2016 - Schwarzwald
(la deutsche vita)
(la deutsche vita)
Oh Mann! Ein Filmzitat mit Schwarzwaldbezug zu finden, ist gar nicht so leicht, wenn man nicht bis zu den Brinkmanns hinuntersteigen will...
3.109km
216l Sprit
Verbrauch 6,83l
14 Pässe
24 Passfahrten
oder
(natürlich nur da, wo's erlaubt ist)
Da es sich scheinbar zu einem neuen Trend entwickelt, dass pünktlich zu unserer geplanten Abfahrt die Erde mit Deutschland voraus in die Sonne zu stürzen scheint (Wettervorhersage: hohe 30er!), überlegen wir am Vorabend noch kurz, ob wir den Startzeitpunkt einige Stunden vorziehen. Da die Wetterkarte nach eingehenderer Recherche aber auch deutlich abnehmende Temperaturen mit jedem Kilometer Süd-Süd-West verspricht, verwerfen wir das zur Freude einiger allerdings auch wieder.
Der Beginn unserer Fahrt gestaltet sich etwas holprig.
Um 9:30 ist unser traditioneller Treffpunkt am Schachtelwirt in Kleinmachnow. Hier findet sich allerdings nur eine Rumpftruppe ein: Das Team Scandal Green startet nicht mit uns sondern kommt aus München direkt zum Ziel. Und auch das Team Green steht nur zu 50% am Start. Hier haben buchstäblich in vorletzter Sekunde Änderungen am Plan vorgenommen werden müssen. Und so geht's mit Mr. Blue, Mr. Titanium, der endlich mal dabei ist, und Mr. White, der wiedermal dabei ist, auf die Bahn Richtung Süden.
Wir entscheiden uns wegen der vielen Baustellen auf der A9 für die Route über Erfurt. Und schon kurz vor dem Autobahn-Kreuz auf die A71 müssen wir zum ersten Pitstop rechts raus: Der Himmel vor uns ist schwarz, und es empfiehlt sich, die Planen anzulegen - keine Minute zu früh! Allerdings stellt es sich nur als kurze Husche heraus (hätte man auch drunter durchfahren können…), also verschwinden die Dinger beim ersten Tankstop bei Mellrichstadt gleich wieder.
Kurz vor unserer Abfahrt bei Oberndorf verdunkelt sich dann der Himmel nicht nur erneut wieder, es bläst auch halbe Bäume waagerecht über die Bahn. Also nochmals Kommando: Deckel drauf! Zwar schüttet es diesmal recht ordentlich, aber nur wenige Kilometer in den Schwarzwald hinein und über den einen oder anderen Kamm, und es ist, als wär' nichts gewesen.
In Haslach nochmal für den nächsten Tag vollgetankt, dann geht es auf die letzten wenigen Kilometer und schnell über die Heidburg-Passhöhe (520m) zu unserer Unterkunft, an der das Team aus München auch gerade erst ein paar Minuten vorher eingetroffen ist - perfekt.
Wales - Nordirland und Kroatien - Portugal sind das Fernsehprogramm des heutigen Abends.
Wir checken noch eben schnell die Wettervorhersage für die nächsten Tage: Übermorgen soll's regnen!
Um das Team Green komplett zu machen, müssen wir am späten Vormittag am Bahnhof von Offenburg sein, also wählen wir eine der Tagesrouten, die dort vorbeiführt.
Heidburg
Der Weg dorthin ist wenig spektakulär (durch Gengenbach fahrend erkennt man eine anscheinend recht hübsche Altstadt), so wie leider auch auf einem Großteil der folgenden Route. Hier am Rande des Schwarzwaldes geht es durch endlose Folgen von Ortschaften mit praktisch keinerlei freier Strecke dazwischen.
In der kleinen Ortschaft Neusatz werden wir auf das Gasthaus zur Linde aufmerksam, und auf der Suche nach Parkplätzen werden wir von einem freundlichen Herrn angesprochen, ob wir "zu dem Lotus-Verein gehören", der da heute seine Veranstaltung in der Nähe hat. Wir erinnern uns an den Beitrag aus dem Forum zu einem Dorffest bei Bühl, und beschließen kurzerhand dort vorbeizufahren.
