[Ich bin recht früh wach heute, die Sonne strahlt von blauem Himmel. Nachdem bei unserem gestrigen Spaziergang das Wetter eher mäßig und der Himmel bewölkt war, muss ich nochmal für einige Bilder hinauf zum Viadukt - das Licht ist fantastisch. Hier gerate ich auch noch in ein gothic meets kilt-Modeshooting...
Da wir gestern nicht mehr auf dem Aussichtshügel über Glenfinnan waren, von dem man den besten Blick auf das GLENFINNAN MONUMENT hat, klettere ich da auch eben noch schnell rauf und bin zum Frühstück wieder zurück.]
Wir fahren ein Stück die A830 zurück und wenden uns auf einer kleinen Küstenstraße Richtung Süden.
Die kleine, enge und zum guten Teil wieder EINSPURIGE STRECKE ist noch einmal Scotland at its best und führt vorbei an Seen und Meeresarmen, bevor sie uns in weitem Bogen geführt in Ardgour an einem kleinen FÄHRANLEGER absetzt. Wir müssen den Loch Linnhe überqueren, der hier tief in das Land einschneidet und, eine riesige Halbinsel bildend, die Straße als Sackgasse enden lässt.
Von Corran auf der anderen Seite aus müssen wir erneut einen Abstecher machen. Die A82, auf der wir uns nun bewegen, gleicht eher einer einspurigen Autobahn, aber sie ist halt auch die wichtigste Verkehrsroute aus dem Glasgower Raum hier herauf und nach Fort William.
Weit ist es nicht, bis wir den GLEN COE verlassen und eine - wieder mal einspurige - Straße entlang des GLEN ETIVE fahren. Die Gegend ist wundervoll, das dachten sicher auch Daniel "James Bond" und Dame Judith, als sie hier an einem nebelverhangenen Morgen auf den Etive und die ihn umgebenden Berge blickten.
Die Weiterfahrt - vor allem unter dem Zeitdruck des bald startenden Deutschland-Spiels - zum LOCH ETIVE war schön im Hinblick auf die Fahrt durch das Tal. Der See selbst konnte nicht ganz so überzeugen, wir haben im Vorfeld Bilder gesehen, die ein Anfahren praktisch schon zwingend gemacht haben. Erfreulicherweise gibt es hier bei der herrschenden Hitze keine midges. Unerfreulicherweise und noch schlimmer sind hier allerdings so bremsenartige Viecher unterwegs, die auch noch äußerst angriffig sind, wenn ihnen schon mal was vor den Stachel kommt.
Auf der A82 fahren wir zunächst zurück bis Glencoe. Es wird langsam etwas eng mit der Zeit, was das Deutschland-Spiel gegen Südkorea angeht. Das GLENCOE GATHERING hat zwar keinen Fernseher, lädt aber zum Essen ein, und so beschließen wir, hier erst einmal noch zu bleiben. Von den Bedienkörpern hat allerdings niemals jemand einen Gastronomie-Kurs belegt - es herrscht das blanke Chaos, was unsere Bestellung angeht.
Zumindest erhalten wir noch einen brauchbaren Tip, wo wir denn wohl eine Bar mit Spiel-Übertragung finden könnten. Bald darauf laufen wir im THE LAROCH im Nachbarort Ballachulish ein. In dem gemütlichen und inzwischen gut gefüllten Pub hängen mehrere Fernseher, der Gastraum scheint voller Deutscher. Auf die Frage in den Raum, wer denn für Südkorea sei, zeigen ohne Verzug einer Miene oder ein begleitendes Wort fünf Finger an ausgestreckten Armen nach vorn in die erste Reihe - dort sitzen schweigend und unauffällig vier Asiaten unter einem der Fernseher.
Naja, das Spiel geht verloren, unsere Jungs fahren nach Hause. Wir bleiben noch ein bisschen, und da es in unserem B&B heute Abend zwar Essen, aber keine Lizenz gibt, wurden wir im Vorfeld ermutigt, "to bring your own!". So decken wir uns noch im nahegelegenen Co-op mit Wasser, Bier und Wein ein, bevor wir uns an den Rest der Strecke machen.
Auf der A828 geht es ein gutes Stück direkt entlang der Küste, dann wieder durch Hügel und entlang von Meeresarmen und Seen. Wir durchfahren OBAN. Leider bleibt uns hier mit Blick auf unser Abendessen gar keine Zeit: Die Gegend rühmt sich selbst als Seafood Capital of Scotland.
Schließlich erreichen wir KILMELFORD am Loch Melfort. Der Empfang ist überaus herzlich und das Anwesen wunderschön. Wir sind uns schnell einig, dass dies eine der Top3-Adressen unseres Urlaubs ist. Durch unsere Buchungen gestern können wir leider nicht verlängern, aber Matthew zieht uns diesen Zahn auch schnell: Er ist ausgebucht!
Matthew kocht nicht nur selbst für seine Übernachtungsgäste in seiner riesigen Küche, man kann auch von außerhalb zum Dinner kommen, und so speisen wir mit zwei älteren amerikanischen Pärchen, die die allerbesten Geschichten von ihren Fahrversuchen auf single file roads mit Linksverkehr erzählen.