Mitteilungen

Ein heiter-tödlicher Krimiabend mit Bernd Stelter

veröffentlicht um von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: ]

Alle zwei Jahre wird heftig gemordet am Hellweg. Europas größtes internationales Krimifestival geht 2018 schon mit seiner 9. Auflage über die Bühne.

In diesem Zusammenhang hieß es für uns in diesem Jahr am 11.10.2018 auf nach Wickede, denn dort gab Bernd Stelter seine Krimikost zum Besten. Da der Autor uns vorwiegend als Comedian bekannt ist, freuten wir uns auf einen heiter-tödlichen Lese-Abend.


„Der Killer kommt auf leisen Klompen“  hieß das Programm. Immerhin 15 eher mit großen Wanderschuhen daherkommende SGV’ler waren Teil des 400 Personen starken Publikums in der Bürgerhalle von Wickede.

In seinem neuen Kriminalroman verlegte der Camping-Fan Bernd Stelter seinen Fall in die niederländische Region Zeeland. Eine Region also, wo der eine oder andere von uns schon einmal seinen Urlaub verbracht hat, so dass Orte wie Middelburg und Domburg einigen Zuhörer durchaus vertraut waren.


Aufgelockert wurde die Lesung zudem, als der Autor nebenbei auch noch zu seiner Gitarre griff und der Veranstaltung noch eine musikalische Note gab. Natürlich durfte zum Schluss der Song: "Ich habe drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“ nicht fehlen.

Ein unterhaltsamer Abend mit der „Gefahr“, dass wir bei der 10. Auflage von „Mord am Hellweg“ zu Wiederholungstätern werden, ging zu Ende.

 Der Soester Anzeiger berichtete in seiner Ausgabe vom 13.10.2018 über den Krimi-Abend:



Organisation und Fotos: Andrea Große

Text: Dirk Große

Zeitungsausschnitt: Soester Anzeiger, Ausgabe vom 13.10.2018

Der Fickeltünnes-Wanderweg rund um Allendorf

veröffentlicht um 16.10.2018, 10:27 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 16.10.2018, 10:29 ]

Am Sonntag, den 07.10.2018 erreichen wir nach einer 50 minütigen Anfahrt die Gemeinde Allendorf bei Sundern. Fünfzig Kilometer von Welver entfernt befinden wir uns im Naturpark Homert, einem Wandergebiet im Sauerland. Ausgangs- und Endpunkt unserer Fickeltünnes-Wanderung (plattdeutsch Fickel = Schwein) ist der Marktplatz. Da aber alle Parkplätze besetzt sind, starten wir von der örtlichen Schützenhalle unsere Wanderung.

 Wir folgen dem weißen H auf blauem Grund. Die Tour beginnt sofort mit einer Bergetappe. Auf schmalen, steilen Pfaden überqueren wir den Kreuzweg und erreichen den Gipfel des Kaukenberges in 405 m Höhe. Von hier sieht man in der Ferne das Vorbecken der Sorpetalsperre. Nach einer kurzen Verschnaufpause umrunden wir den Berg talwärts und treffen wieder auf den Kreuzweg. Drei Stationen liegen auf diesem Weg, bevor der Rundweg im kleinen aber feinen Park von Allendorf ankommt. Wir folgen bald dem Lauf der Sorpe bis an dem Fuß des Krusenberges. Bergauf folgen wir der Beschilderung bis zur Kapelle „Neues Brünnecken“, die 1891 erbaut wurde.

 

Nach einer kurzen Pause setzen wir unsere Tour fort. Über den uralten Handelsweg Soest – Köln marschieren wir nun durch ein dichtes Waldgebiet bergauf zum „Hagener Kreuz“ in 493 m Höhe. Unterwegs haben Wanderer Steine zu Skulpturen aufeinander geschichtet. Es ist schwer vorstellbar, dass in Vorzeiten hier Pferdefuhrwerke den Berg überquerten und unfallfrei die Talfahrt überstanden haben. Bald erreichen wir den Gipfel des Krusenberges. Hier oben laden Tisch und Bänke zu einer Rast ein. Rucksackverpflegung ist angesagt.

 

Zwischendurch geht unser Blick über die Ortschaft Hagen in Richtung Wilde Wiese. Gut gestärkt verlassen wir den Rastplatz und wandern talwärts durch Buchen und Fichtenwälder auf schmalen Waldpfaden immer dem weißen H auf blauem Grund folgend. 

