Mitteilungen

WANDERPLAN 2019 - 10 Jahre SGV Welver

veröffentlicht um 28.11.2018, 09:19 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 27.12.2018, 03:57 ]

Wir vom SGV Welver gehen ins 10. Jahr!
 
Auch das Programm für das Jahr 2019 
ist wieder sehr abwechslungsreich.
 


Ab sofort kann das Programm auf dieser Seite unter "Wanderplan 2019" angesehen und heruntergeladen werden.

Der Dank gilt den ehrenamtlich tätigen Wanderführern für ihre Ideen und Angebote, denn nur so entsteht ein über das Jahr verteiltes Programm aus Wanderungen, Radwanderungen und 
kulturellen Aktivitäten.

Viel Spaß beim Stöbern im "Wanderplan 2019". Bittet achtet dabei auch auf die Werbungen der Institutionen und Gewerbebetriebe, mit deren Unterstützung die Erstellung unseres Wanderplanes in Papierform erst möglich wurde.

Die Papierausfertigung liegt für alle Interessierten an vielen Stellen 
zur Mitnahme öffentlich aus.

Beim SGV Welver handelt es sich nicht um eine "geschlossene" Gemeinschaft, jeder, der Interesse an der Bewegung in freier Natur hat, kann gerne bei uns mal als Gast reinschnuppern und bei Gefallen Mitglied werden.

35 km - Powerwanderung 2018

veröffentlicht um 19.11.2018, 10:00 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 19.11.2018, 10:36 ]

Bestes Wanderwetter: Temperaturen um 10°, Sonnenschein und leichter Rückenwind, so startete die diesjährige Powerwanderung von Welver nach Neheim und zurück. Acht Wanderer/innen machten sich schon früh um 08:30 Uhr auf den Weg gen Süden.

Das leichte Frösteln am Treffpunkt war schnell vergangen. Die Sonne schien von vorn. Durch die Börde wanderten wir zum Haarstrang. In Marwicke nahmen wir den Jakobsweg nach Westönnen.

 


In der Feldflur zwischen Marwicke und Westönnen lud eine Sitzgruppe vor einem Kruzifix zur ersten Rast. Eine Stärkung bevor es zum Haarstrang ging war willkommen.

Immer geradeaus und aufwärts ging es nun nach Ense.

Ruhne war der erste Ortsteil, der uns willkommen hieß. Über Bremen ging es nach Höingen. 

Im Gewerbegebiet lud Bäcker Klapp zur Mittagsrast, bei Kaffee und Kuchen.

 


Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg nach Neheim. Der Herbstwald zeigte seine schönste Seite.


Durch raschelndes Laub wanderten wir die Möhne entlang. So gelangten wir nach Neheim. 23 km waren geschafft. Hier warteten wir 20 Minuten auf den Bus. Gutes Timing. Mit dem Bus fuhren wir nach Werl, um den Rückweg nach Welver anzugehen. Nach der langen Pause im Bus signalisierten die Beine, dass wir schon einige Kilometer gelaufen waren. Es dauerte etwas, bis die Schwere aus den Beinen wich. Die Muskeln waren „kalt“ geworden. Auf diesem Teil kam uns der eisige Wind entgegen. Die Schatten wurden immer länger. Die nahende Dunkelheit beflügelte die Schritte. Das Tempo wurde schneller. War es die Dunkelheit, der kalte Wind oder die Einladung, in Lutters Wintergarten? Genau war das nicht zu sagen. Auf jeden Fall ging es zügig nach Scheidingen. Die letzte Rast wärmte uns auf und die Getränke ließen keinen Wunsch übrig.


 

Von Kaffee bis Limonaden wurde reichlich aufgetischt. Ach ja, Glühwein gab es nicht. Eine gute Idee für zu Hause, denn es wurde doch empfindlich kühler. So versorgt ging es die letzten Kilometer nach Welver. Am Parkplatz angekommen war es schon dunkel. Die fünfte Powerwanderung war geschafft. Es war kein Sonntagsspaziergang, aber es hatte sich gelohnt. Die Beine freuten sich auf die Wanne, die Dusche und darauf „hoch gelegt“ zu werden. Jetzt noch etwas Leckeres essen und trinken und der „Frieden der Nacht“ kann kommen. 

P.S. Das Leuchten auf dem Bild im Wintergarten sind keine Engelsflügel. Es sind die Reflektoren der Jacke von Franz.


