Das ideale Pflanzenblatt ist ein flaches von Adern durchzogenes grünes Gebilde. Es hat eine oft glatte Oberfläche mit einer dicken Epidermis, eine Mittelschicht (Mesophyll) mit Palisadengewebe direkt unter der Oberhaut und Schwammgewebe im Bereich vor der Unterhaut.
Xeropytenblatt (Trockenpflanze)
Xerophytenblatt mit folgenden Besonderheiten:
C = verdickte Cuticula
E = mehrschichtige Epidermis
H = tote, epidermale Blatthaare
P = mehrschichtiges Palisaden- und Schwammgewebe
S = eingesenkte Spaltöffnungen
aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Blatt_(Pflanze)
In der Unterhaut befinden sich die sogenannten Spaltöffnungen (S), die dem Gasaustauch dienen. Durch die Adern werden Wasser und Mineralstoffe zugetragen und die durch das Blattgrün produzierten süssen Säfte auf die ganze übrige Pflanze verteilt.
Einjährige Blätter sind oft zart und weich und bieten vielen Tieren (insbesondere Insekten) und Kleinstlebewesen Lebensraum und Nahrung. Gegen Ende der Vegetationsdauer im Herbst zeigt oft fast jedes Blatt Spuren tierischer Aktivität und ist nicht mehr ideal geformt ist.
Wachsen:
Blätter sind weltweit neben den Meeresalgen die wichtigsten Organe für das Wachstum und den Aufbau organischer Substanz. Aus Luft (CO2) und Wasser (H2O) und geringen Mengen von Mineralsalzen (Nitrate, Sulfate, Phosphate, Kalium, Magnesia etc.) entsteht Zucker, der dann in die vielen Substanzen des Pflanzenkörpers umgewandelt wird.
Fressen:
Blätter sind deshalb beliebte Fressgründe für die pflanzenfressenden Säugetiere (Ziegen, Elefanten, Kühe etc.) und für eben auch für Parasiten. Es finden sich auch Pilze, Bakterien und Viren auf Pflanzenblättern ein und ernähren sich von der aufgebauten Substanz.
Laubwerke sind Ökosysteme im Kleinen mit einer Vielzahl verschiedener Lebewesen, die die aufgebaute Substanz sofort wieder in den Abbau überführen.
Physalis: Zerfallende Hüllen der Früchte.
Zerfallen:
In unserem Breiten fallen dann Im Herbst die meisten Blätter zu Boden und werden dort von den Bodenlebewesen, den Pilzen, Bakterien und Viren weiter zersetzt, ab- und umgebaut und in Humus überführt. Ein Teil der organischen Substanz verwandelt sich wieder in CO2 und Wasser, ein Teil verbindet sich mit dem mineralischen Boden und bildet Humus und reichert sich im Boden an (CO2 Senke).
Gelege von Insekteneiern, die von 2 Schülerinnen auf einem Lindenblatt gefunden wurden.
Dickmaulrüssler aus der Siedlung Lolibach. Das Frassbild entspricht in etwa den unten gezeigten Frassspuren am Staudenknöterich (Reynoutria japonica)
Frassspuren an Staudenknöterich (Apfelseestrasse)
Frassspuren und Rostpilzbefall an Staudenknöterich
Die Fressgänge zwischen Ober- und Unterhaut des Blattes beginnen klein und weiten sich mit dem Wachstum der Raupe immer mehr aus. Am Ende des Ganges verpuppen sich die Raupen.
Fressgang Hselblatt
Fressgang Eichenblatt (vergrössert)
Die Knoppern-Gallwespe braucht zu ihrer Entwicklung zwei verschiedene Eichenarten: Quercus cerris für die der Geschlechtstiere und Quercus robur für die der neuen Jungtiere (nur Weibchen). Der genaue Entwicklungsgang wird beschrieben im Artikel "Stieleiche und Knopperngallwespe" von Alexandra Kehl und Andreas König.
2021 entdeckte ich in Horn am Bodensee die unten abgebildeten rätselhaften Knoppern an einer jungen Stieleiche. Ein Literaturstudium konnte die eigentümlichen Formen enträtseln. Es handelt sich um die Gallen der Knoppern-Gallwespe eines winzigen Insekts mit recht augenfälliger Wirkung auf die Forme der Eicheln. Aber wo war nun die dazugehörende Zerreiche? Ein Baum, den man am Bodensee doch kaum anzutreffen erwartet.
Im Jahr 2022 entdeckte ich dann die gesuchte Zerr-Eiche nur etwa 50 m von der Stieleiche entfernt. Sie wurde als grosser Baum in eine parkähnliche Anlage gepflanzt.