Die Wegbeschreibung des freundlichen Herrn ist äußerst unbrauchbar, nach einer Weile und Dank der heutigen technischen Hilfsmittel schaffen wir es aber endlich doch, auf dem dafür vorgesehenen Platz unsere Vehikel abzustellen und werden sehr herzlich empfangen und auch noch mit Essensgutscheinen ausgerüstet. Vielen lieben Dank an Horst dafür!
Da wir unsere Tagestour aber im Prinzip gerade erst begonnen haben, bleiben wir nicht so lange und suchen uns unseren Weg zurück zur geplanten Strecke und die Wolfsschlucht. Auch entschädigt der östliche Teil der Etappe für den etwas anspruchslosen ersten Teil. Im weiteren Verlauf will sich dann aber auch partout kein Gasthaus aufdrängen, so dass wir gegen 18:00 etwas ausgehungert unsere Unterkunft erreichen.
Wettervorhersage: Übermorgen soll's regnen!
Heidburg
Von Hausach aus geht es in ein kleines Seitental Richtung Lauterbach und Schramberg. Hier ist zwar alles auf 50 runtergeregelt, aber das stört eigentlich gar nicht so, da die Gasse schmal, kurvig und recht idyllisch ist, so kann man auch mal ein Auge von der Straße nehmen.
In Schramberg erinnern sich unsere "Neu-Münchner", auf der Hinfahrt an einem Automuseum vorbeigekommen zu sein, also machen wir uns auf die Suche. An der Autosammlung Steim angekommen, steht am Tor zum Thema Öffnungszeiten sowas wie "DoFrSaSo", im Netz heißt es "Dienstag-Sonntag", beides kommt auf's selbe raus - heute ist Montag! - und wird später noch zum Thema des Tages. Für das Auto- und Uhrenmuseum ein paar Meter weiter gilt das Gleiche, also machen wir uns wieder auf den Weg.
Etwas ab der geplanten Route liegt das Kloster Alpirsbach, zu dem wir einen Abstecher machen und uns in der gegenüberliegenden Konditorei erst mal etwas stärken, bevor wir auf die Strecke zurückkehren.
Wir fahren auf kleinen, wirklich schönen Gassen über Loßburg und Glatten, vorbei an der Nagoldtalsperre hinauf bis nach Seewald, um dann wieder nach Süden abzubiegen, und über Baiersbronn nach Freudenstadt zu gelangen.
Aus einem eigentlich als Power-Shopping gedachten Stop - rein in den Laden, ins Regal greifen und wieder raus - wird ein längerer Stopover mit Spaziergang durch die Stadt. Statt bei einem Italiener einzukehren - der eine oder andere hält das in Anbetracht der Region und ihrer Küche für etwas unpassend - soll in einem Gasthaus unterwegs gegessen werden. Hier machen wir Bekanntschaft mit einer befremdlichen Sitte: Montag ist Ruhetag, und Ruhetag bedeutet scheinbar, der gesamte Schwarzwald isst zu Hause! Wir kommen an einigen schönen Schänken vorbei, aber es ist tatsächlich alles zu! Auch in Wolfach sind einige schöne Häuser, aber ob Hotelrestaurant oder Gasthaus: bei allen haben die Köche heute frei.
Auf die Frage, was denn die Touristen hier an einem Montag so machen, ob die sich denn sonntags schon Stullen schmieren müssten, reagiert die eine oder andere Angesprochene recht pikiert. Außer einer älteren Passantin, die meint, da sprächen wir endlich mal ein Thema an, auch als Einheimischer wolle man schließlich auch an einem Montag mal essen gehen!
Am Ende landen wir im Fortuna, ein Laden, an dem man an jedem anderen Tag der Woche getrost vorbeigehen würde, der aber mit "geöffnet" brilliert und dessen Speisen für eine kleine Vesper doch gar nicht so schlecht sind.
Danach folgt eines der absoluten Highlights dieser Fahrt: Von Hausach aus stramm nach Norden Richtung Einbach auf einer wundervollen Strecke! Maximale Vorsicht ist auf diesem hingeworfenen Asphalt-Spaghetto geboten, bei entgegenkommenden Fahrzeugen hält man die Hand besser nicht zwischen die sich kreuzenden Außenspiegel! Über 20km und eine knappe halbe Stunde dauert der Rausch, bis der Schwindel bei Haslach wieder nachlässt und wir in unser Hotel zurückkehren. Eigentlich wird die Idee, den jetzt jeden Abend noch mal zum Abschluss zu fahren, als nicht schlecht befunden, dazu kommen soll es jedoch nicht.