Steil verläuft der Pfad abwärts. Gefällte Bäume und tiefe Spurrillen im Waldboden verlangen unsere volle Konzentration. Intensive Forstwirtschaft hinterlässt nun mal tiefe Furchen im Waldboden. Nach einiger Zeit verlassen wir das große Waldgebiet und warme Sonnenstrahlen begleiten uns auf der letzten Etappe unserer heutigen Tour. 

Für die Mühen des Auf- und Abstieges werden wir durch tolle Aus- und Weitsichten belohnt. Unterwegs lädt uns ein weiterer Rastplatz mit einer Schutzhütte zu einer Pause ein. Wir wandern jedoch weiter. Bald erreichen wir ein großes Areal mit Weihnachtsbäumen. Links und rechts unseres Weges befinden sich große Plantagen mit Fichten und Tannen. Im Alter von 8 bis 12 Jahren dekorieren sie dann jedes Jahr unsere Wohnzimmer. 

Ohne größere Steigungen nähern wir uns wieder Allendorf. In der Ferne sieht man die Kirchturmspitze und die umliegenden bewaldeten Berge leuchten im Schein der Sonne in den schönsten Farben, die uns diese Jahreszeit zu bieten hat. 

Nach 14 Wanderkilometer und 417 erwanderten Höhenmetern erreichen 10 Wanderfreunde den Ausgangspunkt der Wanderung. Eine schöne, abwechslungsreiche und mittelschwere Wanderung ist geschafft.


Auf der Heimfahrt legen wir noch eine Kaffeepause in Sundern ein und stärken uns von herzhaft bis süß in geselliger Runde.

 

Wanderführung, Text und Fotos: Theresia und Hans Rottmann

Achtung: Am 28.10. starten wir eine halbe Stunde früher!

veröffentlicht um 14.10.2018, 10:23 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 16.10.2018, 10:23 ]

Sonntag, 28. Oktober 2018: Der Treffpunkt zu der Wanderung "Grenzsteinweg" (18 km) wird um eine halbe Stunde vorverlegt. Wir treffen uns nicht um 9.30 Uhr, sondern bereits um 9.00 Uhr.

Während der Vortour hat sich aufgrund der Länge von 18 km gezeigt, dass es besser ist, etwas früher auf die Piste zu gehen.

Zusätzlicher Hinweis: In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober wird die Uhr eine Stunde zurück gestellt!!!

Durch die Warburger Börde

veröffentlicht um 22.09.2018, 01:11 von SGV Abteilung Welver

Auf unserer Wanderung am 02.09.2018 brachte uns die Eurobahn vom Bahnhof Welver aus komfortabel in die südöstliche Ecke unseres Bundeslandes - unser Ziel war Warburg, die Hansestadt an der hessischen Grenze. Selten verläuft sich der Westfale in diese Ecke und so waren wir auch überrascht von dem historischen Stadtbild. 


Mittelalterlich mit Fachwerkhäusern, größtenteils noch vorhandener Stadtmauer und Stadttürme in der Unterstadt an der Diemel und der auf dem Bergrücken darüber liegenden Neustadt, die ab dem 15. Jahrhundert errichtet wurde, war Warburg lange Zeit eine Doppelstadt und viele Gebäude erinnern an eine bedeutende Vergangenheit zur Zeit der Hanse. Wir wanderten über die mit Kopfstein gepflasterten Gassen, durch das Sacktor, am Sackturm vorbei über einen wunderschönen alten Friedhof, dann zu einem seit kurzem fertiggestellten 11 m langen „Skywalk“ zur Aussichtsplattform des Chattenturms.

 

Hoch über der Altstadt konnten wir den Blick über den Verlauf unseres Wanderweges entlang der Diemel und über die Bördelandschaft schweifen lassen. Für unseren Weg durch die Diemelauen nutzten wir den Radweg, der den ganzen Flusslauf bis zur Mündung in Karlshafen in die Weser begleitet. Recht bald erblickten wir unser nächstes Ziel, den markanten Kegel des Desenberges mit seiner Burgruine, der sich als Inselberg 150 m über der Landschaft erhebt. Der Weg zum „Gipfel“ hätte eine Umrundung auf gepflasterten Straßen erfordert, daher nahmen wir die querfeldein Variante. 


Sehr zum Glück eines Zickleins, welches sich hoffnungslos in den Maschen eines Zaunes verfangen hatte und schon ganz abgemagert und geschwächt war.