Stieleiche (Quercus robur)
Junge Stieleichen (Quercus robur) an denen 2021 Knoppern auftraten
Blick in das Blattwerk
Zerr- Eiche (Quercus cerris)
Zerr-Eiche (Quercus cerris): Blick in das Blattwerk
Zerr-Eiche Detailbild
Verschieden stark befallene Eicheln vom selben Baum.
Querschnitte durch die Knoppern mit den Kammern der Larven der künftigen Weibchen (Androphora Weibchen und Gymnophora Weibchen), die im nächsten Frühjahr aus den heruntergefallenen Knoppern ausschlüpfen werden.
Zitat aus https://www.arbofux.de/knopperngallwespe.html
Symptomatik und Biologie:
Die Knopperngallwespe (Andricus quercuscalicis), die an den Eicheln der Stiel-Eiche, Quercus robur, ein auffälliges und zugleich charakteristisches Schadbild hervorruft, gehört zur Familie der Gallwespen (Cynipidae, Hymenoptera), bei denen übrigens über 80% der gallbildenden Arten an Eichen vorkommen.
Andricus quercuscalicis führt einen Wirtswechsel zwischen der Zerr-Eiche, Q. cerris (sexuelle Entwicklung) und der Stiel-Eiche, Q. robur (asexuelle = agame Entwicklung) durch. Im zeitigen Frühjahr legen die Weibchen in die Blütenknospen der Zerr-Eiche ihre noch unbefruchteten Eier - in den männlichen Blüten entwickeln sich daraufhin kleine, unscheinbare Gallen (1-2 mm, spitzeiförmig), aus denen etwa im Mai Geschlechtstiere schlüpfen. Das Weibchen legt nach der Paarung ihre Eier dann zwischen Frucht und den Fruchtbecher der Stiel-Eiche. Die sich entwickelnde Galle besitzt eine "zottelige", zu Beginn mit einem klebrigen Überzug versehene Aussengalle, die in einem über einen verlängerten Porus zu erreichenden Hohlraum eine nährstoffreiche Innengalle freigibt. Über diesen Porus kann die geflügelte Gallwespe dann etwa im März des folgenden Jahres die Galle verlassen. Im Gegensatz zum auffälligen Schadbild der Knoppern sind die geflügelten Tiere mit einer Größe von 1-4 mm eher unscheinbar. Da das Insekt an das gemeinsame Vorkommen von Zerr-Eiche (relativ selten) und Stiel-Eiche (häufige Art) gebunden ist, treten die auffälligen Schadsymptome an der Stiel-Eiche eher in der Nähe von botanischen Gärten, Arboreten oder anderen Pflanzensammlungen auf. Es gibt jedoch eine Reihe von Fundmeldungen an Knoppern trotz dem Fehlen von Quercus cerris. Offenbar ist diese Bindung nicht als absolut anzusehen sondern es besteht die Möglichkeit, dass sich die Gallwespe allein ungeschlechtlich vermehren kann.
Eichengall -Wespe (Cynips quercusfolii)
Eichengallen (Cynips quercusfolii) an einer jungen aufwachsenden Eiche (Quercus robur) bei den Panzersperren Apfelsee (Januar 2022)
Cynips quercusfolii (Galle auf Stieleiche) Gesamtansicht
Cynips quercusfolii im Queerschnitt mit Larve
Cynips quercusfolii (im Querschnitt mit Larve
Eine weitere Gallwespe auf einem Eichenblatt (Bild September 21)
Eine behaarte Form einer Linden Galle vermutlich hervorgerufen durch eine Milbe, der sogenannten Linden-Gallmilbe (Eriophyes tiliae)
Versteckt unter wirren Anhängseln leben die Larven der Rosengallwespe.
" Miniermotten sind kleine bis sehr kleine Falter mit einem gut ausgebildeten Saugrüssel und langen Antennen, die vornehmlich in der Abenddämmerung fliegen. In der Ruhestellung wird der Vorderkörper meist angehoben. Die Flügel der Tiere sind schmal und besitzen häufig lange Fransen.
