Felsbrocken mit Efeu: Die Felsen bieten Kindern Versteck- und Klettermöglichkeiten.
Beliebter Spielraum
Bohrloch auf flachem Felsen für die Altersbestimmung des Felssturzes
Bohrloch Detail
Weiter oben im Tiefental ist das Naturschutzgebiet mit seiner «wilden Natürlichkeit» zu Ende – ein Naturschutzgebiet, wo der Mensch zwar auch eingreift, aber immer vorsichtig, pflegend und bereichernd. Hier sind markante Felswände zwischen den Bäumen sichtbar, und im Talgrund liegen grosse Felsbrocken. Die Felsen auf der Nordseite, übrigens beliebte Übungsfelsen für Sportkletterer, sind direkt der Sonne ausgesetzt, weshalb sich die Vegetation fast nur an den oberen Kanten halten kann: Dort wachsen trockenheitsliebende Buchen- und Eichenwälder und auf den exponiertesten Stellen niedrige Flaumeichenwälder mit viel Unterwuchs. In den Wintermonaten zeigt sich hier von Zeit zu Zeit der seltene Mauerläufer (ein auffällig rot-grau gefärbter Vogel aus alpineren Gegenden, der Wappenvogel des Natur- und Vogelschutzvereins Dornach), der hier die Wintermonate überdauert und Ende März dann wieder in höher gelegene Gebiete zieht.
Es wird auch erzählt, dass hier Bruno Manser einige Zeit gelebt und sich auf das Waldleben bei den Penan in Borneo vorbereitet haben soll. Trotz Nachfragen gelang es mir aber nicht, eine verlässliche Auskünfte zu erhalten!
Auf der südlichen Talseite, wo die Felsen stärker hinter hohen Bäumen verborgen sind, ist das Lokalklima viel ausgeglichener: Es wachsen hier dementsprechend viele Farne und an besonders schattigen und steinigen Stellen auch grosse Kolonien der Hirschzunge (Phylitis scolopendrium). In den Felshöhlen nisten immer mal wieder auch grössere Vögel, z.B. Kolkraben (Corvus corax) und seit 2020 auch ein Uhupaar (Bubo bubo).
Es stellt sich die Frage nach den vielen herumliegenden Felsbrocken, die den Ort wie ein Spielplatz für Riesen aussehen lassen Warum sind diese Felsbrocken von den Talrändern in die Talsohle heruntergestürzt? Es konnte nachweisen werden, dass die Felsen vor etwa 650 Jahren im Zusammenhang mit dem «Grossen Basler Erdbeben» von 1356 (Becker 2003, 261) abgestürzt sind, bei dem auch die nahegelegene Burg auf dem Bärenfels eingestürzt ist.
Was früher eine Katastrophe war, ist heute ein Glücksfall: Der Riesenspielplatz ist «riesig» beliebt, an Sommersonntagen picknicken hier oft mehrere Familiengruppen, sie klettern zwischen den Felsen herum, planschen im Bach und suchen Brennholz für ihre vielen Würstchen. Natürlich wird dabei der Boden so richtig «vertrampelt», es ist hier halt eine richtige «Menschen-Lägerstelle», ähnlich den «Vieh-Lägerstellen», wie sie aus den Alpen bekannt sind. Übrigens haben hier schon unsere Vorväter gerne herumgespielt und in den Kriegszeiten ihre Sprengübungen an den Felsen gemacht (mündliche Mitteilung von F. Gebhard, Landwirt untere Tüflete).
Kinder zieht es nach dem Versteckspiel zwischen den Felsen, dem Erklimmen der grösseren Brocken und dem Grillfeuer zum Bächlein zu neuen Abenteuern. Spuren - hübsche und hässliche - sind da nicht zu vermeiden.
Brückenbau
Spielhaus zwischen zwei Felsbrocken
Trampelspuren
Wasserwege
Viele Felsenbrocken sind dicht mit Moosen und Flechten bewachsen - vor allem dort woch hinaufklettern und herunterrutschen nicht so empfehlenswert sind. Fasst man einen Felsbrocken ins Auge und sammelt die verscheidenen Froemen der Moose, so wird man von der vielfalt immer wiedder überraschtr. Hier ein Beispiel von einem mittelgrossen Felsbrocken mitten im Steingarten: Moose, die terrassenartig die kleinen Vorsprünge herunterfallen wie das Flagellen-Neckermoos sich zwischen den anderen Moosen hindurchschleichen wie das Kriechsternmoos oder als Decke alles überlagern wie das echte Goldmoos oder als kleine "Blüten" sich einen Platz dazwischen erobern wie das Vielzahnbirnosse oder sich an exponierteren Stellen fast schwärzlich mit dunkelroten Sporenkaspeln behaupten wie das Stein-Goldhaarmoos. Die Artbestimmungen sind mit Voirsicht zu geniessen. Sie bräuchten eine Bestätigung durch einen Fachmann.
Das Flagellen-Neckermoos (Alleniella complanata) mit seinem terrassenförmigen Wucht, das an den Spitzen kkleine Hohlhändchen bildet
Das Flagellen-Neckermoos (Alleniella complanata)
Das echte Goldmoos (Homalothecium lutescens) überzieht den Felsen mit seinen hellen gelblichgrünen Trieben.
Stein-Goldhaarmoos (Orthotrichum anomalum), das bei Trockenheit schnell dunkel schwärzlich grün wird und tiefrote Sporenkapseln bildet.
Das Vielzahnbirnmoos (Ptychoytomum capilkare), hier ohne Sporenkapseln, die an offenen besonnten Stellen (Panzersperren im Frühjahr laternengleich über den Blättern stehen.
Ein Kriechsternmoos (Plagomnium spec) mit seinen zarten flachen Blättchen