Wanderkollege Jürgen befreite es aus seiner misslichen Lage und die kleine Ziege wich fortan mit herzzerreißendem Gemecker nicht mehr von seiner Seite. Unser „Ziegenflüsterer“ schaffte es, das kleine Tier zu seiner Herde, die oben am Berg weidete, zu bringen und wir hofften, dass es seine Mutter dort oben finden würde.

Nach dieser Aktion hatten wir eine Pause verdient und praktisch um die Ecke wartete eine Bankrunde mit Aussicht auf uns. Die letzten 4-5 km ging es über - leider meist asphaltierte - Wirtschaftswege zurück zum Warburger Bahnhof. Da die Warburger Börde intensiv landwirtschaftlich genutzt wird, konnten wir die Auswirkungen des heißen und trockenen Sommers entlang des Weges beobachten. Unsere Ankunft am Bahnhof ließ uns noch bis zur Abfahrt des Zuges Zeit für einen Kaffee-Plausch im Hindu-Café des Bahnhofs - sicherlich ein Novum der deutschen Bahnhofslandschaft. Der Zug kam pünktlich und wir ließen uns mit müden Füßen in die Sitze sinken und nach Welver bringen.

Wanderführerin und Text: Bärbel Grösgen

Bilder: Dirk Große

Zwischen Witten und Wetter - Wanderung durch die Ruhrwälder

veröffentlicht um 10.09.2018, 11:23 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 10.09.2018, 11:47 ]

Einmal im Jahr ist eine Fahrt in Richtung Dortmund fällig........am 09.09.2018 trafen sich neun Wanderfreunde am Parkplatz Kohlensiepen in Witten.

 

Die Wanderung führte uns hinauf auf den Kammweg des Ardeygebirges und hinab in das kleine Gederbachtal, wo der Wanderführerin kurzzeitig die Orientierung abhandenkam!!  


Dank moderner, sprechender Geräte fanden wir den weiteren Verlauf und den Weg zu Gut Obergedern und schon kurz darauf erreichen wir das Haus Mallinckrodt. Das Anwesen steht verborgen auf einer Lichtung in einem Wald am östlichen Teil des Ardeygebirges. Das Haus befindet sich in fünfter Generation in der Familie Springorum, einer alten Unternehmerfamilie.

  

Foto: Gut Schede

Weiter bis zur stark befahrenen Ender Landstraße, die wir überquerten und wanderten weiter bergan in Richtung Gut Schede. Das Haus befindet sich ebenfalls in Familienbesitz, der Industriellenfamilie Harkort. Hier wurde in idyllischem Umfeld eine kleine Rast gehalten und diese kleinen modernen Hilfsmittel gaben Auskunft über Baujahr, Architektur dieser freistehenden Kuppelbauten. Das Gut Schede war eine Augenweide (kann gebucht werden). 


Weiter ging es bergan in Richtung Herdecke bzw. dem Ortsteil Kirchende. Wir erreichen das anthroposophische Krankenhaus und bewältigen einen letzten steilen Anstieg mit herrlicher Fernsicht, keiner wusste Bescheid, vielleicht Richtung Bochum?? 


Weil wir einen professionellen Wanderer an unserer Seite hatten, ging der letzte Weg zum Parkplatz doch noch recht angenehm durch Wald und Wiese zurück.

 

Insgesamt sind wir 13 km auf und ab bei allerbestem Wetter und angenehmen Temperaturen gewandert.


Wanderführung: Veronika Oehlbeck und Brigitte Kießling

Text: Veronika Oehlbeck

Fotos: Dirk Große

Flott unterwegs auf dem Seseke-Radweg

veröffentlicht um 01.09.2018, 02:02 von SGV Abteilung Welver

Sechs SGV-Radler trafen sich am 26.08.2018 bei schönstem Sommerwetter zu einer flotten Fahrt mit "eingebautem Rückenwind". Die 1. Etappe von Scheidingen nach Flierich radelten wir den Alleen-Radweg. 1864 als Bahnstrecke von Welver nach Unna-Königsborn eröffnet, hauptsächlich um Arbeiter aus dem ländlichen Raum in die Zechen in Unna Königsborn und Umgebung zu bringen und umgekehrt die Kohle zur Weiterverarbeitung in die östlichen Gebiete zu befördern. Seit 2015 ist es ein durchgehend asphaltierter und viel genutzter Radweg - ein grünes Band mit schönen Ausblicken in die sommerliche Landschaft.