Die Raupen der Miniermotten sind meistens sehr flach und besitzen nach vorn gerichtete Mandibeln. Der Großteil der Raupen lebt dabei als Minierer in Blättern. Dabei besitzen die Raupen der ersten Larvenstadien meist Mandibeln, die ein Anstechen und Aussaugen von Zellen ermöglichen; diese ändern sich dann bei den späteren Larvenstadien. Dadurch können Larven unterschiedlichen Alters sehr verschieden aussehen (Polymetabolie). Die ältesten Larvenstadien leben bei vielen Arten in eingerollten Blättern und benagen deren Innenseiten." aus Wikipedia: Miniermotten
Schadbild an einer Rosskastanie in Basel (September 2021) durch die Rosskastanienminiermotte
Zur Bekämpfung der Rosskastanienminiermotte kommt das als Chitininhibitor wirkende Präparat Dimilin (Wirkstoff: Diflubenzuron) zum Einsatz. Dimilin hat eine larvizide(Absterben der Larven) sowie eine ovizide Wirkung (verhindert das Schlüpfen der Larven). Dennoch ist es für Menschen, Haustiere, Vögel und Nutzinsekten (Bienen, Florfliegen) ungefährlich. Der beste Zeitpunkt für eine Spritzung mit Dimilin ist im April/Mai, kurz vor der Rosskastanienblüte.
Des Weiteren sind für die Bekämpfung der Rosskastanienminiermotte in Deutschland Präparate mit den Wirkstoffen Azadirachtin sowie Methoxyfenozid zugelassen.[20]
Azadirachtin ist der insektizide Wirkstoff des Niembaumes. Es hat eine teilsystemische Wirkung (wird von den behandelten Pflanzenteilen aufgenommen und erreicht so auch versteckt lebende bzw. minierende Schädlinge); es zeichnet sich durch eine ausgeprägte Fraßstoppwirkung aus und greift in das hormonelle Gleichgewicht der Schadinsekten ein, es stört die Häutung, Metamorphose und blockiert die Vermehrung der behandelten Schädlinge.[21]
Methoxyfenozid ist ein synthetischer Wirkstoff aus der Gruppe der Bisacylhydrazide. Es wirkt als ein Ecdysonagonist durch vorzeitige Einleitung der Häutung der Larven, was deren Absterben zur Folge hat; es ist ein ausgesprochenes Fraßgift mit gewisser Tiefenwirkung und es wirkt selektiv gegen die Larven von schädlichen Lepidoptera (Motten, Schmetterlinge); zusätzlich hat es eine ovizide Wirkung (Abtötung von Eigelegen der Schädlinge). Die Fraßstoppwirkung („antifeedant activity“) des Methoxyfenozid setzt bald nach der Aufnahme des Wirkstoffes durch die Schädlinge, noch vor deren Absterben, ein.[22]
Mit Leimringen an den Stämmen gegen das Hinaufklettern der Frühjahrsgeneration der Motten nach dem Schlüpfen, werden zum Teil großflächige Wirkungen erzielt.[23]
Im Handel gibt es Fallen mit Sexuallockstoffen (Pheromonen). Diese sind für Monitoring gut geeignet, Bekämpfungserfolge konnten mit den bisher erprobten Verfahren jedoch noch nicht erzielt werden.
Blaumeise in einer Rosskastanie vertilgt Miniermotten
Da sich die Rosskastanienminiermotte erst seit relativ kurzer Zeit in Mitteleuropa ausbreitet, gibt es keine Fressfeinde, die sich auf diese Tiere spezialisiert haben. Es wurden aber wiederholt Blau- und Kohlmeisen beobachtet, die zu bestimmten Zeiten in Kastanien in größeren Trupps Blatt für Blatt absuchen. Nach Beobachtungen an einer großen Rosskastanie im Ortsteil Kirchen der Gemeinde Efringen-Kirchen waren es beispielsweise am 25. August 2000, am 5. Juli 2001 und am 9. August 2003 jeweils ab circa 14 Uhr für rund 25 Minuten einige Tage hintereinander koordiniert durchziehende Schwärme von 30 bis 40 Blaumeisen. Die vielen Geräusche vom jeweiligen Aufpicken der Blattminen waren schräg darunter am Boden gut zu hören. Bei solchen Bäumen hält sich der Befall soweit in Grenzen, dass nur ein Teil der unteren Blätter vor dem Herbst abfällt. Blätter weiter oben weisen zwar die typischen Fraßspuren auf, sind aber ansonsten grün. Um zur Bekämpfung der Rosskastanienminiermotte gezielt Meisen anzulocken, wurden in verschiedenen deutschen Städten direkt an den Kastanienbäumen Nistkästen für Meisen angebracht, womit der Befall sichtlich verringert werden konnte.[24][25] Auch der BUND empfiehlt daher das Anbringen von Meisenkästen direkt an den befallenen Kastanienbäumen.[26]
Die Südliche Eichenschrecke wurde dabei beobachtet, dass sie die Minen aufbeißt und Larven und Puppen frisst.[27]
Eine zusätzliche Möglichkeit besteht in der Förderung weiterer natürlicher Feinde, zu denen neben Ameisen und Heuschrecken[11] auch Schlupfwespen zählen. Es sind etwa 30 parasitische Schlupfwespen-Arten bekannt, hauptsächlich Erzwespen aus der Familie der Eulophidae, die in den Raupen der Rosskastanienminiermotte parasitieren,[28] was letztlich zum Absterben der Larve bzw. der Puppe führt. In Schweden war die braconide Schlupfwespe Colastes braconius der Hauptparasit.[29] Zwei Schlupfwespen-Arten parasitieren die zwei Praepupa-Stadien und die Puppe.[30] Insgesamt gesehen ist die Parasitierungsrate mit 7 bis 10 % sehr gering.[13]
Schweizer Forscher haben in einem Projekt das Laub, das neben den Puppen der Rosskastaninienminiermotte auch die der Schlupfwespen enthält, in speziellen Laubcontainern gesammelt. Diese waren mit einer feinmaschigen Textilplane umgeben, so dass nur die kleineren Nützlinge entweichen konnten. Der Anteil der durch Schlupfwespen parasitierten Motten kann dadurch etwa verdoppelt werden.
