Mitteilungen

Lippetaler Fahrradthon

veröffentlicht um 19.07.2017, 04:51 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 19.08.2017, 10:42 ]


Der Lippetaler Fahrradthon lockt am Sonntag, den 13.08. 2017, über 3000
Teilnehmer zur Rundtour über 42 km. Sechs Radwanderfreunde des SGV- Welver  radeln ins 9 km entfernte Lippborg und beteiligen sich erstmalig an dieser Veranstaltung. Die Stimmung unter den Radlern ist gut.

Anhand der Autokennzeichen ist zu ersehen, das viele auswärtige Fahrradfans teilnehmen. Die Streckenführung ist leicht zu bewältigen und gut zu befahren.
Das Wirtschaftswegenetz führt durch Parklandschaften, vorbei an Wasserschlössern, Kirchen, Kapellen und Mühlen. Es gibt links und rechts entlang der Route viel zu entdecken. Eigentlich soll die Strecke nur im Uhrzeigersinn in einer Richtung befahren werden, jedoch werden auch Geisterfahrer gesichtet, die gegen die offizielle Fahrtrichtung fahren.

In den 10 Ortsteilen der Gemeinde laden diversen Stationen mit den unterschiedlichsten Angeboten zur Rast ein. 


Eine wirklich schöne Veranstaltung, die im nächsten Jahr unbedingt wiederholt werden sollte, falls es im kommenden Jahr eine Neuauflage dieser schönen Tour gibt. 

Unser Dank gilt auch dem Veranstalter und dem Organisationsteam für die professionelle Durchführung der Veranstaltung.

Nach gut 60 km erreichen 6 zufriedene Teilnehmer am späten Nachmittag den Wanderparkplatz in Welver.    

Rwdf., Text und Foto: Theresia und Hans Rottmann



Im Wald, da sind die Köhler

veröffentlicht um 19.07.2017, 04:47 von SGV Abteilung Welver

16.07.2017

Es ist ein besonderes Ereignis. Alle vier Jahre rauchen im Arnsberger Wald die Kohlenmeiler. In Hirschberg sind die Köhlerwochen. Die Köhler sind eine Gruppe im SGV-Hirschberg. Die Einladung zu einem Besuch haben wir gerne angenommen.

Vom Treffpunkt Kirchwelver führen wir zum Bilsteintal in Warstein.


Vom Parkplatz an der „Waldwirtschaft“, ging es über den Waldlehrpfad Richtung Hirschberg. Der Waldlehrpfad hat schon bessere Tage gesehen. Die Wegeschilder sind teilweise zugewachsen. Aber mit ortskundiger Führung war das kein Problem. Der Weg war ebenfalls fast zugewachsen. Ein schmaler Pfad auf feuchtem Waldboden und eng bewachsen, führte uns auf den Kahlenbergskopf. 

Eine Waldkuppe, die durch Kyrill schwer getroffen wurde. Die Stadt Warstein, als drittgrößter, kommunaler Waldbesitzer, betreibt seit Jahren naturnahe Forstwirtschaft. So überließ man der „Naturverjüngung“ die Wiederaufforstung der Kyrillschäden. Auf diese Weise ist ein sehr schöner Wald entstanden.


Wir genossen den schönen Weg zu den Köhlerwochen. Dort erwartete uns Joachim Schulte, der stellvertretende Vorsitzende des SGV Hirschberg und aktiver Köhler. Er erklärte uns ausführlich und anschaulich die Geschichte und Geschichten des Köhlerhandwerks, im Sauerland und weltweit.


Auch in diesem Jahr gibt es wieder „Lehrlinge“, die ihre Prüfung, als Köhler, ablegen. Nachwuchssorgen kennen die Köhler nicht.

Ein hochinteressanter Vortrag mit vielen Details zur Herstellung und Qualität von Holzkohle.




Der Meiler verliert, während des Prozesses, ca. 1/3 seines Volumens.

Fazit: An Kohle sparen, um „Kohle“ zu sparen, ist am falschen Ende sparen. So rät er von Billigkohle ab, die z. B. bei Discountern angeboten wird. Die Qualität einer Holzkohle kann man mit einem einfachen Färbetest feststellen. Qualitätskohle erkennt man daran, dass sie die Haut nicht färbt. Billigkohle färbt die Haut schwarz. Außerdem wird nicht so heiß und hält die Hitze nicht so lange. Wieder etwas gelernt. Danke!

     

Joachim Schulte bei seiner Führung, durch die Welt des Köhlerhandwerks

Die Ausführungen zur Qualität, der Hirschberger Holzkohle, kann ich aus persönlicher Erfahrung nur unterstreichen. Wer Hirschberger Holzkohle kaufen möchte, muss am 23.07.2017 pünktlich um 10:00 Uhr vor Ort sein. Bei den letzten Köhlerwochen war die Holzkohle innerhalb zwei Stunden verkauft!!! Qualität spricht sich herum. Hirschberger Holzkohle ist begehrt!


Seltenes Bild der Ruhe. Die Kohle im Ofen wird gewechselt.

Beim Vortrag auf den Geschmack gekommen, hatten wir Gelegenheit, auch die kulinarischen Angebote der Köhlerwochen zu genießen. Bei Wildgulasch und den leckeren Backwaren aus dem „Backes“ (Backhaus am Kohlenmeiler) machten wir ausgedehnt Rast. Das Backhaus wurde vor vier Jahren in Betrieb genommen. Hier wird mit Holzkohle gebacken.