Nach 14 km wechselten wir in Flierich auf den Seseke-Radweg. Die Seseke - ehemals eine Köttelbecke - wurde anlässlich des Kulturhauptstadt-Jahres Ruhrgebiet im Jahre 2011 renaturiert und war sozusagen das Versuchsprojekt der großen Schwester Emscher. An ihrem 25 km langen Lauf wurde die heutige Technik, die Industrie-, Bergbau- und Hausabwässer in separaten Abflussrohren unter dem Fluss zu verlegen und danach dem Gewässer seinen ursprünglichen Lauf zurückzugeben - getestet. Viele Kunstobjekte zu dieser Thematik begleiteten den Fluss und machten die Tour spannend und kurzweilig.


 Das Kunstwerk „JETZT“ haben wir dann gleich - verkehrt herum - mit Leben erfüllt.

 


Kurz vor Kamen passierten wir die bekannte 5-Bogen Eisenbahnbrücke. Sie ist Deutschlands älteste in unverändertem Originalzustand erhaltene Brücke auf der sehr stark befahrenen Strecke Dortmund - Hamm. Am Marktplatz in Kamen war dann die erste Kaffeepause fällig - direkt neben dem eindrucksvollen großen Brunnen des Kamener Künstlers und Goldschmied Telgmann.  



Direkt im Kamener Zentrum durchfuhren wir auf unserer Weiterfahrt eine große Baustelle, die Erwähnung verdient: Stadtnahe Aufenthaltsqualität ist ein aktueller Trend der Stadtplaner und so wird selbst dieser kleine Flusslauf durch Ufer-Terrassenbau, Wiesen für Sport und Spiel, Gastronomie ec. wichtig. Für Kamen ein dickes Plus.

Immer mit Blickkontakt zum Fluss begleiteten wir die Seseke auf ihren letzten Kilometern bis zur Mündung. Kaum zu glauben, dass wir durch früher intensiv genutztes Industriegelände fuhren. Nur ein geschultes Auge entdeckte hier und da Zeitzeugen, so z.B. den markanten Schacht Grillo, die Halde Großes Holz, ab und an ein alter Wetterschacht. Bald sahen wir die Düker-Anlage, mit der die Seseke unter dem Hamm-Dattel-Kanal zur Mündung in die Lippe geführt wird.

Beinah unmerklich wurde aus der Landschaft ein Park und wir waren schon am nächsten Etappenziel dem Lünener Parksee. Dieser wurde zur Landesgartenschau 1996 angelegt und wird von der Bevölkerung zu allen Jahreszeiten gut genutzt, besonders im Sommer als Badesee. Wir fanden ein schönes Plätzchen mit Aussicht für unsere Rucksackverpflegung. Auf unserer Weiterfahrt machten wir noch einen Schlenker zum benachbarten Preußenhafen mit dem markanten Wippkran an der heutigen Uferpromenade. Von 1925 bis 1980 diente er als Umschlagplatz für die Zechen Preußen und Gneisenau. Heute ist er ein Wasserwander-Rastplatz mit Aufenthaltsqualität.

Nun ging es am Kanaldamm entlang Richtung Heimat; jedoch schon nach 11 km an der Marina Bergkamen-Rünthe verlangte das Radlerherz nach sonntäglichem Kaffee und Kuchen. Bei maritimen Flair im Promenaden—Café wurden nochmals Kalorien aufgetankt und dann die Strecke bis Welver in Angriff genommen. Damit der Kanaldammweg nicht allzu eintönig wurde, gab es immer wieder Nebenwege durch Wälder oder Lippeauen.

Am Ende standen fast 80 km auf dem Tacho - toll gemeistert - dank des „Rückenwindes“ aus der stets richtigen Richtung.

 

Radwanderführerin, Text und Fotos: Bärbel Grösgen

Brilon ist eine Reise wert! - Wanderbericht vom 19.08.2018

veröffentlicht um 27.08.2018, 11:06 von SGV Abteilung Welver

„Es war eine sehr schöne Wanderung“, so das Fazit aller 18 Wanderer. Wir hatten es auch nahezu ideal getroffen. Die Sonne schien, Temperatur 22 – 25°C und ein leichter Wind. Dazu ein Wanderweg, der Abwechslung, Aussichten und Orte zur Einkehr bot. Sowohl für die spirituelle, als auch für die leibliche Einkehr, gab es gute Gelegenheiten.