Wanderführer: Reinhold Großelohmann

Text und Fotos: Karl Heinz Hoppe


Über den Grenzstein-Weg im Ringelsteiner Wald

veröffentlicht um 04.11.2018, 09:48 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 05.11.2018, 01:54 ]

Hinaus über die Grenzen unserer heimischen Region sind wir gefahren, um auf dem „Grenzstein-Weg“ im Ringelsteiner Wald zu wandern, da wo die drei Kreise Paderborn, Soest und Hochsauerland aneinandergrenzen. Unschwer zu erkennen, waren „Grenzen“ der thematisch rote Faden auf unserer herbstlichen Tour am 28.10.2018.

Empfohlen wird der Start am alten Ringelsteiner Bahnhof in Büren-Harth. Aus einkehr-taktischen Gründen hatten wir jedoch den Start nach Siddinghausen (gilt als ältestes Dorf im Paderborner Land) verlegt. Dies hatte den charmanten Vorteil, dass es zunächst auf recht ebener Strecke rund 3 km entlang der Alme bis nach Ringelstein ging – also optimal zum Einlaufen bei immerhin anstehenden rund 18 km Gesamtstrecke – und eine Einkehr dann am Ende der Tour möglich war, als Belohnung für geleistete Wandertaten.

Foto: Wandergruppe in Ringelstein

Wer sich von Siddinghausen bis Ringelstein bei recht frischem Herbstwind noch nicht warmgelaufen hatte, konnte während des ersten nennenswerten Anstieges die Betriebstemperaturen anheizen. Der Weg führte uns mitten durch den Ringelsteiner Wald auf den über 100 Jahre alten Postweg von Brilon nach Büren. Der alte Handelsweg ist ein bewundernswerter Zeitzeuge für eine Epoche, als die Post noch mit Pferden und Kutsche transportiert wurde. 

Foto: Pfad durch den Ringelsteiner Wald

Für uns in dieser Zeit ein schöner welliger Pfad durch einen in herbstlichen Farben „gestrichenen“ Wald. Der Zollpfosten als nächster markanter Punkt sollte unser folgender Anlaufpunkt sein. Ein mächtiger Pfosten, der an die ehemals hier verlaufende Grenze zwischen dem Herzogtum Westfalen und dem Hochstift Paderborn erinnert. Ein Tisch und Bänke nutzen wir nach rund 7 km Wegstrecke für die erste größere Rast.

Anschließend erfolgte der nächste größere Anstieg entlang über 450 Jahre alter Steine, die dem Rundweg seinen Namen geben: Der Grenzstein-Weg. Die alten unter Denkmalschutz stehenden Grenzsteine dokumentieren die Grenzlinie der damaligen Herrschaftsbereiche. Diese Passage endet am Dreiländereck. Ein mächtiger Stein mit den drei Wappen der Kreise Paderborn, Soest und Hochsauerland erwartete uns hier, der hier an einer Stelle steht, wo im Mittelalter Versammlungen und Beratungen der Bürener, Briloner und Rüthener Bürger stattfanden.

                                                  Foto: Grenzstein am Dreiländereck

Wir genehmigten uns noch einen Schluck aus der Rucksackverpflegung für den nächsten welligen Abschnitt. Zunächst hinab zum schmalen Steg über den Buschenbach und sogleich pulstreibend hinauf auf die Erhebung mit dem Namen „Kleiner Ebersteine“ (412 m).

Foto: Steg über den Buschenbach

Die eher ebene nachfolgende Passage führte uns vorbei an der Johanneseiche - jahrhundertealtes Ziel jährlicher Prozessionen - in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem über 130 Jahre alten Bildstock. Die ursprüngliche alte Eiche ist dem Windbruch zum Opfer gefallen, so dass 1990 eine neue Eiche gepflanzt wurde.

Wenige Meter weiter erreichten wir den Waldrand, so dass ein weiter Blick (der sogen. Rüthener Blick) in die Landschaft möglich wurde. Ein kurzer waldloser Abschnitt, denn auf der Zielgeraden führte uns ein breiter Forstweg überwiegend abwärts noch einmal durch einen Wald.

In Siddinghausen schloss sich nach 18 km Wegstrecke der Kreis, wo die „Schöne Aussicht“ auf uns wartete. Eine frisch im Zuge des Generationenwechsels renovierte Gastwirtschaft, die mit einer schönen Aussicht ins Almetal wirbt. Wir kamen bei der abschließenden Einkehr in den Genuss der herrlichen und zugleich erwärmenden Aussicht auf das offene Feuer im Kaminzimmer. 