Die obligatorischen Speisen gab es natürlich auch. Ob Bratwurst, Pommes Frites, Waffeln, Torten und natürlich reichlich Getränke. Pausenzeit!


Nach der Führung kam der „kleine Hunger“   


und Musik gab es auch dazu.

Stockbrot! Ahh! Für Jung und Alt, lecker!


Nachdem wir die Hirschberger Gastfreundschaft ausgiebig genossen hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Über die Waldroute ging es zurück, zum Bilsteintal. Auch dieser Weg war wieder etwas für den Genusswanderer. Schöne Waldwege, ohne große Herausforderungen. Einfach ein Weg zum Genießen.

        

                  Die Gruppe auf dem Rückweg, meistens in langer Reihe


Zurück am Parkplatz, wartete die „Waldwirtschaft im Bilsteintal“ auf uns. Zum Abschluss noch ein Kaffee oder Kakao. Für Kuchen war kein Platz mehr. Schnell noch ein Foto und dann ging es nach Hause.


Wanderung mit Gästen aus Werl, Lippborg und Lippstadt


Wdf., Text und Fotos: Karl Heinz Hoppe

Ein Sonntagsbesuch bei Tante Malchen...

veröffentlicht um 20.06.2017, 10:26 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 20.06.2017, 10:30 ]


… wobei es sich nicht um eine verwandtschaftliche Stippvisite beim familiären Anhang der Wanderführung handelt, sondern um den Hofladen mit Landcafé südlich des Uentroper Waldes. Somit verbirgt sich hinter diesem Namen eine bauliche Anlage mit gastronomischem Angebot, in dessen Genuss wir jedoch erst nach einer Waldwanderung kommen sollten.

 

Das Landcafé präsentiert sich hier praktisch als Eingangsportal zu dem nördlich angrenzenden „Gehölz“. Der Forst trägt den Namen „Uentroper Wald“ und würde den ortsunkundigen Besucher vermuten lassen, dass er somit zur Stadt Hamm – genauer zum Stadtteil Uentrop – gehört. Räumlich ist dieser Bereich jedoch der Gemeinde Lippetal zugeordnet. Wir befinden uns gewissermaßen in einem „Dreiländereck“, denn hier stoßen die Kreise Soest und Warendorf sowie die Kreisfreie Stadt Hamm aufeinander und der Uentroper Wald liegt direkt an Grenze von Lippetal (Kreis Soest) zu Dolberg (Stadt Ahlen/ Kreis Warendorf).

 

In den örtlichen Karten ist auch vom „Großen Holz“ die Rede, was auch wieder nichts mit dem Namen der Wanderleitung zu tun hat, sondern vielmehr berücksichtigt, dass das „Wäldchen“ aus der weniger bewaldeten Umgebung mit seiner Größe von 242 ha deutlich herausragt. Der ökologische Wert dokumentiert sich auch in der Tatsache, dass der Bereich als Naturschutzgebiet festgesetzt ist. Charakterisiert wird der Forst als großes Laubwaldgebiet mit naturnahem, artenreichem Eichen- und Hainbuchenbestand.

 


Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) führt in seinen Naturschutzinformationen weiter aus:

>>Die großflächigen Steileiche-Hainbuchenwälder staufeuchter und zeitweise vernässter Standorte zeichnen sich durch einen hohen Grad an Natürlichkeit aus. Die hohe Strukturvielfalt, der gute Erhaltungszustand sowie Alt- und Totholzbestände unterstreichen den Wert des Gebietes. Mehrere, noch natürlich erhaltene Bachläufe werden häufig von Bach-Eschenwäldern gesäumt, die stellenweise große Vorkommen des Märzbechers sowie Orchideen in der Krautschicht aufweisen. Zur unmittelbar südlich gelegenen Lippeaue bestehen funktionale Verbindungen.<<

 

Das Naturschutzgebiet ist mit Wegen durchzogen, die nun fußläufig von uns so kombiniert wurden, dass aus einem vermeintlichen Sparziergang eine Wanderung entstand, also eine Tour von immerhin 3 Stunden bzw. 12 km. Dies ist hier letztendlich nur zu erreichen, wenn unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ ein Zick-Zack-Kurs „zurechtgebastelt“ wird. Weitere, topografische Herausforderungen  - sprich Anstiege - waren nicht zu erwarten, so dass am Ende der „Rundreise“ auch nur nicht erwähnenswerte 30 Höhenmeter auf unserem Tacho standen. Die Schweißbildung bei den 19 Teilnehmern war somit eher dem vielleicht zügigen Tempo einhergehend mit den sommerlichen Temperaturen von bis zu 26° geschuldet.

 

Eine kleine Herausforderung anderer Art brachte der von uns gewählte Zeitpunkt der Wanderung mit sich. Wir waren am 18.06.2017 unterwegs, zu einer Zeit also, wo die Vegetation sich in einer Hochphase befindet. Die Vortour im Frühjahr fand während der „Vegetationsruhe“ statt, so dass sich alle Wege als gut begehbar präsentierten. Mitte Juni hatten wir nun auf dem einen oder anderem Abschnitt mit kniehohem Bewuchs zu kämpfen. Sorge bereitete dabei weniger das hohe Gras, sondern vielmehr die Gefahr mit ungeliebten Zecken in Kontakt zu kommen. Der größte Teil der Wanderung fand aber auf weniger gefährlichen, breiten Forstwegen statt. 

Zumindest unter Berücksichtigung der sommerlichen Temperaturen stellte sich die Wanderung im eher kühleren Wald als gute Wahl heraus. 