An diesem Wandertag erlebten wir gleich drei Qualitätswanderwege (Rothaarsteig, Briloner Kammweg und die Waldroute) und drei Pilgerwege (Jakobsweg und die Briloner Pilgerwege Sankt Michael, „Psalmen“ und „Lebenswege“).

Der erste Kilometer machte klar: heute gehen wir auf dem Rothaarsteig. Es ging bergauf. An „Brockmanns Hütte“ vorbei, zur Möhnequelle und weiter zur „Himmelsschaukel“, an der alten Skisprungschanze. Die Schaukel wurde von uns genutzt und die Aussicht über Brilon und das nördliche Sauerland genossen.

Wenige 100 Meter weiter folgte der „Kyrill – Pfad“, im Briloner Bürgerwald. In der Nacht vom 18. Januar 2007 fegt der Orkan Kyrill über das Sauerland und legte tausende Hektar Wald flach. In Brilon allein fielen 1.000 Hektar, von 7.750 Hektar Gemeindewald, dem Sturm zum Opfer. Die Gemeinde Brilon ist, nach Baden – Baden, der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in Deutschland.

Während Kyrill für viele Waldbesitzer ein dramatischer Eingriff war, brachte das Sturmtief, für Wanderer, auch viele neue Aus- und Weitblicke. Kyrill hatte Fernsichten offenbart, die so nicht bekannt waren. Auch nach zehn Jahren sind diese teilweise erhalten. Wald wächst langsam. Die „Kyrill – Pfade“ des Sauerlandes wachsen auch langsam zu. Vor allem Birken und Fichten wachsen und erobern durch Naturverjüngung neue Standorte. Die Gemeinde Brilon hat auf einem kleinen Hügel den „Briloner Bürgerwald“ angelegt. Mittlerweile wachsen dort mehr als 40.000 Bäume 30 verschiedener Arten.


Der Kyrill – Pfad führte uns durch diesen „Bürgerwald“ zum Aussichtspunkt, mit großem „Schaufenster“. Von dort führte uns der Weg durch das Kyrill – Tor zum Parkplatz Petershagen. Von hier sind Nordic Walking und im Winter Loipen ausgeschildert.




Wir wanderten um Petershagen herum. Dann kürzten wir die Strecke des Rothaarsteiges ab und wanderten direkt zur Antonius Kapelle. Kurz davor trafen wir wieder auf Rothaarsteig und Briloner Kammweg. Die Abkürzung führte auf einen schattigen Schotterweg direkt zur Antonius Kapelle.

Foto: Der Wanderführer erzählt kurz die Geschichte der Kapelle:

Ein Sohn des Henricus Unckel, so heißt es, habe sich einmal auf einem Botengang von Elleringhausen nach Brilon im Nebel verirrt. Erst nach langem Suchen sei er glücklich wieder aufgefunden worden. Aus Dankbarkeit ließ sein Vater diesen Sandstein mit der Figur des hl. Antonius an diesem Ort errichten. Zur damaligen Zeit befand sich an dieser Stelle eine ausgedehnte Heidefläche, in der man sich bei Nebel tatsächlich leicht verirren konnte. Noch heute heißt dieses Gebiet übrigens „Lange Heide“.

Hier lud uns auch eine Station des Pilgerweges „Psalmen“ zur Besinnung. Der Pilgerweg folgt hier dem Rothaarsteig bis zur Hiebammenhütte. Der „kleine Hunger“ machte sich bemerkbar. Also nutzten wir die Gelegenheit für eine Pause.

Immer noch ging es moderat bergauf. Es war wie früher auf den Urlaubkarten beschrieben: „Wetter prima, Stimmung gut, Herz was willst du mehr?“ Vorbei am „Azubi – Wald“ der Firma Egger, mit herrlichem Ausblick auf die „Bruchhauser Steine“, Elleringhausen, Bruchhausen und das Sauerland, kamen wir „Borbergs Kirchhof“ immer näher.

Borbergs Kirchhof ist einer der geschichtsträchtigsten Plätze der gesamten Region. Und einige der Relikte auf dem Borberg sind uralt. Forscher haben herausgefunden, dass die ältesten Erdwälle aus der Zeit um Christi Geburt stammen, als germanische Stämme auf die Kelten stießen. Damals boten die Aufschüttungen Schutz vor einfallenden Feinden. Im achten und neunten Jahrhundert, etwa als Karl der Große das Fränkische Reich regierte, entstand als Befestigungsanlage eine Mauerburg, die vermutlich fränkischen Truppen als Etappenstation diente.

