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Zwei Tage auf sportlichen "Teutoschleifen" im Tecklenburger Land

veröffentlicht um 23.10.2017, 12:06 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 23.10.2017, 22:29 ]

Da, wo die Münsterländer Parklandschaft auf den Höhnenrücken des Teuteburger Waldes trifft, da ging es für uns zum Wanderwochenende am Samstag, den 30.09.2017, hin.


Zwei Tage hintereinander wandern war unser Ziel und dazu hatten wir uns die „Teutoschleifen“ ausgesucht. Dabei handelt es sich um besonders attraktive Rundwanderwege am Hermannsweg im Teuteburger Wald.

Wikipedia schreibt zum Hermannsweg:

„Der 156 Kilometer lange Hermannsweg, benannt nach Hermann dem Cherusker gilt als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands und verläuft über den Kamm des Teutoburger Waldes. Der Weg wurde im Jahr 1902, gut 25 Jahre nach der Fertigstellung des Hermannsdenkmals, eingerichtet und ist über die volle Länge mit einem weißen H markiert. Zusammen mit dem Eggeweg bildet der Hermannsweg den Streckenwanderweg Hermannshöhen. Seit 2008 ist der Hermannsweg als Prädikatswanderweg ausgezeichnet.“

Die Schwierigkeit für uns liegt im Wort „Streckenwanderweg“. Und so kommen uns die „Teutoschleifen“ gut gelegen. Sie ergänzen das Angebot des Hermannsweges als attraktive Halbtages- oder Tagesrundtouren. Man läuft ein Stück auf dem Hermannsweg, um dann über ausgewählte Schleifen und schöne Pfade wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Am ersten Tag unseres Wanderwochenendes hatten wir uns die Kombination von gleich zwei Teutoschleifen ausgesucht. Nach der Anreise nach Tecklenburg am frühen Morgen starten wir ab unserem Standortquartier „Hotel Bismarckhöhe“ zur Tour auf den „Tecklenburger Bergpfad“. Der ist eigentlich nur 10 km lang und uns für eine Tageswanderung etwas zu kurz, so dass wir noch einen Teil der „Dörenther Klippen“ mit eingebunden haben. Das Tagespensum steigern wir so auf insgesamt 19 km Wegstrecke.

Unser Hotel liegt strategisch günstig am südwestlichen Stadtrand von Tecklenburg direkt am Hermannsweg. Vorbei am Bismarckturm befinden wir uns nach dem Start schnell im Teuteburger Wald.


Der Wald präsentiert sich zu Beginn unserer Wanderung etwas mystisch von Nebel umgeben, der alle Geräusche zu schlucken scheint. Leider „schluckt“ der Nebel auch die Weitsicht, denn bei entsprechender Wetterlage bietet sich zwischen den Bäumen eigentlich immer wieder ein weiter Blick sowohl grob Richtung Osnabrück und nach Süden bis nach Münster. Heute hat sich leider eine Dunstglocke über den Höhenrücken gestülpt.

Wir erreichen eine Waldkapelle und wenig später den Blücherfelsen, ein steinernes Naturdenkmal, von dem es anschließend bergab zum Ort Brochterbeck geht. Wir überqueren die Gleise der Teuteburger Wald Eisenbahn und befinden uns am Ortsteingang. Eine Einkehrmöglichkeit wird ignoriert, die bisher absolvierte Strecke rechtfertigt noch keine kulinarische Belohnung.

Kleine Anmerkung: Die Teutoschleifen bieten entlang ihres Weges eine Vielzahl von „Erlebnispunkten“. In diesem Bericht auf alle historischen und kulturellen Informationen einzugehen, würde den Rahmen des Berichts sprengen. Wer Interesse hat, kann insbesondere im Internet vieles nachlesen. Dazu bieten sich u.a. die Seiten www.teutoschleifen.de, www.tecklenburger-land-tourismus.de, www.natupark-teuteburgerwald.de, www.hermannsweg.de und natürlich wikipedia an. Besondere Wegpunkte und nachschlagenswerte Objekte sind zur besseren Orientierung in diesem Bericht durch Fettdruck hervorgehoben.

Die Einkehr erfolgt erst nach rund der Hälfte der Tagesstrecke in einer Hütte bei den Dörenther Klippen mit dem vielversprechenden Namen „Almhütte“. Eine urige Raststation, die neben der Verpflegung für Wanderer auch noch eine schöne Plattform mit weitem Blick ins Münsterland bietet. Heute eher ein Nebelblick.

