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Vom Rombergpark hoch zur Hohensyburg

veröffentlicht um 24.09.2016, 08:58 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 25.09.2016, 22:22 ]

Der Untertitel zu dieser Tour könnte auch „Durch das waldreiche Dortmunder Stadtgebiet“ lauten, denn am Sonntag, den 18.09.2016, haben wir uns auf dem Gebiet der Westfalen-Metropole bewegt und waren durchaus positiv überrascht, wie waldreich sich die rund 21 km lange Strecke insgesamt präsentierte. 

Gestartet waren wir diesmal in einer eher kleineren Gruppenstärke von acht Teilnehmern am nördlichen Eingangsportal des Rombergparks. Der seit 2006 als Flächendenkmal eingetragene botanische Garten besteht überwiegend aus Bäumen und Sträuchern, so dass bemerkenswerte rund 4500 verschiedene Gehölzarten vorzufinden sind. Im 19. Jahrhundert ist er als Schlosspark des Wasserschlosses der Familie von Romberg entstanden. Der seit 1926 städtische Rombergpark wurde während des Weltkrieges bei Bombenangriffen im Jahre 1944 stark beschädigt und das ehemalige Schloss wurde zerstört. Am nördlichen Eingang des Parks ist heute nur noch das Torhaus des Wasserschlosses erhalten. Da wir uns hier im Dortmunder Stadtteil Brünninghausen befinden, ist der Begriff Haus Brünnighausen geläufig.

Wir durchlaufen den Park in Nord-Süd-Richtung entlang des großen Teiches und gelangen über eine Bogenbrücke auf die östliche Seite des Gewässers. Im späteren Waldabschnitt weisen uns Tiergeräusche darauf hin, dass wir uns direkt an der östlichen Grenze des sich dem Rombergpark anschließenden Zoos befinden.

Auf unserem Weg in südliche Richtung unterbrechen kurze städtische Abschnitte (Stadtteil Lücklemberg und Wichlinghofen) sowie die Überquerung der B 54 und später der A 45 unseren „Waldspaziergang“. Bittermark, Vinklöther Mark und Reichsmark heißen die Waldgebiete, die wir durchlaufen, bevor wir das Wiesental der Kleinen Wanne (Wannebach) erreichen. Leichte und mittelschwere Anstiege sind unverkennbar Anzeichen dafür, dass wir uns dem Ardeygebirge nähern, einem bis knapp über 270 m hohen Höhenzug nördlich der Ruhr.

Auf der Hälfte der Tagesstrecke treffen wir auf die ersten Siedlungen des Dortmunder Stadtteils Syburg und wenig später schließlich auf die monetäre Vergnügungsstätte „Spielbank Hohensyburg“. 

Wir hätten wahrscheinlich sowieso nicht der notwendigen Kleiderordnung entsprochen, aber ein Besuch der Spielhölle hätte ungeachtet der individuellen finanziellen Situation den weiteren zeitlichen Ablauf gesprengt, denn vor uns lag ja schließlich noch der lange Weg zurück zum Rombergpark. Dennoch nahmen wir uns natürlich noch Zeit für die hier ansonsten vorhandenen kulturhistorischen Hot Spots und die wunderschöne Aussicht vom Ardeygebirge auf die sich südlich anschließende Landschaft.

Der Bereich Hohensyburg besitzt nicht nur eine große Anziehungskraft für Damen und Herren mit großem Geldbeutel (--> Spielbank), sondern auch für Ausflügler mit dem Ziel der günstigeren Freizeitgestaltung. Direkt neben dem Kasinogelände schließt sich die Burgruine Hohensyburg an. Die Reste der Burg befinden sich auf dem Syberg, einem der „Gipfel“ des langgestreckten Ardeygebirges, das hier nach Süden hin mit steilen Hängen abfällt. Wir befinden uns räumlich gesehen an der südlichen Stadtgrenze von Dortmund. Die dem Syberg zu Fuße liegende Ruhr mit dem Hengsteysee befindet sich an dieser Stelle schon zur Hälfte auf Hagener Stadtgebiet. Von hier oben geht der Blick über die Stadt Hagen weit bis in das sich anschließende Sauerland.

Die ehemalige steinerne Höhenburg wird auf das Jahr 1150 datiert, aufgegeben wurde sie wahrscheinlich im 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts. Die heute vorzufindende Ruine ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen. 

In direkter Nachbarschaft befindet sich auch der achteckige, neugotische 26 m hohe Vincketurm. 






Er steht hier an der höchsten Stelle des Sybergs (244 m üNN). Gebaut wurde der Aussichtsturm 1857 zur Erinnerung an den damaligen Oberpräsidenten Westfalens Ludwig von Vincke, der sich um den Aufbau Westfalens nach der französischen Herrschaft verdient gemacht hatte.






Im Schatten des Turmes gönnen wir uns eine längere Pause und genießen den leckeren „Hinners-Kaffee“, bevor es dann zum letzten kulturhistorischen Erlebnispunkt geht. Denn unweit des Vincketurmes befindet sich hier oben noch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Ein imposantes Reiterstandbild zu Ehren Kaiser Wilhelm I. (errichtet 1902), der hier auf seinem Zossen sitzend den Ausblick in die weite Landschaft Richtung Süden genießen kann. (Siehe Foto oben am Anfang des Berichts!)


 Foto: Am Kaiser-Wilhelm-Denkmal mit Blick auf den Hengsteysee

Nach soviel Heimatgeschichte geht es auf Schusters Rappen wieder zurück zum Ausgangsort. Wir wählen eine Route westlich parallel zum Hinweg und gelangen erneut durch schöne Laubwälder wieder zurück in den Rombergpark. Hier steuern wir nach rund 21 km Wegstrecke und annähernd 400 Höhenmetern die Außengastronomie des Parkcafés „Orchidee“ an und genießen verdientermaßen in der zwischenzeitlich scheinenden Sonne kulinarische Köstlichkeiten.

Wieder gestärkt aber durchaus mit etwas müden Beinen geht mit der Rückfahrt von der Stadt auf’s Land dieser Wandertag zu ende.


Text und Fotos: D. Große

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