Baumstämme sind Lebensräume für Algen, Moose, Felchten und eine grosse Fülle von Kleinbtieren. Dabei sind die Rinden der verschiedenen Bäume unterschiedlich geeignet für die Besiedlung: Glatte Rinden bieten andere Möglichkeiten als zerfurchte, Rinden der Laubbäume andere als die der Nadelbäume, junge andere als alte, besonnte als beschattete, vertikale als horizontale etc.. Jeder Baumstamm ist so eine eigene Welt, ein eigenes Ökosystem. Es ist reizvoll diese Welten zu erkunden und Allgemeines und Besonderes zu entdecken.
Die Blatternflechte wächst auf vielen glatten Baumstämmen wie z.B. auf Buchenrinden.
Der Buchenstamm ist auf der Wetterseite dicht bewachsen mit dem fast schwarzgrünen breiten Wassersackmoos (Frullania dilatata), den grünen schönen Goldhaarmoos (Lewinskya speciosa?) in Form kleiner Büschel und dem kriechenden Breitringmoos (Platygyrium repens?) links unten im Bild.
Das gewöhnliche Kratzmoos (Radula complanta?), das gerne mit dem Wassersackmoos zusammen wächst. (Bestimmung unsicher)
Das breite dunkle Wassersackmoos (Frullania dilatata), hier vergesellschaftet mit dem gewöhnlichen Kratzmoos.
Das gewöhnliche Goldhaarmoos (Lewinskya affinis?) wächst in Büscheln verstreut auf der Rinde
Das kriechende Breitingmoos (Platygyrium repens?) bedeckt Stellen zwischen dem Goldhaarmoos
Flechten wachsen auf der glatten Rinde einer Buche: Hier die Blatternflechte (Phlyctis argena) mit ihrer einfachen weissgrauen Oberfläche.
Der Lindenstamm mit den langgezogenen Krustenflechten
Hier ein durch das Dickenwachstum der Linde aufgerissenen Flechtenlager. Die tiefen Spalten werden offenbar nicht wieder besiedelt.
Es handelt sich offenbar um die Schriftflechte (Graphis scripta)
Rinden bestimmen neben den allgemeinen Umgebungsbedingungen das Wachstum der Flechten mit. Man kann den pH Wert der Rinde leicht mit einer Boden-pH-Indikator grob bestimmen:
Indikatorfarben nach 2 Tagen: links Regenwasser, Mitte Holunderrinde, rechts Föhrenrinde
5 ml dest. Wasser, 0.5 g abgeschabte zerkleinerte oberste Rinden, 6 Tropfen Indikatorflüssigkeit:
Die Reaktion erfolgt schnell, wenn die Rinden feucht sind, sie entwickelt sich aber über die Tage hinweg weiter. Nach 2 Tagen: Föhre pH um 5, Holunder pH um 7, Regenwasser um 7.5.