Und weiter auf der Magistrala! (9:00)
Zunächst nochmal zum Lidl auf dem Weg, um ordentlich Wasser nachzuladen - das Wetter meint es wie immer bestens mit uns!
Natürlich vergeht auch heute nicht allzuviel Zeit, bis wir uns auf ein Käffchen niederlassen. Senj mit seinen Cafés entlang des Ufers sieht dafür recht einladend aus.
Die Kroaten meinen es echt ernst mit der Verkehrssicherheit: Sobald es nicht 100%ig geradeaus geht, wird die Geschwindigkeit begrenzt. Folgt der Straßenverlauf etwas, was man einigermaßen als Kurve beschreiben würde, geht es regelmäßig auf 60km/h, manchmal gar bis auf 30km/h runter. Das bremst uns über die Tage doch deutlich ein.
Auf der Weiterfahrt dröhnt dann plötzlich unverständliches Geschrei aus der Funke und wildes Lichtgehupe von hinten nach vorne. Irgendwas von ″...Wasser...″ ist die Rede, ″Sofort anhalten!″ und dergleichen. ″Nicht schon wieder!″ geht einem durch den Kopf, Leitplanken links und rechts der Fahrbahn verhindern allerdings den sofortigen Stop. Und dann langsam dämmert es: Es ist gar nicht der dringende, eigene Wunsch der Besatzung des Teufelchens, der es da an den Rand drängt. Diesmal ist es das Führungsfahrzeug, das literweise das Wasser über den Diffusor auf die Straße verteilt!
Endlich ist sowas wie ein Abzweig gefunden. Am Straßenrand werden Feldsteine zusammengesammelt, um den Plastikeimer aufzubocken und etwas komfortabler an die Bodenplatten zu gelangen. Nichts! Nirgends eine Spur der Herkunft oder des Weges des Wassers zu entdecken! Das eine oder andere Mal halten Deutsche, um zu fragen, ob wir Hilfe brauchen - auch das erste Mal in all den Jahren und wirklich sehr nett! Nach einer Weile hält gar ein gelber Schlepper hinter uns und bietet seine Hilfe an. Von ihm erfahren wir, dass es in Senj die Werkstatt unseres künftigen Vertrauens geben soll und versorgt uns noch mit Visitenkarten - seiner und der der Werkstatt. Nachdem aus einem kleinen Kiosk noch schnell nahezu die gesamten Wasservorräte aufgekauft und herangekarrt und etwa 2,5l in der Else versenkt wurden, machen wir uns vorsichtig auf den Rückweg und die Suche nach dem Schrauber.
Der lässt bereitwillig alles fallen, macht eine Bühne frei und schaut interessiert zu, wie wir - nach den Hebepunkten suchend - versuchen, Elisabeth in die Höhe zu bekommen. Mit der ersten Bühne scheitern wir noch, eilfertig wird die zweite geräumt, und hier funktioniert's dann einigermaßen. Aber auch der gelernte Schrauber findet den Ursprung des Übels nicht, und das nachgefüllte Wasser ist auch praktisch noch vollständig vorhanden.
Lange Rede: Nach rund anderthalb Stunden schrauben wir den Karren wieder zusammen und sind uns einig, unser Glück zu versuchen. Uns eifrigst bedankend kehren wir - weiterhin mit einer knappen Tankwagenladung Wasser bestückt - zurück auf die Strecke. Insgesamt hat auch dieser Boxenstopp mit allem drum und dran wieder vier Stunden ins Programmheft gemalt. Aber, um es vorwegzunehmen: Zwar entscheiden wir uns erneut aus Zeitgründen für eine Auslassung, nämlich die geplante Wanderung durch den Nationalpark Paklenica, jedoch füllen wir im weiteren Verlauf der gesamten Reise nur noch zweimal wenige Milliliter Wasser nach und kommen so bis zurück nach Berlin!
Wir erreichen am Spätnachmittag Zadar (17:45). Unsere Damen hatten die unfreiwillige Pause in Senj genutzt, uns mit einer Unterkunft zu versorgen, und so sind wir am Hafen außerhalb der Stadtmauern mit einer Dame verabredet, die uns zu unserem Hotel bringen soll. Nachdem wir uns nach einer Weile gefunden haben, verhandelt sie noch schnell mit dem Parkwächter eine Übernachtungspauschale, denn die beiden Lieserln müssen leider draußen bleiben.
Das Hotel stellt sich als zwei Apartments in einem Wohnhaus heraus - und was für Apartments das sind! Zwei herrliche Zimmer inmitten der Altstadt von Zadar! Versorgt mit zwei Restaurantempfehlungen und den Gutscheinen für's Frühstück in der benachbarten Restaurant-Bar, begeben wir uns auf Entdeckungstour.
Das Foša ist ein Überflieger von Restaurant. Am Hafen und mit Blick von außen auf die Stadtmauer gelegen und mit großer, überdachter Terrasse, erhält es alle sechs von fünf möglichen Punkten! Ein enges, rotes Kleid geleitet uns an unseren Tisch, an dem wir von einem älteren, sehr gediegenen Kellner den restlichen Abend über betreut werden, und der uns vier Tablets mit der Abendkarten-App überreicht - das Schwelgen beginnt!
Den Abend lassen wir mit einem ausgedehnten Spaziergang durch die Altstadt und einem Digestif im Café im Erdgeschoss unseres Wohnheims ausklingen - so kann es weitergehen!