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Durch die Warburger Börde

veröffentlicht um 22.09.2018, 01:11 von SGV Abteilung Welver

Auf unserer Wanderung am 02.09.2018 brachte uns die Eurobahn vom Bahnhof Welver aus komfortabel in die südöstliche Ecke unseres Bundeslandes - unser Ziel war Warburg, die Hansestadt an der hessischen Grenze. Selten verläuft sich der Westfale in diese Ecke und so waren wir auch überrascht von dem historischen Stadtbild. 


Mittelalterlich mit Fachwerkhäusern, größtenteils noch vorhandener Stadtmauer und Stadttürme in der Unterstadt an der Diemel und der auf dem Bergrücken darüber liegenden Neustadt, die ab dem 15. Jahrhundert errichtet wurde, war Warburg lange Zeit eine Doppelstadt und viele Gebäude erinnern an eine bedeutende Vergangenheit zur Zeit der Hanse. Wir wanderten über die mit Kopfstein gepflasterten Gassen, durch das Sacktor, am Sackturm vorbei über einen wunderschönen alten Friedhof, dann zu einem seit kurzem fertiggestellten 11 m langen „Skywalk“ zur Aussichtsplattform des Chattenturms.

 

Hoch über der Altstadt konnten wir den Blick über den Verlauf unseres Wanderweges entlang der Diemel und über die Bördelandschaft schweifen lassen. Für unseren Weg durch die Diemelauen nutzten wir den Radweg, der den ganzen Flusslauf bis zur Mündung in Karlshafen in die Weser begleitet. Recht bald erblickten wir unser nächstes Ziel, den markanten Kegel des Desenberges mit seiner Burgruine, der sich als Inselberg 150 m über der Landschaft erhebt. Der Weg zum „Gipfel“ hätte eine Umrundung auf gepflasterten Straßen erfordert, daher nahmen wir die querfeldein Variante. 


Sehr zum Glück eines Zickleins, welches sich hoffnungslos in den Maschen eines Zaunes verfangen hatte und schon ganz abgemagert und geschwächt war.


Wanderkollege Jürgen befreite es aus seiner misslichen Lage und die kleine Ziege wich fortan mit herzzerreißendem Gemecker nicht mehr von seiner Seite. Unser „Ziegenflüsterer“ schaffte es, das kleine Tier zu seiner Herde, die oben am Berg weidete, zu bringen und wir hofften, dass es seine Mutter dort oben finden würde.

Nach dieser Aktion hatten wir eine Pause verdient und praktisch um die Ecke wartete eine Bankrunde mit Aussicht auf uns. Die letzten 4-5 km ging es über - leider meist asphaltierte - Wirtschaftswege zurück zum Warburger Bahnhof. Da die Warburger Börde intensiv landwirtschaftlich genutzt wird, konnten wir die Auswirkungen des heißen und trockenen Sommers entlang des Weges beobachten. Unsere Ankunft am Bahnhof ließ uns noch bis zur Abfahrt des Zuges Zeit für einen Kaffee-Plausch im Hindu-Café des Bahnhofs - sicherlich ein Novum der deutschen Bahnhofslandschaft. Der Zug kam pünktlich und wir ließen uns mit müden Füßen in die Sitze sinken und nach Welver bringen.

Wanderführerin und Text: Bärbel Grösgen

Bilder: Dirk Große

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