Heidburg
Auch hier gilt, wie wir am Vorabend bereits erfuhren: Küche kalt! Noch schnell den Rest der Schmach der Spanier gegen die Italiener angeschaut und nochmal auf nach Elzach, für das allerdings überwiegend dasselbe gilt, wie für den Rest des Schwarzwaldes: Montag Ruhetag! Am Ende landen wir - wie passend, und daher fällt es nicht so schwer - bei einem Italiener! Hier bekommen wir noch den Rest des Rauswurfs der Engländer durch die Isländer mit - passende Strafe für den Brexit!!
Zurück in unserer eigenen Gaststube ("Was zum Trinken bekommen's scho'!") geht noch das eine oder andere Hefe und ein/zwei Ziebärtle, schließlich gab's zum Essen - wegen auswärts - nur Schorle.
Wettervorhersage: Übermorgen soll's regnen!
Das morgendliche Grau verzieht sich noch bevor wir in die Karts steigen, und so starten wir den dritten Tag ebenfalls bei Sonne und sehr angenehmen Temperaturen.
Heidburg
Wieder starten wir nach Norden, diesmal über Schiltach und Schenkenzell, wo die Kurvenhatz richtig beginnt. Der tägliche Auftakt und Abspann auf der B294 zwischen Haslach, Hausach und Wolfach beginnt zu nerven.
Dafür ist heute schon ein richtiger Passtag! Allerdings ist man vorsichtig geworden: Bei dem was bei der Vorabrecherche auf mancher Website mutig als Pass bezeichnet wird, scheint es sich oft genug um nicht anderweitig zu bestätigende Markierungen und oftmals um einfache Wanderparkplätze zu handeln.
Unser erster Zwischenstop ist jedenfalls das Gasthaus Seeheiner an der Nagoldtalsperre, wohl eine bekannte Bikereinkehr, aber am heutigen Dienstag um diese Zeit praktisch leergefegt.
Bei Poppeltal halten wir natürlich an der Riesenrutschbahn und machen ein paar Fahrten!
Über Enzklösterle, Kaltenbronn, den/die (?) Schwarzmiss, Weisenbach und wilde kleine Waldwege und über die Rote Lache geht's über Forbach und Raumünzach vorbei an der Schwarzenbachtalsperre auf die B500 und über das Seibelseckle zum Ruhestein, wo uns unser Frankreich-Trauma vom letzten Jahr erneut einzuholen scheint: "Déviation"!
Nach Konsultation der Karte und Rücksprache mit einem pausierenden einheimischen Trucker, fahren wir nicht über die K5370 vorbei am Karlsruher Grat, sondern ein Stück die 500 zurück und umfahren das Gebiet über Ottenhöfen.
Bei Allerheiligen gibt es eine Klosterruine und neben ihr eine schmucke Schänke mit guter Karte. Auch sind von hier Wasserfälle ausgeschildert, zu denen wir uns aufmachen. So richtig spektakulär ist das Rinnsal, das sich da todesmutig über ein Felslein in die Tiefe stürzt, allerdings nicht.
Von Allerheiligen weiter auf der L92. Kurz vor der B500 halten wir nochmal an toller Aussicht auf einem Flugberg (von dem im Nachhinein nicht mehr rauszukriegen ist, wie er heißt...) - Wetter scheint perfekt, aber in der Woche um die Zeit ist hier nichts los!
Über die Alexanderschanze gelangen wir nach Bad Peterstal-Griesbach, wo wir es mit einem Tankautomat zu tun bekommen, und wohl Glück haben, dass wir Abiturienten in der Truppe haben.
© 2016 chrissie
Aus im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbaren Gründen (kann sich eigentlich nur um einen wiederholten Frankreichtrick gehandelt haben), wird die Route nicht wie geplant über die L93 und den Freiersbergsattel fortgesetzt, sondern entlang des Hamersbaches über Löcherbergwasen.
Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame sollte in jedem Fall mal an einer Kuhwiese angehalten werden, und diese Gelegenheit bietet sich noch erstklassig bei Erzenbach. Nachdem das auch von der Liste gestrichen werden kann, können wir beruhigt nach Hause fahren. Nach einem hübschen letzten Teilstück kommt die inzwischen ungeliebte Strecke von Wolfach über Hausach und Haslach zurück nach Biederbach.
