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Im Wald. Punkt!
So einfach lässt sich die Frage beantworten, wo wir denn auf unserer Tour am 27.09.2015 gewandert sind. Der Wald südlich des Möhnesees ist bekanntermaßen durchzogen von einem dichten Wegenetz und so galt es, unter Berücksichtigung der sich wie Adern durch den Forst schlängelnden Alleen, einen schönen Rundweg zu gestalten. Dabei wollten wir dem gestiefelten Andrang im wahrsten Sinne des Wortes möglichst „aus dem Weg gehen“ und eine Strecke erwandern, die nicht ganz so überlaufen ist. Also eine Route, die uns tief in den Wald eintauchen lässt und geprägt ist von Ruhe und Beschaulichkeit. Dies gänzlich zu erreichen war jedoch unmöglich, denn das Wetter zeigte sich im frühen Herbst von seiner schönen Seite, so dass zu erwarten war, dass durchaus viele dem heimischen Sofa den Rücken kehren, um unter freiem – und vor allem blauem – Himmel spazieren zu gehen oder zu wandern.
Rückblickend muss festgehalten werden, dass wir weniger Wanderkollegen getroffen haben, als eher eine Vielzahl von Pilzsuchern, die wie eine besondere Spezies von Waldbewohnern durch das Unterholz stöberten. Aber auch der „natürliche Feind“ des Wanderers - der „schnelle zweirädrige Mountainbiker“ - wurde mehrfach gesichtet. Aber es ist trotz der unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu keinen Kollisionen gekommen. Mittlerweile teilen sich die Fußgänger und die Radfahrer ja schiedlich-friedlich die vorhandenen Pfade und Forstwege.
Foto: Im Aupketal
Am frühen Morgen ging es zunächst von Welver aus mit dem Pkw zur Günner Hude. Unweit des Heinrich-Lübke-Hauses in Brüningsen begann unsere Tageswanderung. Das Ausgleichsbecken im Schatten der über 40 m hohen Möhnetalsperre lag noch im Nebel. Wir streiften nur kurz den südlichen Rand des Sperrbauwerkes und bogen nach kurzer Asphaltpassage auf einen schmalen Pfad waldeinwärts ab. Wurzelweg statt Wanderautobahn, so sollte der wegemäßige Schwerpunkt aussehen. Robustes Schuhwerk war auf dem welligen Streckenverlauf gefragt. Der schmale, leicht ansteigende Pfad auf Tannennadelteppich ließ ein Nebeneinanderlaufen nicht zu, so dass sich die 13 Personen starke Gruppe wie auf einer Perlenkette gereiht durch den Forst schlängelte.
Foto: SGV-Wanderer-Perlenkette
Auf dem weiteren Weg lösten sich Wurzelpfad und breiterer Forstweg ab, wobei die nicht schnurrgeraden, schmalen Pfade attraktiver sind und das Naturerlebnis „Wald“ hier stärker ist. Bei Kilometer 6 stießen wir das erste Mal auf die „Aupke“. Ein etwas über 5 km langes Nebengewässer der Möhne, das sich von Neheim-Bruchhausen kommend durch den Wald schlängelt und ohne eine Ortschaft zu Gesicht zu bekommen, bei Neheim-Moosfelde in die Möhne mündet. Hier und auch noch später begleiteten wir den Bach und konnten dabei beobachten, wie das fließende Gewässer das Gelände geprägt hat.
Wir entfernten uns aber zunächst über den „Rehbocksweg“ und stießen bei km 9 auf ein markantes „Wander-Autobahnkreuz“ mit angrenzendem „Rastplatz“. Hier - an diesem überdachten Sitzplatz - kreuzen sich immerhin 6 Wanderwege. Nach erfolgreicher „Plünderung“ der Rucksackverpflegung setzten wir gestärkt der Kennzeichnung A8 folgend unsere Tour fort und gelangten über den „Alten Holzweg“ ins Aupketal. Da war es also wieder, das sich kurvenreich durchs Gelände windende Gewässer. Neben dem „Wald“ ein weiterer „Hauptbegleiter“ auf unserer heutigen Tour. Wir folgten dem kleinen Fluss auf breiterem Forstweg entgegen seiner Fließrichtung.
Die „Tal-Wanderung“ erfuhr jedoch bei km 13 ein abruptes Ende, denn es galt nun, auf den nächsten zwei km ungefähr 100 Höhenmeter zu überwinden. Wir verabschiedeten uns von der Aupke und dem Gewässerrandweg, um wieder auf schmalen, schlängeligen und wurzeligen Pfad den „Kellerberg“ zu erklimmen. Der letzte nennenswerte Anstieg des Tages, wobei wir am Ende der Tour immerhin 350 Höhenmeter hinter uns gelassen hatten. Am Wegkreuz auf dem Kellerberg trockneten wir kurz unsere Schweißtropfen in der durch die Bäume scheinenden Sonne.
Ab hier erfolgte dann der finale Abstieg zurück Richtung Ausgangspunkt, und kurz vor der Günner Hude „spuckte“ uns der Wald dann schließlich wieder aus.
Auf der Terrasse der dortigen kleinen Hütte gönnten wir uns zum Abschluss noch Kaffee und Kuchen….. wobei gemunkelt wird, dass zur Wiedererlangung der körperlichen Kräfte, der Kuchen vereinzelt nicht ausgereicht haben soll, so dass zum „Nachtisch“ noch Frikadelle und Currywurst mit Pommes verzehrt wurden. Das wandermäßige Tageswerk bestand neben den bereits erwähnten Höhenmetern ja immerhin aus rund 18 km Wegstrecke.
Text und Fotos: D. Große