Orationes Funebres in exequiis Incolarum Wildbachensium et Langenbachensium

Die Leichenpredigten der Parochien Wildbach & Langenbach - Lebensläufe aus den Jahren 1846 - 1881

Quellen zur Orts- & Familiengeschichte für Wildbach & Langenbach
Bucheinband
Information zum Doppel-Band: Autoren: Stefan S. Espig, Genealoge, Wildbach & Rainer Florschütz, ErfurtVorwort: Axel Schlesinger, Genealoge, AueGrußwort: Ulrich Kauk, Pfarrer i.R., LößnitzVerlag: Selbstverlag Coronatus PopuleusA4 Hochformat | farbiges Hardcover | 712 Seiten, je Band 356 farbige Innenseiten | 135g hochwertiger Qualitätsdruck mattISBN 978-3-00-064198-5



Die Leichenpredigt, auch Grabrede, Trauerrede oder auch Epitaph ist eine Ansprache anlässlich einer Beerdigung über den Toten, um den Toten zu ehren. Der Inhalt weist Bezug auf das Leben und die Errungenschaften des Toten auf. Die Grabrede wird direkt am Grab, im Anschluss an die kirchliche Zeremonie gehalten.

Die vorliegenden Abschriften der Leichenpredigten von ehemaligen Einwohnern aus den Jahren 1846 bis 1881 wurden von den damaligen Pastoren zu Wildbach & Langenbach Friedrich Wilhelm Landgraf und seinem Sohn Theodor Wilhelm Landgraf angelegt.

Der Wildbacher Teil der Predigten wurde transkribiert, ausgewertet und in eine einheitliche Form gebracht von mir, Stefan S. Espig aus Wildbach, mit großer Unterstützung von Louis A. Sachse (†2011) aus Lößnitz, dessen Wurzeln bis hier nach Stein in die alte Stellmacherfamilie Sachse reichen und dem ich an dieser Stelle post mortem für seine eingebrachte Mühe und Zeit ganz herzlich danken möchte.

Die Lebensläufe für Langenbach hat Forscherfreund Rainer Florschütz in Erfurt in die heutige Zeit gerettet.

Die Originale der Bände werden im ev.-luth. Kirchenarchiv in Bad Schlema-Wildbach aufbewahrt und befinden sich in einem sehr schlechten Zustand.

Insgesamt liegen 286 Lebensläufe von Wildbacher & Langenbacher Einwohnern vor, 131 für Wildbach und 155 für Langenbach.

Um diese seltene familiengeschichtliche Rarität nicht im Dunkel der Geschichte zu belassen, habe ich mir vorgenommen diese hiermit den Interessenten von lebenslaufähnlichen Grabreden zugänglich zu machen. Die Leichenpredigten enthalten mit ihrer Darstellung über das Leben der verstorbenen Personen wichtiges biographisches Material, sind aber auch eine kulturgeschichtliche Quelle für unsere ehemalige Doppelgemeinde Wildbach-Langenbach.

Die Predigten wurden von uns meist im Original-Wortlaut und -Schreibweise übernommen. Oft benutzte, aber heute kaum mehr gängige Abkürzungen haben wir nicht übernommen und diese Wörter zur besseren Verständlichkeit ausgeschrieben. Auch die Form der Niederschriften versuchte ich möglichst ähnlich dem Original zu gestalten.

In gedruckter Form als „köstliche Trostpredigten“ gehen die Leichenpredigten auf unseren Reformator Dr. Martin Luther zurück, der mit seinem „Sermon von der Bereytung zum Sterben“ anno 1519 einen ersten Vorläufer lieferte. Grabreden hatte es schon früher gegeben, doch gedruckt wurden die Predigten erst nach der Reformation hauptsächlich im evangelischen Mitteldeutschland. Bei den Katholiken wurde dieser Brauch nur ausnahmsweise für Würdenträger eingeführt.

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Deckblätter diverser gedruckter Leichenpredigten des 17. Jh.

Dort ist in gewissen Regionen stattdessen die Verteilung von kleinen Blättern, so genannte Sterbezettel, üblich, die mit den Lebensdaten, einigen Verszeilen, Gebeten, Porträts des Verstorbenen, Abbildungen christlicher Kunstwerke etc. bedruckt sind. Indes waren die Werke, die meist Auflagen von 100 bis 300 Stück hatten, nicht für jedermann erschwinglich. Vornehmlich Adlige und wohlhabende Bürger hatten das Geld, um die teuren Exemplare zu finanzieren, die oft prachtvoll mit einem Porträt des Verstorbenen ausgestattet waren. Die von den Angehörigen finanzierten Schriften, die hauptsächlich aus der christlichen Leichenpredigt, dem Leichentext, dem Lebenslauf des Verstorbenen und den Trauergedichten bestanden, wurden an die Verwandten verteilt. Wichtiger und umfangreicher Teil der Schriften waren in jedem Fall die Sterbeszenen. Mit dem Hinweis auf das sanfte und selige Entschlafen kamen die Autoren den Anforderungen der Leichenpredigt nach, Gott zu loben, die Hinterbliebenen zu trösten und zu erbauen und die Gemeinde zu belehren.

Die lutherische Kirche wollte mit den Schriften zeigen, dass ein gelöstes, ruhiges Sterben mit der Gewissheit auf die Gnade Gottes auch in ihrem Schoße möglich ist. In der Mitte des 18. Jahrhunderts ließ die Bedeutung der gedruckten Leichenpredigten nach.

Diese hier aufgearbeiteten Predigten sind bisher nicht veröffentlicht worden und kaum jemand hatte Kenntnis von ihrer Existenz. Die Seltenheit solcher Schriften aus dörflichem Umfeld ist sehr erwähnenswert und ich bin überaus froh, eine weitere große ortshistorische und genealogische Quelle für Wildbach und deren ehemalige Schwesterngemeinde Langenbach mit diesen Schriften gefunden zu haben.

Den verstorbenen Personen, kurz gesagt - welche unsere Ahnen sind - verdanken wir unsere Erkenntnisse, unsere Errungenschaften und unsere Traditionen, denn sie bereiteten uns den Weg in unser heutiges Dasein. Um deren Lebenswerk nachmals zu würdigen, hoffe ich mit diesem Band einen richtigen und wichtigen Schritt gegangen zu sein.

Stefan S. Espig, Genealoge

Wildbach im November 2019

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"Wir wollen nicht trauern, dass wir sie verloren haben,

sondern dankbar sein dafür, dass wir sie gehabt haben, ja auch jetzt noch besitzen.

Denn wer heimkommt zum Herrn, der bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie und ist nur vorausgegangen."


Heiliger Hieronymus