Fabio war ein Gynäkologe aus der Umgebung von Triest, ein Alkoholiker mit fortgeschrittener Dementia, nunmehr chronischer Patient in einer schweizerischen Klinik in den 70er Jahren. In seinen Sachen fand sich eine Art Tagebuch mit Einträgen und kurzen Erzählungen. An einigen Seiten wird von einer Romina berichtet. Fabio schreibt:
Sie kannten sich beruflich schon lang. Eines Abends gingen sie nach Arbeitsschluss essen. Auf einmal, als die Teller und die Weinflasche fast leer waren, schaute sie ihn anders als sonst an: Ihre Augen waren keine Augen mehr, sondern reiner, zärtlicher Glanz. Sie verließen das Lokal und gingen Arm in Arm durch die engen Straßen, die zu ihrer Wohnung führten - zu ihrem Mann und zu ihrem Kind. Unterwegs kam es zu gegenseitigen Offenbarungen, lang Gehütetes wurde ausgesprochen, kleinere und größere Geheimnisse lüfteten sich, Schlag auf Schlag verwandelten sich die Mitarbeiter und Freunde zu Mann und Frau. Beim Abschiedskuss rasch glitten die Lippen von der Wange zum Mund hin und trafen sich.