Die Ruinen der Borbergterrassen strahlen bis heute eine starke Faszination aus – und sie erzählen Geschichte. Im zehnten Jahrhundert war die Grafenburg im Besitz der in Geseke ansässigen Haholte, später dann Eigentum der Stadt Brilon. Den Annalen zufolge soll die Stadt auf dem „Borrenberge“ auch ein kleines Nonnenkloster besessen haben. 


Ausgrabungen haben die Grundmauern einer Kirche, das Tor und die Fundamente einer Kapelle und eines Friedhofs aus dem 13. Jahrhundert zutage gefördert.


Wanderer genießen auf dem Borberg am Rothaarsteig eine spektakuläre Aussicht auf Olsberg und die Sauerländer Bergwelt, studieren die Schautafeln der Wall- und Maueranlage und besuchen die Marienkapelle – auch Friedenskapelle genannt, ein Mahnmal in bewegten Zeiten, das seit 1925 hoch auf der Klippe thront.“ Heimkehrer des ersten Weltkrieges erbauten sie, aus Dankbarkeit, den Krieg überlebt zu haben. Der Sauerländer Heimatbund widmete die Kapelle dem französischen Geistlichen „Abbe Franz Stock“, der viel für die deutsch-französische Aussöhnung getan hat. Hinter der Kapelle hat man einen fantastischen Blick auf Olsberg. Auch hier lud der Ort zu einer Verpflegungspause.

Foto: Aussicht auf Olsberg

Und wie es so ist, wenn man lange bergauf geht, geht es auch irgendwann wieder bergab. Borbergs Kirchhof war der Scheitelpunkt dieser Wanderung. Der Rothaarsteig machte seinem Namen alle Ehre und wurde zum wild-romantischen Pfad. Eine schöne, aber auch anstrengende Strecke, die Aufmerksamkeit forderte. Auch Mountainbiker lieben solche Strecken. Eine Gruppe kam uns entgegen. Aber es gab kein böses Wort, nur ein paar Scherze von beiden Seiten.

So erreichten wir die „Hiebammen Hütte“. Hier treffen sich Rothaarsteig, Briloner Kammweg, Waldroute, Jakobsweg und die Pilgerwege St. Michael Psalmen und Lebenswege. Ein gastlicher Ort, mit Gartengastronomie von urigem Charme innen. Da wir kurz zuvor eine spontane Rast eingelegt hatten und den Abschluss in Brockmanns Hütte geplant hatten, ließen wir die Gelegenheit zur Einkehr aus. Einige aus unserer Gruppe haben geplant, hier noch einmal einzukehren. Ich kann das empfehlen. Auch wenn es immer (?) voll ist. Das spricht für sich. Die Hiebammenhütte ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel nicht nur für die Briloner Bürger.

Wir wanderten also noch einmal auf dem Briloner Kammweg aufwärts, nach Petershagen und zurück zu Brockmanns Hütte. Diese ist ähnlich eingerichtet wie die Hiebammen Hütte, aber nur sonn- und feiertags ab 11:00 Uhr bewirtschaftet.


Hier genossen wir die leckeren Waffeln des Hauses und ließen die Wanderung noch einmal Revue passieren. 

Foto: Abschlussfoto vor Brockmanns Hütte

Es gab viel Lob für die Wanderung. So viel Lob macht doch etwas verlegen. Aber es tut auch gut!

Zufrieden traten wir den Heimweg an. Jederzeit noch einmal war das Credo.


Kursive Textpassagen sind der Briloner Homepage entnommen.

 

Wanderführer und Text: Karl Heinz Hoppe

Fotos. Dirk Große

Kultur! Kultur! Kultur! Ein Sommerabend an'ne B1!

veröffentlicht um 18.07.2018, 02:15 von SGV Abteilung Welver

Unser abendlicher Ausflug am 07.07.2018 in das sommerliche „Nachtleben" von Dortmund hielt, was die Überschrift versprach. Das historische Spiegelzelt - wo der Ruhri sein RUHRHOCHDEUTSCH pflegt - empfing uns mit Wohlfühltemperaturen unter hohen schattigen Bäumen, samftem Rauschen des stetigen Verkehrs auf der B1, gleich neben der denkmalgeschützten Westfalenhalle und einen Steinwurf entfernt waren die leuchtend gelben Stützfeiler des Borussia Dortmund Stadions zu sehen.