Fehlende oder geringe Parasitierung kommt allgemein bei noch wenig adaptierten (also verschleppten), vor kurzem erst eingewanderten Adventivarten vor. Gerade die diskutierte Art ist ein gutes Beispiel für dieses Phänomen.[31]
Feuchtes Wetter vermindert den Befall.[32] Darüber hinaus wurde eine Larvenschädigung durch hohen Blattinnendruck beobachtet, der bei starker Durchfeuchtung des Bodens entsteht.
Um die Mottenlast für den Baum zu verringern, muss ganzjährig das Laub der Rosskastanie gesammelt und sofort vernichtet werden, damit die Puppen nicht überwintern können. Schon nach 2–3 Tagen verkriechen sich die Larven aus den heruntergefallenen Blättern in den Boden, wo sie überwintern.[33] Die über das ganze Jahr gebildeten Dauerstadien sind sehr widerstandsfähig; im Gegensatz zum Laub verrottet die Puppe nicht. Eine effektive Vernichtung der Puppen wird nur in kommerziellen Kompostieranlagen erreicht, da nur hier die notwendigen hohen Temperaturen von rund 60° Celsius[34] erreicht werden. Eine einfache Kompostierung im Garten reicht also nicht aus. Alternativ ist eine Verbrennung des Laubs möglich, jedoch nicht überall grundsätzlich erlaubt. Verschiedene Umweltbehörden gestatten aber die Verbrennung von Kastanienlaub zur Mottenbekämpfung.[35]
Ebenfalls zulässig ist in einigen Gemeinden das Vergraben von Laub unter einer zwischen 10 und 50 cm starken Erdschicht oder das Zerkleinern mit einem Schredder oder Rasenmäher, womit man eine Abtötung der Puppen von über 80 % erreichen kann.[36]
In der Schweiz ist der Wirkstoff Revive® von Syngenta zugelassen, der unter kleinem Druck in den Baum injiziert wird, sich vorwiegend in den Blättern einlagert und die Entwicklung der Miniermottenraupen für mehrere Jahre unterdrückt.[37][38]
Der Blattüberzug
Zuckerüberzug Mitte Juni an einem Blatt der Silber-Pappel im Topf
Die Blattläuse
Gesamtbild Läusebefall im August
Detailbild
Bild einer Einzellaus im Binokular (ev. Röhrenlaus)
Ameisenbesuch
Ameise aus der Gattung Formica
Hier besucht auch noch ein asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) unsere Silberpappel. Ameise und Marienkäfer haben aber wohl unterschiedliche Absichten bezüglich der Läuse!
Weitere Besucher
Eine Goldfliege (Lucilia spec.)
Eine Papierwespe (Polistes spec.)
Eine Grabwespe (Sceliphron spec.
Eine Grabwespe (Sceliphron spec.)
Symbiose zwischen Pflanzen und Tieren
Dies Vergrösserung der Basis der Dornen der Acacie (Vachellia drepanolobium) erinnert ebenfalls an eine Galle, wird aber von der Pflanze selbst produziert, um Ameisen anzulocken.