Schließlich „spuckte“ uns der Forst nach fast genau drei Stunden bei Tante Malchen wieder aus, wo wir zum Abschluss den Wandertag bei Kaffee und Kuchen ausklingen ließen.


Wdf.: Andrea und Dirk Große

Text und Fotos: Dirk Große

Radtour "Soester Börde"

veröffentlicht um 20.06.2017, 10:17 von SGV Abteilung Welver

Am Sonntag, den 11.06.2017 heißt es für die Radfahrfreunde des SGV Welver bei strahlendem Sonnenschein „rauf auf’s Rad“.

Da der Wetterbericht für diesen Tag Temperaturen von über 30° angekündigt hat, ist unsere Gruppe überschaubar. Unser erstes Ziel ist Hewingsen, ein Ortsteil der Gemeinde Möhnesee. Mit durchaus schweißtreibenden Anstiegen und leichtem Gegenwind fahren wir in südöstliche Richtung unserem ersten Etappenziel entgegen. Mit Unterstützung der lautlosen Elektromotoren rollen wir überwiegend auf landwirtschaftlich abwechslungsreichen Nebenwegen durch die Hellweg-Region.

 

Nach 75 Minuten erreichen wir ein kleines aber feines Bauerncafé. In familiärer Atmosphäre fühlen wir uns schnell heimisch. Bei Kaffee und Kuchen führen wir dem Körper notwendige Kalorien und ausreichend Flüssigkeit zu. Unser Dank gilt Jens, der uns bestens bewirtet .

Nach einer ausgedehnten Pause setzen wir unsere Tour fort. Längere Abfahrten ermöglichen ein entspanntes fahren bis Ampen. Ampen ist eines der ältesten Dörfer in Westfalen und wurde bereits 833 in einer Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen erwähnt.

 

Kurz hinter Ampen fahren wir Richtung Westen vorbei an Korn- und Maisfeldern. Von weitem ist eine große Stahlskulptur mitten im Feld sichtbar. Bei näherer Betrachtung lesen wir, dass der Ampener Künstler Fritz Risken dieses Werk geschaffen hat.

 

Der Name dieser Skulptur lauter: „Die Galgenvögel“

 An dieser Stelle möchte der Verfasser dieser Zeilen ausdrücklich darauf hinweisen, dass die am linken Bildrand stehenden Radler namentlich  n i c h t  mit der Skulptur in Verbindung stehen.

 In Richtung Ostönnen, Mawicke und Westönnen erreichen wir die Zabel-Fernroute, benannt nach dem erfolgreichen ehemaligen Radsprinter Erik Zabel. Eine kurze Strecke fahren wir parallel zur B 1 auf der bevorzugten Trainingsstrecke des früheren Radprofis.

 

Vorbei an Haus Lohe mit seinen Fischteichen erreicht die Gruppe schnell Werl. Von hier aus sind es noch 10 km bis zum Mittelpunkt Westfalens. Nach 51 km endet eine sonnige und von tropischen Temperaturen begleitete Tour.

 

Radwanderführer: Theresia und Hans Rottmann

Text und Fotos: Hans Rottmann

"Südöstlich von Hoangi"

veröffentlicht um 27.05.2017, 04:07 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 27.05.2017, 06:43 ]


Was sich anhört wie ein neues japanisches Brettspiel oder das Reiseziel eines fernöstlichen Urlaubes ist tatsächlich nur der historische Name („Hoangi“) des Ortes Höingen während seiner erstmaligen schriftlichen Erwähnung im Jahre 793. Dieser Ortsteil der Gemeinde Ense war der Ausgangspunkt unserer Wanderung am Sonntag, 21.05.2017. Gestartet waren wir am schön gestalteten Dorfplatz. Durch ständige Erweiterung der Neubaugebiete zählt Höingen mittlerweile etwas mehr als 1.900 Einwohner und gehört damit zu den einwohnerstärksten Ortsteilen der Gemeinde.

 

Ausgehend vom Dorfplatz war unser erstes Ziel, diese Baugebiete auf geradem Weg möglichst zügig zu verlassen, denn insbesondere in diesem Umfeld ist der vom Wanderer nicht beliebte asphaltierte Untergrund vorzufinden und der dagegen so beliebte Naturgenuss stellt sich hier nur bedingt ein. Wobei Studien wohl gezeigt haben, dass der fehlende Naturkontakt auf Wegabschnitten durch Siedlungen weniger als negativ empfunden wird, wenn es sich um eine aufgelockerte Bebauung mit einer Vielfalt an unterschiedlichen grünen Vor- und Hintergärten handelt. Wie es auch sei, schon bald passieren wir die Sportanlagen südlich der bebauten Ortslage von Höingen und erreichen somit gleichzeitig die freie Landschaft, so dass der Naturgenuss uneingeschränkt wirken kann.