Eine gesellige, gemütliche Runde, so dass vereinzelt ein zweiter Kaffee oder ein zweites Stück Kuchen geordert wurde und sich der Aufenthalt so noch ein wenig verlängerte.

Eine abwechslungsreiche Wegstrecke und eine schöne Einkehr am Schluss ließen den Wunsch aufkommen, diesen Teil des Paderborner Landes in Zukunft noch einmal zu besuchen.


Wanderführer: Andrea und Dirk Große

Text und Fotos: Dirk Große

Ein heiter-tödlicher Krimiabend mit Bernd Stelter

veröffentlicht um 21.10.2018, 04:24 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 21.10.2018, 05:21 ]

Alle zwei Jahre wird heftig gemordet am Hellweg. Europas größtes internationales Krimifestival geht 2018 schon mit seiner 9. Auflage über die Bühne.

In diesem Zusammenhang hieß es für uns in diesem Jahr am 11.10.2018 auf nach Wickede, denn dort gab Bernd Stelter seine Krimikost zum Besten. Da der Autor uns vorwiegend als Comedian bekannt ist, freuten wir uns auf einen heiter-tödlichen Lese-Abend.


„Der Killer kommt auf leisen Klompen“  hieß das Programm. Immerhin 15 eher mit großen Wanderschuhen daherkommende SGV’ler waren Teil des 400 Personen starken Publikums in der Bürgerhalle von Wickede.

In seinem neuen Kriminalroman verlegte der Camping-Fan Bernd Stelter seinen Fall in die niederländische Region Zeeland. Eine Region also, wo der eine oder andere von uns schon einmal seinen Urlaub verbracht hat, so dass Orte wie Middelburg und Domburg einigen Zuhörer durchaus vertraut waren.


Aufgelockert wurde die Lesung zudem, als der Autor nebenbei auch noch zu seiner Gitarre griff und der Veranstaltung noch eine musikalische Note gab. Natürlich durfte zum Schluss der Song: "Ich habe drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“ nicht fehlen.

Ein unterhaltsamer Abend mit der „Gefahr“, dass wir bei der 10. Auflage von „Mord am Hellweg“ zu Wiederholungstätern werden, ging zu Ende.

 Der Soester Anzeiger berichtete in seiner Ausgabe vom 13.10.2018 über den Krimi-Abend:



Organisation und Fotos: Andrea Große

Text: Dirk Große

Zeitungsausschnitt: Soester Anzeiger, Ausgabe vom 13.10.2018

Der Fickeltünnes-Wanderweg rund um Allendorf

veröffentlicht um 16.10.2018, 10:27 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 16.10.2018, 10:29 ]

Am Sonntag, den 07.10.2018 erreichen wir nach einer 50 minütigen Anfahrt die Gemeinde Allendorf bei Sundern. Fünfzig Kilometer von Welver entfernt befinden wir uns im Naturpark Homert, einem Wandergebiet im Sauerland. Ausgangs- und Endpunkt unserer Fickeltünnes-Wanderung (plattdeutsch Fickel = Schwein) ist der Marktplatz. Da aber alle Parkplätze besetzt sind, starten wir von der örtlichen Schützenhalle unsere Wanderung.

 Wir folgen dem weißen H auf blauem Grund. Die Tour beginnt sofort mit einer Bergetappe. Auf schmalen, steilen Pfaden überqueren wir den Kreuzweg und erreichen den Gipfel des Kaukenberges in 405 m Höhe. Von hier sieht man in der Ferne das Vorbecken der Sorpetalsperre. Nach einer kurzen Verschnaufpause umrunden wir den Berg talwärts und treffen wieder auf den Kreuzweg. Drei Stationen liegen auf diesem Weg, bevor der Rundweg im kleinen aber feinen Park von Allendorf ankommt. Wir folgen bald dem Lauf der Sorpe bis an dem Fuß des Krusenberges. Bergauf folgen wir der Beschilderung bis zur Kapelle „Neues Brünnecken“, die 1891 erbaut wurde.

 

Nach einer kurzen Pause setzen wir unsere Tour fort. Über den uralten Handelsweg Soest – Köln marschieren wir nun durch ein dichtes Waldgebiet bergauf zum „Hagener Kreuz“ in 493 m Höhe. Unterwegs haben Wanderer Steine zu Skulpturen aufeinander geschichtet. Es ist schwer vorstellbar, dass in Vorzeiten hier Pferdefuhrwerke den Berg überquerten und unfallfrei die Talfahrt überstanden haben. Bald erreichen wir den Gipfel des Krusenberges. Hier oben laden Tisch und Bänke zu einer Rast ein. Rucksackverpflegung ist angesagt.

