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Ein Sonntagsbesuch bei Tante Malchen...

veröffentlicht um 20.06.2017, 10:26 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 20.06.2017, 10:30 ]


… wobei es sich nicht um eine verwandtschaftliche Stippvisite beim familiären Anhang der Wanderführung handelt, sondern um den Hofladen mit Landcafé südlich des Uentroper Waldes. Somit verbirgt sich hinter diesem Namen eine bauliche Anlage mit gastronomischem Angebot, in dessen Genuss wir jedoch erst nach einer Waldwanderung kommen sollten.

 

Das Landcafé präsentiert sich hier praktisch als Eingangsportal zu dem nördlich angrenzenden „Gehölz“. Der Forst trägt den Namen „Uentroper Wald“ und würde den ortsunkundigen Besucher vermuten lassen, dass er somit zur Stadt Hamm – genauer zum Stadtteil Uentrop – gehört. Räumlich ist dieser Bereich jedoch der Gemeinde Lippetal zugeordnet. Wir befinden uns gewissermaßen in einem „Dreiländereck“, denn hier stoßen die Kreise Soest und Warendorf sowie die Kreisfreie Stadt Hamm aufeinander und der Uentroper Wald liegt direkt an Grenze von Lippetal (Kreis Soest) zu Dolberg (Stadt Ahlen/ Kreis Warendorf).

 

In den örtlichen Karten ist auch vom „Großen Holz“ die Rede, was auch wieder nichts mit dem Namen der Wanderleitung zu tun hat, sondern vielmehr berücksichtigt, dass das „Wäldchen“ aus der weniger bewaldeten Umgebung mit seiner Größe von 242 ha deutlich herausragt. Der ökologische Wert dokumentiert sich auch in der Tatsache, dass der Bereich als Naturschutzgebiet festgesetzt ist. Charakterisiert wird der Forst als großes Laubwaldgebiet mit naturnahem, artenreichem Eichen- und Hainbuchenbestand.

 


Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) führt in seinen Naturschutzinformationen weiter aus:

>>Die großflächigen Steileiche-Hainbuchenwälder staufeuchter und zeitweise vernässter Standorte zeichnen sich durch einen hohen Grad an Natürlichkeit aus. Die hohe Strukturvielfalt, der gute Erhaltungszustand sowie Alt- und Totholzbestände unterstreichen den Wert des Gebietes. Mehrere, noch natürlich erhaltene Bachläufe werden häufig von Bach-Eschenwäldern gesäumt, die stellenweise große Vorkommen des Märzbechers sowie Orchideen in der Krautschicht aufweisen. Zur unmittelbar südlich gelegenen Lippeaue bestehen funktionale Verbindungen.<<

 

Das Naturschutzgebiet ist mit Wegen durchzogen, die nun fußläufig von uns so kombiniert wurden, dass aus einem vermeintlichen Sparziergang eine Wanderung entstand, also eine Tour von immerhin 3 Stunden bzw. 12 km. Dies ist hier letztendlich nur zu erreichen, wenn unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ ein Zick-Zack-Kurs „zurechtgebastelt“ wird. Weitere, topografische Herausforderungen  - sprich Anstiege - waren nicht zu erwarten, so dass am Ende der „Rundreise“ auch nur nicht erwähnenswerte 30 Höhenmeter auf unserem Tacho standen. Die Schweißbildung bei den 19 Teilnehmern war somit eher dem vielleicht zügigen Tempo einhergehend mit den sommerlichen Temperaturen von bis zu 26° geschuldet.

 

Eine kleine Herausforderung anderer Art brachte der von uns gewählte Zeitpunkt der Wanderung mit sich. Wir waren am 18.06.2017 unterwegs, zu einer Zeit also, wo die Vegetation sich in einer Hochphase befindet. Die Vortour im Frühjahr fand während der „Vegetationsruhe“ statt, so dass sich alle Wege als gut begehbar präsentierten. Mitte Juni hatten wir nun auf dem einen oder anderem Abschnitt mit kniehohem Bewuchs zu kämpfen. Sorge bereitete dabei weniger das hohe Gras, sondern vielmehr die Gefahr mit ungeliebten Zecken in Kontakt zu kommen. Der größte Teil der Wanderung fand aber auf weniger gefährlichen, breiten Forstwegen statt. 

Zumindest unter Berücksichtigung der sommerlichen Temperaturen stellte sich die Wanderung im eher kühleren Wald als gute Wahl heraus. 

Schließlich „spuckte“ uns der Forst nach fast genau drei Stunden bei Tante Malchen wieder aus, wo wir zum Abschluss den Wandertag bei Kaffee und Kuchen ausklingen ließen.


Wdf.: Andrea und Dirk Große

Text und Fotos: Dirk Große

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