Heidburg
Das Fernsehprogramm gibt heute nix her, die Profis machen heute Pause. Es ist außerdem ziemlich spät geworden, so dass wir froh sind, bei uns überhaupt noch was zu essen zu bekommen.
Wetter: Übermorgen soll's regnen!
Heute beginnt der Tag sogar gleich mal mit Sonnenschein!
Am Vorabend hatten wir vereinbart, dass heute mal jemand anderer führt, so dass die Reiseleitung sich mal am Ende der Schlange entspannen kann. Auf direkte Ansprache stellten sich zwei Mitfahrer ausdrücklich nicht zur Wahl, es gab aber doch einen Freiwilligen, und so war die Sache eindeutig: Mr. White soll heute das Führungsfahrzeug machen!
Und so geht es zunächst mal mit ordentlich Speed über ein paar hübsche kleine Chausseen quer durch den Wald!
Hinter der Gscheid und dem Wiedererreichen der B294 bei Gutach muss die Mannschaft etwas unsanft eingebremst werden: RaceControl hat sehr kurzfristig eine Änderung der Streckenführung vor Augen, die - statt weiter über die eher langweilige B294 und durchs Glottertal - ab Waldkirch und über den Kandel nach St. Peter führen soll, aber niemand achtet bei dem Dauersprint mehr auf das blinkende letzte Fahrzeug. Es gelingt jedenfalls noch kurz vor der Abfahrt bei Waldkirch, alle wieder einzufangen, und so fahren wir der ersten Pause auf dem Kandel entgegen.
Ein weiterer kleiner Abstecher muss einfach sein: Aufgrund unserer Herkunft und unserer Nummernschilder - die manchmal ja sogar vorne am Auto getragen werden - müssen wir einfach zum Potsdamer Platz. Der stellt sich allerdings als einfacher Wanderparkplatz an zwei sich kreuzenden Forstwegen und herausragend unspektakulär heraus - ja, gut!
Thurner
Weiter geht die wilde Fahrt über St. Märgen zur B500, die aber nur ein kurzes Stück, um sich dann gleich wieder auf weiß gemalten Routen mit vierstelligen Nummern querab ins Gebüsch zu schlagen.
Inzwischen sind wir im Pausenmodus und auf der Suche nach etwas zu essen in einem anheimelnden Gasthof. Und so halten wir unter anderem kurz in Gütenbach gegenüber einer Gaststätte, die allerdings die wenig schmeichelhafte Bezeichnung "HO-Gaststätte" erhält, und so fahren wir weiter.
Oft schon auf unseren Fahrten meinte es der Zufall gut mit uns, und so landen wir - der Beschilderung folgend - am Kolmenhof, wo wir ein wirklich gutes Mittagessen nehmen. Angeblich soll sich hier auch gleich noch die Donauquelle befinden. Wiedermal gleich noch ein bisschen Erdkunde!
Nachdem die "Wasserfälle" bei Allerheiligen neulich doch eher eine etwas sparsame Veranstaltung waren, stehen wir nun an Deutschlands höchsten Wasserfällen, denen von Triberg, und die sind wirklich recht lässig.
Wilhelmshöhe
Fohrenbühl
Heidburg
Zurück auf kleine enge Waldstraßen und kreuz und quer durchs Gelände. Wir halten erst wieder in Haslach auf inzwischen schon fast "unserer" Tankstelle, um für den folgenden Tag nachzuladen, und beenden auch heute den Tag ohne Fußball.
Aber: Übermorgen soll's regnen!
Die Abstimmung am Vorabend hat eine Mehrheit dafür ergeben, heute den Schwarzwald und seine hübschen Straßen mal den Schwarzwald und seine hübschen Straßen sein zu lassen und einen Abstecher zu unseren französischen Nachbarn und ins Automuseum Schlumpf in Mulhouse zu machen.
Trotz EM und aller angekündigten Sicherheitsmaßnahmen auch an den Grenzen, schlüpfen wir über einen völlig unbesetzten Grenzübergang und sind im Handumdrehen in Mulhouse. Die Ausstellung ist wirklich mächtig gewaltig, von über 400 Exponaten ist die Rede, und es vergeht einige Zeit, bis wir da wieder raus sind.
