Beschreibung der Isenburg 1776

Ohnweit dem Schlosse Stein trifft man noch Spuren von einem verwüsteten Schlosse a, welches die Eisenburg heißet und im gemeinen Leben nur das Raubschloß genennet wird. Es liegt auf einem Felsen an der Mulde. Als vor einigen Jahren die Mauern gesprengt worden sind, um die Steine zum Turmbau in dem nahegelegenen Wildbach zu gewinnen, hat man eiserne Pfeile und metallene Kugeln, welche von Blei und Markasit zusammengeschmelzt zu sein scheinen und oval sind, daher ich sie für Schleudersteine halte, gefunden. Die Pfeile sind von zweierlei Figur, teils rund und lang wie eine Spicknadel, teils auch viereckig und vorn zugespitzt.

Das Eisen ist so hart, daß kaum eine englische Feile das angreifet. Man siehet hieraus, daß das Schloß sehr alt sein und von außen beschossen sein muß, weil die Pfeile in der Mauer stecken.

geschrieben von Gotthelf Friedrich OESFELD, Lößnitz 1776

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