenkrimi "Schwindelfrei ist nur der Tod" (Fischerverlage).

 


Organisation und Fotos: Andrea Große

Durch die Schoneberger Heide zum Schloss Hovestadt

veröffentlicht um 03.10.2016, 12:44 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 03.10.2016, 14:14 ]

Sonntag, 25.September 2016.

Bei der Namensgebung für Schoneberg soll ein „schöner Berg“ ursprünglich verantwortlich gewesen sein. Der alpine Wanderer wird natürlich in den Niederrungen der Gemeinde Lippetal vergeblich eine Geländeerhebung an dieser Stelle suchen, die tatsächlich nach seiner Sicht die Bezeichnung „Berg“ verdient hat. Aber alles ist relativ und so hat man wohl in dieser eher ebenen Region dünenartige „Bodenwellen“, die sich von ihrer Umgebung durch eine gewisse Höhe abgehoben hatten, als „Berg“ bezeichnet. Tatsächlich beträgt der Höhenunterschied ausgehend von der Lippe immerhin 20 m Richtung Schoneberger Heide. Ob Berg oder nicht, die Landschaft konnte wohl durch ihre eigenen Reize schon damals begeistern. 

Auch der gebürtige Soester Maler Otto Modersohn wusste die Landschaft zu schätzen und schwärmte: "Diese Schoneberger Heide bot moorige Striche, Heidegelände und Waldstücke mit einer großen Luftfeuchtigkeit, die den Farben eine warme und auch magische Leuchtkraft schenkte."

Die Schönheit der Landschaft ist bis heute unbestritten, wenn auch der Mensch unverkennbar Hand angelegt und die Naturlandschaft in eine Kulturlandschaft verwandelt hat.

Dies war bereits am Startort unserer Wanderung, am Land-Café Humbrechting, unweit der Ahse nicht zu übersehen, denn unter der Leitung von Wolfgang Junker durchstreiften die 14 Teilnehmer der Tour gleich zu Beginn die ackerbaulich geprägte Landschaft bis zur Ortschaft Schoneberg. Das Wetter meinte es gut mit uns an diesem Tag. Sonnig und trocken bei windstillen 28° hieß es im Wetterbericht. Zwischen den fruchtbaren Feldern und Wiesen kamen wir ganz gut ins Schwitzen, wobei dies durchaus auch einem respektablen Anfangstempo geschuldet war.

Foto: am Schloss Hovestadt

Auf dem Weg von Schoneberg weiter in nördliche Richtung trafen wir auf die Landesstraße L 636. Heute eine asphaltierte Piste für den motorisierten Verkehr zwischen Hovestadt und Eickelborn, früher ein sandiger Postweg mit tiefen Wagenspuren und etlichen morastigen Vertiefungen, die sich bei Regenwetter mit Wasser füllten. Schon 1739 beklagten sich die Fuhrleute der Postwagen über den miserablen Zustand dieser  Strecke.

Wir begleiteten die Straße ein Stück, um bald wieder nordwärts Richtung Lippe abzubiegen, wo sich die Parzellen dann weniger als Kulturlandschaft und wieder mehr als Naturlandschaft darstellen. Es handelt sich um Landschaftsschutzgebiete, die im Zuge der Lippeauen zum Schutz von Fauna und Flora festgesetzt wurden. Von mehreren erhöhten Beobachtungsposten kann man einen weiten Blick in das Gebiet werfen. Wir konnten an diesem Tag Störche und Fischreiher beobachten. Zur Wechselhaftigkeit der Kulisse trugen auch die hier vorhandenen Waldabschnitte bei, die wir auf dem Weg nun westwärts Richtung Hovestadt auf schönen Pfaden durchliefen.

Schließlich erreichten wir das Wasserschloss Hovestadt. Prägende Landmarke und der Ortschaft namensgebende Anlage. Ein Rittersitz, der später zu einer Burg ausgebaut wurde. Die heutige Anlage wurde als Wasserschloss Ende des 16. Jahrhunderts im Stil der Lipperenaissance errichtet. (Hofstatt: die Stätte, wo Hof gehalten wird)

Wie es heute dasteht, mit seinen beiden, im rechten Winkel angeordneten Flügeln und dem Turm vor der Spitze des Winkels, stellt es nur knapp die Hälfte von dem ursprünglich geplanten Bauprojekt dar. Es sollten ursprünglich vier Flügel, zu einem Quadrat zusammengeschlossen, einen Binnenhof umgeben, und außen an jeder Spitze des Quadrates sollte je ein Turm stehen.

Wahrlich ein gewaltiges Projekt, das zur Freude der heutigen Besitzer nicht verwirklicht wurde.

Foto: am Rathaus der Gemeinde Lippetal in Hovestadt

Im Dorf Hovestadt machten wir dann Rast unweit des Rathauses, das als Rathaus des „Amtes Oestinghausen“ im Jahre 1926 erstmals bezogen wurde. Der schöne Brunnen davor scheint aber erst später errichtet worden zu sein, zumindest trägt er die Jahreszahl 1987. Egal wann, gut, dass er da war, denn aufgrund der eingangs erwähnten Temperaturen waren wir für die mögliche Erfrischung dankbar.

Der Rückweg von Hovestadt zum Ausgangsort war insbesondere nach Verlassen der kleinen Ortschaft Nordwald wieder von der ackerbaulichen Kulturlandschaft geprägt. Auf befestigten und unbefestigten Wirtschaftswegen steuerten wir Gut Humbrechting an. Dieser an der Ahse liegende Gutshof wird erstmalig im Jahre 1224 urkundlich erwähnt und dient seit 1995 als Landcafé. Für unsere Wandergruppe war leider an diesem Sonntag aufgrund des großen Andrangs kein Plätzchen mehr frei. Und so kamen wir ganz unvorhergesehen in den Genuss der Bewirtung des in der Ortschaft Schoneberg ansässigen Gasthofes Schulte. Im familiären Ambiente des Biergartens ging so bei kühlen Getränken und noch kälteren Eisvariationen ein abwechslungsreicher Wandertag zu Ende.

Wanderführer: Wolfgang Junker


Fotos und Text: D. Große

 


Quellen:

www.felixbierhaus.de (historisches Archiv für die Lippe-Region)

www.lippetal.de

www.wikipedia.de

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