 

Topografisch gesehen liegt Höingen auf einer Anhöhe, die nach Süden hin abfällt. Dem bewaldeten Weg folgend verlieren wir anschließend schnell an Meter. Am Ausgang des Waldabschnittes in noch leichter Hanglage eröffnet sich ein schöner Weitblick. Dabei bleibt das Auge an den gegenüberliegenden Häusern einer größeren Siedlung hängen. Es handelt sich um Moosfelde, einem Stadtteil von Neheim. Deutlich zu erkennen ist, wie sich die Wohnbebauung in den umliegenden Forst eingegraben hat. Seit dem hohen Mittelalter war Moosfelde ein Gut im Besitz des Grafen von Arnsberg und später des Klosters Wedinghausen. Im 19. Jahrhundert endete die Beziehung zum Kloster. Zu dieser Zeit umfasste der Bereich 220 ha. In den Nachkriegsjahren kamen erste Pläne auf, das Gutsgelände in mehreren Bauabschnitten durch mehrgeschossige Miet- und Reihenhäuser mit dem Ziel zu entwickeln, Wohnraum für 5000 Menschen zu schaffen. Praktisch ein komplett neuer Stadtteil von Neheim rund 2,5 km von der Innenstadt entfernt. In den 1970er Jahren wurde die weitere Errichtung mehrgeschossiger Bauten zugunsten von weiteren kleineren Eigenheimen aufgegeben, so dass die Einwohnerzahl von 5000 letztendlich nicht erreicht wurde. (Quelle: Wikipedia)

 

Foto: Blick Richtung Moosfelde

Nicht sichtbar, sondern versteckt hinter einem grünen Band aus Büschen und Bäumen verläuft am unteren „Bildrand“ die Möhne; der Fluss, der wenige Meter weiter westlich bei Neheim in die Ruhr mündet.

Das ästhetische Landschaftserlebnis erfährt an dieser Stelle ein kleines Defizit in der „Bildqualität“. Strommasten als notwendiges Übel sind hier technischer Bestandteil der Gebietskulisse. Um es positiv zu sehen, kann man sagen, sie tragen zur Wechselhaftigkeit der Szenerie bei.


Wir verlassen den Ausblicksort, in dem wir weiter vom Höinger Berg „absteigen“ und schon bald die Möhne erreichen, die wir an der „Schafbrücke“ (auch Moosfelder Brücke) überqueren. Ein Schild informiert uns, dass die Überquerung der Möhne an dieser Stelle ursprünglich die Verbindung vom Gut (Haupthof) Moosfelde zu den Äckern und Weiden ermöglichte. 


Wir streifen kurz die Ausläufer des zuvor erwähnten Siedungswohnungsbaus von Moosfelde, um anschließend ab dem Parkplatz „Aupketal“ auf einem Waldweg wieder in den Genuss der uneingeschränkten Naturnähe zu kommen. Die Aupke, die diesem Geländeeinschnitt ihrem Namen gibt, ist ein kleiner 5,5 km langer Nebenfluss der Möhne. Auf seinem Weg von der Quelle bis zur Mündung in die Möhne bei Moosfelde überwindet er einen Höhenunterschied von 160 m ohne irgendeine Ortschaft durchflossen zu haben.

Nach ungefähr der Hälfte der heute auf dem Plan stehenden Streckenlänge machen wir eine erste Rast unweit der sich durch das Tal schlängelnden Aupke.

 

Anfangs vom Berg ins Tal geht es anschließend gestärkt wieder vom Tal auf den Berg, wobei eigentlich nur rund 75 Höhenmeter hoch zum Schlotweg zu bewältigen sind. Hier befinden wir uns für heute am südöstlichsten Punkt vom Ausgangsort Höingen aus gesehen. Und, wie sollte es anders sein, kaum oben angekommen, geht es auf dem nächsten Abschnitt wieder abwärts. Bevor wir erneut die Möhne queren, passieren wir den Ortsteil Steetsberg. Die nächste Ortschaft Niederense streifen wir nur kurz, dabei geht es am örtliche Sportplatz vorbei. Hinter den Sportanlagen beginnt dann für uns heute der letzte Anstieg. Es geht wieder hoch auf die Anhöhe Höingen, wo sich am Dorfplatz der Kreis nach rund 12 km Rundreise schließt.

 

Zum obligatorischen - und wohlverdienten - Abschluss bei Kaffee und Kuchen steuern wir diesmal das Forsthaus Fürstenberg an. In diesem historischen Anwesen wird mittlerweile unter dem Namen „Pater’s Kaffee-Wirtschaft“ Herzhaftes und Selbstgebackenes angeboten.

 


Früher handelte sich um ein Badehaus des Reichsfreiherrn von Fürstenberg. 1749 ging das Badehaus nach zweijähriger Bauzeit in Betrieb. Die Versorgung erfolge von einem bergauf gelegenen Brunnen, von dessen Wasser man sich eine heilsame Wirkung versprach. 1763 zog ein Jäger in das Badehaus ein und es diente fortan bis zum Ende der 1960er Jahre als Forsthaus. Im Jahre 2017 genießen 10 Wanderer des SGV Welver das schöne Ambiente des Biergartens der nun gastronomischen Nutzung.

 

Eine „Genusswanderung“ – nach Naturgenuss nun kulinarischer Genuss – klingt im Schatten der Sonnenschirme langsam aus.


PS: Die Idee zu dieser Wanderung und die Ausarbeitung des Streckenverlaufs erfolgte durch Theresia und Hans Rottmann, die aber krankheitsbedingt die Wanderführung am Tag der Tour nicht übernehmen konnten. Wir sehen uns gesund und munter beim nächsten Mal!


Text und Fotos: Dirk Große

"Von der Höhle zum Gipfel des Arnsberger Waldes"

veröffentlicht um 17.05.2017, 06:22 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 17.05.2017, 22:55 ]

14.05.2017
Es war Wahlsonntag und Muttertag. So trafen sich „7 auf einen Streich“, in Kirchwelver, zum Wandern.

Das Bilsteintal, mit Tropfsteinhöhle und Wildpark, war Ausgangspunkt der Wanderung.

http://www.bilsteinhoehle.de/Wildpark.html

Die Sonne schien, die Temperaturen waren ideal und die Stimmung war bestens.

