Jeder Akt sollte ein intensiveres und spannenderes Verhältnis der Haupt-Charaktere zueinander aufbauen. Daher sollten wir nicht mehr Akte haben, als unterschiedliche und emotionale Momente es erlauben. Wir können einen Film nicht nur mit Füllmaterial gestalten. Das Ergebnis jedes Aktes erhöht entweder die Hoffnung oder die Sorge des Zuschauers.
Jeder Akt in einem unterhaltenden Film funktioniert am besten, wenn sie wie eine Handlung für sich wirkt, jedoch zum übergeordneten Spannungsziel beiträgt. Jeder Akt hat seine individuelle Spannung und endet mit seiner Lösung, die besonders viel "Lust" vermitteln sollte.
Wir sollten beim Entwurf des Drehbuchs berücksichtigen, ob jeder Akt mit einer klaren Spannung beginnen kann, ob sie durch ihren eigenen Wert unterhält und ob dieser Unterhaltungswert stetig zu einem bedeutenden Ergebnis führt. Nur so kann ein Akt den gewünschten Effekt erzielen. Leider gibt es viele Filme mit weniger durchdachten Akten, aber ein gut durchdachter Film-Akt ist künstlerisch wertvoll.
Die stärksten Emotionen sollten so geordnet werden, dass die feineren zuerst und die intensivsten zuletzt gezeigt werden. Daher sollte der Grundton des Films im I. Akt liegen, der von einer relativ milden Einzelspannung leben kann. Spätere Akte sollten mehr Spannung und Erregung bringen und die tiefsten menschlichen Triebe befriedigen. Normalerweise kann man bereits zur Hälfte des Films erkennen, ob es sich um ein Meisterwerk handelt, aber manchmal offenbart sich das Genie des Autors erst gegen Ende.
Durch die Anforderungen des Erscheinens und Verschwindens von Charakteren sowie von Sprüngen in Zeit und Raum werden Akte oder Sequenzen in natürliche Verlaufsabschnitte unterteilt. Dadurch entstehen die einzelnen Szenen im Film. Wie jeder Akt, ist auch jede Szene ein Stück Spannung, das durch ein einheitliches Wollen dominiert wird. Denn niemand erscheint vor der Kamera, ohne eine Absicht zu haben. Das Ende einer Szene wird oft dadurch bestimmt, dass die Figur ihr Ziel erreicht hat oder erkannt hat, dass es unerreichbar ist.
Wie jeder Akt, jede Sequenz sollte auch jeder Szene die Beziehungen oder Umstände an einem Punkt intensivieren und die Spannung erhöhen.
Der Charakter, der die Szene verlässt, könnte seine Gefühle in einem wütenden oder siegreichen Satz destillieren – ein passgenaues, alles erfassendes Wort, quasi ein lyrisches Kunstwerk. Selbstredend kann diese Äußerung auch in gedämpftem Ton erfolgen.