Menschen brauchen Geschichten, die Kohärenz und Orientierung bieten.
Eine gute Erzählung oder Religion gibt Antwort auf drei Fragen:
Woher kommen wir? (Anfang)
Was geschieht mit uns? (Mitte)
Wohin gehen wir? (Ende)
Schöpfungsmythen (Anfang) erklären die Entstehung der Welt und der Menschen.
Lebensordnung (Mitte) gibt Regeln, Rituale, Rollen und Normen für das tägliche Leben.
Jenseitsvorstellungen oder Weltuntergang (Ende) erklären, was nach dem Tod oder am Ende der Welt geschieht.
Beispiel aus Naturreligion:
Die Menschen glauben, dass sie von einer Muttergöttin abstammen (Anfang).
Sie lebten in Harmonie mit der Natur, mit festen Ritualen und sozialen Regeln (Mitte).
Der Tod ist nur ein Übergang – die Seele kehrte zurück oder lebte in der Geisterwelt weiter (Ende).
Diese Struktur vermittelt das Gefühl von Sinn und Kontrolle über das Leben.
Ohne sie wirken Dinge chaotisch und bedrohlich.
Religionen, Mythen, aber auch moderne Geschichten (Romane, Filme) nutzen diese Dreigliederung, um emotionale und kognitive Stabilität zu schaffen.
➡ Kurz gesagt:
Anfang–Mitte–Ende ist der Rahmen, mit dem Menschen Ordnung aus Chaos schaffen, sei es in Mythen, Ritualen oder Erzählungen. Es hilft, das Leben zu verstehen und sich selbst darin zu verorten.