Es ging zunächst durch den oberen Teil des Wildparkes. Vorbei an Waschbären, Füchsen und Hirschen führte uns der erste kurze, knackige Anstieg auf den Weg. Immer der Waldroute nach kamen wir zur Waldhütte, des SGV Warstein, dem „Haus Rosenegge“. Die, mit Kletterrosen bewachsene Egge, ist zwar schon lange nicht mehr vorhanden, aber der Name ist geblieben. Nahe des Waldrandes, im Wald versteckt, ein schöner Platz zum Feiern oder rasten. Vom Vorabend standen noch Pavillons, Grills und zwei Autos verlassen im Wald. Es war wohl später geworden.

Weiter ging es auf der Waldroute, Richtung Lörmecketurm. Die zweite knackige Steigung wartete hinter der Zufahrt zur Warsteiner Brauerei. Sie hatte es in sich. Wir kamen schön ins Schwitzen. Aber der erste Rastplatz wartete nicht weit. Das „Paradies“ ist ein gut ausgestatteter Rastplatz. Er liegt oberhalb der Warsteiner Brauerei, knapp vier Kilometer vom Bilsteintal entfernt. Nach dem anstrengenden Anstieg ideal für eine Rast.


angekommen im Paradies


Schatten - Brotzeit im Paradies                                  Sonnenschein im Paradies

Ausgeruht und frisch gestärkt ging es weiter. Ein schmaler Steg führte uns über den „Langer Bach“. Schon lag der dritte und letzte Anstieg vor uns. Die Waldroute ist hier nur ein schmaler, steiler Pfad. Nur wenige Hundert Meter, aber die haben es in sich.

Der „katholische Abschnitt“ der Wanderung hatte begonnen.

Der Weg zur Hubertus - Quelle führte leicht bergab.  http://www.schnaodloipers.de/Projekte/2011-Erneuerung-Quelleinfassung-Hubertusquelle/

Die Quelle ist schön gestaltet. Der Zugang durch Geländer gesichert. Ein Edelstahl – Trinkbecher lädt zur Verkostung des frischen Quellwassers ein.

                                                                                                                                 

Die Tasse hängt noch immer am Pfahl 

Der Name dieser Quelle ist aber auch eine Hommage an die Schutzpatrone der Jagd, dem hl. Aegidius, dem hl. Hubertus, dem hl. Eustachius und dem hl. Meinolfus. Allen "Vier Hirschheiligen" gemeinsam ist der Legende, dass ihnen ein Hirsch mit leuchtenden Kreuz im Geweih, beim hl. Aegidius eine Hirschkuh, erschienen ist. Nach dieser Begegnung sollen alle ein gottgefälliges, bescheidenes Leben begonnen haben.

Am bekanntesten und verbreitetsten ist wohl die Legende des hl. Hubertus, des Bischofs von Maastricht und Lüttich (655-727). Danach soll dem bis dahin wilden und zügellosen Jäger Hubertus bei der Jagd am Karfreitag ein weißer Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih begegnet sein. In den vielen Darstellungen ist der Hirsch ein "Zehnender", als Hinweis und Erinnerung auf die Zehn Gebote. Nach dieser Begegnung wandelte sich Hubertus zu einem demütigen, "den Schöpfer im Geschöpfe", ehrenden Jäger. Er ist damit moralisches Vorbild für alle waldgerechten Jäger.

Nächstes Ziel: die Waldkapelle.


Die Waldkapelle

„ANNO DOMINI 2004" steht auf der Bronzetafel an der Waldkapelle geschrieben und weiter ist dort zu lesen:

„Zum Andenken an den Erzbischof und Kurfürst Clemens August von Köln (1700-1761), der an dieser Stelle im Warsteiner Wald ein Gotteshaus baute, haben die Wöske Schnaodloipers* im Jahre 2004 zur Ehre Gottes diese Kapelle errichtet.

In früherer Zeit betete man hier vor dem Beginn der Jagd zu Gott, heute fordert dieses Werk auch zur Bewahrung der Schöpfung und zur Heimatliebe auf. Möge allen bewusst werden die Schönheit des Waldes und seiner Geschöpfe, mögen alle in Frieden und Freiheit einander begegnen.“

So weit die Inschrift der Tafel.  *(„Warsteiner Schnadgänger“ Anm. Verfasser)

Nahe gelegen (100 m) der Waldkapelle, befindet sich eine Aussichtsplattform. Hier schauten wir über das dort gelegene Hochmoor und wurden, durch eine Hinweistafel, über das Ökosystem Hochmoor informiert. Der Heimatverein „Wöske Schnaodloipers“ hat hier großartige Arbeit geleistet.

Zum Lörmecketurm führte der Weg über eine Art Waldlehrpfad. Die gepflanzten Bäume sind mit Namenstafeln gekennzeichnet. Dann war der „Plackweg“ erreicht. Noch 500 m und der Lörmecketurm, der höchste Punkt des Arnsberger Waldes, stand vor uns.

Impressionen vom Lörmecketurm


Infotafel am Lörmecketurm

 


                                                                                       Blick vom Lörmecketurm   

         

                  

                                  Blick nach unten

  

                                                Der Lörmecketurm und die Kreisgrenze

Grenzgänger am Lörmecketurm (die Grenze der Kreise Soest und HSK)


Von nun an ging`s bergab. Im wahrsten Sinn des Wortes. Der Rückweg zum Bilsteintal führte zunächst über den „Plackweg“. Das Gefälle, der ganzen Strecke ist moderat. Vom „Plackweg“ aus gibt der Wald immer wieder schöne Aussichten auf Eversberg und das Sauerland frei.

