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Die Eisen- und Stahlproduktion im Dortmunder Stadtteil Hörde war am Ende ihres Lebenszyklus angekommen. Die Industrieanlagen waren dem Verfall geweiht, aber wie einst der mythische Vogel „Phönix“ entstand aus der „Asche“ der Werksanlagen der ehemaligen Hermannshütte etwas Neues mit frischem Glanz: Der Phönixsee. Der Ursprung dieser völlig anderen Nachnutzung lag im Jahre 2002/ 2003, als die Gebäude und Werkseinrichtungen des ehemaligen Stahlwerkes abgerissen wurden. Ein Areal von 97 Hektar stand nun zur Verfügung. Nicht mehr malochen, sondern im Bereich Wohnen, Freizeit und Erholung an einer innerstädtischen Seefläche sollten die neuen Schwerpunkte liegen.
Diese Wiedergeburt des „Dortmunder-Phönix aus der Asche“ wollten wir uns doch mal näher anschauen. Wie es sich für einen Wanderverein gehört, sollte die „Besichtigung“ in eine schöne Wandertour gebettet werden. Dies zur Aufgabe machten sich Theresia und Hans Rottmann. Sie führten uns schließlich am Samstag, den 19.09.2015, zunächst mit dem Pkw nach Dortmund-Hörde.
Die eigentliche Tour begann am Fuße des Kaiserberges, somit ganz im Osten des zu erkundenden Gebietes. Waren die Teilnehmer anfangs noch von einer reinen „Horizontalwanderung“ ausgegangen, wurden sie unmittelbar am Start eines besseren belehrt. Vom Parkplatz aus versperrt eine Geländeerhebung die Sicht auf das Gewässer und anstatt den Berg zu umgehen, erfolgte der Aufstieg. Über in den Hang gebaute Stufen wurde das Landschaftsbauwerk erklommen.
Foto 1: Auf dem Kaiserberg, im Hintergrund Phönix-See und Florianturm
Vom etwa 38 m hohen „Gipfel“ des neuen Kaiserberges hatten wir einen schönen Blick auf das gesamte Gelände mit der 25 ha großen Wasserfläche und der neuen Uferrandbebauung und erhielten so einen ersten Eindruck über die Ausmaße der Anlage. Beim Blick auf die Stadtsilhouette konnten wir den Florianturm und das Stadion des BVB gut erkennen.
Foto 2: Blick auf den See mit seiner neuen Bebauung am Uferrand
Wir verließen alsbald wieder den Kaiserberg, um entlang des Nordufers – also zwischen Wasser und den neu errichteten exklusiven Ein- und Zweifamilienhäusern – unseren Weg fortzusetzen. Die Bezeichnung der größeren Gebäudekomplexe im Westen wie „Hafentor“, „Dock 1“, „Kontor am Kai“, „Port Phönix“ und „Pier 4“ deuten auf das maritime Grundkonzept hin, wobei diese modernen Bauwerke als Bürofläche, Fachärztezentrum, Penthäuser und natürlich für die Gastronomie genutzt werden.
Foto 3: Seepromenade im "Hörder-Hafen"
Wir hätte an dieser Stelle die Seeumrundung entlang des südlichen Ufers fortsetzen können, wären dann aber schon nach etwas mehr als 3 km Wanderstrecke wieder am ursprünglichen Startort zurück gewesen. Und so hatten Theresia und Hans noch eine zusätzliche Schleife ab vom Phönix-See mit eingeplant. Es ging entlang der Emscher in westliche Richtung zunächst bis zum ehemaligen Hochofenwerk „Phönix-West“. Hier wurde früher der Stahl hergestellt, der in der Hermannshütte – also im Bereich Phönix-Ost – weiter verarbeitet wurde. Heute entsteht hier als Nachfolgenutzung ein Technologiepark für entsprechende Unternehmen.
Foto 4: Am Hochofen "Phönix-West"
Der weitere Weg zum Westfalenpark vermittelte einem nicht das Gefühl, mitten in einer Stadt zu sein, umgeben von soviel Grün. Im Westfalenpark dann angekommen, drehten wir noch eine Runde durch einen der größten innerstädtischen Parkanlagen Europas. Wahrzeichen der 70 ha großen Grünoase ist der 220 m hohe Fernsehturm „Florian“, den wir aber heute nicht bestiegen. Wir nutzen lieber das gastronomische Angebot und gönnten uns einen Kaffee im „Café an den Wasserbecken“.
Foto 5: Im Westfalenpark
In der Kürze der Zeit konnten wir in den 1959 für eine Bundesgartenschau entstandenen Park nur mal „reinschnuppern“, bevor es dann über die Emscherpromenade wieder zurück zum Phönix-See ging.
Versorgt mit einem wirklich leckeren Eis setzten wir unsere See-Umrundung fort. Vorbei an der Kulturinsel schlenderte die kleine Gruppe am Südufer entlang Richtung Kaiserberg, der zum Abschluss nicht noch einmal bestiegen wurde, sondern wir nutzen die „Umgehungsfußwege“, um schließlich nach rund 11 km Wegstrecke wieder am Startort anzukommen.
Ein sehr interessanter Wandertag auf den Spuren deutscher Stahlgeschichte mit vielen Projekten, die uns gezeigt haben, was im Zuge des Strukturwandels aus den alten Industriebrachen entstehen kann.
Planung und Organisation: Theresia und Hans Rottmann
Text und Fotos: Dirk Große