 

Zwischendurch geht unser Blick über die Ortschaft Hagen in Richtung Wilde Wiese. Gut gestärkt verlassen wir den Rastplatz und wandern talwärts durch Buchen und Fichtenwälder auf schmalen Waldpfaden immer dem weißen H auf blauem Grund folgend. 

Steil verläuft der Pfad abwärts. Gefällte Bäume und tiefe Spurrillen im Waldboden verlangen unsere volle Konzentration. Intensive Forstwirtschaft hinterlässt nun mal tiefe Furchen im Waldboden. Nach einiger Zeit verlassen wir das große Waldgebiet und warme Sonnenstrahlen begleiten uns auf der letzten Etappe unserer heutigen Tour. 

Für die Mühen des Auf- und Abstieges werden wir durch tolle Aus- und Weitsichten belohnt. Unterwegs lädt uns ein weiterer Rastplatz mit einer Schutzhütte zu einer Pause ein. Wir wandern jedoch weiter. Bald erreichen wir ein großes Areal mit Weihnachtsbäumen. Links und rechts unseres Weges befinden sich große Plantagen mit Fichten und Tannen. Im Alter von 8 bis 12 Jahren dekorieren sie dann jedes Jahr unsere Wohnzimmer. 

Ohne größere Steigungen nähern wir uns wieder Allendorf. In der Ferne sieht man die Kirchturmspitze und die umliegenden bewaldeten Berge leuchten im Schein der Sonne in den schönsten Farben, die uns diese Jahreszeit zu bieten hat. 

Nach 14 Wanderkilometer und 417 erwanderten Höhenmetern erreichen 10 Wanderfreunde den Ausgangspunkt der Wanderung. Eine schöne, abwechslungsreiche und mittelschwere Wanderung ist geschafft.


Auf der Heimfahrt legen wir noch eine Kaffeepause in Sundern ein und stärken uns von herzhaft bis süß in geselliger Runde.

 

Wanderführung, Text und Fotos: Theresia und Hans Rottmann

Durch die Warburger Börde

veröffentlicht um 22.09.2018, 01:11 von SGV Abteilung Welver

Auf unserer Wanderung am 02.09.2018 brachte uns die Eurobahn vom Bahnhof Welver aus komfortabel in die südöstliche Ecke unseres Bundeslandes - unser Ziel war Warburg, die Hansestadt an der hessischen Grenze. Selten verläuft sich der Westfale in diese Ecke und so waren wir auch überrascht von dem historischen Stadtbild. 


Mittelalterlich mit Fachwerkhäusern, größtenteils noch vorhandener Stadtmauer und Stadttürme in der Unterstadt an der Diemel und der auf dem Bergrücken darüber liegenden Neustadt, die ab dem 15. Jahrhundert errichtet wurde, war Warburg lange Zeit eine Doppelstadt und viele Gebäude erinnern an eine bedeutende Vergangenheit zur Zeit der Hanse. Wir wanderten über die mit Kopfstein gepflasterten Gassen, durch das Sacktor, am Sackturm vorbei über einen wunderschönen alten Friedhof, dann zu einem seit kurzem fertiggestellten 11 m langen „Skywalk“ zur Aussichtsplattform des Chattenturms.

 

Hoch über der Altstadt konnten wir den Blick über den Verlauf unseres Wanderweges entlang der Diemel und über die Bördelandschaft schweifen lassen. Für unseren Weg durch die Diemelauen nutzten wir den Radweg, der den ganzen Flusslauf bis zur Mündung in Karlshafen in die Weser begleitet. Recht bald erblickten wir unser nächstes Ziel, den markanten Kegel des Desenberges mit seiner Burgruine, der sich als Inselberg 150 m über der Landschaft erhebt. Der Weg zum „Gipfel“ hätte eine Umrundung auf gepflasterten Straßen erfordert, daher nahmen wir die querfeldein Variante. 


Sehr zum Glück eines Zickleins, welches sich hoffnungslos in den Maschen eines Zaunes verfangen hatte und schon ganz abgemagert und geschwächt war.


Wanderkollege Jürgen befreite es aus seiner misslichen Lage und die kleine Ziege wich fortan mit herzzerreißendem Gemecker nicht mehr von seiner Seite. Unser „Ziegenflüsterer“ schaffte es, das kleine Tier zu seiner Herde, die oben am Berg weidete, zu bringen und wir hofften, dass es seine Mutter dort oben finden würde.