Auf dem Rückweg ist der Autobahn-Grenzübergang in Richtung Mulhouse dann mit einem Stau von mehreren Kilometern verstopft, unsere Seite ist frei!
Hier gibt's Bilder vom Automuseum, aber das hätte den Rahmen gesprengt.
Es ist früher Nachmittag, und so machen wir heute noch unsere geplante Besichtigungstour durch Freiburg.
Da wir auf dem Rückweg mehr oder weniger daran vorbeikommen - RaceControl hatte diesen Abstecher für eine solche Gelegenheit eingeplant, aber aus Furcht vor massiver Ablehnung verschwiegen - schauen wir kurz mal bei Dr. Brinkmann vorbei, was überraschenderweise bei völlig unerwarteten Reiseteilnehmern auf große Zustimmung stößt, insgesamt aber doch eher ein Non-Event ist: Im Fernsehen sah das Ganze doch imposanter und vor allem hübscher aus!
Zurück zu Hause müssen wir noch bis 21:00 warten, bis wir uns die Zeit mit Polen - Portugal vertreiben können.
Wetter: Übermorgen soll's regnen!
Auch heute starten wir wieder bei bestem Wetter, aber um die Schönheiten weiter südlich zu erreichen, müssen wir zunächst mal die langweilige B294 und das verstopfte Freiburg hinter uns bringen.
Dann geht’s hinauf auf den Schauinsland und bei der Suche nach Kaffee&Kuchen bei Wieden landen wir auf der hübschen Terrasse des Belchenhotels, wo der Kaffee - nach der Erinnerung erstmalig auf dieser Tour - durch unseren Barista gelobt wird.
Sankt Antonipass
Über eine Schleife nach Süden dann hinauf auf den Feldberg, und da die Wutach-Schlucht noch irgendwie auf dem Programm stand, ist jetzt die beste Gelegenheit dafür, also vorbei am Schluchsee und durch Bonndorf zur Schattenmühle.
Den düstersten Abschnitt der Tour bildet, was dann folgt - die Wanderung durch die Wutachschlucht - was mangelnder Feinplanung seitens der Reiseleitung geschuldet ist: Weder die Ausstattung noch die Einstellung der Teilnehmer ist adäquat für das Vorhaben, und aus angenommenen sechs Kilometern Wanderung werden unfreiwillig mehr als elf, wobei die letzten viereinhalb auch noch ausschließlich recht stramm bergan führen!
Der Eindruck entsteht, dass sich hier in geschichtlich dunklen Zeiten Hexen und Zauberlehrlinge mit zu viel Freizeit an die Weggestaltung gemacht haben. Der naturnahen Fraktion sei dieser Ausflug allerdings durchaus zur Nachahmung empfohlen. Trittchen und selbst Lauf-, sprich: Sportschuhe, sind für diese Unternehmung allerdings in keiner Weise angemessen: festes und grobes Profil ist gefragt! Zum Zeitpunkt dieser Expedition war der Beginn des Weges knöchelhoch in Matsch und auch der Rest des Wegs erfordert semiprofessionelles Equipment: es geht buchstäblich über Stock und Stein.
Nach etwa sieben Kilometern erreichen wir nicht etwa unser Ziel, die Wutachmühle, sondern erst eine Schutzhütte. Von hier wären es weitere sechs Kilometer, durch die notwendige Umgehung eines weiteren Erdrutsches aber wohl eher acht. Wir entscheiden uns also für die Abkürzung nach Münchingen.
Dort, in einem Gasthof aus den Zeiten, als motorgetriebene Fahrzeuge gerade erstmals mit Nummernschildern ausgerüstet wurden, erreichen wir die rettenden Frucht- und Gerstensaftschorlen.
Bleibt noch die Frage, wie wieder zurück zu unseren Plastikdosen kommen! Der Busverkehr ist für diesen Tag längst eingestellt, nach Auskunft des örtlichen Ausschankpersonals könnte die Ankunft eines bestellten Taxis aus Bonndorf schon mal etwas dauern, und die Aufnahme von sieben Personen stellt womöglich auch eher mal ein Problem dar. Unserem freundlichen Wesen und der Mitführung eines der regionalen Zunge mächtigen Fahrers sowie der generell ausgesprochenen Hilfsbereitschaft der Einheimischen, ist es dann wohl zu verdanken, dass ein Mitglied des Personals vier Fahrer zurück zum Ausgangspunkt, der Schattenmühle, bringt, von wo aus wir zunächst den Rest abholen und dann vor der Rückkehr ins Basislager noch ausgiebig zu Abend essen.
