Zugunsten eines weiteren Spaziergangs durch die Altstadt verzichten wir auf das wenig verlockende Frühstück im Hotel und suchen uns lieber ein Frühstückslokal mit Gracht. Im DE SPIEGEL nahe des Rijksmuseums werden wir fündig.
Wir spazieren noch ein wenig weiter, sind aber irgendwie geistig bereits auf der Flucht. Wir müssen noch zurück zum Hotel und dann ist ja unser Ziel IJmuiden, wo wir im Laufe des Nachmittags die Fähre besteigen wollen.
Wir machen uns also beizeiten auf den Weg und erreichen nach kurzer Fahrt den Fähranleger.
Schon nach kurzer Zeit öffnet der Check-In, die Durchfahrt zur Kontrolle von Tickets und Ausweisen. Das Schiff wird schon fleißig mit LKW-Anhängern beladen, die Autos werden nach Größe in mehreren Schlangen sortiert - wir stehen allein. Neben uns wird die Meute der Zweiräder immer länger.
Nach einer Weile gesellt sich dann allerdings ein TVR zu uns, ein Pärchen aus Newcastle, das die letzten Tage in Holland verbracht hat. So können wir uns die Zeit miteinander vertreiben.
Irgendwann beginnt dann auch die Verladung der Autos. Das Auffahren auf die Fähre stellt kein Problem dar. Wir werden ganz vorne auf einem Zwischendeck verstaut, der TVR in der Mitte hinter uns. So können die beiden Elschen heute Nacht ihren Vokabelschatz etwas aufbessern.
Wir haben Doppelkabinen mit Etagenbetten auf Deck 3. ("Nehmen Sie auf keinen Fall Kabinen auf Deck 2, da schlafen Sie praktisch im Maschinenraum!").
Schnell den Tag abgewaschen, sind wir in der Skybar verabredet, die wir schon vom Kai aus entdeckt haben: ein offenes Deck ganz oben auf dem Schiff. Die "Cocktails" für einen 10er aus dem Plastikbecher verspotten ihren Namen, aber es gibt ja auch Bier. Es ist wieder mal echt heiß, es geht kein Lüftchen, aber das hat dann ab morgen ja für zwei Wochen ein Ende!
Wir hatten bereits vorab das Dinner-Buffet für €20/P gebucht und ziehen mithilfe von Jaçek unsere Buchung zeitlich nach vorn, der somit zu unserem Kellner für diesen Abend wird und uns trefflich versorgt. An das Buffet hatten wir keine großen Erwartungen, sind uns allerdings einig, dass es äußerst vielseitig und tatsächlich reichlich schmackhaft ist.
Die größte Enttäuschung ist jedoch, dass das Highlight des zweiten Spieltages der Fußball-WM, Portugal gegen Spanien, hier nirgends gezeigt wird. Die Probleme, die wir seinerzeit in Italien hatten, beginnen von neuem. Auch der Kauf (!) eines WLAN-Tickets hilft wenig, da die Bandbreite einfach zu dünn ist.
Da hilft am Ende nur noch ein Drink in einer der zahlreichen Bars, in der eine Combo Live-Musik zelebriert, bis dann ab 22°° Bingo-Time ist: "And the next number is...!"