Weiter ging es über den „Eversberger Weg“ durch „Hamorsbruch“. Der Wald war in herrliche Farben getaucht. Die frischen Blätter der Buchen und Birken leuchteten in der Frühlingssonne.

Die Schutzhütte am Bilsteinbach lud zu einer letzten Rast. Noch vier Kilometer bis zur Waldwirtschaft im Bilsteintal. Der schwarze Weg führte uns entlang des Bilsteinbaches. Ein wild-romantisches Bachtal, das durch Kyrill „freigelegt“ wurde. Die Stadt Warstein betreibt naturnahe Waldwirtschaft und hat das Tal dem natürlichen Bewuchs überlassen. So lebt dieses Landschaftsbild vom Kontrast zwischen den gepflanzten Wäldern, rechts und links des Tales, und dem naturbelassenen Bachtal. Helles Birkenlaub strahlte im Sonnenlicht. Der Bach sucht sich seinen Weg über viele kleine und große Windungen. Die rötliche Farbe, des Wassers, zeigt die Eisenhaltigkeit des Bodens. Wir folgten dem Uferweg des Baches und gelangten über den Waldspielplatz (Bilsteintal) zum Wildpark. Die Wildschweinrotte genoss die Frühlingssonne, die Verpflegung (durch die zahlreichen Besucher) und das Bad in der Suhle. Unterhalb des Einganges der Tropfsteinhöhle führte uns der Weg entlang des Sikawildgeheges zur Waldwirtschaft.


Die Waldwirtschaft sorgte für reichlich Stimmung, unter uns. „Erlebnisgastronomie“ war hier einmal ganz anders umgesetzt. Kommt die Bedienung? Oder graut ihr vor uns? Vorsicht Kunde droht mit Umsatz! Die Wirtschaft wird durch den Verein Bilsteintal e. V. bewirtschaftet. Die „Servicekräfte“ sind Schüler ohne jede Serviceerfahrung. Dem entsprechend gestalten sie ihre „Arbeit“. Hungrig und durstig sollte man besser nicht hier ankommen. Mit „Galgenhumor“ fanden wir es aber dennoch lustig, auch wenn der bestellte Walnussbecher vergessen wurde. Als zum Schluss, ein Taschenrechner geholt wurde, um die Preise für einen Kaffee und ein Stück Kuchen auszurechnen, war die Pointe vollends gelungen. Dieser Gag sorgte noch, bei der Rückfahrt, für den ein oder anderen Lacher. OK, die jungen Leute geben ihr Bestes. Das sind „mildernde Umstände“. Am Ende zählt das Ergebnis. Wir hatten, vom Walnussbecher abgesehen, unseren Kuchen und Kaffee bekommen und der war in Ordnung.

In Erinnerung bleibt eine abwechslungsreiche, landschaftlich schöne Wanderung.  Die Route ist empfehlenswert.


Text und Fotos: Karl Heinz Hoppe

Anradeln in Welver - unterwegs auf zwei Rädern mit dem SGV

veröffentlicht um 05.05.2017, 09:29 von SGV Abteilung Welver

Am Sonntag, den 30.04.2017, startete die offizielle Radsaison im Kreis Soest. In Welver organisierte der SGV Welver in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine 32 km lange Tour nach Lippetal. Theresia und Hans Rottmann hatten eine schöne Strecke ausgearbeitet. Der Soester Anzeiger berichtete anschließend darüber in seiner Ausgabe am 02.Mai.






Bericht und Foto: Holthoff/ Ausgabe Soester Anzeiger vom 02.05.2017



Mit Wanderschuhen auf den "Brettern, die die Welt bedeuten"

veröffentlicht um 04.05.2017, 09:51 von SGV Abteilung Welver

Im Rahmen einer rund 12 km langen Tour in der Nachbarstadt Hamm konnten wir am 23.04.2017 unter fachkundiger Führung einen Blick hinter die Kulissen der bekannten „Waldbühne Heessen“ werfen. 


Versorgt wurden die neugierigen Wanderer mit historischen Daten und Informationen rund um den Betrieb einer Freilichtbühne mit überregionaler Strahlkraft. Während des Rundgangs über das Gelände des in den Heessener Wald eingebetteten Theaters konnte auch die Frage beantwortet werden, wie es eigentlich hinter dem Bühnenbild aussieht. Aber auch Informationen zur Technik, zu Kostümen und Requisiten vervollständigten die Erläuterungen im Zuge der 1,5 Stunden dauernden Besichtigung.  


Insgesamt wurde bewundernd zur Kenntnis genommen, wieviel ehrenamtlicher Einsatz durch das große Team der Waldbühne geleistet wird; und wer „kulturellen Appetit“ bekommen hat, kann sich auf die bald beginnende Sommersaison freuen.

Dieser kulturelle Programmpunkt war eingebettet in eine Wanderung, die nach der Anreise mit dem Pkw ab der Stadtmitte von Hamm unweit des Konsumtempels „Allee-Center“ direkt am Datteln-Hamm-Kanal startete.

Foto: entlang des Datteln-Hamm-Kanals

Die Organisatoren der heutigen Veranstaltung, Andrea und Wolfgang Junker, führten uns eingangs am Ufer der Wasserstraße Richtung Kurpark.