Dies machte uns gleich klar, worum es hier ging: Des Ruhris Lieblingssport Fußball mit dem in jeder Saison und aktuell nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Fußballprofis präsenten Thema: Der Trainer muss weg!  So wurde in bester Ironie ein Jogi Löw Gedenklied dargeboten. Treffsicher auch der tiefsinnige Gedankenaustausch dreier Fans am Urinal des Vereinsheims über kurze oder lange (Pässe) oder die mit viel Heimatliebe vorgetragene Schwärmerei über die platanengesäumte Prachtstraße Dortmunds - die B 1.

Wir erlebten das volle Programm über das Seelenleben eines Fußballfans mit seinen Höhen und Tiefen, dazu guter rockiger Musik. 

Ein Ausflug, der sich gelohnt hat.

 

Organisation, Text und Foto: Bärbel Grösgen

Auf der Golddorf-Route bei Wenholthausen

veröffentlicht um 23.06.2018, 08:47 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 31.08.2018, 23:58 ]


„Diese Wanderung wiederhole ich noch einmal mit Freunden!“ Gibt es ein schöneres Kompliment, für einen Wanderführer? Gleich zweimal habe ich diesen Satz, bei dieser Wanderung gehört.

Von den 12 Golddorf - Routen im Sauerland ist Wenholthausen die am nächsten gelegene. Die 60 km Anreise (von Welver) lohnen sich aber. Wenholthausen wurde 1985 im Wettbewerb “Unser Dorf hat Zukunft” zum Bundesgolddorf gekürt. Daher der Name Golddorf – Route.

Die Golddorfroute Wenholthausen, bietet dem Wanderer schöne Aussichten, idyllische Wegstrecken, einen See und die „Erdenklang – Hecke“. Mit ihren 11,3 km ist sie Eine sehr schöne Wanderstrecke mittleren Schwierigkeitsgrades. Die 249 m Höhenunterschied sind kein Spaziergang.

Bei bestem Wanderwetter machten wir uns am 17.06.2018 auf den Weg. Der Einstieg von Golddorf-Route und Wennepfad befindet sich am Wanderparkplatz “Wenneplatz” in Wenholthausen. Die Strecke ist gut ausgeschildert


Dank der guten Wegmarkierung benötigt man keine Wanderkarte.


Über die historische Wennebrücke gelangten wir, vorbei an der Alten Mühle und dem alten Pumpenhaus, zum “Wennepfad“.


Der Wennepfad ist ein Waldlehrpfad und führt zwischen dem kleinen Fluss „Wenne“ und dem Sauerland – Radring, am Flussufer entlang.

Der Sauerland Radring ist eine stillgelegte Bahnlinie. Auf naturbelassenen Pfaden, weichen Feld- und teilweise „wilden Waldwegen ging es Richtung Gut Blessenohl.

Impressionen dieses Abschnittes:






Obwohl der Weg gut ausgeschildert ist, kamen doch manchmal Zweifel auf: habe ich vielleicht einen Abzweig verpasst.







Dann aber war die Welt wieder in Ordnung. So kamen wir schließlich zum Gut Blessenohl. Das Gut ist ein Haus mit bewegter Geschichte und heute im Privatbesitz. Dort erwartete uns eine eindrucksvolle, alte Tanne, die wir bewunderten.



Nach einer kurzen Trinkpause wanderten wir weiter zum Esmecke – Stausee. Der erste, kurze Anstieg sollte sich lohnen. Nach ca. 1 km kamen wir an. Der Kiosk lud zum Verweilen. Wir wurden mit Kaffee, Waffeln, Eis und Bratwurst verwöhnt. Das Preis – Leistungsverhältnis überraschte und erfreute uns. Dazu dieser idyllische Ort.



Wir hätten es auch länger genossen, aber es war erst ein Drittel der Wanderung geschafft. Der schwierigere, aber nicht minder schöne Teil lag noch vor uns. Und dann war da auch noch das WM – Eröffnungsspiel, der deutschen Fußball – Nationalmannschaft, gegen Mexiko. Wir wanderten weiter, denn es sollten noch schöne Ausblicke und die „Erdenklang – Hecke“ bevorstehen. Frisch gestärkt, gingen wir zunächst am See entlang.


Wie das so bei schönen Ausblicken ist, sie liegen meistens etwas höher. Das wurde schnell klar. Es ging bergauf.

Ja und dann wurden wir auch nicht enttäuscht. Wenholthausen liegt im idyllisch Wennetal. Auch aus der Entfernung ein sehenswerter Ort.


