Aufgrund des heutigen Programms war es nicht schwer, sich auf ein frühes Aufstehen zu einigen.
Wir halten es wie zuvor in Amsterdam: Wir lassen das Frühstück im Hotel aus, laufen nochmal zur Royal Mile und suchen uns ein Frühstückslokal, um nun auch den Tag schottisch zu beginnen.
In Norwegen vielleicht nicht, in Schottland kommt man auch mit Lachstoast-Intoleranz gut durch: Das Frühstück bietet in aller Regel von Eiern in allen Garformen über Schinken, alle denkbaren Sorten von Würsten bis zu - für die Mutigen! - Haggis und Pudding alles, was die Karoträger so zu schätzen wissen!
Es regnet nicht, als wir uns anschließend auf den Weg machen und Edinburgh verlassen. Bisher wurde noch kein Wort über den Linksverkehr verloren, weil das Thema bis hier nicht wirklich auffällig war. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig waren bisher nur die großen Kreisverkehre auf den vierspurigen Überlandstraßen.
Aber aus Edinburgh herauszukommen - Tablet mit Route auf dem Schoß, die engen Straßen nach Hinweisen zur gewünschten Verhaltensweise absuchend, dabei darauf achtend, weder in Einbahn- noch falsch in Querstraßen abzubiegen - erweist sich dann doch als kleine Herausforderung.
Wir müssen Edinburgh gegen kurz nach 10°° verlassen, um pünktlich zu einem Event zu sein, das die Organisatoren nicht öffentlich in den Tourenplan geschrieben hatten: Quasi als Überraschung und weiteren "10-things-you-have-to-do-and-see-in-Scotland-before-you-die"-Punkt sollen wir pünktlich zum Beginn in Cupar sein: zu den HIGHLAND GAMES, die glücklicherweise an diesem Tag DORT STATTFINDEN!
...und was für ein Spaß: dancing competition Fünfjähriger, Radrennen auf der Grasbahn, Kugelstoßen, Hammerwerfen, Stein-an-Stahlkette-Schleudern...
Lediglich den caber toss sehen wir nicht mehr: Nach zweieinhalb Stunden war es zum einen dann auch gut, zum anderen müssen wir die Uhr im Auge behalten, da wir ja noch etwas Strecke zu bewältigen haben und außerdem heute das erste Spiel unserer Jungens auf dem Zettel steht - und das auch schon um 16°°!
Da nicht alle bereit sind, für ein schnödes Fußballspiel Top-Highlights einer Schottlandrundfahrt auszulassen, teilt sich der Zwei-Wagen-Konvoi beim WALLACE MEMORIAL. Für die einen geht es geradewegs ins Hotel, für die anderen nach ein paar Schüssen auf William Wallace zum STIRLING CASTLE.
Zugegeben: Von außen und aus der Luft beeindruckt das Schloss schon einigermaßen, für £4 Parkgebühren und £30 Eintritt für zwei Erwachsene gibt es allerdings erstaunlich wenig zu sehen! Vorraum zum königlichen Gemach, königliches Gemach, königinnenliches Gemach und Vorraum zum königinnenlichen Gemach in einem Gebäude, ein Saal in einem zweiten und einer in einem dritten Gebäude - alles spärlichst möbliert!
War trotzdem nett!
Das Hotel hat einen Pool, und der will natürlich ausprobiert sein, deshalb finden wir erst relativ spät und während des dritten WM-Spiels des Tages im Salon zu einem G&T wieder zusammen. Das Abendessen im großen Restaurant des Hotels ist recht nett, schlagend ist aber wieder das Dessert!
In der Bar lassen wir den Abend ausklingen.
Landschaftlich war das bisher eher durchschnittlich (verglichen mit dem was noch kommt!), das soll sich aber morgen ändern.