Thurner
Die Straßen an Abenden und Nächten des Wochenendes gehören scheinbar ganz der Jugend: mehrfach kommt es zu spektakulären Überholmanövern durch Modelle deutscher Konvenienz, die, bevor in stockfinsterer Nacht vorgeführt, noch viele viele Arbeitsstunden nachbearbeitet worden sind. Auch haben wir den Eindruck, hin und wieder deutlichst zu einem kleinen Rennen aufgefordert zu werden.
Mitten in der Nacht erst sind wir wieder zu Hause, die Gaststube ist längst abgeschlossen, aber der Wirt sitzt noch im Halbdunkel über einer Zeitung. Wie genau er überredet wurde, wird an diesem Abend nicht mehr geklärt, jedenfalls rückt er noch ein prall mit Hefe und Schorlen gefülltes Gestell heraus, die wir auf unserer Terrasse noch leeren können.
Wetter: Morgen soll's regnen!
Und tatsächlich: Es ist bedeckt und trübe, Wasser fällt vom Himmel!
Die Straßen sind nass, immer wieder nieselt es, und auch hin und wieder etwas stärkerer Regen macht eine Tour am heutigen Tag zu keiner verlockenden Aussicht.
Durch einen kleinen Geschichtsexkurs der Reiseleitung an einem der vorangegangenen Abende neugierig geworden, begeben wir uns, wie am Vorabend beschlossen, ins Freilichtmuseum, den Vogtsbauernhof in Gutach.
Büchereck
Aus verschiedenen Jahrhunderten und unterschiedlichen Regionen des Schwarzwaldes wurden hier ganze Gutshäuser hertransplantiert, und geben einen guten Einblick in die Geschichte, die Architektur und das Leben früherer Zeiten - spannend!
Büchereck
Auf unserem Weg zurück durchforsten wir Elzach auf der Suche nach einem Restaurant für den Abend, bis auf einen Feinschmeckerladen mit ambitionierten Preisen aber ebenfalls nichts wirklich Regionalem, werden wir hier jedoch nicht fündig. Was wir allerdings bei dieser Gelegenheit entdecken, ist eine Eisdiele(!) mit dem besten Kaffee der ganzen Fahrt. Also wird unser Barista doch noch mit der Region versöhnt, und auch alle anderen genießen die Auslage.
Als abschließender Höhepunkt der Reise besteht das abendlich Fernsehprogramm dann auch noch aus dem Viertelfinalspiel unserer Jungs gegen Italien: Satz und Sieg nach Elfmeterschießen!
Das war's dann mal wieder, wir machen uns auf den Heimweg.
Büchereck
Fohrenbühl
Bis hinter Hornberg fahren wir noch alle gemeinsam, dann verabschieden sich die ersten Richtung München.
Ein letztes Mal treibt uns wiedermal eine Straßensperre von der geplanten Route, schließlich erreichen wir die Autobahn.
Ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir Plech auf der A9, wo wir unseren ersten Tankstop einlegen. Wiedermal meint es der Zufall gut mit uns, und so erblicken wir - eigentlich dabei, uns von der Tankstelle wieder in den Verkehr einfädeln und beim Mäc(!) ein kurzes Autobahn-Mahl nehmen zu wollen - ein Hinweisschild, dass Erinnerungen an die Neunziger des letzten Jahrhunderts weckt: Ein Wegweiser zum Reuthof!
Auf der dortigen Terrasse stärken wir uns bei günstiger und guter fränkischer Küche, bevor wir uns dann an die letzte Etappe machen!
Wie nur selten anders erlebt müssen wir vor der Einfahrt nach Thüringen nochmal schnell rechts raus, um die Dächer anzulegen, und wiedermal war das keine Minute zu früh: Der Himmel ist schwarz und entlässt einiges an Wasser!
Da uns bereits am Berliner Ring der Nächste verlassen wird, ist TourEnde und Verabschiedung diesmal bereits an der Raststätte Fläming, und somit geht die sechste LCB-Tour - ausnahmsweise mal wieder pannenfrei - hier zu Ende.