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"Von Schloss zu Schloss" - in Hamm auf abwechslungsreicher Strecke

veröffentlicht um 15.06.2016, 10:46 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 24.06.2016, 11:38 ]

Unser Ziel am Sonntag, den 19. Juni 2016, hieß diesmal Hamm. Hier waren wir in den vergangenen Jahren schon des Öfteren zu Besuch, liegt es doch quasi direkt vor unserer Haustür. Nennenswerte Steigungen waren hier natürlich nicht zu erwarten, was aber ohnehin nicht zwingend Grundlage einer guten Wanderstrecke sein muss. Die Experten  empfehlen die Abwechslung als grundlegendes Element einer gefühlt schönen Wanderung. Und das man auch im Herzen Westfalens herrlich wandern kann, galt es zu Beweisen.

Nach kurzer Anreise starten wir in einer Gruppenstärke von 13 Teilnehmern am Schleusenweg im Osten der Stadt, unweit des Datteln-Hamm-Kanals. Kurioserweise ist die hier seit 1933 in Betrieb befindliche Schleuse nach dem Stadtteil „Werries“ benannt, obwohl der Standort zum Stadtbezirk „Hamm-Mitte“ gehört. Gleich zu Beginn unserer Tour geht es über den „Schulweg-Steg“ auf die nördliche Seite der Bundeswasserstraße. Die blaue Fußgängerhängebrücke wurde nach Vorbildern in Breslau und Köln im Jahre 1917 fertiggestellt und steht seit 1990 unter Denkmalschutz. Von hier hat man einen schönen Blick auf die zuvor erwähnte Schleuse, deren Kammer immerhin eine länge von 93 m hat.

Foto: an der Fußgängerbrücke "Schulweg-Steg" am Datteln-Hamm-Kanal

Nach dem vielen Regen der letzten Tage kommen die Bohlen der Brücken etwas rutschig daher, aber ohne einen nennenswerten Zwischenfall erreichen wir den nördlichen Uferrandweg, dem wir anschließend weiter stadtauswärt folgen. Auf den nächsten etwas mehr als 2 km begleiten wir den Datteln-Hamm-Kanal, biegen dann ganz unverhofft nördlich in einen schmalen Waldpfad ab und entfernen uns stetig vom Kanal. Der Weg führt uns bis zur verkehrsreichen Lippestraße, die wir überqueren, um dann auf dem Lippeauenpfad schließlich bis zur Lippe zu wandern.

Der Mangel an anspruchsvollen Steigungen in Kombination mit kommunikativen Wanderern birgt die Gefahr, dass während der Gespräche untereinander die eine oder andere naturräumliche Sehenswürdigkeit übersehen wird. So ist man als Wanderführer bestrebt, ganz gezielt auf bestimmte Erlebnispunkte hinzuweisen. Auf den folgenden Erlebnispunkt ist es jedoch unnötig hinzuweisen, denn am südlichen Ufer der Lippe kommt die Gruppe abrupt zum Stehen. Um auf die andere Flussseite zu gelangen, steht hier keine Brücke zur Verfügung, sondern die muskelkraftbetriebene Fähre mit dem wohlklingenden Namen „Lupia“ (lat. Lippe). Dem einen oder anderen ist die Fähre schon bekannt, zumal wir die örtlichen Lippeauen schon in den Jahren zuvor erwandert hatten. Aber wer das kleine Schiffchen noch nicht kennt, ist erstaunt, wie zweckdienlich die seit 2013 an dieser Stelle vorhandene Personenfähre ihre Arbeit tut… obwohl, die meiste Arbeit haben eigentlich die Fahrgäste, denn ohne eigene Muskelkraft kommt man nicht an das andere Ufer.

Foto: Lupia - Lippe - vor Schloss Oberwerries

Wohlbehalten erreichen schließlich alle das Nordufer, wo uns nach wenigen Metern das Schloss Oberwerries „erwartet“. Das Wasserschloss zählt zu den kulturhistorisch wertvollsten Gebäuden der Stadt Hamm. Heute dient es als Bildungs- und Begegnungsstätte. Die gastronomischen Einrichtungen ignorieren wir, auf unserem Tacho stehen noch zu wenig Kilometer, so dass wir uns eine Einkehr noch nicht verdient haben.

Auf dem weiteren Weg nordwärts streifen wir kurz das Gebiet des Kreises Warendorf, biegen dann aber am Ende einer Waldpassage westwärts Richtung Westhusen ab. Über einen kurzen Asphaltabschnitt erreichen wir dann den Rand des Heessener Stadtwaldes. Ein Wechsel von Wald und agrarwirtschaftliche Kulturlandschaft prägen die Region. 

Foto: Rastplatz im Hessener Stadtwald

Weiter im Heessener Wald nähern wir uns der bekannten Waldbühne, deren Programm wir im letzten Jahr besucht hatten, biegen dann aber südwärts ab, um schließlich nach rund 8 km im Gasthof Kötter eine kulinarische Pause einzulegen. In der Hoffnung auf eine weiterhin regenfreie Phase wagen wir einen Aufenthalt im großen Biergarten. Dunkle Wolken verheißen nichts Gutes, aber letztendlich bleibt es abgesehen von wenigen Tropfen trocken.

Gestärkt von Kuchen, Kaffee und Kniffte starten wir Richtung Schloss Heessen. eine direkt an der Lippe gelegene Schlossanlage, einem namhaften Rittersitz, in dem sich heute ein Landschulheim befindet. 

Foto: "Ein Storch! Ein Storch!" - durch's Naturschutzgebiet

Nach einem kurzen Abschnitt durch ein Naturschutzgebiet wird wieder die Lippe überquert – diesmal über eine Brücke – und dann erreicht die Gruppe schließlich den Kurpark.

Über die Adenauer-Allee direkt am Ufer des Datteln-Hamm-Kanals geht es schließlich bis zum Ausgangsort an der Schleuse Werries. Insgesamt war die Strecke von einem stetigen Wechsel verschiedener Landschaften und urbanen Abschnitten geprägt, so dass wir mit einem guten Wandergefühl zurück nach Welver fahren.


 Text und Fotos: D. Große

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