 

Foto: im Kurpark von Bad Hamm am Gradierwerk

Dabei ging es auch am Gradierwerk vorbei, bevor wir über die Fährstraße Kanal und Lippe überquerten, um durch das angrenzende Naturschutzgebiet unseren Weg in nördliche Richtung fortzusetzen. Schloss Heessen ließen wir rechts liegen und erreichten bald den Heessener Stadtwald, an dessen nördlichem Ausgang schließlich die Waldbühne liegt. Dieser Erlebnispunkt lag strategisch günstig genau auf der Hälfte unseres heutigen 12-km langen Rundkurses.

Nach der Besichtigung der Freilichtbühne ging es über den nach den Gründern der Waldbühne benannten Waldweg (Gebrüder-Funke-Weg) durch den Heessener Stadtwald wieder zurück in südliche Richtung. 


Es folgte jenseits des Forstes eine kleine Passage durch Siedlungsbereiche, wobei der Rückweg anschließend hauptsächlich über die langgezogene Dammkrone des Deiches führte, der hier nördlich der Lippe verläuft und aufgrund der erhöhten Lage des Fußweges einen schönen Blick in das Naturschutzgebiet einerseits und auf den Stadtteil Heessen andererseits ermöglicht.


Foto: auf der Deichkrone

Gleichzeitig schützt der Deich den Flugplatz „Hamm-Lippewiesen“, der hier mit seiner rund 900 m langen Start- und Landebahn am Ende unseres „Dammweges“ liegt.

Wenige Minuten nach Verlassen der Dammkrone erreichten wir unsere Fahrzeuge, womit unser heutiger Rundweg endete, ein Rundweg mit einer kulturell informativen und interessanten Unterbrechung.

 Der Dank der Teilnehmer geht an Andrea und Wolfgang Junker für die gute Idee zu dieser Tour. Auch diese Veranstaltung ließen wir mit dem Verzehr einer „süßen Sünde“ in Begleitung einer Tasse Kaffee ausklingen.


Organisation: Andrea und Wolfgang Junker

Text und Fotos: Dirk Große

 

"Auf den Spuren von Pilgern und Kaufleuten"

veröffentlicht um 13.04.2017, 10:03 von SGV Abteilung Welver

Alter Pilgerweg Paderborn - 


Am Samstag, den 08.04.2017, starteten wir mit vollbesetzen Auto früh morgens in Richtung Paderborn.

Am Parkplatz im Haxtergrund südlich von Paderborn wartete schon an der Gaststätte "Weyher" (Kultgasstätte bekannt für den besten Apfelkuchen) ein weiterer Wanderkollege.

Gemeinsam ging es los auf den Spuren der frommen Pilger und der reisenden Kaufleute durch den Waldpark Haxtergrund. Dieser gehört zu den beliebtesten Naherholungsgebieten Paderborns.

Zunächst ging es in Richtung Schloss Hamborn. Dieses Schloss ist sehr malerisch gelegen. Es ist markant und aus Naturstein erbaut.

 

Die Siedlung Schloss Hamborn entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Rudolf Steiner Werkstatt betreibt neben einer Waldorfschule eine Reha-Klinik, ein Hofgut mit Land- und Forstwirtschaft, Bäckerei und Käserei sowie ein Café.

Weiter durch Wald und Wiesen, vorbei am Wanderparkplatz "Hunnewinkel" machten wir einen Abstecher zur Aussichtsplattform "Teufelsstein" Dort hatte man einen wunderbaren Ausblick über das Altentautal.

 

Anschließend machten wir eine Rast und stärkten uns an leckeren Schnitzelchen mit Senf.

Von dort aus ging es weiter durch wunderschöne Wälder.

Wir machten einen Abstecher zur Kluskapelle. Die barocke Kapelle St. Lucia war geöffnet und man hatte dort die Möglichkeit, diese zu besichtigen und eine Kerze anzuzünden.

Von dort aus ging es weiter zur nächsten Kapelle. Wir hatten Glück, einige Waldarbeiter waren schwer beschäftigt, hatten aber ihre Arbeit "Gott sei Dank" schon erledigt, sodass wir auf dem "Alten Pilgerweg" bleiben konnten. 

Am "Karlsplatz" angekommen schauten wir uns noch die Kapelle "Zur Hilligen Seele" an.

Die dritte Etappe war nun geschafft und von dort aus ging es auf zur vierten und letzten Etappe in Richtung Haxtergrund.

Kurz vor unserem Ziel, talabwärts, hielten wir nochmal kurz an, um uns für das Abendessen eine Portion Bärlauch zu pflücken. Überall, egal wo wir hinschauten, wuchs Bärlauch.  Beeindruckend...

Glücklich und zufrieden, nach 22 Kilometern bei wunderbarem Wanderwetter erreichten wir am Nachmittag passend zur Kaffeezeit unser Ziel.

Der Kaffee und Kuchen wartete schon auf uns.

Wir alle waren uns einig, dass der" Alte Pilgerweg "ein landschaftlich wunderschöner Weg und super ausgeschildert ist.     

Über eine Wiederholung wird nachgedacht.


Organisation, Text und Fotos: Monika Friesdorf

 

 

 

"Ab Dinker durch Dinker und um Dinker herum"

veröffentlicht um 07.04.2017, 05:32 von SGV Abteilung Welver

Grundsätzlich starten unsere heimischen Touren in Kirchwelver an der großen Wandertafel. Ausnahmsweise lag der Beginn der Wanderung am 5. März 2017 im Ortsteil Dinker. Sind die örtlichen Wege doch schon oft begangen und daher allseits bekannt, lag der Sinn dieser Änderung darin, durch eine andere Streckenführung eine „neue“ Sichtweise auf vertraute Pfade zu schaffen. Unter Einbeziehung selten gegangener Abschnitte in Kombination mit den Hauptwegen sollte eine abwechslungsreiche Tour entstehen.