Foto: Blick von der Aussichtsplattform an der Almhütte Richtung Münsterland
(das Gruppenfoto oben ist auch auf der Aussichtsplattform entstanden)

Nach der Einkehr geht es zurück Richtung Brochterbeck, wobei wir zunächst noch rund 2 km entlang der Dörenther Klippen wandern, um dann zum Ort hin mit Kirche, Dorfplatz und idyllischem Dorfteich abzusteigen. Am Ende der Ortschaft geht es hoch zum Kalksteinbruch mit Münsterblick. Leider hält sich die Begeisterung trotz der möglichen Aussicht in Grenzen, denn oben angekommen setzt unangenehmer Regen ein. Zusammen mit einem böigen Wind begleitet uns der Niederschlag auf dem letzten Drittel der Tour, so dass der Naturgenuss sich nicht voll entfalten kann und wir an dem einen oder anderen interessanten Wegpunkt zügig dran vorbeiziehen. Seit dem Kalksteinbruch befinden wir uns wieder auf dem „Tecklenburger Bergpfad“, der uns zum Finale auf dem sogenannten Hexenpfad noch einen teuflisch steilen Schlussanstieg hoch zu unserem Quartier präsentiert. Nach diesem schweißtreibenden Abschluss sind wir nun innen genauso nass wie außen, so dass sich alle auf die wohlverdiente Dusche freuen.


Die stimmungsaufhellende Wirkung der heißen Dusche wird dann noch gesteigert durch das Drei-Gänge-Menu am Abend. Und trotz der am Ende der Wanderung wetterbedingten Einschränkungen herrscht eine zufriedene Erschöpftheit. Der gesellige Abend endet mit einer guten Wettervorhersage für den Folgetag.

Während des reichhaltigen Frühstücks am Sonntag verzieht sich der Frühnebel und wir starten pünktlich bei einem prospektblauen Himmel zur zweiten Tagesetappe.

Heute geht es ostwärts, wobei wir zunächst die romantische Altstadt von Tecklenburg mit dem historischen Marktplatz und den schönen Fachwerkhäusern durchqueren. Deutschlands nördlichstes Bergstädtchen geizt nicht mit verwinkelten Gassen, großartigen Ausblicken und jeder Menge Geschichte. Die mittelalterliche Burganlage hoch oben auf dem Berg ist heute Sitz der über die Region hinaus bekannten Freilichtbühne.

Wir folgen der Wegmarkierung der nördlichen Variante des Hermannsweges, überqueren auf der rund 50 m hohen, imposanten Hermannsbrücke die Autobahn A 1 und erreichen nach Anstieg und Abstieg des Leedener Berges (mit 202 m ü. NN höchste Erhebung der Region) den Ort Leeden. Nach dem Zuweg von Tecklenburg befinden wir uns hier nun auf der dritten Teutoschleife mit dem erwartungsvollen Titel „Canyon Blick“. Im Schatten der örtlichen Kirche von Leeden findet hier heute am Stiftshaus ein Kürbisfest statt; für uns das passende Ambiente für eine erste Rast.


Anschließend geht es über Wiesenwege durch Maisfelder und über mehr oder weniger vom Regen des Vortages getränkte Waldwege hoch zum Lengericher Berg. Im Garten des Skulturenparks machen wir eine weitere kleine Pause.


Schließlich erreichen wir den dieser Teutoschleife namensgebenden Lengericher Canyon. Steile, karg bewachsene Felshänge und türkisblaues Wasser lassen sich von einer Aussichtsplattform bestaunen; ein Naturschutzgebiet rund um einen ehemaligen Kalksteinbruch. 


Nach dem Anstieg zum Kleeberg verlassen wir die Teutoschleife und schlagen den Weg wieder zurück Richtung Tecklenburg ein. Auf dem südlichen Hermannsweg wandern wir nun westwärts auf dem Höhenrücken entlang des Cayons mit schönem weiten Blick ins Münsterland.

Auf dem finalen Abschnitt geht es noch einmal durch einen Wald, vorbei an idyllischen Fischteichen und fast so wie gestern mit einem stufigen Schlussanstieg hoch zurück in die Altstadt von Tecklenburg.

Auch heute liegen 19 km Wegstrecke und über 350 Höhenmeter hinter uns. Wir belohnen uns mit einem Eis in der trubeligen Innenstadt, bevor wir den Heimweg antreten.

Zwei sportliche, erlebnisreiche Wandertage rund um das bergige Städtchen Tecklenburg enden somit.

Vielen Dank für das Interesse sagen die Organisatoren in der Hoffnung, es hat allen gefallen.

Andrea und Dirk Große

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