Nach dieser Aktion hatten wir eine Pause verdient und praktisch um die Ecke wartete eine Bankrunde mit Aussicht auf uns. Die letzten 4-5 km ging es über - leider meist asphaltierte - Wirtschaftswege zurück zum Warburger Bahnhof. Da die Warburger Börde intensiv landwirtschaftlich genutzt wird, konnten wir die Auswirkungen des heißen und trockenen Sommers entlang des Weges beobachten. Unsere Ankunft am Bahnhof ließ uns noch bis zur Abfahrt des Zuges Zeit für einen Kaffee-Plausch im Hindu-Café des Bahnhofs - sicherlich ein Novum der deutschen Bahnhofslandschaft. Der Zug kam pünktlich und wir ließen uns mit müden Füßen in die Sitze sinken und nach Welver bringen.

Wanderführerin und Text: Bärbel Grösgen

Bilder: Dirk Große

Zwischen Witten und Wetter - Wanderung durch die Ruhrwälder

veröffentlicht um 10.09.2018, 11:23 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 10.09.2018, 11:47 ]

Einmal im Jahr ist eine Fahrt in Richtung Dortmund fällig........am 09.09.2018 trafen sich neun Wanderfreunde am Parkplatz Kohlensiepen in Witten.

 

Die Wanderung führte uns hinauf auf den Kammweg des Ardeygebirges und hinab in das kleine Gederbachtal, wo der Wanderführerin kurzzeitig die Orientierung abhandenkam!!  


Dank moderner, sprechender Geräte fanden wir den weiteren Verlauf und den Weg zu Gut Obergedern und schon kurz darauf erreichen wir das Haus Mallinckrodt. Das Anwesen steht verborgen auf einer Lichtung in einem Wald am östlichen Teil des Ardeygebirges. Das Haus befindet sich in fünfter Generation in der Familie Springorum, einer alten Unternehmerfamilie.

  

Foto: Gut Schede

Weiter bis zur stark befahrenen Ender Landstraße, die wir überquerten und wanderten weiter bergan in Richtung Gut Schede. Das Haus befindet sich ebenfalls in Familienbesitz, der Industriellenfamilie Harkort. Hier wurde in idyllischem Umfeld eine kleine Rast gehalten und diese kleinen modernen Hilfsmittel gaben Auskunft über Baujahr, Architektur dieser freistehenden Kuppelbauten. Das Gut Schede war eine Augenweide (kann gebucht werden). 


Weiter ging es bergan in Richtung Herdecke bzw. dem Ortsteil Kirchende. Wir erreichen das anthroposophische Krankenhaus und bewältigen einen letzten steilen Anstieg mit herrlicher Fernsicht, keiner wusste Bescheid, vielleicht Richtung Bochum?? 


Weil wir einen professionellen Wanderer an unserer Seite hatten, ging der letzte Weg zum Parkplatz doch noch recht angenehm durch Wald und Wiese zurück.

 

Insgesamt sind wir 13 km auf und ab bei allerbestem Wetter und angenehmen Temperaturen gewandert.


Wanderführung: Veronika Oehlbeck und Brigitte Kießling

Text: Veronika Oehlbeck

Fotos: Dirk Große

Flott unterwegs auf dem Seseke-Radweg

veröffentlicht um 01.09.2018, 02:02 von SGV Abteilung Welver

Sechs SGV-Radler trafen sich am 26.08.2018 bei schönstem Sommerwetter zu einer flotten Fahrt mit "eingebautem Rückenwind". Die 1. Etappe von Scheidingen nach Flierich radelten wir den Alleen-Radweg. 1864 als Bahnstrecke von Welver nach Unna-Königsborn eröffnet, hauptsächlich um Arbeiter aus dem ländlichen Raum in die Zechen in Unna Königsborn und Umgebung zu bringen und umgekehrt die Kohle zur Weiterverarbeitung in die östlichen Gebiete zu befördern. Seit 2015 ist es ein durchgehend asphaltierter und viel genutzter Radweg - ein grünes Band mit schönen Ausblicken in die sommerliche Landschaft.

Nach 14 km wechselten wir in Flierich auf den Seseke-Radweg. Die Seseke - ehemals eine Köttelbecke - wurde anlässlich des Kulturhauptstadt-Jahres Ruhrgebiet im Jahre 2011 renaturiert und war sozusagen das Versuchsprojekt der großen Schwester Emscher. An ihrem 25 km langen Lauf wurde die heutige Technik, die Industrie-, Bergbau- und Hausabwässer in separaten Abflussrohren unter dem Fluss zu verlegen und danach dem Gewässer seinen ursprünglichen Lauf zurückzugeben - getestet. Viele Kunstobjekte zu dieser Thematik begleiteten den Fluss und machten die Tour spannend und kurzweilig.


