Weiter bachaufwärts an der Hangkante liegt der dritte «Haltepunkt», dort wo der Lolibach einen eigentümlichen künstlich wirkenden Knick macht. Da das Gefälle bis hin zur Apfelseestrasse nur gering ist, muss das Bachbett alle paar Jahre ausgebaggert werden. Obwohl hier alles ganz natürlich aussieht, ist der Ort also weitgehend menschengestaltet.
Wirklich natürlich ist wohl fast einzig die Hangquelle in der Bachbiegung (Abb. unten): Hier fliesst ganzjährig Wasser. In längeren sommerlichen Hitzeperioden trocknet der obere Lolibach hingegen regelmässig vollständig aus. Das Quellwasser ist das ganze Jahr über gleichmässig kühl. Junge Forellen, die trotz Verdohlung und bescheidener Wassermenge bis hierher vordringen, wissen das zu schätzen.
Abb. 1: Lolibachknie: Blick auf die Hangquelle 2020
Abb. 2: Blick auf den Weiher und das Lolibachknie (2020)
Wie hat der Mensch die Landschaftssituation hier beeinflusst?
Sich zu vergegenwärtigen wie eine konkrete Landschaft zustande kommt, ist gerade hier besonders interessant, weil sich eine Vielzahl unterschiedlicher menschlicher Einflüsse begegnen und durchdringen. Im folgenden sind diese landschaftsbestimmenden Einflüsse aufgelistet:
Bachbett 1: Ab der Hangquelle fliesst der Bach gerade mit nur wenig Gefälle bis zur Apfelseestrasse. Der bauer hat sich verpflichtet den bachlauf offen zu halten und aufkommende Sträucher und Brommbeeren regelmässig zurückzuschneiden. So siedeln sich im Bachbett kleine Merk (Berula erecta), Hängesegge (Carex pendula), Flatter-binse (Juncus effusus) etc). Nach jedem Gewitter sammelt sich zwischen den Kräutern etliches Geschiebe. Alle etwa 4 Jahre muss deshalb der Bach ausgebaggert werde, wenn er nicht über die Ufer treten soll (Abb. 3 bis 5)
Bachbett 2: Der Lolibach hat seinen Weg von oben zur Hangquelle hin kaum selbst gefunden, das Bachbett wurde gezielt so gegraben (siehe Abb. 1). Im Zusammenhang mit dem Neuverlegen der nahen Erdgasleitung wurde der Bach 2022 neu gestaltet (siehe Abb.: 6 & 7)
Ausheben des Weihers: In der Wiese links neben der Quelle staute sich früher nach längeren Regenperioden das Wasser zu einem kleinen natürlichen Tümpel an, der aber bei Wetterbesserung sofort wieder verschwand. Im Jahr 2015 wurde hier ein kleiner Weiher ausgehoben (Abb. 8 & 9), der dank einer solarbetriebenen Pumpe ganzjährig Wasser erhält (siehe Abb. 1). So konnte der alte Wiesentümpel zur Heimat von Grasfröschen, Erdkröten, Molchen und Ringelnattern werden. Im Jahr 2022 nach dem die Garleitung unter dem Weiher stillgelegt und verlegt wurde, hat der verantwortliche Bauer (Urs Büeler) zusammen mit D. Grass den Weiher vergrössert und den neuen weslich anschliessenden Wall mit Sträuchern bepflanzt (Abb. 10 & 11)
Mähen der Feuchtwiese: Rund um die Wasserfläche ist eine Feuchtwiese entstanden: Der Natur- und Vogelschutzverein Dornach (NVD) mäht diese einmal im Jahr, der zuständige Bauer führt das Schnittgut ab, sodass die Wiese nicht verbuscht und überschüssige Nährstoffe abgeführt werden – beides Bedingungen für die Entwicklung einer artenreichen Feuchtwiese.
Aufschütten eines Schutzwalls: Ein strauchbewachsener Wall rund um den Weiher schützt diesen vor Nährstoffeintrag beim Düngen des umgebenden Ackers.
Schneiden der Weide: Die Weide neben dem Weiher wird regelmässig zurückgeschnitten, damit der Weiher sonnig bleibt.
Ausheben eines Drainagegrabens: Auf der anderen Bachseite liegt ein Drainagegraben, der eventuelles Stauwasser auf der linken Bachseite in den Bach abführt.
Schonstreifen neben dem Bach: Auf beiden Seiten des Bachs wird ein sechs Meter breiter Schonstreifen ausgespart, der nicht als Ackerfläche genutzt wird. Auf der rechten Seite (bachabwärts geschaut) ist das Land etwas erhöht: Hier gedeiht eine Trockenwiese mit aufrechter Trespe (Bromus erectus), echtem Labkraut (Galium verum) und weiteren Trockenwiesenpflanzen.
Führen die geschilderten menschlichen Eingriffe zu einem befriedigenden Resultat?
Sicher ist der Ort kein perfektes Idyll, aber er bietet doch einiges:
Fischreiher, Störche, Bussarde, Milane, Enten, Grasfrösche, Erdkröten, Molche, Salamander, Ringelnattern, Libellen, Plattwürmer usw. fühlen sich hier wohl und haben sich mit ihm angefreundet. Mädesüss (Filipendula ulmaris), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris), Gelbe Iris (Iris pseudacorus) und die Zypergras-Segge (Carex pseudocyperus) bringen einige farbige Tupfer in die sonst noch eher eintönige Feuchtwiese.
Die Sträucher auf dem Wall haben allmählich Fuss gefasst. Die Trockenwiese am nördlichen Bachufer und die Bachränder sind zwar noch artenarm, könnten aber bei sachgemässer Pflege im Laufe der Zeit vielfältiger werden.
Was die Erweiterung der Wasserfläche und das Aufschütten der Erdhaufen im Weihergebiet und der Schutzwall gegen Westen im Herbst 2022 dem Biotop längerfristig bringen ist noch offen. Vieles hängt von der weiteren Pflege und Begleitung ab.
Bachlauf nach dem Ausbaggern Juni 2021
Abb. 3: Blick zur Hangquelle
Abb 4: Blick Richtung Strasse
Abb. 5: kurz vor der Strassenunterführung
Bachverlauf oberhalb der Hangquelle nach der Neugestaltung 2022
Abb 6: Neu gestalteter Bachlauf November 2022
Abb. 7: Neu gestalteter Bachlauf 2022 von oben
Der Lolibach wurde im Spätherbst 2022 im Rahmen der Verlegung der Gasleitung neu gestaltet und mit Sträuchern bepflanzt
Abb.: 8: Der Weiher am 24. Oktober 2020 (gemäht)
Abb. 9: Der Weiher vor dem Ausbaggern im August 2022
Abb. 10: Ausgebaggerter Weiher November 2022
Abb. 11: Neuer Weiherfläche im November 2022 befüllt.
Abb. 12: Der NVD an der Arbeit
Jedes Jahr im Herbst mäht der NVD den Umschwung um die Wassserflächen, damit der Weiher nicht verbuscht und verlandet und Nährstoffe abgeführt werden können.