Bei meinen Forschungsarbeiten im Archiv stieß ich auf einen sehr interessanten Aktenbestand für Wildbach mit der Signatur 42, in dem über diverse Unglücke und Selbstmorde im Dorf und dessen Fluren berichtet wird. Einige dieser „Anzeigen über nachbemerkter Unglücksfälle beziehentlich Selbstmorde“ zwischen den Jahren 1876 bis 1935 möchte ich hier wiedergeben und an das Leben und deren Schicksal erinnern, welches diese Menschen bewusst an ihr eigenes Ende führten oder völlig überraschend traf. Wir können nur erahnen wie groß der Schockzustand und die Trauer von der Nachricht des Verlustes derer Angehörigen gewesen sein möge.
Wir gedenken einen Augenblick in Stille der Verstorbenen.
Ostseite des Friedhofes
Pächterhäuschen
Dies soll ein kleiner Einblick in die Welt der traurigen Ereignisse gewesen sein, die unsere Vorfahren ereilte und auch uns immer wieder im Leben begegnen werden. Aber wir müssen lernen auch mit Trauer zu leben, das heißt, die Trauer annehmen, sich auf sie einlassen, das ganze Chaos widerstreitender Gefühle wie Wut, Aggression, Sehnsucht, Angst und Verzweiflung zulassen und durchleben, immer wieder zurückschauen auf das, was war, sich erinnern an den Verstorbenen und von ihm sprechen. Nur aus unseren Erinnerungen eröffnen sich neue Wege.
Stefan S. Espig, Wildbach
("Die Historische Seite" - erschienen im Gemeindeanzeiger Bad Schlema 05/15 - 01.05.2015 Seite 11)
"Für einen Vater, dessen Kind stirbt, stirbt die Zukunft. Für ein Kind, dessen Eltern sterben, stirbt die Vergangenheit."