 Das Kunstwerk „JETZT“ haben wir dann gleich - verkehrt herum - mit Leben erfüllt.

 


Kurz vor Kamen passierten wir die bekannte 5-Bogen Eisenbahnbrücke. Sie ist Deutschlands älteste in unverändertem Originalzustand erhaltene Brücke auf der sehr stark befahrenen Strecke Dortmund - Hamm. Am Marktplatz in Kamen war dann die erste Kaffeepause fällig - direkt neben dem eindrucksvollen großen Brunnen des Kamener Künstlers und Goldschmied Telgmann.  



Direkt im Kamener Zentrum durchfuhren wir auf unserer Weiterfahrt eine große Baustelle, die Erwähnung verdient: Stadtnahe Aufenthaltsqualität ist ein aktueller Trend der Stadtplaner und so wird selbst dieser kleine Flusslauf durch Ufer-Terrassenbau, Wiesen für Sport und Spiel, Gastronomie ec. wichtig. Für Kamen ein dickes Plus.

Immer mit Blickkontakt zum Fluss begleiteten wir die Seseke auf ihren letzten Kilometern bis zur Mündung. Kaum zu glauben, dass wir durch früher intensiv genutztes Industriegelände fuhren. Nur ein geschultes Auge entdeckte hier und da Zeitzeugen, so z.B. den markanten Schacht Grillo, die Halde Großes Holz, ab und an ein alter Wetterschacht. Bald sahen wir die Düker-Anlage, mit der die Seseke unter dem Hamm-Dattel-Kanal zur Mündung in die Lippe geführt wird.

Beinah unmerklich wurde aus der Landschaft ein Park und wir waren schon am nächsten Etappenziel dem Lünener Parksee. Dieser wurde zur Landesgartenschau 1996 angelegt und wird von der Bevölkerung zu allen Jahreszeiten gut genutzt, besonders im Sommer als Badesee. Wir fanden ein schönes Plätzchen mit Aussicht für unsere Rucksackverpflegung. Auf unserer Weiterfahrt machten wir noch einen Schlenker zum benachbarten Preußenhafen mit dem markanten Wippkran an der heutigen Uferpromenade. Von 1925 bis 1980 diente er als Umschlagplatz für die Zechen Preußen und Gneisenau. Heute ist er ein Wasserwander-Rastplatz mit Aufenthaltsqualität.

Nun ging es am Kanaldamm entlang Richtung Heimat; jedoch schon nach 11 km an der Marina Bergkamen-Rünthe verlangte das Radlerherz nach sonntäglichem Kaffee und Kuchen. Bei maritimen Flair im Promenaden—Café wurden nochmals Kalorien aufgetankt und dann die Strecke bis Welver in Angriff genommen. Damit der Kanaldammweg nicht allzu eintönig wurde, gab es immer wieder Nebenwege durch Wälder oder Lippeauen.

Am Ende standen fast 80 km auf dem Tacho - toll gemeistert - dank des „Rückenwindes“ aus der stets richtigen Richtung.

 

Radwanderführerin, Text und Fotos: Bärbel Grösgen

Brilon ist eine Reise wert! - Wanderbericht vom 19.08.2018

veröffentlicht um 27.08.2018, 11:06 von SGV Abteilung Welver

„Es war eine sehr schöne Wanderung“, so das Fazit aller 18 Wanderer. Wir hatten es auch nahezu ideal getroffen. Die Sonne schien, Temperatur 22 – 25°C und ein leichter Wind. Dazu ein Wanderweg, der Abwechslung, Aussichten und Orte zur Einkehr bot. Sowohl für die spirituelle, als auch für die leibliche Einkehr, gab es gute Gelegenheiten.

An diesem Wandertag erlebten wir gleich drei Qualitätswanderwege (Rothaarsteig, Briloner Kammweg und die Waldroute) und drei Pilgerwege (Jakobsweg und die Briloner Pilgerwege Sankt Michael, „Psalmen“ und „Lebenswege“).

Der erste Kilometer machte klar: heute gehen wir auf dem Rothaarsteig. Es ging bergauf. An „Brockmanns Hütte“ vorbei, zur Möhnequelle und weiter zur „Himmelsschaukel“, an der alten Skisprungschanze. Die Schaukel wurde von uns genutzt und die Aussicht über Brilon und das nördliche Sauerland genossen.