Foto: am Mahnkreuz auf dem Dinker Berg

Ausgehend vom Parkplatz am Friedhof in Dinker ging es zunächst über Wohnstraßen zum Kirchplatz an der Pfarrkirche St. Othmar. Im Schatten der Kirche befand sich ursprünglich seit dem ersten Kirchenbau der Friedhof. Von dicht aufschließenden Häusern wurde der Friedhof wie ein Ring umgeben. Später wurde der Friedhof „ausgelagert“ und liegt heute nördlich des Hellweges, so dass der Bereich vor der Kirche nun von den Besuchern zum Aufenthalt und Parken genutzt werden kann. Der für Westfalen eigentümliche „Häuserring“ ist geblieben.

Die Kirche im Rücken verlassen wir den dörflichen Bereich über den Ahseweg und erreichen rasch die Brücke über das hier von Ost nach West fließende Gewässer. Wir befinden uns damit schon inmitten eines Naturschutzgebietes, welches hier im Wesentlichen das Überschwemmungsgebiet der Ahse umfasst. Die Ahse selbst entspringt im Osten bei Bad Sassendorf und mündet nach ca. 37 km im Bereich der Stadt Hamm in die Lippe. Das Fließgewässer präsentiert sich hier aufgrund der unbefestigten Ufersituation und des mäandrierenden Verlaufs recht naturnah. Wenige Meter weiter überqueren wir eine zweite schmale Brücke. Hierbei handelt es sich um die Lake, ein Ende der 1970er Jahre ausgebautes sogenannten Nebengerinne der Ahse. Zwischen Nateln und Dinker besteht von der Ahse ein Abschlag zur Lake, die dann einige Kilometer parallel zur Ahse verläuft, bevor sie an der Grenze zur Stadt Hamm wieder in die Ahse mündet.

Südlich der Lake stoßen wir auf die Gräftenreste des ehemaligen Hauses Matena. Ein alter Rittersitz, der die Wirren der Geschichte gut überstanden hatte, dann aber Mitter der 1960er Jahre – als Denkmalschutz noch ein Fremdwort war – leider abgerissen wurde. Die erhaltenen Gräften gelten heute als Bodendenkmal. Auf attraktivem, schmalem, alleenartigem Pfad wird der Wanderer an dieser Stelle entlang der Gräftenanlage geführt und befindet sich unmerklich bereits im Bereich des Ortsteiles Dorfwelver.

Nach einer kurzen Wirtschaftsweg-Passage erreichen wir das Klosterholz, dem grünen Wald-Gürtel zwischen Dorfwelver und Kirchwelver. Zwar versperren uns an einigen Stellen „auf dem Bauch liegende Bäume“ als Zeichen der im vorangegangenen Monat durchgeführten Forstarbeiten den Weg, so dass wir vom ursprünglich eingeplanten Streckenverlauf abweichen müssen, ....

...aber dennoch können wir uns auf den noch freien Pfaden durch das Naturschutzgebiet „Wälder um Welver“ schlängeln, bevor wir an anderer Stelle wieder aus dem Gehölz ins Freie treten  (weiter östlich an der Straße Goseländchen).

 

Foto: durch die Wiesen der Ahseauen (die sogenannten Stockey-Wiesen)

Nach dem vorherigen waldreichen  Abschnitt geht es wieder durch die eher baumlose Ahseaue, flache Wiesen, weiter Blick und erneute Querung von Lake und Ahse.

Nach Querung der Landesstraße östlich des Ortes Dinker steuern wir auf den Sängerhof zu. Ebenfalls ein alter Rittersitz. Hier sind die baulichen Anlagen allerdings noch vorhanden. 

Foto: Der Sängerhof


Auf dem Weg „hoch“ zum Dinker Berg umkurven wir das kleine Wäldchen, das den Sängerhof ummantelt.

 

Foto: am Wäldchen am Sängerhof


Am Dinker Berg machen wir kurz am Mahnkreuz halt. 

(Siehe Foto am Anfang des Berichts!)

Das Kreuz steht hier seit 1987 und mahnt bis heute als weithin sichtbares Zeichen vor der Zerstörung der Natur, denn genau an dieser Stelle sollte ursprünglich eine Sondermülldeponie entstehen. Die Planungen wurden nicht zuletzt aufgrund heftiger Proteste aus der Bevölkerung schließlich eingestellt, so dass die „Höhen“ des Dinker Berges – immerhin 91 m – auch heute noch erwandert werden können. Von einem Berg zu sprechen scheint vielleicht etwas anmaßend, dennoch ergibt sich von dieser Anhöhe ein weiter Blick in die Landschaft, der nach Süden bis zum Haarstrang reicht. Nach Norden bleibt das Auge gezwungenermaßen an den mächtigen Kühltürmen des Kraftwerkes in Uentrop hängen. Der durchaus heftige Wind kürzt unsere Verweildauer hier „oben“ ab. 

Auf unserem „Abstieg“ nordwärts streifen wir kurz den Siedlungsrand des Ortsteiles Eilmsen, bevor uns der Weg über die „Höhen“ des Hilgenberges (85 m) zurück nach Dinker führt.

 

Am Ausgangsort angekommen schließen wir den Wandertag nach 15 km Wegstrecke bei Kaffee und Kuchen im Gasthaus Witteborg ab.

 

Fotos und Bericht: D. Große

 

1-10 of 145