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Altenbeken im Paderborner Land ist wahrscheinlich auch hier in Welver als Eisenbahnknotenpunkt bekannt. Der Ort war nun am letzten September-Wochenende des Jahres 2014 Ziel einer 15-köpfigen Gruppe des SGV Welver. Auf dem Viadukt-Wanderweg wurde die dortige Eisenbahngeschichte quasi „erlaufen“. Wahrzeichen der Gemeinde Altenbeken und gleichzeitig Mittelpunkt des Qualitäts-Wanderweges in und um Altenbeken ist der große Bekeviadukt. Die eigentliche Rundstrecke ist 29 km lang. Wir haben daraus zwei Etappen gemacht, so dass einschließlich der Zuwege am Ende der Tour rund 40 km auf unserem Tacho standen.
Bild 1: Start- und Zielpunkt die original Dampflok Baureihe 044
Gestartet waren wir am Morgen des 27.09.2014 am Hotel-Café Mertens – unserer Unterkunft fürs Wochenende - in der Mitte des Ortes Altenbeken. Von hier sind es nur wenige hundert Meter bis zum eigentlichen Startpunkt des Viadukt-Wanderweges. Nicht zu übersehen ist dort die alte Dampflok der Baureihe 044 aus dem Jahre 1941 mit ihren 128,5 t bei einer Länge mit Tender von 22,6 m. Ein wirklich passender Start- und Zielpunkt einer Wanderung mit dem Schwerpunkt Eisenbahn.
Bild 2: Aussichtsplattform "Großer Viadukt", (Foto: Kurt Blaschke)
Kurz nach Verlassen des Siedlungsbereiches – und nach dem ersten kleinen Anstieg - erreichten wir die Aussichtsplattform oberhalb von Altenbeken. Von hier bot sich ein erster herrlicher Panoramablick in die Landschaft und auf das große Eisenbahnviadukt mit seinen 24 Rundbögen bei einer Länge von 482 m und einer Höhe von 35 m. Das Gruppenfoto an der Aussichtplattform hat freundlicherweise der Altenbekener Kurt Blaschke von uns gemacht, den wir zufällig hier oben trafen.
Bild 3: Bekeviadukt
Von hier aber auch auf dem weiteren Weg eröffneten sich für uns immer wieder herrliche Blicke auf die größte steinerne Eisenbahnbrücke Europas. Der nächste Anstieg auf den Sommerberg belohnte uns mit einer Aussicht auf die Bahnhofsanlage in Altenbeken, das Gleisdreick und die Einfahrt in den 1.640 m langen Rehbergtunnel, der die Eisenbahn-Verbindung nach Bad Driburg und letztendlich Hannover herstellt.
Bild 4: Aufstieg zum "Sommerberg", mit Viadukt-Blick (links im Bild)
Der weitere Weg führte am östlichen Rand von Altenbeken entlang, wobei insgesamt der eine oder andere schweißtreibende Anstieg deutlich machte, dass man sich hier am Tor zum Eggegebirge befindet und man durchaus von einer anspruchsvollen Strecke sprechen kann. Kraft und Flüssigkeit wurden dann auch verdientermaßen im Biergarten des Bauernhofcafés „Richts Deele“ in Buke aufgetankt, bevor wir auf dem letzten Teilstück der ersten Tagesetappe von Buke vorbei am örtlichen Windpark wieder in Altenbeken an der Dampflok ankamen.
Kurz frisch gemacht wurde dann gemeinsam das Abendessen im ehemaligen Koster „St. Andreas am Walde“ eingenommen. Abschließend war noch „Heiner‘s Lokschuppen“ direkt neben unserem Quartier - dem Hotel Mertens – das Ziel für einen letzten Absacker.
Der zweite Wandertag startete wieder an der Lok 044. Wem es am frühen Morgen evtl. noch etwas frisch war, der kam schnell beim Anstieg zum „Winterberg“ entlang der bereits tags zuvor passierten Windräder auf Betriebstemperatur. Westlich des Ortes Buke stießen wir wieder auf den eigentlichen Viadukt-Wanderweg, dessen westlicher Teil heute auf unserem Wanderplan stand. Auf diesem Abschnitt präsentierte sich das schöne, langgezogene, waldreiche Dunetal und der kleine Viadukt, der hier die Eisenbahn über das Dunetal führt.
Bild 5: "Großelohmann" vor "Kleinem Viadukt"
Nach rund 12 km machten wir Rast unweit der alten Försterei direkt an der Beke und kamen in den Genuss der Außerhaus-Bewirtung des Klosters St. Andreas. Das „rollende Kloster-Mobil“ versorgte uns mit einem leckeren „Kostertopf“ und gekühlten Getränken. Vielen Dank noch einmal an die Eheleute König mit ihrem Klosterteam für ein gelungenes Picknick an einem wirklich idyllischen Ort … und bei herrlichem Herbstwetter.
Bild 6: 15 "Gesättigte" Wanderer (Foto: Kurt Blaschke)
Gut gesättigt fiel uns – zugegebenermaßen - der anschließende letzte, lang gezogene Anstieg durch das schöne Durbeketal etwas schwer. Beim abschließenden Abstieg in den Ort Altenbeken hatten wir noch einmal einen Blick auf das große Viadukt, bevor sich der Kreis der Zwei-Tages-Tour am Hotel Mertens schloss.
Fazit:
Der Große Bekeviadukt zusammen mit den anderen Erlebnispunkten entlang des Weges, wie die original Dampflok aus dem Jahre 1941, eine 100 m lange Tunnelquerung, Ausblicke auf das Gleisdreieck, den Rehbergtunnel sowie das kleine Viadukt im Dunetal runden den thematischen Schwerpunkt „Eisenbahn“ ab und machen den Viadukt-Wanderweg neben den zusätzlichen nicht eisenbahn-bezogenen Wegpunkten zu einem empfehlenswerten, interessanten Rundweg.
Ergänzend zur Kombination aus Eisenbahn- und Naturerlebnis spielte auch noch das Wetter mit, so dass zum Kraft tanken neben dem Besuch einzelner Biergärten auch Vespermahlzeiten in freier Natur zum Gelingen des Ausflugs ins Paderborner Land beitrugen.
Text: D. Große
Fotos: D. Große und K. Blaschke (Bild 2 und 6)