Wenige 100 Meter weiter folgte der „Kyrill – Pfad“, im Briloner Bürgerwald. In der Nacht vom 18. Januar 2007 fegt der Orkan Kyrill über das Sauerland und legte tausende Hektar Wald flach. In Brilon allein fielen 1.000 Hektar, von 7.750 Hektar Gemeindewald, dem Sturm zum Opfer. Die Gemeinde Brilon ist, nach Baden – Baden, der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in Deutschland.

Während Kyrill für viele Waldbesitzer ein dramatischer Eingriff war, brachte das Sturmtief, für Wanderer, auch viele neue Aus- und Weitblicke. Kyrill hatte Fernsichten offenbart, die so nicht bekannt waren. Auch nach zehn Jahren sind diese teilweise erhalten. Wald wächst langsam. Die „Kyrill – Pfade“ des Sauerlandes wachsen auch langsam zu. Vor allem Birken und Fichten wachsen und erobern durch Naturverjüngung neue Standorte. Die Gemeinde Brilon hat auf einem kleinen Hügel den „Briloner Bürgerwald“ angelegt. Mittlerweile wachsen dort mehr als 40.000 Bäume 30 verschiedener Arten.


Der Kyrill – Pfad führte uns durch diesen „Bürgerwald“ zum Aussichtspunkt, mit großem „Schaufenster“. Von dort führte uns der Weg durch das Kyrill – Tor zum Parkplatz Petershagen. Von hier sind Nordic Walking und im Winter Loipen ausgeschildert.




Wir wanderten um Petershagen herum. Dann kürzten wir die Strecke des Rothaarsteiges ab und wanderten direkt zur Antonius Kapelle. Kurz davor trafen wir wieder auf Rothaarsteig und Briloner Kammweg. Die Abkürzung führte auf einen schattigen Schotterweg direkt zur Antonius Kapelle.

Foto: Der Wanderführer erzählt kurz die Geschichte der Kapelle:

Ein Sohn des Henricus Unckel, so heißt es, habe sich einmal auf einem Botengang von Elleringhausen nach Brilon im Nebel verirrt. Erst nach langem Suchen sei er glücklich wieder aufgefunden worden. Aus Dankbarkeit ließ sein Vater diesen Sandstein mit der Figur des hl. Antonius an diesem Ort errichten. Zur damaligen Zeit befand sich an dieser Stelle eine ausgedehnte Heidefläche, in der man sich bei Nebel tatsächlich leicht verirren konnte. Noch heute heißt dieses Gebiet übrigens „Lange Heide“.

Hier lud uns auch eine Station des Pilgerweges „Psalmen“ zur Besinnung. Der Pilgerweg folgt hier dem Rothaarsteig bis zur Hiebammenhütte. Der „kleine Hunger“ machte sich bemerkbar. Also nutzten wir die Gelegenheit für eine Pause.

Immer noch ging es moderat bergauf. Es war wie früher auf den Urlaubkarten beschrieben: „Wetter prima, Stimmung gut, Herz was willst du mehr?“ Vorbei am „Azubi – Wald“ der Firma Egger, mit herrlichem Ausblick auf die „Bruchhauser Steine“, Elleringhausen, Bruchhausen und das Sauerland, kamen wir „Borbergs Kirchhof“ immer näher.

Borbergs Kirchhof ist einer der geschichtsträchtigsten Plätze der gesamten Region. Und einige der Relikte auf dem Borberg sind uralt. Forscher haben herausgefunden, dass die ältesten Erdwälle aus der Zeit um Christi Geburt stammen, als germanische Stämme auf die Kelten stießen. Damals boten die Aufschüttungen Schutz vor einfallenden Feinden. Im achten und neunten Jahrhundert, etwa als Karl der Große das Fränkische Reich regierte, entstand als Befestigungsanlage eine Mauerburg, die vermutlich fränkischen Truppen als Etappenstation diente.

Die Ruinen der Borbergterrassen strahlen bis heute eine starke Faszination aus – und sie erzählen Geschichte. Im zehnten Jahrhundert war die Grafenburg im Besitz der in Geseke ansässigen Haholte, später dann Eigentum der Stadt Brilon. Den Annalen zufolge soll die Stadt auf dem „Borrenberge“ auch ein kleines Nonnenkloster besessen haben. 


Ausgrabungen haben die Grundmauern einer Kirche, das Tor und die Fundamente einer Kapelle und eines Friedhofs aus dem 13. Jahrhundert zutage gefördert.


