Mitteilungen‎ > ‎

Flott unterwegs auf dem Seseke-Radweg

veröffentlicht um 01.09.2018, 02:02 von SGV Abteilung Welver

Sechs SGV-Radler trafen sich am 26.08.2018 bei schönstem Sommerwetter zu einer flotten Fahrt mit "eingebautem Rückenwind". Die 1. Etappe von Scheidingen nach Flierich radelten wir den Alleen-Radweg. 1864 als Bahnstrecke von Welver nach Unna-Königsborn eröffnet, hauptsächlich um Arbeiter aus dem ländlichen Raum in die Zechen in Unna Königsborn und Umgebung zu bringen und umgekehrt die Kohle zur Weiterverarbeitung in die östlichen Gebiete zu befördern. Seit 2015 ist es ein durchgehend asphaltierter und viel genutzter Radweg - ein grünes Band mit schönen Ausblicken in die sommerliche Landschaft.

Nach 14 km wechselten wir in Flierich auf den Seseke-Radweg. Die Seseke - ehemals eine Köttelbecke - wurde anlässlich des Kulturhauptstadt-Jahres Ruhrgebiet im Jahre 2011 renaturiert und war sozusagen das Versuchsprojekt der großen Schwester Emscher. An ihrem 25 km langen Lauf wurde die heutige Technik, die Industrie-, Bergbau- und Hausabwässer in separaten Abflussrohren unter dem Fluss zu verlegen und danach dem Gewässer seinen ursprünglichen Lauf zurückzugeben - getestet. Viele Kunstobjekte zu dieser Thematik begleiteten den Fluss und machten die Tour spannend und kurzweilig.


 Das Kunstwerk „JETZT“ haben wir dann gleich - verkehrt herum - mit Leben erfüllt.

 


Kurz vor Kamen passierten wir die bekannte 5-Bogen Eisenbahnbrücke. Sie ist Deutschlands älteste in unverändertem Originalzustand erhaltene Brücke auf der sehr stark befahrenen Strecke Dortmund - Hamm. Am Marktplatz in Kamen war dann die erste Kaffeepause fällig - direkt neben dem eindrucksvollen großen Brunnen des Kamener Künstlers und Goldschmied Telgmann.  



Direkt im Kamener Zentrum durchfuhren wir auf unserer Weiterfahrt eine große Baustelle, die Erwähnung verdient: Stadtnahe Aufenthaltsqualität ist ein aktueller Trend der Stadtplaner und so wird selbst dieser kleine Flusslauf durch Ufer-Terrassenbau, Wiesen für Sport und Spiel, Gastronomie ec. wichtig. Für Kamen ein dickes Plus.

Immer mit Blickkontakt zum Fluss begleiteten wir die Seseke auf ihren letzten Kilometern bis zur Mündung. Kaum zu glauben, dass wir durch früher intensiv genutztes Industriegelände fuhren. Nur ein geschultes Auge entdeckte hier und da Zeitzeugen, so z.B. den markanten Schacht Grillo, die Halde Großes Holz, ab und an ein alter Wetterschacht. Bald sahen wir die Düker-Anlage, mit der die Seseke unter dem Hamm-Dattel-Kanal zur Mündung in die Lippe geführt wird.

Beinah unmerklich wurde aus der Landschaft ein Park und wir waren schon am nächsten Etappenziel dem Lünener Parksee. Dieser wurde zur Landesgartenschau 1996 angelegt und wird von der Bevölkerung zu allen Jahreszeiten gut genutzt, besonders im Sommer als Badesee. Wir fanden ein schönes Plätzchen mit Aussicht für unsere Rucksackverpflegung. Auf unserer Weiterfahrt machten wir noch einen Schlenker zum benachbarten Preußenhafen mit dem markanten Wippkran an der heutigen Uferpromenade. Von 1925 bis 1980 diente er als Umschlagplatz für die Zechen Preußen und Gneisenau. Heute ist er ein Wasserwander-Rastplatz mit Aufenthaltsqualität.

Nun ging es am Kanaldamm entlang Richtung Heimat; jedoch schon nach 11 km an der Marina Bergkamen-Rünthe verlangte das Radlerherz nach sonntäglichem Kaffee und Kuchen. Bei maritimen Flair im Promenaden—Café wurden nochmals Kalorien aufgetankt und dann die Strecke bis Welver in Angriff genommen. Damit der Kanaldammweg nicht allzu eintönig wurde, gab es immer wieder Nebenwege durch Wälder oder Lippeauen.

Am Ende standen fast 80 km auf dem Tacho - toll gemeistert - dank des „Rückenwindes“ aus der stets richtigen Richtung.

 

Radwanderführerin, Text und Fotos: Bärbel Grösgen

Comments