Diese fressen dann ein Eingangsloch die "Galle" und bauen dann im Hohlraum ihr Nest. Die Ameisen ernähren sich u.a. von Nektardrüsen am Fuss der Stacheln. Sie verteidigen ihre Pflanze jeweils gegen fressende Wiederkäuer (Elephanten, Giraffen etc.) und vertreiben auch blattfressende Insekten.
Links: Runzelschorf Gesamtansicht schwarzer Kern mit gelbem Rand; oben einzelner Herd, innenbereich ist abgestorben und fällt heraus (Bild vom Oktober 2024)
Plizbefall auf Spitzahornblatt): Es bleibt unklar um welchen Pilz es sich handeln könnte (Spitzahornblatt)
Fruchtkörper auf dem weissem Pilzbelag (Vergrösserung Binokular 25 x)
Auf Ahornblättern die Herbstlaub entwickeln bleiben öfters rundliche grüne Flecken übrig. Verursacher soll ein kleiner Schlauchpilz, der echte Mehltaupilz (Sawadea bicornis) sein. Er verhindert die Entwicklung der Herbstfärbung, indem er den Rückfluss der Assimilate stoppt. Dadurch kann er selber länger von den Assimilaten des Blattes profitieren. "Er überwintert auf den abgefallenen Blättern: Mit Hilfe der Sporen, die er im Frühling bildet, befällt er frische Blätter" (aus Ornis 5 2022, S 22)
Bergahronblatt 10. Oktober 2022
Vergrösserung der Stelle zwischen grünem und gelben Blattteil
An der Aderstelle zwischen grünem und gelben Bereich sieht man kleine Auswüchse. Verstopft hier der Pilz den Zuckerrückfluss und bremst dadurch den Abbau des Chlorophylls?
Am japanischen Schnurbaum (Sophora japonica) im botanischen Garten Basel sind einige Blätter auffallen weiss gemustert. Nach unserer Führerin (Maya Bosshard) hadelt es sich dabei um eine bakterielle Krankheit. Das auffallende Muster wird dann machmal von Pflanzen imitiert, da Schädlinge so gefärbte Blätter eher meiden (Hypothese).
Ob es sich beim oben dargestellten Hartriegel (Cornus sanguinea) ebenfalls um eine Infektion handelt, müsste geprüft werden (eventuell handelt es sich und eine Viruserkrankung eines Virus aus der Gruppe der Closteroviridae).
Lebewesen gehen eine Verbindung zum gegenseitigen Nutzen ein mit anderen Lebewesen (Ameisen und Flötenakazie, Pilze und Pflanzenwurzeln etc.).
Symbiose ist wohl die wichtigste Beziehungsform im Reich der Lebewesen. Sie ist allgegenwärtig und für Ökosysteme überlebenswichtig.
Ein Lebewesen profitiert vom anderen, das andere wird aber nicht geschädigt (Lebewesen nutzen die Räume, die ein anderes schafft: Vogelnester in Bäumen etc.)
Ein Lebewesen lebt von den Nahrung des anderen, ohne dass dieses deshalb zu kurz kommt.
Karpose ist wie die Symbiose weit verbreitet. Nicht immer ist klar, ob der Nutzniesser für den Hauptorganismus nicht doch ein wenig von Vorteil oder Nachteil ist. Beim Kommensalismus (Mitessertum) profitiert der Nutzniesser von den Überresten der Nahrung des Hauptnutzers. Kommensalismus ist eine besondere Art der Kapose.
Ein Lebewesen behindert das andere an dessen Entfaltung. Dazu zählen neben gewöhnlichen Parasiten (Läuse, Blattläuse, Wanzen, Gallinsekten, Gallmilben, Miniermottenlarven etc. auch Krankheitserreger (Pilze, Bakterien Würmer und Viren).
Ein Lebewesen tritt als Räuber auf und frisst seine Beute (Käfer, Blattwespen, Herbivoren etc.)
Die Räuber (oder Pflanzenfresser oder Parasiten) - Beute Verhältnisse sind allgegenwärtig. Die Räuber (oder Parasiten oder Pflanzenfresser) versuchen den Nutzen zu optimieren, die Beute (oder die Pflanzen) den Schaden zu minimieren. Dies ist bei Krankheiten, die von Mikroorganismen verursacht werden ganz ähnlich. Nur sind jetzt die Mikroorganismen die "Räuber" und die Organismen die "Beute".
Zwei Lebewesen kämpfen um eine gemeinsame Ressource. Beide können sich weniger gut entfalten.
Treten zwei Lebewesen in direkte Konkurrenz, so wird über kurz oder lang ein oder beide Konkurrenten verschwinden oder sich andern Ressourcen zuwenden.