Zusammenfassung
Das Lolibachtal ist kleines Seitental der Birs zwischen Aesch/Duggingen (BL) und Dornach (So). Es ist gut mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichbar und eignet sich deshalb auch für Halbtagesexkursionen. Hier liegen auf kleiner Fläche dicht nebeneinander die verschiedensten Landschafts- und Nutzungssituationen: Quellgebiet in idyllisch abgelegenen Kuhweiden - enges Waldtälchen (Naturschutzgebiet) umrandet von steilen Felsabbrüchen - siedlungsnahe Landwirtschaft mit Feldern, Kirschgarten und Amphibienteich - Wohnsiedlungen - Industriegebiet mit bis zur Mündung in die Birs eingedohltem Bach.
Wie alle stadtnahen Landschaften ist auch das Lolibachtal schon seit Jahrhunderten stark vom Menschen zu wirtschaftlicher Nutzung gestaltet und umgestaltet worden. Überall finden sich Zeugen alter Kulturformen, und vieles, was so «natürlich» aussieht, ist «künstlich». Die Exkursion durchs Lolibachtal öffnet somit die Augen für das oft wenig bemerkte menschliche Eingreifen in die Natur. Sie soll Ausgangspunkt sein für ein Nachdenken über die Qualität menschlicher Eingriffe: Welche sind schonend und bereichernd, welche verarmend und zerstörerisch? (Zielgruppe: Schüler und Schülerinnen ab 16 und Erwachsene)
Die Exkursion beginnt an der Birs (1) etwas nördlich des Bahnhof Aesch in einem Industriegebiet und zwar dort wo der eingedohlte Lolibach in die Birs mündet . Sie führt dann entlang von 17 Haltepunkten bis in den abgeschiedenen bäuerlich geprägten oberen Teil des Lolibachtals in die sogenannte Tüflete (17).
Eine kürzere Fassung der Exkursion mit 12 Haltepunkten erschien in "Regio Basilensis 1" 2023
Der Lolibach ist ein unscheinbarer kleiner Bach von etwa 2.5 km Länge. Er entwässert das Tiefental - auch Tüflete genannt - insgesamt eine Fläche von ca. 165 ha (Duhem 2006, 11) - und verbindet das Gempenplateau mit der Birs.
Der Lolibach beginnt seine Reise als Wiesenbächlein zwischen den beiden Bauernhöfen des Tiefentals und beendet sie als eingedohlter Bach in der Birs. Meist führt er nicht besonders viel Wasser (5 - 20 l/s), nach einem Gewitterregen kann er aber stark anschwellen und etliches Geschiebe mit sich führen.
Im Lolibachtal/Tiefental treffen auf Schritt und Tritt Natur und Kultur aufeinander und offenbaren eine wechselvolle und reiche Geschichte. Die hier beschriebene Exkursion soll das Verhältnis «Natur und Kultur» beleuchten und entlang von zwölf «Haltepunkten» zu eigenen Beobachtungen anregen.
Geografisch - historische Übersicht:
Das Tiefental liegt am Rande des Tafeljuras und fällt ins Birstal ab, dem südlichen Teil der oberrheinischen Tiefebene. Weiter westlich beginnen die Hügelzüge des Faltenjura. Es treffen hier also drei unterschiedliche tektonische Landschaftselemente aufeinander: Tafeljura, Faltenjura und oberrheinische Tiefebene.
Nach den Eiszeiten hatten sich die Schmelzwasser der «Urbirs» aus der Angensteiner Klus in die Ebene vor Basel ergossen und die Schotterflächen aufgeschüttet, in der auch die heutige - die «kleine moderne Birs» - ihren Weg Richtung Basel sucht. An den Rändern der Ebene entstanden dabei die vielen Terrassen, die die Birs heute noch bis Basel begleiten.
Von den Hängen, die die Urbirs säumten, flossen ihr kleinere und grössere Bäche zu, die die Landschaft formten: zwischen Angenstein und Münchenstein entstanden so drei von Ost nach West verlaufende Tälchen: das Eremitagetal bei Arlesheim, das Ramsteltal bei Dornach und das Tiefental an der Grenze zwischen Dornach und Duggingen.
Jedes dieser Tälchen hat seinen besonderen Charakter: Das Eremitagetal ist bekannt für seine lange Kulturgeschichte, das Ramsteltal für seine - wenn auch etwas verborgenen - Naturschätze und das Tiefental/Lolibachtal für seine Abgeschlossenheit und Intimität.
Das Lolibachtal
Das Tälchen kann landschaftlich in drei Bereiche unterteilt werden:
Bereich der Talaue mit seinen Schotterflächen: Wo sich früher die Birs Raum verschaffte, befinden sich heute Fabriken, Wohnhäuser, Strassen und die Eisenbahn (Haltepunkte 1 und 2)
Bereich des bachbegleitenden Waldes und der Feuchtwiesen: Weiter bachaufwärts liegt ein enges, wild und naturnah wirkendes Waldtälchen, (Haltepunkte 3 bis 9).
Bereich der landwirtschaftlichen Nutzung: Etwa ein Kilometer weiter oben liegt die von einem Felskranz umgebene Mulde der Tüflete (Tiefental) mit ihren beiden Bauernhöfen (Haltepunkte 10 bis 12).
Die erste Karte - die sogenannten Dufour Karten - war noch wenig detailgenau (Massstab 1:100`000). Die erste Karte unseres Gebietes stammt aus dem Jahr 1846. Der Lolibach war eingetragen und mündete mitten im Birsbogen in die Birs. Die Ausgabe von 1875 zeigte dann schon die neue Eisenbahn und den Bahnhof Aesch.
1876 kam die viel genauere Siegfriedkarte heraus mit vielen Details. Oben sind für jedes Jahrzehnt immer dieselben Kartenausschnitte zusammengestellt. So kann die Entwickelung des Gebietes genau verfolgt werden. Für weitere Details verwende man den folgenden Link, der einen zur Swiss Topo Site führt.