Abb. 1: Blick von der Schattenseite aus Richtung "Obere Tüflete" mit einer akeleireichen Magerweise im Vordergrund
Abb. 2: Die "Lolibachquelle"
Abb. 3: Das Bächlein im Obstgarten
Abb.4: Südlich des Weges führt das Bächlein zwischen Hohenstauden und den Blütenständen des Land-Reitgrases (Calamagrostis epigejos) quer durch das Tal Richtung Waldrand
Abb. 5: Riesenschachtelhalm an einer der vielen Quellfassungen
Abb. 6: Eine Wasseraustrittstelle in Bachnähe
Abb. 7: Quellfassung beim der unteren Tüflete
Abb. 8: Hochstaudenflur beim ehemaligen Weiher, der wohl früher die Hammerschmiede in der "Unteren Tüflete"mit Wasser versorgt hat.
Haltepunkt 15 bietet einen schönen Überblick über die ganze Talbreite: Der sanft gerundete Talkessel bildet den Abschluss des Tälchens. Mitten in diesem Talkessel entspringt der Lolibach. Nirgends ist aber eine Quelle zu finden, das Bächlein plätschert mitten auf einer Wiese tatsächlich ganz prosaisch aus einer einfachen kleinen Röhre (Abb. 2). Vom Weg her führt noch ein kleiner Entwässerungsgraben quer über die Wiese und gesellt sich zum «Röhrenbächlein».
So haben also Anfang und Endes des Lolibachs miteinander gemeinsam, dass sie beide «künstlich» sind, und dies aus verwandten Gründen: Zur Mündung: Im Industriegebiet wäre ein offener Bach unerwünscht, weil er Platz bräuchte, der «besser» genutzt werden kann. Zum Quellgebiet: Natürlicherweise würde das Wasser an vielen Stellen in der lehmigen Talmulde austreten, aber auch das ist unerwünscht: Es würde die landwirtschaftliche Bewirtschaftung stören, denn so willkommen genügend Feuchtigkeit ist, so schwierig sind Nassstellen. Nassstellen zu drainieren und Quellen zu fassen ist geradezu eine Voraussetzung für eine landwirtschaftliche Nutzung.
Quellwasser ist aber auch attraktiv, und zwar für die umliegenden Gemeinden, vor allem als diese im Laufe des 20. Jahrhunderts deutlich anwuchsen. Hochwald, Dornach und insbesondere Arlesheim haben sich im Tiefental Quellrechte gesichert und in grosser Zahl Brunnstuben gebaut (Walter 2005, 97). Quellfassung reiht sich an Quellfassung, insgesamt hat es im oberen Tiefental 14 Brunnstuben (geologische Karte Swisstopo (8)).
In der letzten Zeit werden die meisten Quellen allerdings nicht mehr genutzt, die Dörfer haben gegen Ende des 20. Jahrhunderts ihre Trinkwassergewinnung grösstenteils auf Grundwasser umgestellt. Denn: Quellwasser fliesst oft nicht so regelmässig und ist auch gerade im Jura aus hygienischer Sicht nicht immer unbedenklich: Zu durchlässig sind die Kalkböden, zu schnell läuft Jauche ins Quellwasser aus. Das Wasser der vielen nicht mehr gebrauchten Brunnstuben fliesst nun wieder dem Bächlein zu, der Lolibach versiegt deshalb im Sommer heute weniger schnell als früher.
Allerdings sind leider trotzdem noch keine Quellfluren entstanden, dazu müssten erst die Brunnstuben abgebaut werden und das Wasser in die Landschaft hinaus rinnen können, bevor es sich im Lolibach sammelt. Dem Bächlein entlang gibt es neben Büschen auch einen Streifen Nasswiesen: Diese Nasswiesen bieten einen gewissen Ersatz für die fehlenden Quellfluren (Abb. 8).