Wanderer genießen auf dem Borberg am Rothaarsteig eine spektakuläre Aussicht auf Olsberg und die Sauerländer Bergwelt, studieren die Schautafeln der Wall- und Maueranlage und besuchen die Marienkapelle – auch Friedenskapelle genannt, ein Mahnmal in bewegten Zeiten, das seit 1925 hoch auf der Klippe thront.“ Heimkehrer des ersten Weltkrieges erbauten sie, aus Dankbarkeit, den Krieg überlebt zu haben. Der Sauerländer Heimatbund widmete die Kapelle dem französischen Geistlichen „Abbe Franz Stock“, der viel für die deutsch-französische Aussöhnung getan hat. Hinter der Kapelle hat man einen fantastischen Blick auf Olsberg. Auch hier lud der Ort zu einer Verpflegungspause.

Foto: Aussicht auf Olsberg

Und wie es so ist, wenn man lange bergauf geht, geht es auch irgendwann wieder bergab. Borbergs Kirchhof war der Scheitelpunkt dieser Wanderung. Der Rothaarsteig machte seinem Namen alle Ehre und wurde zum wild-romantischen Pfad. Eine schöne, aber auch anstrengende Strecke, die Aufmerksamkeit forderte. Auch Mountainbiker lieben solche Strecken. Eine Gruppe kam uns entgegen. Aber es gab kein böses Wort, nur ein paar Scherze von beiden Seiten.

So erreichten wir die „Hiebammen Hütte“. Hier treffen sich Rothaarsteig, Briloner Kammweg, Waldroute, Jakobsweg und die Pilgerwege St. Michael Psalmen und Lebenswege. Ein gastlicher Ort, mit Gartengastronomie von urigem Charme innen. Da wir kurz zuvor eine spontane Rast eingelegt hatten und den Abschluss in Brockmanns Hütte geplant hatten, ließen wir die Gelegenheit zur Einkehr aus. Einige aus unserer Gruppe haben geplant, hier noch einmal einzukehren. Ich kann das empfehlen. Auch wenn es immer (?) voll ist. Das spricht für sich. Die Hiebammenhütte ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel nicht nur für die Briloner Bürger.

Wir wanderten also noch einmal auf dem Briloner Kammweg aufwärts, nach Petershagen und zurück zu Brockmanns Hütte. Diese ist ähnlich eingerichtet wie die Hiebammen Hütte, aber nur sonn- und feiertags ab 11:00 Uhr bewirtschaftet.


Hier genossen wir die leckeren Waffeln des Hauses und ließen die Wanderung noch einmal Revue passieren. 

Foto: Abschlussfoto vor Brockmanns Hütte

Es gab viel Lob für die Wanderung. So viel Lob macht doch etwas verlegen. Aber es tut auch gut!

Zufrieden traten wir den Heimweg an. Jederzeit noch einmal war das Credo.


Kursive Textpassagen sind der Briloner Homepage entnommen.

 

Wanderführer und Text: Karl Heinz Hoppe

Fotos. Dirk Große

Kultur! Kultur! Kultur! Ein Sommerabend an'ne B1!

veröffentlicht um 18.07.2018, 02:15 von SGV Abteilung Welver

Unser abendlicher Ausflug am 07.07.2018 in das sommerliche „Nachtleben" von Dortmund hielt, was die Überschrift versprach. Das historische Spiegelzelt - wo der Ruhri sein RUHRHOCHDEUTSCH pflegt - empfing uns mit Wohlfühltemperaturen unter hohen schattigen Bäumen, samftem Rauschen des stetigen Verkehrs auf der B1, gleich neben der denkmalgeschützten Westfalenhalle und einen Steinwurf entfernt waren die leuchtend gelben Stützfeiler des Borussia Dortmund Stadions zu sehen.


Dies machte uns gleich klar, worum es hier ging: Des Ruhris Lieblingssport Fußball mit dem in jeder Saison und aktuell nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Fußballprofis präsenten Thema: Der Trainer muss weg!  So wurde in bester Ironie ein Jogi Löw Gedenklied dargeboten. Treffsicher auch der tiefsinnige Gedankenaustausch dreier Fans am Urinal des Vereinsheims über kurze oder lange (Pässe) oder die mit viel Heimatliebe vorgetragene Schwärmerei über die platanengesäumte Prachtstraße Dortmunds - die B 1.

Wir erlebten das volle Programm über das Seelenleben eines Fußballfans mit seinen Höhen und Tiefen, dazu guter rockiger Musik. 

Ein Ausflug, der sich gelohnt hat.

 

Organisation, Text und Foto: Bärbel Grösgen

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