Wir hatten wirklich Glück. Die Sonne schien, ein leichter, kühlender Wind und dann diese Aussichten. Es gab immer wieder einen Grund kurz inne zu halten und den Ausblick zu genießen.

Dann ging es wieder bergab. Gut das es länger trocken gewesen ist. Der Waldweg hinunter war, obwohl, stellenweise sehr steil und unwegsam noch gut zu gehen. Wäre der Boden nass und rutschig gewesen, wären Stöcke und eine gute Profilsohle, empfehlenswert gewesen. So aber, ging alles problemlos.

Das letzte Drittel der Wanderung führte wieder über befestigte Wald- und Feldwege. „Erdenklang“, stand auf den Wegeschildern. Was würde uns erwarten? Alle, im gleichen Tempo gingen wir, dem Rätsel, entgegen.

Dann erreichten wir die „Erdenklang – Hecke“. Erst schien nichts ungewöhnlich zu sein. Als wir um die Ecke gingen hörten wir es. Sphärische Klänge beschallten die Ruhebänke, vor der Hecke. Einige Skulpturen, am Weg geben diesem Ort einen zusätzlichen Reiz. Die Vögel zwitscherten, das Laub der Bäume raschelte und aus der Hecke, diese beruhigenden Klänge.


Das lud zur Pause und auch zur Meditation.



Hier hätten wir es länger aushalten können. Die Zeiger der Uhr tickten weiter und das Fußballspiel rückte immer näher. Da war ja noch die Fahrt und duschen wollten wir, vor dem Spiel, auch noch. Also machten wir uns auf die letzten 1,5 km. Vorbei an einem kleinen Rotwildgehege, wo wir zwei Hirschkühe aufschreckten, zur Wenne zurück.


So erreichten wir den Wanderparkplatz noch rechtzeitig. Jetzt aber schnell zurück nach 

Welver. Es sollte doch ein toller WM – Auftakt werden?


Wanderführer, Text und Fotos: Karl Heinz Hoppe

"Stech-Paddel" statt Wanderschuhe - eine Tour über die Lippe

veröffentlicht um 18.06.2018, 09:01 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 18.06.2018, 09:04 ]


Nach der Ankunft am Treffpunkt Zollstr. in Hamm-Uentrop mit Bootsverleiher und einer kleinen Einweisung über die sinnvolle Handhabung der „Stech“-Paddel konnten 11 mutige PaddlerInnen am 09.06.2018 in See -bzw. den Fluss Lippe stechen.

Aber vor dem Vergnügen kam erstmal die Arbeit, will heißen:  Alle Mann/Frau anpacken und die Boote zum Einstiegsort tragen. Zum Glück waren die Dinger leicht.

Nach abenteuerlich aussehenden Einstiegsmanövern in die Boote ging es endlich los.


Anfänglich gab es leichte Abstimmungsschwierigkeiten innerhalb der Boote über die Ideal-Linie auf Wasser, aber nach einigen Paddelschlägen normalisierte sich das immer mehr.

Unterwegs waren doch viele Lebewesen in und am Wasser zu entdecken. Auch die Landschaft sah vom Fluss her ganz anders aus.

Absprachemäßig wurden wir kurz hinter Schloss Oberwerries von der Wanderkollegin Bärbel in Empfang genommen und durch einen durch Seerosenblätter zugewachsenen Abzweig der Lippe zur Anlegestelle des Kanuvereins Werries geleitet.


Hier stiegen wir aus den Booten und konnten endlich unser mitgebrachtes und gut sortiertes Picknickmahl auf einem netten Vereinsgelände zu uns nehmen.

(PS: Das Gruppenfoto am Anfang des Berichts wurde am Anleger in Werries gemacht!)

Nach dieser umfangreichen Stärkung ging es nochmal ans Eingemachte. Nach Rückkehr auf die Lippe mussten wir vor einem Wehr anhalten und die Boote mühsam aus dem Wasser bis hinter das Wehr tragen.

Hinter dem Wehr befand sich eine abgesteckte Slalomstrecke, die von den Teilnehmern natürlich entsprechend überwunden wurde.


Nach ca. 1 Kilometer hatten wir bereits unseren Zielort Hamm-Mitte an der Fährstr. erreicht, wo uns der Bootsverleiher auch schon erwartete und die Boote mit gemeinsamen Kräften wieder verladen wurden.

….. und das Gute:  keiner ist ins Wasser gefallen!!!!!


Organisation und Text: Andrea und Wolfgang Junker

Fotos: Dirk Große

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